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Sonntag, 22. Mai  2011



und weiter geht unsere Fahrt

Weiter zieht es uns in der Früh. Und zwar südwärts zum Pointe de Saint Mathieu. Die Straße lässt sich gut fahren und schon liegen die paar Kilometer hinter uns. Dann können wir sogar direkt am Leuchtturm parken, oder zumindest tagsüber. Von 20 bis 8 Uhr ist es für Wohnmobile nicht gestattet. Wir schauen uns um und lesen, dass der Leuchtturm auch besichtigt werden kann. Im Mai und Juni nur an den Wochenenden, in der Hochsaison täglich. Da haben wir Glück und warten auf den Nachmittag, wenn geöffnet wird.



Ankunft am Leuchtturm am Pointe de St-Mathieu

Bis dahin laufen wir schon ein paar Schritte auf dem Küstenwanderweg, Herbert schaut die Formel 1 und Annette schreibt die letzten beiden Tage vom Reisebericht. Dann, es geht auf 16 Uhr, wollen wir auf den Leuchtturm. Der Eintritt beträgt 3 EUR und auf unseren Tickets steht, dass wir die 2.041 bzw. 2042 Besucher des Jahres sind. Das sind ja schon allerhand Leute.



wir steigen den Leuchtturm hinauf

Ach, und dann sind wir im Innern des Leuchtturms. Die Wendeltreppe geht linksherum, was ganz komisch ist. Es sind aber nur 163 Stufen, die wir im Sturm nehmen. der Leuchtturm ist ja nur 37m hoch. Bereits in 1250 befestigten Benediktinermönche der Abtei St-Mathieu ein Fanal auf einem Turm als Wahrzeichen für die Schiffe im Mer d'Iroise. Über die Jahrhunderte wurde eine geschlossene Laterne aus Glas installiert, das anfängliche Feuer durch ein drehendes Feuer mit Dunkelphasen ersetzt, bis man in 1835, weil der Abteiturm in desolatem Zustand war, nach 4 Jahren Bauzeit den aktuellen Leuchtturm zum ersten Mal anzündet. Der 37m hohe Bau ist aus Aber Ildut-Granit; seine Spitze ragt 58m hoch über den Meeresspiegel. Im neuen Leuchtturm wurde ein Beleuchtungssystem mit Linsen eingesetzt.



..sind ja nur 163 Stufen



Blick auf den Semaphor (Signalstation)

Huh, hier oben geht ein ordentlicher Wind. Auf dem sogenannten Rundweg bleiben wir einige Zeit und schauen auf Land und Meer. Die Region heißt Pays d'Iroise und verdankt ihren Namen dem Meer vor ihrer Küste, dem Mer d'Iroise. Wir schauen hier auf den Semaphor, der 1906 errichtet wurde und 39m hoch über den Meeresspiegel ragt. Von hier aus kontrolliert die Marine den Schiffsverkehr; 10 Personen wachen rund um die Uhr über die Schiffe, die vom Meer aus Kurs auf die Brester Rade nehmen und erlauben die Einfahrt nach Brest oder nicht.



das seit 1835 eingesetzte Beleuchtungssystem mit Linsen

Ab März 1937 wurde der Leuchtturm mit elektrischem Strom betrieben. 1996 wurde dieser Betrieb automatisiert, und seit 2005 wird er ferngesteuert. Seit 2006 wird der Leuchtturm nicht mehr von Wärtern betrieben. Zwischen dem Datum der Automatisierung und Februar 2006 kontrollierten die Wärter noch den Betrieb des neuen Systems und erledigten die Wartungsarbeiten. Vor 1996 zündeten sie jeden Tag den Leuchtturm bei hereinfallender Dunkelheit an.



Blick auf das nationale Marinedenkmal



wir steigen wieder hinab



Wanderwege führen an der Küste entlang



das Marinedenkmal

Wieder am Boden gehen wir jetzt noch zum nationalen Marinedenkmal. Es wurde in 1927 errichtet zu Ehren der Seeleute, die für Frankreich ihr Leben ließen und im Ersten Weltkrieg gefallen waren. Heute gemahnt dieser Ort im weiteren Sinne an alle Seeleute der Marine, der Handelsmarine und der Fischerei, die den Kriegen des 20. Jh. zum Opfer gefallen sind. Im Jahre 2000 wurde zu ihrem Gedenken das kleine Fort zu einem Kenotaph, einem leeren Grab bzw. Ehrengrabmal, umgebaut, wo man in Andacht verweilen kann. Wir gehen in dieses Kenotaph, in dem es dunkel ist und dessen Boden aus dunklem unebenen Granit besteht, der leicht wellenartig anmutet. Im nächsten kleinen Raum sind drei Flächen am Boden, die in den Farben der französischen Trikolore beleuchtet sind und die drei Flotten, die Militärflotte, die Fischereiflotte und die Handelsflotte vereinen. Im dritten kleinen Raum hängen diverse Fotos von gefallenen Seemännern an den Wänden. Sie sehen so stolz aus in ihren Uniformen, und so jung. Aus Lautsprechern im Hintergrund sagt eine Frauenstimme das jeweilige Datum und eine männliche Stimme den dazugehörenden Namen an. Uns geht das alles sehr ans Herz und die Besichtigung dieses Marinedenkmals können wir nur empfehlen.


 



unsere Tagesroute ca. 33km

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