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Montag, 16. März 2015



auf geht es nach Spanien

Puh, 6°C an Bord. So kalt war es ja im Winter in der Algarve nicht. Mit dem Weiterfahren haben wir es heute nicht eilig; wir verbraten noch unser portugiesisches Internet und fahren dann gemächlich um 13 Uhr los. Nehmen die letzten 30km auf der Autobahn, auf der portugiesischen Seite in Angriff und lassen Revue passieren. Wie schön es doch wieder war in Portugal, wie leicht uns diese Überwinterung gefallen ist bis auf ein paar Ausnahmen, die wir dann aber auch erwähnt haben. Die beste Zeit im nachhinein hatten wir die knapp drei Wochen in Santa Luzia und die knapp vier Wochen in Ferragudo. Und die Tage an der Westküste, als das Wetter so bombig war. Portugal war mal wieder ein sehr angenehmer Gastgeber. So, jetzt sind wir an der Grenze, sehen den Grenzort Vilar Formoso rechts von uns und schwups geht es über die Grenze nach Spanien. Wir sind nun in der Region Castilla y León; Provincia de Salamanca und gelangen automatisch auf die A62, die Autovía de Castilla.



die letzten 30km auf portugiesischer Seite liegen vor uns



dies ist der alte Grenzübergang



Durchfahrt durch Fuentes de Oñoro, allererster Ort (Grenzort) auf spanischer Seite



die Stiere auf den Weiden haben Platz ohne Ende

Nach wenigen Kilometern sehen wir schon die Stadt Ciudad Rodrigo, wo wir vor drei Jahren mal waren. Eine schöne Stadt, sehr zu empfehlen. Dann kommt Sancti-Spiritus und dann kommt lange Zeit gar nichts. Hier und da mal ein Dorf oder ein verlassener Bauernhof oder eine Bar. So ein riesiges Land und so dünn besiedelt. Schwarze Stiere stehen auf den Weiden, die genug Platz haben in dem riesigen Land. Wir sehen sogar ein paar freilaufende Schweine, nicht die schwarzen Ibericoschweine, sondern graue. Wir haben genau hingeschaut, es sind wirklich Schweine und keine Schafe. Aber was am kuriosesten ist, sind die angebrachten Eisengitter oder -körbe für Storchennester, die auf hingestellten Masten stehen. Ein Storch aus Holz soll richtige Artgenossen anlocken, die sich dann hier ansiedeln können. Es ist aber noch kein einziges Storchennest gebaut worden. Die Störche wohnen anscheinend lieber in Portugal und nicht hier an der Autobahn.



ein Storch aus Holz soll seine Artgenossen zum Ansiedeln auf diesen vorbereiteten Masten ermuntern

Dann erreichen wir Salamanca. eine tolle Stadt, die wir auch in 2012 besichtigt haben. Weiter geht unsere Fahrt, auch an Korkeichen vorbei. Von der Baumkrone her müssen es Korkeichen sein, auch wenn kein einziger Baum geschält ist. Denn nur weil Portugal der weltgrößte Produzent von Kork ist, heißt das ja nicht, dass es sonst nirgends Korkeichen gibt. Auf der Fahrt können wir weit ins Land schauen, und die Landschaft gefällt uns auch. Wir gondeln schön dahin mit 90km/h und können währenddessen sogar Radio hören. Radio 3 (Radio Très).



wir erreichen Salamanca



wir können weit ins Land schauen

Dreißig Kilometer vor Valladolid gibt es den Ort Tordesillas, direkt an der Autobahn, und Annette findet, dass wir mal abfahren und schauen sollen, ob wir hier irgendwo unterkommen können für die Nacht. Einen Stellplatz scheint es zwar nicht zu geben laut unseren Unterlagen, aber vielleicht tut sich irgendein Platz auf. Von weitem sieht der Ort total schön aus, so spanisch und feudal. Es geht über einen Fluss, den Río Duero (der kein anderer als der Río Douro ist, der in Porto in den Atlantik mündet), dann an einer alten Stadtmauer entlang. Hineinzufahren in die Stadt trauen wir uns nicht; wir wollen nicht wieder irgendwo steckenbleiben in engen Gassen. Nachdem wir keinen Parkplatz gesehen haben, kehren wir am nächsten Kreisverkehr wieder um, aber Herbert, der Fuchs, sieht, nachdem wir den Fluss wieder überquert haben, eine Fläche direkt am Flussufer. Also nix wie hin.



wir biegen mal ab nach Tordesillas



als wir in Tordesillas keinen Parkplatz sehen, drehen wir am nächsten Kreisverkehr um



wieder geht es über den Río Duero, und dann sieht Herbert einen Platz direkt am Fluss



jetzt machen wir uns auf in die Stadt

Es ist dann richtig idyllisch hier unten am Flussufer. Für den Sommer hat man hier einen Badeplatz gebaut; etwas weiter links gibt es einen Campingplatz, der aber jetzt geschlossen ist. Was für ein tolles Plätzchen wir hier haben. Es ist fast 17 Uhr, als wir hier ankommen. Wir denken uns, dass wir uns den Ort lieber jetzt gleich anschauen sollten und nicht erst morgen früh. Jetzt ist es noch schön warm und sonnig, und das Licht ist auch gerade so golden. Also warm anziehen und los. Der Blick auf die Kirchen von Tordesillas ist wirklich toll. Die Touristinformation ist dann aber montags geschlossen. Egal, laufen wir einfach ein paar Schritte durch die Gassen, die Calle San Antón, die uns auf den Plaza Mayor bringt. Alles ist so typisch spanisch hier. Es gibt eine Bar hier auf dem Platz, und die Sonne scheint gerade so gut auf die Tische. Also setzen wir uns hier hin. Die Leute haben alle ein Glas mit Milch oder Eis auf dem Tisch stehen. Wir zeigen darauf und die Bedienung sagt: Especialidade (oder so ähnlich). Das nehmen wir, und einen Café solo (Espresso). Die Spezialität ist dann eine Art aufgeschäumtes Sorbet-Eis. Nicht so richtig unser Fall. Anschließend tun wir noch ein paar Schritte durch den Ort, und auf einer Anzeige sehen wir, dass es um 17:40 Uhr nur noch 9°C sind. Wir merken es aber auch. Als wir wieder daheim sind, essen wir uns eine Hühnernudelsuppe, schalten die Heizung ein und machen es uns an Bord gemütlich. Wir gehen früh zu Bett. Das Wasser vom Río Duero rauscht unermüdlich.


 



die Calle San Antón bringt uns auf den Plaza Mayor



der Plaza Mayor ist so richtig spanisch



hier können wir schön in der Sonne sitzen



was Herbert sich bestellt, muss Annette dann immer auslöffeln



es gibt ein paar hübsche Geschäfte in Tordesillas



es gibt auch ein paar Kirchen im Ort, die von weitem eine tolle Kulisse bilden



jetzt gehen wir aber heimwärts


 



die Einheimischen sitzen zusammen, wie es im Süden typisch ist



ein letzter Blick auf Tordesillas und den Río Duero



diesen Blick haben wir von unserem Platz aus



und so stehen wir in Tordesillas am Flussufer



unsere Tagesroute ca. 246km

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