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Dienstag, 19. Juli 2016



der schöne Schirm ist hinüber

Was für ein mörderischer Sturm heute geht. War der überhaupt auf der Wetterkarte angekündigt? Das Meer tobt, der weiße Schirm, der seit Tagen am Strand aufgebaut und mit Angelsehne und mehreren Steinen befestigt ist, geht heute unwiederbringlich kaputt. Ein richtige Krücke, die hoffentlich nicht noch wegfliegt und Leute erschlägt. Unsere Stühle, wenn wir nicht auf ihnen sitzen, kippen um. Ziemlich kalt ist der Wind, der von Norden, vom Meer her, kommt. Heute mögen wir nicht ins Wasser gehen. Am Nachmittag trinken wir uns einen Kaffee der Marke Manolikáki, von 1886, aber der schmeckt uns nicht. Kein Vergleich zu portugiesischem Kaffee, und wann hat man uns zuletzt in einem Café sitzen sehen? Wenn, dann allenfalls mit einem frischen Orangensaft. Heute Abend essen wir drinnen, auch weil uns das Essen zu schnell auskühlen würde, vom Wegfliegen der Teller vom Tisch ganz zu schweigen. Am frühen Abend treibt das Wasser bis vor unsere Haustüre. Was für ein Spektakel. Die Windschutzscheibe ist blind vom Salz. Morgen wollen wir abreisen, das hatten wir so oder so vor. Eine stürmische Nacht liegt vor uns. Wer hätte gedacht, dass das zahme Mittelmeer so temperamentvoll sein könnte? Die Wellen krachen und machen Geräusche, als würde ein Güterzug mit hunderten Waggons hier vorbeidonnern. Aber eigentlich lieben wir das. Wir sind halt gern am Meer, zahm oder wild.



heute tobt das Meer

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