d19.jpgd07.jpgd06.jpgd10.jpgd18.jpgd04.jpgd02.jpgd11.jpgd08.jpgd13.jpgd14.jpgd21.jpgd01.jpg

Samstag, 09. Februar 2013



wir wollen mal in den Marjane Supermarkt schauen

Heute wollen wir unsere Fahrt fortsetzen, immer weiter südlich. Auf dem Camp Diamant Vert tanken wir zum erstenmal im Land Wasser und können, da es mal wieder einen Bodeneinlass gibt, auch unsere Tanks leeren. Dann lassen wir uns die Übernachtungen auch wieder mittels Quittung bestätigen. Für den Fall, dass wir mal in eine Kontrolle kommen und beweisen müssen, wo wir jeweils übernachtet und nicht jede Nacht wild gecampt hatten. Dann verlassen wir Diamant Vert und Fès in Richtung Ifrane.



alles ist sehr ansprechend

Wir kommen dann unweigerlich an diesem Marjane Supermarkt vorbei und sind natürlich neugierig genug, mal einen Blick hineinzuwerfen. Wie das Warenangebot und die Preise denn so sind. Alles sieht dann sehr ansprechend aus, und sehr günstig sind die Preise außerdem. Das Kilo Gemüse kostet, sofern es aus dem eigenen Land ist, immer so zwischen 5 und 7 DH (0,45 und 0,63 EUR). Bananen und rote Paprika schon jeweils 17 DH (1,53 EUR). Oliven erster Güte kosten hier 26 DH (2,34 EUR) das Kilo. Heute sind Erdbeertorten im Angebot und kosten nur 25 DH (2,25 EUR). Da nehmen wir doch am besten eine mit.



es gibt alles in großer Auswahl

Dann sehen wir noch eine riesige Dorade, deren Kilopreis bei 100 DH (9 EUR) liegt und auch der teuerste Fisch in den Auslagen ist. 1,4kg bringt das dicke Ding auf die Waage, und am Ende kaufen wir jeweils etwa 1kg Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Paprika, Bananen, 5 Fladenbrote, 30 Eier, die Erdbeertorte und die Dorade, und zahlen 270 DH (24,30 EUR) für alles. Wobei ja die Dorade allein schon 140 DH (12,60 EUR) kostet. Als wir am Wohnmobil am Einpacken sind, kommt jemand - ein Einheimischer - des Wegs und fragt uns auf englisch, ob wir zu der Gruppe gehörten und zeigt auf die drei deutschen Wohnmobile, die hier stehen. Nee, sagen wir, wir reisen allein. Ob wir jetzt auf dem Campingplatz gingen? Nee, da kommen wir gerade her und wollen jetzt nach Süden. Ah, sagt er, jetzt ist die beste Zeit, um in den Süden zu fahren. Er wünscht uns eine gute Reise.



wir verlassen die Stadt Fès



die Umgebung von Fès ist ganz flach



wir fahren immer weiter südlich in Richtung Ifrane



durch den Mittleren Atlas geht es

So, weiter geht die Fahrt und immer höher in die Berge, die schon zum Mittleren Atlas gehören. Die Landschaft ist wirklich schön, und die Straße ist in gutem Zustand, keine Löcher, keine Bodenwellen, sodass man mit den Augen nicht  immerzu auf der Straße kleben muss. Dann kommt die erste richtige Ortschaft, deren Namen wir aber nicht rechtzeitig lesen. Die Schilder bei der Ortseinfahrt sind immer recht klein und wir verpassen sie meist. Aber der Ort schmiegt sich sehr hübsch an den Berg und die Farbe der Häuser sieht sehr gefällig aus. Alles ist hier immer in Erdfarben gehalten. Natürlich wuseln wieder etliche Menschen auf dem zentralen Platz des Ortes. Während die Überlandstraßen immer sehr leer und allenfalls Taxis unterwegs sind. Offenbar können sich nur die wenigsten Leute ein eigenes Auto leisten



wir erreichen eine der wenigen Ortschaften



lebhaft geht es zu wie immer

Durchfahrt durch Ifrane

Dann erreichen wir die Stadt Ifrane, die sehr schick ist und gar nicht ins sonstige Bild passt. Die Häuser und überhaupt alles erinnert eher an einen Wintersportort irgendwo in Europa, oder sagen wir in Frankreich. Mehrere Springbrunnen gibt es in den Parks, alles ist hier sehr gediegen und gepflegt. Wir wollen auf den Campingplatz der Stadt, dieser ist dann aber geschlossen. Na gut, es soll noch eine Möglichkeit des Übernachtens geben an den Skiliften in Michlifen, ein paar Kilometer außerhalb. Wir halten uns also in diese Richtung, verpassen dann aber den richtigen Abzweig. Na egal, stellen wir uns einfach irgendwo hin; die Gegend hier ist ja so gut wie gar nicht besiedelt. Immer wieder kommen Schilder mit Barrière de Neige (Schneebarriere) darauf, und wenig später sehen wir die rotweißen Schlagbäume, die jetzt gottlob unten sind. Reste von Schnee sind auch noch hier und da zu sehen.

immer höher in die Berge geht es

es gibt ganz viele dieser Schneebarrieren

die Landschaft wird immer grandioser, aber es wird auch immer kälter hier oben

nach dieser Kuppe geht es nurmehr abwärts

An diesem Punkt, wo die Straße diese große Biegung macht, können wir mal auf einer Parkfläche halten und aussteigen. Denn der Blick von hier auf die Berge ist einfach grandios. Nicht so grandios sind die Temperaturen, die uns hier oben frieren lassen. Es geht auch ein scharfer Wind. Aber die Landschaft ist ein Traum. Weiter geht die Fahrt.

welch spektakuläre Sicht auf den Mittleren Atlas

wir steigen auch mal aus, aber wie scharf hier der Wind geht

im Wald liegt auch noch einiger Schnee

Reiter sind hier mit Pferden unterwegs

Es gibt manchen Reiter mit Pferd, der hier unterwegs ist. Es gibt auch manche große freie Fläche, und auf eine davon stellen wir uns dann, wollen da auch die Nacht verbringen. Wir stellen den Phoenix mit der Breitseite in die Sonne, damit sie uns schön ins Fenster scheinen kann. Es ist dann ganz behaglich und fast schon zu warm an Bord. Jetzt lass uns die Erdbeertorte verspeisen. Aber ruckzuck kommen zweimal die Einheimischen mit großen Gläsern, in denen eine braune Masse ist, die wie Kleister aussieht, aber wohl Honig sein wird. Wir wollen nichts kaufen, aber es ist nie so leicht, die Leute wieder abzuschütteln. Als Nichtraucher haben wir natürlich auch keine Zigaretten dabei, denn die wollen die Einheimischen immer gern. Am Straßenrand machen sie ganz oft das Handzeichen für Zigaretten, aber damit können wir nicht dienen. Wir geben ihnen je eine Flasche Bier aus. Als es schon dunkel ist, sehen wir in der hintersten Ecke des Platzes ein Lagerfeuer  brennen.

auf dieser Freifläche wollen wir übernachten

am Nachmittag probieren wir mal die Erdbeertorte

Abends gibt es dann die Dorade, von der natürlich die Hälfte übrig bleibt. Aber kalten gebratenen Fisch isst Annette am nächsten Tag immer besonders gern. Es ist dann 20 Uhr Ortszeit, wir sitzen gemütlich beisammen, die Küche ist wieder aufgeräumt, Annette steckt schon im Pyjama, die Kerzen brennen, als es an die Tür klopft. Mach nicht die Tür auf, nicht um diese Uhrzeit, wenn es stockfinster draußen ist, mach nicht auf, sagt Annette zu Herbert. Non, ruft Herbert lauft. Aber das Klopfen hört nicht auf; man klopft an die Tür, man klopft an die andere Seite des Fahrzeugs, man klopft hier und da. Eh, ruft Herbert, als das Klopfen rabiater wird, Dann öffnet Herbert das Küchenfenster und fragt, was das alles soll. Es sind zwei Männer, und wir nehmen an, es sind die Leute vom Lagerfeuer, denn sonst ist hier kein Mensch weit und breit, nicht mal ein Auto. Sie sagen etwas, und als sie merken, dass wir französisch nicht verstehen, reden sie englisch. Mit einem Smartphone beleuchten sie ein buntes Papier, das wohl ein Ausweis sein soll. Don't worry, sagen sie, we are from Michlifen and we control the situation. Don't worry. Wir sollen also keine Angst haben, sie wären aus Michlifen und sie würden die Lage kontrollieren. -- Nein, Angst haben wir keine, nur Wut, dass die Eiseskälte von draußen durchs offene Fenster kommt. Wir fragen sie, was das denn alles soll, aber das wissen sie wohl selbst nicht. Ruhe geben sie auch keine, und so entschließen wir uns, von hier wegzufahren. Durch stockfinstere Nacht fahren wir bis zum nächsten Ort namens Timahdite, denken uns, dass wir mitten im Ort vielleicht auch nicht in Ruhe gelassen werden, sehen dann aber eine Tankstelle am Ende des Ortes. Alles ist schon geschlossen, aber dann kommt ein Wachmann aus einem Auto gestiegen und auf uns zu. Vous permettez la stationnement? (Erlauben Sie das Parken) fragen wir in unserem armseligen französisch. Er fragt, ob wir hier schlafen wollen. Oui, dormir (ja, übernachten) antworten wir ihm. Er zeigt uns eine Fläche, auf der wir stehen können. Uff. Aber gleich zu Bett gehen können wir jetzt noch nicht, dafür sind wir noch zu aufgewühlt. Eine eiskalte Nacht steht uns bevor, wahrscheinlich die kälteste der gesamten vier Winter, die wir schon im Wohnmobil leben.

und abends gibt es diese prächtige 1,4kg Dorade

back       |      next