d13.jpgd18.jpgd14.jpgd01.jpgd21.jpgd08.jpgd02.jpgd10.jpgd19.jpgd11.jpgd06.jpgd04.jpgd07.jpg

Dienstag, 26. Februar 2013



über den Drâa geht es und dann verlassen wir Zagora

So, heute soll unsere Fahrt weitergehen, egal wie sehr uns der Aufenthalt in Zagora gefällt. Wir sind früh auf den Beinen, und während Herbert Tisch und Stühle wegräumt, geht Annette zum Bezahlen. Und wie so oft hat der Betreiber des Camps größere Schwierigkeiten, 5 Nächte à 50 DH zu berechnen. (Woanders hatten wir mal 360 DH zu zahlen. Wir gaben 400 DH hin und man fragte uns, ob wir noch 10 DH hätten? Hatten wir, und man legte sich dann auch schon einen 50 DH-Schein zum Herausgeben hin, nahm dann aber lieber doch noch den Taschenrechner, um auf der sicheren Seite zu sein.)



Durchfahrt durch Tamegroute

Auf dem Camp können wir dann auch wieder die Tanks leeren, was ja nicht überall möglich ist. Dann fahren wir zu Shell, um zu tanken, denn in M'hamid soll es weder einen Geldautomaten noch eine Tankstelle geben. An der Tankstelle fragen wir, ob wir mit Kreditkarte zahlen können? (Wie damals in Midelt bei Shell.) Nein, das geht nicht. Fahren wir also nach schräg gegenüber zu Total, wo die verschiedenen Kreditkarten groß angegeben sind auf einer Tafel. Avec la Carte Crédit? fragen wir vorsichtshalber. Non, heißt es. Und so tanken wir nur für 400 DH. Der Diesel liegt derzeit bei 8,47 DH (0,76 EUR). Dann hält Herbert noch auf der Hauptstraße, dem Boulevard an, damit Annette schnell herausspringen und drei Gallonen Wasser kaufen kann in einem der unzähligen kleinen Läden. Sie fragt jetzt immer vorher nach den Preisen und fährt gut damit. In den paar Minuten, die sie weg ist, wird Herbert von jemandem angesprochen, ob er was zu tauschen hätten. Derjenige hätte ein Geschäft mit Teppichen und allem möglichen. Aber wir brauchen ja nix, wobei wir schon dies und das zum Tauschen an Bord hätten.



auf einspuriger kaputter Asphaltstraße geht es nach M'hamid

Dann fahren wir los; es geht über den Drâa und dann die einspurige Asphaltstraße nach M'hamid in südlicher Richtung. 98 Kilometer stehen uns bevor, die Straße hat große Schlaglöcher und sehr ausgefranste Seitenränder, wo der Asphalt in großen Stücken herausgebrochen ist. Es ist eine mühsame Fahrt, und dennoch kommen wir recht gut voran, was allein schon daran liegt, dass wieder nur wenig Gegenverkehr ist. Die Landschaft ist platt und gibt nicht viel her, weder agrartechnisch noch fotografisch. Irgendwann erreichen wir den Ort Tamegroute, der auf den zweiten Blick gar nicht so übel ist. Aber für uns sehen mittlerweile die kleinen Ortschaften alle gleich aus und sind es wohl auch.



wir überqueren den Drâa, der uns auf der gesamten Strecke begleitet



wieder kommt eine Gebirgskette



hier ist weit und breit niemand außer uns - zum Glück, denn sonst wäre das Fahren noch viel mühseliger



wir müssen über den Tizi Beni Selmane auf 747m

Wir steigen zwischendurch auf eine Passhöhe von 747m, auf den Tizi Beni Selmane. Was für eine herrliche Sicht sich uns von oben bietet. Wenn wir nur endlich irgendwann nicht mehr in südlicher Richtung unterwegs sein werden, damit sich die Sonne nicht immer so spiegelt in der Frontscheibe.



was für eine Sicht von hier oben



die ersten Palmenoasen kommen



die Kamele sind in ihrer Langsamkeit immer so edel und erhaben



wir erreichen die ersten Ausläufer von M'hamid

Als dann die ersten Ausläufer von M'hamid kommen in Form mehrerer Hotels, Oasen und Palmenhaine, halten wir uns bereit, den vielen Schleppern, die es im Ort geben soll, auszuweichen. Wir wollen zum Camp La Boussole und müssen dafür am Kreisverkehr nach rechts abbiegen und ganz durch den Ort fahren. Zwei- oder dreimal wird uns per Handzeichen bedeutet, anzuhalten. Wir aber fahren unbeirrt weiter und sehen am Ende der befestigten Straße schon das Schild für la Boussole. Jetzt noch die letzten 100m auf unbefestigter Piste und den Hügel hinauf, dann sehen wir das kleine Camp auch schon.



wir erreichen den Ort M'hamid



die Leute scheren sich nie um irgendwelche Fahrzeuge und weichen nie von selbst aus



Ankunft auf dem Camp La Boussole (Kompass)

Man winkt und begrüßt uns herzlich wie immer und empfiehlt uns, am besten mit der Längsseite im Wind zu stehen, denn hier geht ein Wind, als wären wir am Atlantik. Nur ist er hier warm und wirbelt gehörig den Wüstensand auf. Auf den ersten Blick gefällt uns die kleine Anlage. Die Rezeption ist aus Palmenstämmen gebaut, auch das Dach, das sieht alles sehr hübsch aus. Die Nacht kostet 40 DH (3,60 EUR), Strom 10 DH (0,90 EUR). Wir bestellen zwei Tajines für den Abend, werden die wohl aber bei uns an Bord essen müssen. Zum einen wegen der viel zu niedrigen Tische, und zum anderen, weil der Wind den Sand viel zu sehr aufwirbelt. Wir setzen uns dann in den anderen massiv gebauten Raum, der mit Teppichen und Decken ausgelegt ist. Aber der Wind bzw. Sand ist doch zu unangenehm und wir gehen zu uns an Bord



hier lassen wir uns nieder und sind nur von Wüstensand umgeben



es schreiten Kamele durch die Straße, als wir nachmittags nach M'hamid hineingehen



Eindrücke von M'hamid

Am Nachmittag gehen wir mal in den Ort, um Fladenbrot zu kaufen. Dabei werden wir von mehreren Leuten angesprochen, ob wir eine Wüstentour machen wollen. Die Preise und Leistungen sind höchst unterschiedlich und reichen von 800 DH über 1.300 DH bis 1.700 DH für eine Fahrt zum Erg Chegaga im 4x4. Die Strecke beträgt etwa 50km, und ein Essen im Berberzelt irgendwo auf der Strecke ist dabei. Aber irgendwie hat sich Herbert da wohl mit allem vertan, denn er hatte gedacht, dass wir von M'hamid und dem Camp aus zumindest wieder die Sanddünen sehen würde. Dass man, um die Dünen zu sehen, jetzt noch zwei oder drei Stunden mit einem Allrad fahren muss, das hatten wir uns so nicht gedacht



Esel Ismail wartet lieb und geduldig



die Waren werden vom Wüstensand eingestaubt



wir wollen zwei Fladenbrote kaufen



der ewig plärrende Fernseher sieht ja wie ein Wüstling aus

Zurück auf dem Camp kommen wir mit unseren holländischen Nachbarn ins Gespräch. Die Frau sagt, dass sie in Holland auch solche Dünen hätten wir hier, dass sie doch etwas enttäuscht sind nach der mühseligen Anreise hierher. Wir sitzen dann wieder in dem massiven Raum, als der Besitzer zu uns kommt (mit einer Alkoholfahne). Er nennt uns einen Preis von 1.700 DH (153 EUR) für die Fahrt im 4x4 zum Erg Chegaga mit Mittagessen bei Berbern. Der Preis fällt dann schnell auf 1,300 DH (117 DH). Aber uns geht es gar nicht mehr um das alles; wir haben keine Lust, von hier aus noch mal stundenlang mit dem Auto unterwegs zu sein, um die Wüstenberge zu sehen. Die kennen wir ja vom Erg Chebbi schon.



abends wird uns die Tajine gebracht - die schlechteste, seit wir im Land sind

Abends wird uns dann die Tajine gebracht. Der Besitzer des Camps sagt, wenn die Tajine gut ist, ob wir dann ein Bier für ihn hätten? Wenn sie nicht gut ist, dann gibt es eben auch kein Bier. Zur großen Enttäuschung ist die Tajine die schlechteste seit vier Wochen. Das Lammfleisch darin besteht im Grunde nur aus Fett und den billigsten Stücken, die man sich beim Metzger geben lassen kann. Wir sind enttäuscht, und Annette ist noch gar nicht mit dem Essen fertig, als der Besitzer zu uns an Bord kommt und wir nun mehrmals beteuern müssen, wie gut das Essen doch war. Auch will er nun das Bier, das Herbert ihm holt und das er sogleich aufmacht und trinkt. Dann sind wir wieder allein, und als Herbert viel später, es ist stockfinster draußen, noch etwas aus der Garage holen will, wird er nochmal um ein Bier angehauen. Jetzt gibt er aber keines mehr her. wir glauben, dass wir morgen früh von hier wegfahren werden.

back       |      next