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Samstag, 28. Januar 2012



das Laub der Bäume hängt ganz weit über auf die Straße

Als wir am Vormittag weiterfahren, müssen wir immer wieder den Bäumen ausweichen, die so übermäßig über die Straße ragen. Wir fahren praktisch auf der Fahrbahnmitte, aber hier ist eh nicht mit Gegenverkehr zu rechnen. Es sind nur noch wenige Kilometer bis Alcoutim und als wir den Ort das erstemal von weitem sehen, halten wir an für ein erstes Foto. Der Ort Sanlúcar auf spanischer Seite befindet sich direkt gegenüber.



Blick auf Alcoutim und das gegenüberliegende Sanlúcar auf spanischer Seite



Blick auf Sanclúcar de Guadiana im spanischen Andalusien

Gleich am Ortsanfang sehen wir rechterhand eine große Freifläche, und auf die stellen wir uns, denn man weiß ja nicht, wie eng es später noch wird? Ein Fußweg führt von hier in den Ort und es ist irgendwie komisch, als wir die Kirchglocken zunächst elfmal schlagen hören (in Alcoutim) und ganz kurz darauf zwölfmal (in Sanlúcar). Das werden wir noch den ganzen Tag lang so hören. Heute ist es auch wieder so warm wie eh und je.



wir laufen nach Alcoutim hinein



alles sieht so idyllisch aus



es gibt mehrere Cafés am Flussufer

Was uns als allererstes auffällt  ist die Ruhe, die der Ort ausstrahlt. Hier geht es beschaulich zu; auch das Wasser fließt nur träge vor sich hin. Nichts lässt heute noch etwas erahnen von der Feindschaft, die es über Jahrhunderte zwischen den beiden Orten gegeben hat. Noch im 17. Jh. wurde Alcoutim wiederholt Schauplatz von Kämpfen zwischen Spanien und Portugal, nachdem portugiesische Adelige im Jahr 1640 die Wiederherstellung der Unabhängigkeit Portugals von Spanien durch eine Revolte initiiert hatten. Erst 1668 erkannte Spanien die Unabhängigkeit Portugals endgültig an, und bis zu diesem Zeitpunkt gab es immer wieder Angriffe von beiden Seiten des Flusses.



dieser Zollwächter steht am Aussichtspunkt vom Kiosk

Der weiße Zollwächter, die Figur, die am Aussichtspunkt vom Kiosk steht, soll an frühere Zeiten erinnern, denn der Beruf des Zollwächters kam in 1885 auf. Und von da an sahen die örtlichen Jugendlichen in ihm eine Aktivität, die sie ausüben konnten, um von der mühevollen und wenig rentablen Arbeit des Landlebens zu fliehen.



es geht beschaulich zu im Ort

Die Häuser sind schneeweiß; im Sommer kommen wohl einige Touristen hierher. Dann werden auch Bootsfahrten angeboten, die von Vila Real de Santo António nach Alcoutim kommen, wenn es der Wasserstand zulässt. Wir laufen über den Hauptplatz, der wie überall im Land Praça da República heißt. Später setzen wir uns ans Flussufer und träumen von einem Leben auf einem Boot. Denn es haben ein paar Segelboote angelegt und es sind Leute an Bord.



Blick auf den Praça da República, den Hauptplatz von Alcoutim



der Platz aus einem anderen Winkel



wir steigen hinauf zur Kapelle Nossa Senhora da Conçeição

Herbert sieht ganz am Ende des Ortes, also nördlich, zwei oder drei Wohnmobile stehen; da wollen wir später auch hinfahren für die Nacht. Aber erstmal wollen wir noch hinaufsteigen zur Kapelle Nossa Senhora da Conçeição (Maria Empfängnis). Mei, was sind die Straßen und Gassen in Portugal immer steil, es geht hinauf, hinauf, hinauf. Aber die Gassen und Häuser sind in tadellosem Zustand.



eine rundlaufende Treppe aus der Barockzeit führt hinauf zur Kapelle

Eine barocke Treppe, die von militärischen Ingenieuren während der zweiten Hälfte des 17. Jh., Anfang des 18. Jh. erbaut wurde mit dem Ziel, die Kirche mit dem Ort zu verbinden, führt zur Kirche. Es ist eine rundlaufende Treppe bestehend aus Absatz und zwei gegenüberliegenden Treppenläufen.



Blick auf die Kapelle Nossa Senhora da Conçeição

Die Kirche selbst ist dann wieder verschlossen. Wir lesen auf einer Schautafel, dass das Datum ihrer Gründung unbekannt ist, dass Dokumente darauf hinweisen, dass sie sehr alt ist und dass man sie als Kirche Santa Maria bezeichnet. Jedenfalls haben wir einen schönen Blick von hier oben. Natürlich sehen wir auch die größte Sehenswürdigkeit des Ortes, das Castelo. Das wollen wir uns aber erst morgen anschauen.



wir gehen nochmal zum Ufer zurück



es gibt diesen Stellplatz in Alcoutim

Wir gehen also zum Wohnmobil zurück und fahren zu dem Platz, wo die Wohnmobile sind. Es stellt sich heraus, dass es sich um einen richtigen Stellplatz handelt, sogar mit Ver- und Entsorgung. Die Übernachtung kostet nix. wir sitzen dann noch eine Weile draußen und abends - ist es 18 Uhr? - ertönt ein Glockenspiel, eine kleine Melodie auf portugiesischer Seite. Im dunkeln sehen wir Sanlúcar hell erleuchtet und haben überhaupt einen hübschen Blick von hier oben.



hier können wir noch eine Weile in der Sonne sitzen



unsere Tagesroute ca. 12km

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