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Freitag, 15. Februar 2013



hier ist jeder mit dem Fahrrad unterwegs

Am Vormittag laufen wir mal mit der Kamera durch Hassi Labiad. Die Farbe der Häuser ist immer wieder schön, egal wie einfach die Häuser gebaut sind. Alles ist hier aus Lehm, und man sieht auch überall das in den Lehm eingemengte Stroh. Aber der Lehm ist so schön formbar, und entsprechend verziert sind deshalb auch die Kasbahs immer. Klopft man auf die Fassaden, so klingen sie wie Gips, wie hohl. Die Höhe der einfachen Wohnhäuser ist immer nur so, wie man im Stehen und ohne Hilfsmittel, Gerüste oder sonstiges eben bauen kann.



Blick auf das Riad Aicha im Dörfchen Hassi Labiad



es gibt mehrere kleine Läden und sogar ein Internetcafé



was man nicht alles kaufen kann auf 6m², und wie eingestaubt alles ist vom Wüstensand



alle Häuser sind niedrig gebaut mit kleinen oder gar keinen Fenstern



da hinten ist eines der Restaurants von Hassi Labiad



wir schauen uns deren Speisekarte mal an

Die Kasbah und der Riad im Ort sehen sehr feudal aus. wir gehen dann auch mal in eines der Restaurants und lesen deren Speisekarte. Die Auswahl ist recht ordentlich, auch sieht die Räumlichkeit nett aus. Aber wer weiß, wie dunkel es auf unserem Rückweg sein wird. Und es ist auch so schön bequem, einfach vom Restaurant auf dem Camp nur drei Schritte gehen zu müssen, um wieder daheim zu sein. Denn der Phoenix steht ja genau gegenüber dem Restaurant.



diese schöne Kasbah befindet sich auch im Dorf

Als wir auf dem Camp wieder durchs Seitentor gehen wollen, steht Ibrahim gerade da. Wir fragen ihn, wie lange man wohl braucht bis zum höchsten Punkt der Dünen. Eine Stunde, anderthalb Stunden, mehr nicht. Aber wir sollen langsam machen und in Serpentinen gehen. Eile mit Weile - das sagt er ganz oft. Und dann bestellen wir auch wieder das Essen für den Abend, denn wer weiß, wann wir mal wieder so gut essen werden in Marokko



die Kamele haben alle Zeit der Welt



auf geht es in die Wüste

Wir wollen dann um 15 Uhr Ortszeit losgehen in die Wüste. Bepackt mit einer Flasche Wasser, dem Teleobjektiv und je einem Pullover für später ziehen wir los. Der erste Kontakt mit dem Wüstensand ist ganz wunderbar. Er ist fein wie Puder, sodass man eigentlich gar nicht Sand dazu sagen dürfte. Er lässt sich ganz leicht von der Kleidung und der Haut schütteln bzw. pusten. Ganz anders als Strandsand, der ja wegen des Salzes immer so anklebt. Es ist ein erhebendes Gefühl, die endlose Weite vor sich zu haben. Nach jedem Hügel bietet sich eine andere Sicht auf die Wüste. Wir sehen einen Berber mit seinem Kamel im Sand sitzen bzw. liegen und können nicht widerstehen, ein Foto von den beiden zu machen.


 

die beiden kennen keine Eile

Auf den höchsten Punkt der Dünen, den  man vom Camp aus sieht, wollen wir dann aber doch nicht gehen. Zum einen gibt es einen anderen Gipfel, der ähnlich hoch ist und auf den keiner geht, und zum anderen ist uns der Sand am Aufstieg zum höchsten Punkt schon zu sehr zertrampelt. Wir wollen lieber da sein, wo noch alles halbwegs unberührt aussieht. Wir kommen auch an manchen Steilhängen vorbei, wo unser Gleichgewichtssinn gefragt ist. Gut, dass wir uns einfach in den Sand fallen lassen können, wenn es zu steil für uns wird. Das könnte man am richtigen Berg nie tun, und da würde man gar nicht erst herumkraxeln.

der Wüstensand ist fein wie Puder und schön warm


 



Mehrmals setzen wir uns in den Sand und schauen uns einfach nur um. Fragen uns, ob wir jemals gedacht hätten, eines Tages in der Wüste zu sein. Dann darf natürlich auch ein Foto mit Selbstauslöser nicht fehlen. Die Kamera wird also auf den Rucksack gestellt und dann läuft Annette in einem großen Bogen zu Herbert, damit der Sand auf dem Foto unzertreten bleibt.

ein Foto mit Selbstauslöser und ohne zertrampelten Sand


 


 

Es ist jedenfalls ein Glücksgefühl, das wir im Wüstensand haben. Die Farben sind so warm und golden, und das Licht wird immer besser, je mehr die Zeit voranschreitet. Auf unserem Rückweg sehen wir den Berber immer noch mit seinem Kamel im Sand. Wir fragen ihn, ob wir mal zum Kamel gehen und ein Foto machen können. Ja ja, sagt er und schaut nur kurz auf von seinem Smartphone. Das Kamel ist dann so ein liebes Tier und an den Umgang mit Menschen gewöhnt. Sein Fell am Hals fühlt sich an wie ein grober Teppich. Mittlerweile sind zwei Stunden vergangen, also etwa 17 Uhr Ortszeit, und die Sonne wirft jetzt schon ziemliche Schatten. Die Konturen werden jetzt viel schärfer, und alles sieht ganz anders aus als noch vorhin.

so ein feines Tier


 

um halb fünf Uhr kommen schon große Schatten

überall sind Leute unterwegs

beim ersten Wüstenfoto (siehe oben) sind noch keine Schatten da

Abends sind wir dann wieder die einzigen im Restaurant. Aber heute Abend ist es recht unruhig im Nebenraum, wo die Rezeption ist. Denn morgen wollen mehrere Franzosen abreisen und sie erledigen jetzt schon mal alles. Ach, wir sind übrigens die einzigen Deutschen hier und von allen Seiten von Franzosen umgeben. Die Tajines sind heute ganz anders zubereitet als gestern; auch ist das Dessert ein anderes als gestern. Und alles kommt auf die Gesamtrechnung bei Abreise. Aber wir werden wohl morgen schon weiterziehen, auch wenn dann mehrere Plätze auf dem Camp freiwerden.

im Hintergrund ist das Dörfchen Hassi Labiad

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