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Dienstag, 13. März 2012



nur noch wenige Kilometer bis Spanien

Heute geht es endlich nach Spanien. Die letzten zwei Tage haben wir eigentlich nichts getan außer Kraft zu tanken. Unseren Anwalt hatten wir gestern gebeten, ob der Termin beim OLG nicht wieder nach hinten verschoben werden kann. Aber er meinte, dass ein früherer Termin (der Termin ist auf Ende April gelegt worden) doch günstig für uns ist. Dennoch ruft er bei Gericht an und erfährt vom Richter, dass der Herbert eigentlich gar nicht mehr erforderlich sei. Der Richter könne ihm ebensogut eine Ausladung schicken. Was wiederum eine ziemlich gute Tendenz ist, aber dennoch müssen wir mit allem rechnen. Jetzt aber weg mit den Gedanken an den Prozess und den Blick nach vorn gerichtet. Heute also verlassen wir Portugal, sagen Muito obrigado para todo - Vielen Dank für alles; wir haben so schöne Erinnerungen an die vergangenen Monate. Und vielleicht hat der Leser ja sein Herz auch ein wenig für Portugal erwärmen können? Wir jedenfalls lieben das kleine Land und haben das ja an mancher Stelle anklingen lassen, vor allem den Einheimischen gegenüber. Wehmütig wie immer sind wir, als wir die Grenze nach Spanien überqueren.



wir erreichen Ciudad Rodrigo

Und weil auf der Fahrt von etwa 100 Kilometern bis Salamanca kaum ein Ort kommt, fahren wir nach Ciudad Rodrigo hinein, wollen eigentlich nur Brot kaufen. Aber der erste Eindruck ist sehr hübsch, und so suchen wir nach einem Parkplatz, den wir ganz außerhalb der Stadt finden. Heute ist es wieder richtig heiß bei 24°C. Wir laufen in die Stadt und kommen an das alte Stadttor, das in die Stadt hineinführt.



durch das Stadttor geht es in die Altstadt

Am Stadttor lesen wir auf einem Schild, dass sich Ciudad Rodrigo an der Ruta de las Fortificaciones de Frontera, also an der Route der Festungen entlang der Grenze befindet. Wir müssen uns ja erst an das Spanische gewöhnen. Außerdem befinden wir uns hier in der Autonomie Castilla y León, und zwar im äußersten Südwesten Kastiliens. Als wir durch das Stadttor marschieren, fühlen wir uns plötzlich wie in San Gimignano in der Toskana. Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Stadt Rodrigo so hübsch sein würde. Der Ursprung von Ciudad Rodrigo geht auf die Römische Zeit zurück, in welcher die Stadt große Bedeutung hatte aufgrund der geografischen strategischen Lage zu Portugal. Nach dem VI. bis XI. Jh. des Mittelalters begann Miróbriga, wie die Stadt damals hieß, wieder zu wachsen.



Blick in die Calle Madrid



der Plaza Mayor, der Hauptplatz der Stadt, ist sehr fein

Wir wandeln auf der Calle Madrid, wo sich ein paar schicke Geschäfte befinden, zum Plaza Mayor, dem Hauptplatz. Es ist Mittagszeit und es stehen viele Leute auf der Straße. Alle Häuser am Plaza Mayor sind richtig herrschaftlich. Man merkt, dass hier mal ein enormer Reichtum bestand. wir lesen, dass die Stadt im Jahre 1100 wiederbesiedelt wurde auf Anordnung des Conde Don Rodrigo González Girón, von dem die Stadt auch ihren heutigen Namen hat.



Blick in die Calle Sánchez Arjona


 



auf dem Plaza Mayor mit Blick auf das Casa del Primer Marqués de Cerralbo



die Häuser sind alle richtig feudal

Wir laufen durch die Gassen und erfreuen uns an den edlen Häusern und der Gesamtanlage der Stadt. Dann gehen wir auf die Stadtmauer, die ganz um die Altstadt  Ciudad Rodrigos herumführt. Jetzt wiederum fühlen wir uns wie in Lucca. Warum erinnert uns hier alles an Italien? Der Blick ins Umland ist großartig, auch auf die beiden alten Brücken, die über den Rio Águeda gehen.



wir wandeln auf der Stadtmauer



Blick von der Stadtmauer auf den Rio Águeda



die Stadtmauer führt um die gesamte Altstadt herum



es ist ein schöner Blick aufs Umland



Arkadengänge auf der Calle San Juan



auf dem Plaza del Buen Alcalde sind noch ein paar Marktstände



Blick auf die Kathedrale von Ciudad Rodrigo



auf der Stadtmauer mit dem Castillo de Enrique II de Trastámara im Hintergrund (heute ein Parador)



eine kleine Rast auf der Calle San Juan



alte Kanonen stehen vor dem Casa Consistorial, dem Rathaus auf dem Plaza Mayor



wir sitzen in der Cafeteria An-May auf dem Plaza Mayor

Nachdem wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale, mehrere Kirchgebäude und den Parador (was in Portugal die Pousadas sind) gesehen haben, setzen wir uns auf dem Plaza Mayor in die Cafeteria An-May und schauen dem Treiben auf dem Platz zu. Hinter uns sitzen vier Frauen am Tisch und quackeln die ganze Zeit. Gott, was sind die Spanier feurig mit ihrem südländische Temperament, mediterran eben. Dagegen sind die Portugiesen eher mitteleuropäisch. Und auch als die vier Frauen nach kurzer Zeit aufbrechen, nimmt der Geräuschpegel nicht merklich ab. Es wird geplappert und geplappert; ein richtiger Dauerbeschuss ist das, an den wir uns erst gewöhnen müssen.



zurück geht es zum Wohnmobil



hier bleiben wir auch über Nacht stehen

Am späten Nachmittag sind wir wieder daheim und haben jetzt keine Lust mehr zum weiterfahren. Bleiben wir also da. Jetzt ist auch Schluss mit der Schlemmerei, haben wir beschlossen. Bis April will Annette ihre schöne Frühlingsfigur wiederhaben. Morgen wollen wir uns Salamanca anschauen, Provinzhauptstadt von Kastilien.



unsere Tagesroute ca. 75km

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