d04.jpgd06.jpgd11.jpgd10.jpgd08.jpgd07.jpgd14.jpgd21.jpgd13.jpgd19.jpgd02.jpgd18.jpgd01.jpg

Donnerstag, 13. Januar 2011



wir sind wieder in Montallegro

Es ist Herberts Geburtstag, und Geburtstage feiern wir ja nie besonders. Aber dieser Tag heute geht so richtig an uns vorbei. Unser Anwalt, auf den wir mittlerweile richtig sauer sind, hat kurz vor Jahresende noch einen Mahnbescheid beantragt für eine Sache aus 2006. Die Sache bezog sich damals auf Ebay und einen Abmahnanwalt. Dieser wollte damals 1.800 EUR von uns. Unser Anwalt sagte uns, dass sich seine eigenen Gebühren auf etwa 120 EUR belaufen würden. Und jetzt will er 1.900 EUR von uns. Unseres Erachtens ist die Sache verjährt, da sie länger als 3 Jahre zurückliegt. Aber wie dem auch sei: Heute hat Herberts Schwester uns den Mahnbescheid per email zugesandt, zusammen mit dem Formular für den Widerspruch.



der Monte Suso im Hintergrund

In Montallegro gibt es einen Computerladen, wo wir das Formular ausdrucken lassen können. Der Laden hat noch zu, aber aus dem Nachbarladen kommt jemand auf uns zu. Wir fragen ihn, wann wohl der Computerladen öffnet? Schnell zückt er sein Telefon und ruft den Besitzer an. Er würde in 10 Minuten kommen, sagt er uns.



der Eiswagen kommt

Also laufen wir ein paar Schritte durch die Straßen. Bei unserer allerersten Durchfahrt durch Montallegro fanden wir den Ort so richtig deprimierend; es war der häßlichste Ort auf ganz Sizilien. Aber wie man sich eben an alles und jeden gewöhnt, so sehen wir den Verfall jetzt gar nicht mehr. Und tatsächlich kommt nach wenigen Minuten der Computermann. Schnell ist das Formular ausgedruckt, wir eilen damit zur Post, und als das Porto- und Luftpostetikett draufgeklebt ist, machen wir noch ein Foto vom Briefumschlag.



wir sitzen wieder am Laptop

Dann setzen wir uns ins Barry White Café, gehen dort ins Internet. Mittlerweile ist eine Antwort vom neuen Anwalt gekommen. Auch er sieht verschiedene Ansatzpunkte, macht uns aber trotzdem kaum Hoffnung. Seine Erfahrung ist, dass ein einmal gefälltes Urteil ganz schwer anzufechten ist. Herberts Überlegung ist, die Berufung ganz fallen zu lassen, schon weil die Gerichtsmühlen in Deutschland ganz langsam mahlen und der Berufungsprozess sich gewiss wieder über anderthalb Jahre hinzieht. Sollten wir dann gewinnen, so haben wir das Geld dann immer noch lange nicht. Also werden wir wohl versuchen, das Fahrzeug mit großem Verlust zu verkaufen und hoffen, dann endlich Ruhe damit zu haben.



so stellen wir uns Romane von Hemingway vor

Zu allem Unglück hat Annette das Telefon, das sie extra noch zum Aufladen angehängt hatte, nicht mit in den Ort genommen, sodass Herbert an seinem Geburtstag nun gar nicht zu erreichen ist. Überhaupt sind wir zur Zeit total durch den Wind, manchmal schnauzen wir uns gegenseitig an, so sehr fressen diese beiden Sachen an uns. 

back      |      next