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Montag, 01. Juni 2020



die Sonne will einfach nicht durch die Wolken brechen - morgens ums sieben

Die Lampe beim Kontrollpanel blinkt und weist darauf hin, dass die Batterien unterversorgt sind. Mist, dass das Wetter auch nichts hergibt jetzt. Kein Solarertrag zu erwarten, aber zum Nachmittag hin soll es freundlicher werden am Himmel. Annette geht am Vormittag erstmal zum Lidl. Als sie an dieser Art Lagune, der Mündung des Almargem, vorbeigeht, kommt ein Helikopter angeknattert. Ziemlich schnell ist er dann da und hat einen Wassersack bei sich. Schnell die Kamera bei der Hand. Der Helikopter senkt sich herab und plötzlich wird das Wasser aufgepeitscht. Da, wo Annette steht, ist der Zaun heruntergetreten, und so kann sie schnell auf die dahinterliegende Brachfläche huschen, zehn Meter weiter weg vom Geschehen, im ganzen jetzt vielleicht vierzig Meter entfernt. Der Helikopter steigt wieder auf; das Wasser, nicht viel Wasser, rauscht aus dem Sack und der Helikopter senkt sich ein zweitesmal. Diesmal fliegt er mit vollem Wassersack weg in Richtung Wald. Ob es da irgendwo brennt? Zu sehen ist nichts. Annette geht zum Lidl und vorher auch zum Stellplatz von Quarteira, mal schauen, ob der schon wieder geöffnet ist? Er ist, und hat jetzt auch etliche Stromsäulen. Die Nacht kostet 3 EUR, Strom 2 UR, Wasser 2 EUR. Als Annette wieder zurück ist, sagt sie Herbert, dass wir ja jetzt da hinfahren können. -- Nee, können wir nicht, wir haben ja keinen Strom. -- Aber da ist doch Strom. -- Aber der Motor springt nicht an, ich hab' es gerade versucht . . . Mist, und jetzt?



durch das kleine Wäldchen geht es auf dem Weg zum Lidl



an der Mündung - Foz do Almargem - geht es entlang nach Quarteira



plötzlich ist dieser Helikopter da



das Wasser wird ziemlich aufgepeitscht, und es ist unglaublich laut



Ob es da irgendwo brennt?



man muss bloß noch warten, bis auch der letzte Bauernhof noch verdrängt wird



diese Höhenbegrenzung gibt es jetzt zum Praia do Almargem hin, aber sie ist ausreichend hoch



zurück am Wäldchen mit den windschiefen Pinien

Jetzt warten wir mal, bis die Baterien genug Kapazität haben, und zur Not können wir ja von den Bordbatterien überbrücken zur Starterbatterie. Als Annette vom Müllwegbringen zurückkommt, ist die Polícia Marítima aus der entgegengesetzten Richtung zu uns gekommen. Herbert hatte ihnen schon mal die Starterkabel gezeigt. Sie helfen uns dann mit ihrem Pickup, aber der Motor lässt sich nicht starten, macht nur ein paar Geräusche. Sie fragen uns, ob wir Assistenz über einen Automobilclub beschaffen können? Ja. Herbert ruft dann beim ADAC an. Gar nicht so leicht, ihnen genau zu beschreiben, an welchem Strand - Praia do Almargem - wir stehen, am Wäldchen und so weiter. Der Fahrer muss am Strandrestaurant vorbei die Rampe ins Wäldchen hinauf. Wie heißt das Restaurant? Ach Gott, wie heißt es? Annette rennt mal schnell die 400m hin. Es heißt BJ's Oceanside. In 90 Minuten will jemand bei uns sein. Annette stellt sich schon mal dahin, wo es ins Wäldchen hinaufgeht. Es kommt ein Lieferwagen mit viel Beschriftung. Ob das die Assistência ist? Nein, es steht drauf "Tudo Para Hotelaria". Das nächste Auto ist von Camel "Um Oásis de Sabor (eine Oase des Geschmacks). Erstaunlich, wieviel Fahrzeuge kommen und das Restaurant beliefern. Aus Langeweile sammelt Annette etlichen Müll auf mit einem Stück Papier, das sie wie einen Handschuh benutzt. Auch reißt sie diese doofen Aufkleber vom Strandschild ab. Die sind genau so eine Unsitte wie Graffiti und lassen sich jetzt im Sommer, wo die Klebefläche so schön warm ist, überraschend leicht abmachen. Rückstandsfrei. Es fängt zu nieseln an. Annette geht zurück an Bord, aber wenig später wieder durchs Wäldchen. Da kommt schon die Assistência. Ein Abschleppfahrzeug.



der Helikopter kommt noch fünf- oder sechsmal zum Üben, jetzt aber immer am Meer



man will uns auf die Sprünge helfen

Er hat einen tragbaren Booster dabei, schließt die Kabel an, aber fast nichts tut sich. Irgendwann ist auch der Booster leergedudelt. Der Mann - er spricht kein englisch - ruft im Büro an. Er übergibt uns das Telefon. Annette spricht dann mit der Bürofrau, die englisch spricht. Annette sagt, dass es das beste sei, wenn eine neue Batterie beschafft und uns gebracht würde. Es wäre übertrieben, das Fahrzeug abzuschleppen. Die Frau will eine Batterie auftreiben, uns dann anrufen und uns den Preis mitteilen. Der Mann misst die Größe der Batterie und fährt dann weg. Zwischendurch kommt die Polícia Marítima auf zwei Quads zu uns. Sie wollen nur wissen, ob wir schon Hilfe bekommen. Ja, man will eine neue Batterie bringen. It's okay, it's okay. Zwei Stunden später ruft die Frau an. Sie hätte eine Varta aufgetrieben, 95 Ah für 225 EUR. Die hätte sie jetzt reserviert. Wann können Sie die liefern, fragt Annette. Heute zwischen 6:30pm und 7:30 pm. Oh, thank you very much, muito obrigado.  Baut der jenige, der sie bringt, auch ein? Ja. Haben Sie ein Lesegerät, können wir mit Karte bezahlen? Ja, die Frau will dem Fahrer den Kartenleser mitgeben. Wir freuen uns, dass alles so gut zu klappen scheint. Annette bedankt sich noch mal überschwenglich. Gottlob ist ja heute kein Feiertag in Portugal. Schon gegen 17 Uhr wird die Batterie gebracht. Die Männer sind jetzt zu zweit. Es ist ganz schön verzwickt - complicado - wie die Batterie eingebaut ist und es dauert eine halbe Stunde, bis die neue drinnen ist. Am Ende startet der Motor, und auch die Männer freuen sich. Wir geben ihnen 6 EUR Trinkgeld. Trinkgeld ist in Portugal nicht üblich. Die Batterie wird dann mit Karte bezahlt. Und die beiden Bordbatterien sind wohl doch noch in Ordnung. Jetzt am frühen Abend beschließen wir, die Nacht noch hierzubleiben und diesen Platz morgen früh zu verlassen. Es wird eine ruhige Nacht ohne Bambule. Die alte Starterbatterie war übrigens 10 Jahre alt und war von FIAMM.



am späten Nachmittag wird uns die neue Batterie gebracht und eingebaut

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