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Mittwoch, 28. Februar 2018



vorbei geht es an den Platanen, als wir den Stellplatz von Foz do Arelho verlassen

Nachdem es gestern fast nur noch geregnet hat, sieht es heute auch nicht viel besser aus. Trotzdem wollen wir heute weiterfahren, denn sonst kommen wir wohl nie von hier weg. Es gibt zwischendurch immer mal kurze Regenpausen, und die nutzen wir, um das Stromkabel wegzuräumen, Wasser zu tanken usw. Es geht schon auf 15 Uhr zu, als wir abreisen. Erstmal wieder nach Caldas da Rainha zum Lidl und Aldi, denn unsere Vorräte sind so gut wie verbraucht. Als wir Caldas da Rainha verlassen, hört der Regen auf und kehrt auch nicht mehr zurück. Oder saßen wir da in Foz do Arelho in einem Regenloch? Es wird direkt freundlich am Himmel. Wir halten uns in Richtung Rio Maior und Santarém, gehen hinter Rio Maior für ein kurzes Stück auf die Autobahn und haben für die 24km 3,80 EUR zu zahlen. So gesehen sind die Autobahnen in Portugal auch nicht gerade billig.



und gleich ist schon alles überschwemmt



ein letzter Blick auf das Távola, wo wir am Sonntag so gut gegessen und gesessen hatten



es geht durchs Hinterland

Annette ist ja bekannt als ganz schlechte Kartenleserin, aber die Karte sieht eigentlich ganz einfach aus. Hinter Santarém auf die IC10 und einfach dahingondeln. Aber irgendwie kommen wir von der Route ab und finden uns auf der N118 wieder. Na ja. Aber auf diese Weise überqueren wir den Rio Tejo, der hier noch recht überschaubare Ausmaße hat. In Lissabon, wo er mündet, mutet er ja wie ein Meer an. Wir durchfahren den Ort Glória do Ribatejo und finden auch endlich einen Platz für die Nacht. Sobald wir stehen, fängt der Regen an. Na ja, den haben wir jetzt umsonst, und wir gehen eh nicht raus. Kalt ist es überhaupt nicht, so wie auch die letzten Nächte total mild waren und die Temperaturen nicht unter 15°C an Bord gingen. Wir werden heute nicht alt und gehen früh zu Bett.



die Brücke führt über den Rio Tejo (Foto mit Starkzoom)



man bewundere den herrlich blauen Himmel



der Rio Tejo



Durchfahrt durch Glória do Ribatejo - am Ende des Ortes übernachten wir auch



unsere Tagesroute ca. 93km

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Montag, 26. Februar 2018



schöne Ausblicke aus Ullis Turmzimmer

Das soll heute unser letzter gemeinsamer Tag mit dem Ulli werden. Man läuft sich ja doch immer wieder mal über den Weg auf dem Platz, und so auch jetzt am Vormittag. Ulli fragt Annette, ob wir uns heute noch einmal zusammentun werden? Ja, wir könnten ja alle ins Café Côcos gehen, da am Ende der Promenade, um 14 Uhr. Kommt aber alles aufs Wetter an. Jetzt gerade ist es noch schön, aber die Aussichten sind nicht gut. Gegen Mittag gibt das Wetter nicht mehr viel her, und Annette schickt dem Ulli um 13 Uhr eine Mail, ob wir uns nicht doch lieber bei ihm im Phoenix einfinden? Er bekommt die Nachricht nicht, obwohl er so gut vernetzt ist und es ständig bing macht auf seinem Smartphone, wenn seine Daheimgebliebenen (die Zurückgebliebenen) sich melden. Um halb drei kommt Ulli zu uns und wundert sich, wo wir geblieben sind. Na ja, hat er sich noch schön ausgelüftet auf dem Weg zur Promenade. Den Nachmittag verbringen wir dann wieder bei ihm an Bord, und auch sein Spezl ist mit dabei. (Den findet Annette richtig gut, aber den Ulli auch.) Die beiden werden morgen abreisen. Für uns ist die Nacht auf morgen die zehnte Nacht; die elfte ist gratis, die nehmen wir dann auch noch mit. Es wird wieder viel gelacht bis zum Tschüßsagen, und dann sagt Annette: Nur wen man gut leiden kann, mit dem macht man solche Späßchen. Ulli braucht eine Sekunde dafür und sagt dann: Also das war ja jetzt mal ein richtig schönes Kompliment. -- Gell? . . . Die Nacht zeigt schon mal, wie die kommenden Tage aussehen werden. Regen und Wind.

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Samstag, 24. Februar 2018



wir tun ein paar Schritte durch Foz do Arelho

Jetzt, da wir die Krankheit gut überstanden haben und wieder ganz gut beisammen sind, muss natürlich die Wäsche gemacht werden. Die Betten und die Stofftaschentücher und alles. Letztens, am Montag, haben wir bei der Durchfahrt durch Foz do Arelho einen Waschsalon gesehen. Alles ging so schnell, dass wir nicht sehen konnten, ob es ein Self-Service-Salon ist oder nicht. Heute also gehen wir mal hin und schauen nach. Im Ort ist ein kleiner Flohmarkt aufgebaut, organisiert wie so oft von Engländern, die hier wohnen. Dieses Foz do Arelho ist gar nicht so übel. Beim Waschsalon kann man dann selbst waschen, muss die Sachen nicht abgeben. Man sagt uns, dass der Salon jeden Tag geöffnet ist ab 8 Uhr. Auf dem Rückweg bleiben wir mal wieder in einem der kleinen Cafés hängen. Schön in der Sonne sitzen, was will man mehr? Mit dem Ulli sind wir auch erst so ab 14 Uhr verabredet. Als wir wieder daheim sind, holt Herbert die Stühle heraus. Später rücken wir um zum Ulli, weil es da ruhiger zugeht. Sein Spezl kommt auch dazu. Ulli findet, dass wir heute Abend mal eine Dosenfisch- oder Fischdosenschlacht veranstalten sollten. Er findet diese kleinen Dosen - Makrele in Öl - so gut. Am frühen Abend beginnt das große Fressen. Elf Dosen stehen auf dem Küchenblock - Hilfe, wer soll die essen? Das geht dann leichter als gedacht, und die elf verschiedenen Dosen und Marken werden von uns allen bewertet. Drei Flaschen Roséwein dazu, hick. Es wird ein lustiger Abend mit unserem Ulli und seinem Spezl, bis immerhin halb elf. Die Wanduhr zeigt schon halb zwölf, und Ulli sagt, das sei die Sommerzeit, die Uhr ginge so schlecht ab von der Wand. Na, vielleicht sollten wir ja auch früher gehen, tss. Wir fallen dann direkt ins Bett, denn es sind bloß noch 13°C bei uns an Bord. Heute Nacht geht es auch mal ohne Zähneputzen.


 



morgen ist dieser Waschsalon unser



jetzt noch ein paar Orangen - drei solcher Minimercados gibt es im Ort



und schon sind wir wieder in einem der Cafés gelandet



wir kehren wieder heim



Sonne satt bis zum Abend

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Sonntag, 25. Februar 2018



wir alle im TÁVOLA in Foz do Arelho

Schnell aus dem Bett und dem Herbert die Bettwäsche unterm Hintern wegziehen. Der Waschsalon macht um acht auf, das ist für uns um neun. Verdammt kalt ist es auf dem gar nicht so kurzen Weg zum Waschsalon. Gestern hatten wir noch gefragt, ob sie heute am Sonntag geöffnet sind und vor allem wann. Jetzt hängen da so drei gelbe Pappschilder in der Tür. In drei Sprachen öffnet der Salon um neun. Ja Servus. Nebenan gibt es einen Zeitungsladen, und es kommt gerade ein älterer Portugiese heraus. Er fragt Annette, ob er die Besitzerin anrufen soll? Oh ja, wenn es keine Umstände macht (well, if it's not too inconvenient). Er bedeutet ihr, dass sie doch in den Zeitungsladen kommen soll, weil es draußen zu kalt ist. Also rein in den Laden. Es wird die Besitzerin angerufen, die in zehn Minuten da sein will. Der Mann zeigt Annette ein Magazin auf französisch, weil ja immer alle denken, sie sei Französin. Oh, I don't speak French, let alone read French. I'm German. -- Da fallen sie immer aus allen Wolken. Die Besitzerin kommt, und sie hat dann auch selbst einiges im Salon zu tun. Nach knapp einer Stunde ist die Maschine fertig. Am Platz alles auf die Leine und gefrühstückt. Ganz schön spät alles, denn wir wollen ja heute über Mittag essen gehen mit Ulli und seinem Spezl. Abends ist uns das immer zu spät - die Küche macht meist erst um 19 Uhr auf, das ist für uns 20 Uhr, und dann die Abendkälte. Wir hatten das Restaurant namens Távola bereits gestern gesehen, hatten uns das Menu mal zeigen lassen und das las sich alles ziemlich gut. Jetzt sitzen wir also draußen auf der Terrasse. Die Bedienung fragt wenig später, ob sie die Markise für uns ausrollen soll? Nee nee, wir wollen noch schön die Sonne genießen. Das Essen ist gut; wir haben mal wieder Arroz de Tamboril - Reistopf mit Seeteufel. Alles sieht auch richtig gut aus auf den Tellern. Wir bleiben ewig lange sitzen, müssen uns aber irgendwann auf den Heimweg begeben. Es ist ein herrlicher Tag, und die beiden Männer sind auch ganz patent, und das, obwohl sie hessisch bebbeln, ha ha. Der Ulli hatte Annette vorgestern erzählt von einem Rostocker Fotografen, der kurz vor der Wende Fotos von Rostock gemacht hat, teils heimlich. Vom Verfall der Stadt. Die will sich Annette jetzt mal anschauen auf dem Smartphone, aber sie tut sich immer so schwer mit dem Teil. Und bums steht der Ulli am offenen Fenster und kann ihr gleich mal die Seite zeigen. Siegfried Wittenburg - da klingelt es bei Annette, und sie meint, dass es damals in Warnemünde einen Fotoladen Wittenburg gegeben hat. Als Ulli wieder weg ist, schaut sich Annette die Rostocker Fotos mal an. 23 Stück, und eines schlimmer als das andere. Erstaunlich, wie weit das alles weg war in der Erinnerung. Als wären die Fotos kurz nach dem Krieg gemacht worden, so schlimm ist die Substanz. Und man hatte immer gedacht, dass es im Süden schlimmer ausgesehen hatte damals. 

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Freitag, 23. Februar 2018



zurück geht es entlang der Küste nach Foz do Arelho

Mittlerweile sind wir gut kuriert. Heute also kehren wir zurück nach Foz do Arelho auf den Stellplatz. Heute also soll der Ulli seinen großen Tag haben und uns endlich mal persönlich kennenlernen. Wir kommen schon so gegen zehn Uhr Ortszeit auf dem Platz an. Auf den ersten Blick alles voll in der ersten Reihe zum Wasser, also auf dem Platz mit Strom. Wir sehen Ullis Phoenix auf dem anderen Platz stehen und stellen uns direkt neben ihn. Er ist nicht daheim. Annette geht bezahlen und Herbert geht mal über den Platz. Dabei sieht er, dass doch noch ein sogenannter Seafront-Platz frei ist. Wir parken schnell um und Annette zahlt noch mal schnell 2 EUR nach für den Strom. Bis etwa halb zwölf sind wir dann bei uns an Bord, erledigen dies und das und wollen in dieses Piratencafé ganz am Ende der Promenade gehen. Wir schreiben dem Ulli einen Zettel, hängen den an seine Windschutzscheibe und gehen los. Wir herrlich, nach so langer Krankheit mal wieder richtig unterwegs sein zu können. Die Promenade von Foz do Arelho ist schön wie immer. Überhaupt sind die Orte hier an der Silberküste authentischer als unten in der Algarve. Teils richtig schick und edel. Dann die Enttäuschung: Das Piratencafé - mit der Blechpalme davor - ist geschlossen. Das erstemal in all den Jahren, die wir hier sind.

Gehen wir halt in die Beach Bar Côcos, auch an der Promenade. Draußen auf der Terrasse, hinter Glas, sitzt es sich herrlich in der Sonne. Drei Tische sind besetzt an der Glaswand. Sobald einer der anderen Tische frei wird, rücken wir auf, bis wir am Ende ganz vorn sitzen. Jetzt muss nur noch der Ulli kommen. Kommt aber nicht. Nach anderthalb Stunden, einem Galão (Milchkaffee im Glas), einer Bica, einer Portion Batata frita und einem Wasser gehen wir zurück. Der neongelbe Zettel hängt immer noch beim Ulli an der Fensterscheibe. Wir wollen ihn abnehmen, sehen dann aber sein Fahrrad und die offenstehende Tür. Klopf klopf, und dann kippt der Ulli fast um, oder er tut jedenfalls so. Er sagt, dass wir uns gar nicht vorstellen könnten, was es ihm bedeute, uns jetzt endlich zu begegnen. Wenig später holen wir unsere Stühle und sitzen auf einen Kaffee zusammen. Er erzählt uns, was wir für eine große Veränderung in sein Leben gebracht hätten. Dass wir den Ausschlag gegeben hätten, dass er auch schon mit weit unter 60 alles aufgegeben hat (beruflich), finanziell lieber auf dies und das zu verzichten, und ans Jetzt und ans Reisen zu denken. Ulli ist ein exzessiver Radfahrer (Annette sagt immer Hardcore-Fahrradfahren), mehrere tausend Kilometer im Jahr, und er erzählt uns, wie seine Reise bisher verlaufen ist. Zwischendurch fragt er, ob wir ihn uns so vorgestellt haben, wie er jetzt ist. Eine komische Frage, die man wohl nur aus Eitelkeit stellt. Annette schmunzelt nur und antwortet aber nicht. Jetzt sag' doch mal. Nee, je mehr du das fragst, desto weniger werde ich dir das sagen. (Er fragt noch zweimal, und keine Antwort.) Wir sitzen bis 17 Uhr zusammen, bis es zu kalt wird. Sein Phoenix ist wirklich toll, mit dem könnte man wieder ganzjährig unterwegs sein und alles andere aufgeben. Davon träumt der Ulli auch, aber das darf er daheim nicht sagen, da stieße er auf taube Ohren. Abends merken wir, dass wir uns heute doch etwas übernommen haben, dass wir doch noch in schwacher Verfassung sind.



doch noch einen Platz in erster Reihe zum Waser erwischt - und jetzt sogar mit Fernsehempfang



als wäre es das Ende der Welt



wir wandeln die Promenade entlang



es gibt einige Strandcafés an der Promenade



Ankunft an der Blechpalme, aber die Strandbar ist zu


 



wir sitzen in der schönen Beach Bar Côcos



nachmittags mit dem Ulli

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