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Mittwoch, 31. Januar 2018



heute nehmen wir einen anderen Weg nach Bragança

Die beiden französischen Wohnmobile, die gestern Abend noch hier ankamen, fahren in der Früh weiter, und wir sind wieder ganz allein. Und wieder ist alles frostig von der Nacht. Diesmal hatten wir die Rollos vorn an der Windschutzscheibe nicht zugeschoben, und auf diese Weise gab es auch kein Eis an der Scheibe. Am Vormittag gehen wir wieder nach Bragança; diesmal nehmen wir einen anderen Weg, denn es führen mehrere Wege in die Stadt. Die Blicke ins Umland sind recht schön, hier ist ja alles hügelig. Heute ist die Luft etwas kälter als gestern, aber in der Sonne ist es herrlich. Im Bragança Shopping finden wir endlich mal eine Jogginghose für Annette; es ist eigentlich eine Herrenhose, aber man merkt es nicht, und außerdem kann einen schönen Menschen ja nichts entstellen. Anschließend kehren wir noch ins Café Flórida ein, nach drinnen, während wir gestern ja immer irgendwo draußen sitzen wollten. Bei uns am Platz können wir auch noch einige Zeit draußen sitzen. Wir schütteln auch mal die Betten aus, denn wann hatten wir zuletzt so sonniges Wetter, wo konnten wir das tun?


 



ein Blick auf die Kathedrale von Bragança



das alles hängt dran an einem Uhrwerk



ein Brief aus Deutschland



das Fenster zur Welt aus dem Café Flórida


 



alles schön aufgeräumt auf dem Stellplatz



und so sieht die Entsorgungsstation aus



Orangen zum Nachmittag

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Dienstag, 30. Januar 2018



wir gehen wieder nach Bragança hinein

Waren die Nächte bei den vergangen Überwinterungen auch immer so kalt? Jetzt geht es nie ohne Rauhreif am Boden. Das hätten wir doch bestimmt erwähnt, wenn die Nächte so knackig kalt waren wie sie es derzeit sind. Die Heizung lassen wir über Nacht nur fürs Fahrzeug laufen, damit es eine Wärmequelle gibt und nichts einfriert. Wir selbst bräuchten nachts keine Heizung, wollen uns auch nicht so verpimpeln. Heute früh erreicht uns eine Nachricht von Petra und Dieter, die wir in den vergangenen Wintern immer wieder irgendwo in Portugal trafen. Sie schreiben uns, dass wir so lange wie möglich oben im Norden ausharren sollen, da die Algarve völlig überfüllt ist und die Leute frühestens für Ende Februar ans Abreisen denken würden. Sie fragen auch, wie die Temperaturen hier oben sind. Na ja, derzeit haben wir es hier mit etwas mehr Wärme als unten im Süden zu tun. Dort sind Wolken, hier ist blauer Himmel. Nach dem Frühstück parken wir das Fahrzeug um, denn wir stehen mit dem Rücken zur Sonne und das macht viel aus. Dann putzt Annette endlich mal wieder die Felgen. Jetzt ist es schon angenehm warm draußen. Irgendwo kräht ein Hahn, ansonsten ist es hier, obwohl der Platz so städtisch ist, recht ruhig und beschaulich. Drei Wohnmobile reisen am Vormittag ab.



durch diesen Bogengang - Travessa do Arco - geht es

Gegen Mittag spazieren wir wieder nach Bragança hinein. Schauen auch mal in dieses und jenes Geschäft. Ein hübsches Café findet sich nicht, und so finden wir uns gegen 14 Uhr Ortszeit bei uns am Platz wieder. Jetzt die Stühle heraus und in die Sonne gesetzt. Annette stutzt dem Herbert auch noch die Augenbrauen. Blonde Männer sind ja eigentlich nicht so bewachsen, und der Herbert ist auch pflegeleicht, was das angeht, aber trotzdem müssen die Augenbrauen gestutzt werden, denn so einen Zottelbock will man ja auch nicht. Es reist auch noch das letzte Wohnmobil ab, Engländer, und dann sind wir ganz allein hier. Man steht hier wirklich ganz hübsch.



in den Straßen von Bragança


 



den Bahnhof gibt es als solchen nicht mehr


 


 


 



über Mittag macht es Hundi wie die Einheimischen



wir können wieder schön draußen sitzen



und das ist der Stellplatz von Bragança

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Sonntag, 28. Januar 2018



die Autowäsche, die zur Tankstelle und wiederum zum Stellplatz gehört

Genau wie es die Leute in Ondres-Plage gesagt hatten: Die Nächte in Spanien und Portugal sind deutlich kälter als in Frankreich. Mit den Leuten kamen wir ins Gespräch, und sie waren auf der Heimreise von Portugal. Was für eine eisige Nacht; die Heizung musste die ganze Nacht eingeschaltet bleiben, und morgens sind es mal wieder nur 4°C. Die Fensterscheiben sind hinter dem Rollo ein wenig vereist, also von innen. Aber die Sonne kommt gleich schon am Morgen, und man macht sich ja keinen Begriff, wie das gleich die Seele hebt. Wir haben beschlossen, heute gar nicht weiterzufahren, sondern uns mal die Stadt Palencia anzuschauen. In die Autowäsche müssen wir auch, und das wollen wir nicht morgen früh, wenn alles noch so frostig ist, sondern heute Mittag, wenn das Fahrzeug anschließend in der Sonne trocknen kann. Als wir das Stromkabel abhängen, kommt derjenige von gestern und denkt, er könne das Kabel jetzt wegräumen, weil wir abreisen. Also sagt Annette ihm auf gebrochen spanisch: Gasóleo - Lavado - y retorno aquí. Doch doch, er versteht sie auf Anhieb, und nur darauf kommt es an. Wir tanken auch für 1,12 EUR/L, und daraufhin gibt man uns die Münze für die Autowäsche umsonst her.



wir wollen uns Palencia mal anschauen

Anschließend machen wir uns stadtfein und denken daran, dass wir vorgestern noch in kurzen Hosen gewesen sind und heute wieder in Winterkluft. Na ja. Wobei es in der Sonne richtig schön warm ist, im Schatten aber kalt. Es sind dann auch wirklich nicht mehr als zehn Minuten in die Innenstadt, die heute noch gefälliger ist als gestern bei der Durchfahrt. Wir folgen der Beschilderung zur Kathedrale und gehen auch in die Kathedrale hinein. Was für eine Größe, und nicht alles so goldprotzig. Wirklich sehenswert. In der Stadt stolpern wir dann von einer Kirche zur nächsten, und von einer Plaza zur anderen. Spanien im Hinterland ist ja wirklich prächtig und feudal, das sagen wir ja immer wieder. Gegen 14 Uhr kommen ganz viele Leute aus einer der diversen Kirchen; dass sie damit den Sonntag verbringen, das hätten wir nicht gedacht. Wir wandeln die Calle Mayor entlang, die Fußgängerzone mit schicken alten und neuen Geschäften. Dann geht es am Fluss entlang. Es ist wirklich nett hier, und wir sind ja nun mitten in Castilla, und den Namen lesen wir ganz oft. Als wir wieder bei uns am Platz sind, holt Herbert die Stühle heraus, sodass wir noch etwas Sonne tanken können. Am späteren Nachmittag reisen die Einheimischen in ihren Wohnmobilen ab. Lautstark wird sich noch verabschiedet. Überhaupt spielt immer irgendwo Latinomusik, und wie hatte Annette neulich noch gelesen im Buch von Salman Rushdie: Lärm ist Leben. Scheint wohl was dran zu sein. 


 



ein Blick auf die Santa Iglesia Catedral de San Antolin


 



auf der Calle Mayor



es gibt auch mehrere Plazas in der Stadt


 



man kann schön am Fluss entlangbummeln



über diese Brücke geht es heimwärts



ein Nachmittag zum Sonnetanken

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Montag, 29. Januar 2018



das Land ist flach bis zum Horizont

Immerhin sind es heute früh 6°C an Bord, bevor wir die Heizung richtig hochjagen. Mit dem Weiterfahren haben wir es auch nicht so eilig, denn es ist überall Rauhreif am Boden. Als wir Frischwasser tanken wollen, kommt nach dem Münzeinwurf kein Wasser. Annette marschiert zur Tankstelle und es kommt jemand mit ihr mit, haut mit der Faust auf den Kasten vom Münzeinwurf und bums - das Wasser läuft. Wir wollen demjenigen noch 3 EUR geben für den Strom - muchos gracis por la luz (vielen Dank für das Licht) - aber derjenige will partout kein Geld nehmen. Wir fragen uns wirklich, wovon dieser Stellplatz lebt, wenn sie alles herschenken. So gegen halb zwölf fahren wir los, und es geht kilometerlang schnurgeradeaus; es wächst kein Baum und kein Strauch; Ackerland, so weit das Auge reicht. Wir durchfahren Orte wie Villalón de Campos und Villanueva del Campo. Alles ziemlich verlassene Orte, die Häuser teils aus Lehm und so einfach, dass sie uns an Marokko erinnern. Der Zufall will es, dass es heute auf den Tag genau fünf Jahre her ist, dass wir nach Marokko eingereist sind. Wie die Zeit doch fliegt.



Durchfahrt durch Villalón de Campos

Nach gut 100km ist Benavente erreicht. Eigentlich sind die Straßen in Spanien immer sehr gut, aber hinter Benavente, auf der A-52, ist die Fahrt nicht mehr vergnüglich, denn die Autobahn ist ziemlich schlecht, wobei man es gar nicht so sehr sieht. Herbert fährt dann irgendwann auf der Überholspur, die deutlich besser ist. Hier hinter Benavente ist die Vegetation schon ganz anders, viel bewachsener und grüner und hügeliger und erinnert uns an Portugal. Wir bleiben bis Puebla de Sanabria auf der A-52 und fahren dann in südlicher Richtung nach Bragança. Jetzt sind es noch gut 40km. Auf der Karte sieht die Straße fast gerade aus, aber wir erkennen sie wieder von einer Fahrt im Spätsommer 2012. Die Straße windet sich in tausend Kurven durch die Berge. Dass in den Dörfern überhaupt noch Leute wohnen, so abgelegen und fern der Zivilisation. Dann heißt es Portugal 9km. Uns klopfen die Herzen beim Gedanken an Portugal, dass ja doch unser liebstes Reiseland ist. Nach weiteren unzähligen Kurven erreichen wir Bragança, und fast als allererstes kommt eine Tankstelle mit Autogas - GPL. 33 Liter passen in unsere Gasflaschen. Jetzt zum Lidl, wo wir dies und das einkaufen. Jemand bettelt uns an; ein junger Mann, der 5 EUR haben will. Pff, jungen Leuten geben wir nichts, und beim Lidl schon gar nicht, sonst kann man irgendwann nie mehr da einkaufen ohne Wegezoll.



die Landschaft wird wieder hügeliger und die Vegetation üppiger



wir erreichen Puebla de Sanabria



Portugal, dir gehören unsere Herzen



Ankunft in Bragança, wir gehen gleich mal in die Stadt

Dann fahren wir zum Stellplatz am Fuße der Festung, die über der Stadt thront. Hier waren wir wie gesagt im August 2012 schon einmal. Damals gab es in der Stadt ein mittelalterliches Festival, das uns gefallen hatte. Heute kommt uns der Stellplatz, der sich über mehrere Terrassen erstreckt, so klein vor. Vier Wohnmobile sind hier. Wir gehen dann auch gleich mal los in die Stadt und zu Vodafone. Fast auf Anhieb finden wir den Einkaufskomplex beim Bahnhof wieder. Vodafone ist aber nicht mehr da drinnen. Man sagt uns den Weg zum neuen Geschäft. 15 Tage Internet mit sage und schreibe 30GB kosten 15 EUR. Auf dem Rückweg werden wir ziemlich fußlahm, es ist auch ein ganz schön weiter Weg durch die Stadt. Ab Freitag gibt es wieder ein Festival in der Stadt, und vielleicht bleiben wir ja bis dahin. Überhaupt müssen wir mental erstmal ankommen in Portugal; hier können uns müssen wir immer drei Stufen herunterschalten in Sachen Hektik. Die Portugiesen haben ja doch eine ganz andere Mentalität als die Spanier. Wir freuen uns auf eine schöne Zeit hier.


 


 



steil geht es hinunter in die Altstadt



33 Grad - mehr wollen wir doch gar nicht



unsere Tagesroute ca. 239km

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Samstag, 27. Januar 2018



beim Supermarkt tanken wir noch günstig für 1,06 EUR/L

Die Nacht war leidlich ruhig, nachdem ein paar Jugendliche irgendwann nach Mitternacht endlich das Feld geräumt hatten und deren Musik nicht mehr zu hören war. Außer uns hat noch ein weiteres Wohnmobil hier übernachtet. Es kam auch noch einiger Regen herunter, und auch jetzt am Morgen sieht es traurig aus am Himmel. Nach dem Frühstück geht es los um 9:45 Uhr. Das einzige, das wir gestern nicht mehr erledigen konnten, war, die Gasflaschen aufzufüllen, denn es kam auf der Strecke bis zur Grenze nirgends eine Tankstelle mit Autogas. Aber es ist auch noch nicht akut bei uns. Wir gehen dann jetzt auf die AP-8 bis San Sebastián und biegen von dort aus ab zur N1. (Auf dieser Strecke gibt es mindestens vier Tankstellen mit Autogas, was aber nicht vorher angekündigt wird.) Diese Strecke haben wir schon mal auf einer Heimfahrt genommen und erinnern uns, dass sie landschaftlich recht hübsch war. Ein Schild begrüßt uns mit "Euskal Herria - Basque Country". (Und bitte nicht Oyskal sagen, sondern E-u-skal.) Wenn nur der Regen nicht wäre. Immer wieder kommt ein Regenguss, dann wieder fünf Minuten Pause, heller Himmel und der nächste Husch. Dann hört er wieder auf und wir denken: Jetzt hört er auf, jetzt hört er auf, und man klammert sich ja dann auch an jeden Strohhalm. Er hört aber nicht auf. Irgendwann geht es 8% Steigung hinauf auf 6km, es wird total neblig und mystisch.



Spanien, wir kommen



es geht durch schöne Landschaft



immer höher hinauf und in den Nebel

Wir kommen gut voran, und die N1 kostet ja nichts. Dann ist Vitoria-Gasteiz erreicht; wir halten uns nun immer in Richtung Burgos. Alles ist sehr gut ausgeschildert. Es geht auf die AP-1, wir ziehen ein Ticket, das uns nach 75km 11 EUR kostet bis Burgos. Es geht durch einen kürzeren Tunnel (300m) und dann finden wir uns in der Provinz Castilla y León wieder, der Himmel wird immer heller und die Zweisprachigkeit hört auf. Immer wieder kommen kurze Regenschauer, die jeweils nur wenige Minuten andauern. Und Salz haben sie hier auf den Straßen ohne Ende; es sind auch nur 4°C draußen. Hinter Burgos halten wir uns in Richtung Valladolid, biegen aber in Palencia ab. Die Stadt ist gar nicht so übel bei der Durchfahrt. Die Beschilderung - nach Benavente - ist auch richtig gut. Es geht über einen Fluss und wenig später, direkt an der Durchgangsstraße, kommt ein Wohnmobilstellplatz in Sicht. Parking Free - Gratuite. Es ist fast halb zwei, da könnten wir es auch für heute gut sein lassen mit dem Fahren. Wir stellen uns also auf den Platz. Als Annette die Kartoffeln aus der Garage holt, kommt der Betreiber und sagt auf englisch: That's the WIFI code, and this is for you. (Eine kleine Packung Pralinen.) Annette ist so perplex, dass sie gerade mal Hola und Gracias herausbringt. Der Nachmittag ist dann sehr sonnig, aber draußen ist es arg kalt. Fürs Wassertanken braucht man eine Münze, die man an der gegenüberliegenden Tankstelle bekommt. Eine Waschanlage gehört auch zum Gesamtkomplex; die hat aber nur 2,50m Höhe. Bei der Tankstelle gibt es noch eine Waschanlage mit Hochdruck - Lavado a presión. Annette geht mal rüber wegen der Münze und fragt auch, ob die Waschanlage geöffnet ist (Lavado abierto?) Die Einheimischen lächeln dann immer so, egal in welchem Land, wenn Annette deren Sprache spricht. Er fragt sie, ob sie auch Strom bräuchte? In Spanien sagen sie nicht Eléctrico, sondern Luz (Licht). Oh ja, gern. Es wird ein Kabel gelegt nur für uns. Später kommen noch zwei Wohnmobile hier an, Schweden und Spanier, sodass wir am Ende hier zu sechst sind. Es wird eine kalte Nacht, die mit -2°C angekündigt ist. Wir werden nach langer Zeit die Heizung durchlaufen lassen müssen.


 



Jetzt hört der Regen auf, jetzt hört er auf.



Durchfahrt durch Palencia



direkt an der Durchfahrtsstraße von Palencia tut sich dieser Stellplatz auf



unsere Tagesroute ca. 336km

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