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Samstag, 04. Juni 2016



noch schnell die Scheibe putzen, damit die Fotos während der Fahrt gelingen

Es sollen heute nur 26°C kommen; das ideale Reisewetter, auch wenn wir vielleicht nur bis Ierápetra wollen. So gegen 8 Uhr fahren wir schon los. Die Fahrt geht an endlosen Treibhäusern vorbei, auch durch das Dorf Fermá, wo die Frau, die Annette gestern angesprochen hatte, ihre Ferienwohnung hat. Ein tristes Dorf, kein Vergleich zu Makrigialós, das hatte sie gestern auch zugegeben. Es geht immer schön am Meer entlang, aber der Strand von Ierápetra ist dann grobsteinig und dunkel. Wir halten beim Lidl, aber die Stadt gefällt uns auf den ersten Blick überhaupt nicht. Wir haben nicht mehr das Gefühl, in Europa zu sein, sondern in der Türkei oder Marokko. Wir wollen gar nicht erst versuchen, im Hafen unterzukommen und uns Ierápetra anzuschauen. Wir wollen nur noch weiter.



Durchfahrt durch Ierápetra



es geht lange Zeit am Meer entlang



ein Blick auf das Dorf Myrtos

Es geht noch ein Stück weiter am Meer entlang, aber ab Myrtos geht es in die Berge. Myrtos soll auch so ein Rucksackdorf sein. Jedenfalls, so lesen wir, sind wir jetzt hier in der wärmsten Klimazone Kretas, und das merken wir auch. Die Fahrt duch die Berge wird dann richtig schön. Die Straße ist auch überwiegend gut, aber an den Stellen, wo sie unerträglich ist, sind wir wieder mal froh, dass wir die Fahrräder nicht mitgenommen haben. Wir schalten das Radio ein und hören einen arabischen Sender. Ächmä-chälämä . . . das klingt auf keinen Fall griechisch, das klingt arabisch. Wo griechisch doch die schönste Sprache von ganz Europa ist, so warm und weich.



hoch oben die Kapelle von Ámiras



die Namen der Erschossenen stehen auf diesen neun wie zur Exekution vorgeführten menschlichen Gestalten

Zwischen den Dörfern Ámiras und Áno Viános kommen wir an einer Gedenkstätte vorbei, an der wir anhalten. Sie wurde errichtet im Gedenken an das Massaker von Áno Viános. Zur Vergeltung für einen Partisanenüberfall, bei dem 12 Deutsche getötet wurden, erschossen deutsche Wehrmachtssoldaten 440 Einwohner aus Áno Viános und den umliegenden Dörfern. Drei Dörfer wurden völlig zerstört. Eines davon - Áno Sými - wurde seit dem Massaker nicht wieder aufgebaut und man kann die Ruinenhäuser besichtigen. Das Massaker fand statt vom 12. bis 14. September 1943. Auf Kreta hat die deutsche Wehrmacht besonders gewütet. Keine andere Nation hat sowas fertiggebracht; nur wir Deutschen haben diesen Charakterzug. (Sieht man ja, was seit Jahren im Osten abgeht, besonders in Sachsen.)   



ein Blick ins Umland



in dieser Kapelle neben der Gedenkstätte gibt es 461 Kerzen zum Gedenken an die Ermordeten



dieses bewegende Gedicht von Vassilis Rotas flankiert in vier Sprachen die Gedenkstätte

Hinter dem Dorf Martha wird die Fahrt etwas anstrengend. Die Landschaft wird flach und langweilig und zieht sich endlos dahin. Im ganzen sind es ja nur etwa 120km heute, aber hauptsächlich in Kurven. Unser heutiges Ziel ist Mátala, und irgendwann kommen wir auch tatsächlich an. Der große Parkplatz direkt an der Strandbucht ist rappelvoll, aber an der Einfallstraße gibt es noch genügend Parkflächen. Ganze Busladungen mit Touristen werden hier angekarrt, während wir uns aufmachen nach Mátala. Mátala, das alte Hippiedorf aus den 1960er Jahren, als sich die Hippies noch in den Höhlenwohnungen im Felsen einrichten konnten. Das geht heute nicht mehr. Die Lage von Mátala so in der schönen Bucht mit den Felswänden ringsum ist wirklich schön, aber der ganze Klimbim, der verkauft wird, stört das Gesamtbild. Die Tavernen bieten auch nur touristisches Essen wie Gyros, Pizza und Souvlaki (gegrillte Fleischstücke am Spieß). Die Kneipen haben noch dieses Hippieflair; es spielt Musik von Bob Marley und so. Nicht unser Fall. Es ist irre heiß hier, die Sonne tut weh auf der Haut. Wir gehen wieder heim, wo der Wind durchs Wohnzimmer bläst und wo es erträglicher ist. Abends laufen Scharen von Urlaubern von den umliegenden Hotels nach Mátala. Wir sind müde und gehen nicht mehr hinein, obwohl wir das vorhatten. Kalinichta - gute Nacht.



die Fahrt durch die Berge ist schön



Ankunft in Màtala



die Bucht von Mátala mit der Felswand und den darin befindlichen Höhlenwohnungen



es gibt diverse Tavernen und Kneipen in Mátala


 


 



Mátala



manches erinnert noch an alte Hippiezeiten "Today is Life - Tomorrow Never Comes"

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