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Donnerstag, 14. Februar 2013



der Tag erwacht in Afrika

Das Licht ist heute früh ein Traum, und schnell sind wir mit der Kamera dabei. Guten Morgen Afrika. Dann lassen wir den Tag langsam angehen. Im Buch hatten wir gelesen, dass die Stadt Rissani auf keiner Wüstentour fehlt, und dass sie entsprechend touristisch geworden ist. Dass die Leute dort recht aufdringlich sein können, und dass es vorkommen kann, dass die Kinder mit Steinen auf Wohnmobile werfen. Ob das alles stimmt, wissen wir natürlich vorher nicht, aber wir wollen es so einrichten, dass wir während der Unterrichtszeit die Stadt passieren, nur für alle Fälle. Jetzt laufen wir erstmal mit der Kamera durch die Kasbah und halten ein paar Fotos fest für den geneigten Leser. (Auch für uns selbst, und froh sind wir, dass wir unsere Reiseberichte so konsequent führen und jeden Tag die Muße dazu haben. Wir freuen uns schon jetzt auf den fertigen Marokkobericht.)



hier ein paar Eindrücke der Kasbah Ennasra



wie immer stehen alle Räumlichkeiten den Gästen zur Verfügung



wir übertragen den aktuellen Tagesbericht, denn wer weiß, wo wir wieder Internet haben

Und weil wir auch nicht wissen, wann wir wieder schnelles Internet haben, gehen wir noch hier im Hotel ins Internet und erledigen alles. Es ist dann halb elf Uhr Ortszeit, als wir uns aufmachen nach Rissani und in die Richtung von Merzouga.



hier kann man den Aufenthalt genießen



wir durchfahren die Stadt Rissani



die letzte Stadt, bevor die Wüste beginnt



durch dieses schöne Tor müssen wir

Rissani ist dann gar nicht so klein, und auch gar nicht übel. Besonders dieses Tor, durch das der gesamte Verkehr geht, ist doch sehr hübsch. Und wieviel Radfahrer wieder auf den Straßen sind, aber so platt wie das Land hier ist, kann man ja gut radeln. Schulkinder mit Ranzen sind auch auf den Straßen zu sehen, aber sie kümmern sich überhaupt nicht um irgendwelche durchfahrenden Reisenden oder Fahrzeuge. Was uns in Rissani auffällt, sind die vielen ganzkörperverschleierten Frauen. Ganz in schwarz und es sind nur noch deren Augen zu sehen. Sonst sind die Tücher bzw. Gewänder der Frauen überall immer so farbenfroh.



wir sind immer noch in Rissani



so viele Radfahrer wie hier gibt es wohl in ganz Marokko nicht

Voilà, da ist sie, die Wüste Erg Chebbi

Nach der Stadt sind es dann etwa 30km in Richtung Merzouga. Attention Ensablement (Vorsicht, Versandungen) steht auf einem Hinweisschild. Kurz vor Merzouga müssen wir nach links abbiegen in das Dörfchen Hassi Labiad. An der Abbiegung begrüßt uns ein Schilderwald von den Kasbahs und Riads, die es im Dorf wohl in großer Anzahl geben muss. Wir durchfahren das Dorf und landen schließlich auf dem Camp Ocean des Dunes. Fahren durch das für uns enge Tor des Camps und sehen dann, dass alle Plätze belegt sind. Wir laufen über den Platz und da kommt der Betreiber schon auf uns zu. Es gibt noch eine breite Fläche vor dem Duschhäuschen, die wohl als Durchgang gilt. Daneben ein Seitentor. Da könnten wir uns hinstellen, bietet uns der Betreiber Ibrahim an. Na gut, besser als gar nichts, denn der Blick, den wir vom Camp aus auf die Sanddünen haben, ist schon faszinierend. Nachdem wir uns also auf diese Fläche gestellt haben, ist noch immer ein schmaler Durchgang zu den Duschen da. Ibrahim fragt, ob wir einen Berberwhiskey wollen? Er ist ein lustiger und sehr herzlicher Mensch, der gut deutsch spricht, und beim Berberwhiskey kann es sich ja wohl nur um Tee handeln, aber wir tun so, als würde uns der Alkohol in der Wüstensonne doch bestimmt umbringen. Er fragt, ob wir abends im Restaurant essen wollen, denn das müssten wir rechtzeitig bestellen; die Tajines bräuchten ja ihre Zeit. Wir bestellen unser Essen für den Abend.

hierin befinden sich Rezeption und Aufenthaltsraum

hier haben wir uns hingequetscht; diese grüne Matte hat man uns hingelegt

Kamele warten auf Ausflüge in die Wüste

Wir laufen dann durch das Seitentor des Camps, das wir ja direkt vor unserer Nase haben, und sehen als erstes diese Kamele und weiter hinten eine ganze Gruppe Kamele. Schön ist, dass wir uns hier ungestört umsehen können und uns niemand anspricht bzw. einen Kamelritt aufdrängt. Man grüßt uns natürlich und sagt, dass wir die Kamele auch gern mal anfassen können. Aber mehr nicht. Wir gehen dann auch die paar Schritte ins Dorf und sehen, dass es dort mehrere winzig kleine Lebenmittelläden gibt. Auch ein zwei drei Restaurants, Kasbahs usw. Alles geht hier beschaulich zu. wir kaufen zwei Fladenbrote à 2 DH (0,18 EUR) und 2kg Orangen à 7,50 DH (0,68 EUR). Auf unserem kurzen Rückweg sehen wir, wie gerade ein Kamelführer mit zwei berittenen Kamelen loszieht. Um halb sechs Uhr Ortszeit wird das Licht ganz golden.

diesen Blick haben wir vom Camp aus

was für ein Anblick

abends essen wir im Restaurant vom Camp Ocean des Dunes

so sieht eine glückliche Marokkoreisende aus

Abends essen wir ja dann im Restaurant des Camps. Herbert fragt, ob Ibrahim eine Flasche Wein hätte? Hat er natürlich nicht, aber er sagt, dass wir ja unsere eigene Flasche herbringen können. Das machen wir. Die Salate, die Tajine mit Rindfleisch und die Kalia, die als Spezialität des Hauses gilt, schmecken dann so, wie wir uns das Essen in Marokko bisher immer gewünscht hatten. Wir bleiben die einzigen Gäste, aber das macht uns nix. Alles im Raum ist so farbenfroh wie überall im Land, im Nebenraum dudelt ein kleines Radio arabische Musik, und alles passt so gut zusammen. Als wir wieder heimgehen, läuft uns Ibrahim über den Weg. Wir sagen ihm, dass dies das beste Essen war, seitdem wir in Marokko sind. Dafür bedankt er sich und legt seine Hand auf sein Herz. Mittlerweile ist es stockdunkle Nacht bis auf die vielen Sterne am Himmel. Und morgen gehen wir in die Wüste.

jetzt kommt unser neues Blitzlicht schön zum Einsatz

nach dem Salat gibt es eine Tajine de Boeuf für Herbert und eine Kalia, Spezialität des Hauses, für Annette

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