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Mittwoch, 20. Februar 2013



man steht dicht an dicht auf dem Camp Municipal in Ouarzazate, so ausgebucht ist der Platz

Die Sonne lässt heute sehr lange auf sich warten bzw. lassen ihr die Wolken keine Chance. Es ist auch dementsprechend frisch draußen. Aber am frühen Nachmittag ist alles wieder so, wie man sich das Wetter in Afrika vorstellt. Gegen 13 Uhr Ortszeit gehen wir mal los in die Stadt. Das Camp Municipal ist ja recht günstig gelegen; es sind vielleicht 2km bis in die Innenstadt.



wir stoßen auf die breite Avenue Mohamed V

Wir hatten ja schon im Buch gelesen, dass sich die Stadt Ouarzazate vom ehemaligen Militärstützpunkt zu einer modernen und sauberen Stadt mit 158.000 Einwohnern entwickelt hat. Dass man in den 1980er Jahren im Zuge der Förderung des Wüsten- und Rundreisetourismus die touristische Infrastruktur der Stadt wesentlich ausgebaut hat und Ouarzazate ein neues Gesicht erhielt. Plätze mit Springbrunnen, eine palmengesäumte Fußgängerzone und ein schickes Kasbahviertel geben dem Ort das Aussehen und das Ambiente einer Touristenstadt mit marokkanischem Lokalkolorit, so hatte es geheißen. Außerdem ist Ouarzazate Filmmetropole; hier wurden Filme berühmter Regisseure wie Martin Scorsese, Orson Welles, Alfred Hitchcock usw. gedreht.



Blick auf die große Moschee von Ouarzazazte

Wir wandeln auf der breiten Avenue Mohamed V entlang und finden uns an der großen Moschee wieder. Rings umher ist alles schön angelegt. Weiter laufen wir auf der breiten Avenue bis zur Kasbah Taourirt. Der Kasbah gegenüber werden in einem Ladenkomplex Souvenirs und Teppiche verkauft. Hier befindet sich auch die Teppichkooperative und nebenan das Musée du Cinéma. Alles macht einen hübschen Eindruck, auch sind die Farben der Teppiche und Stoffe nicht so schrill und tun dem Auge gut. Genauso wie die Farbe der Häuser, die immer gleich ist.



alles ist hier neu und modern angelegt



Eindrücke von Ouarzazate



in diesem Ladenkomplex werden Teppiche und Kunsthandwerk verkauft



alle Häuser sind in zartrosa



Blick auf die prächtige Mauer von Ouarzazate

In einem sehr großen Bogen laufen wir durch die Stadt und landen irgendwann auf dem Place Mouahidine, der ja so gewaltige Ausmaße hat. Hier reihen sich Cafés und Restaurants aneinander. Wir würden auch gern irgendwo einkehren, aber das Wetter schlägt schon wieder um und wir wissen nicht, woran wir sind. Ein kräftiger Wind kommt auf, der sich zu einem Sturm auswachsen könnte. Jedenfalls räumen die Restaurantbetreiber alles von den Tischen, was nicht nagelfest ist. Auch werden Markisen eingefahren bzw. Folienwände heruntergelassen. Und so machen auch wir uns auf den Heimweg, laufen die Avenue Al Mouahidine entlang, die am Place Mouahidine beginnt. Dort sehen wir ein Restaurant, das sehr heimelig wirkt. Und schon werden wir zur Einkehr überredet. Als wir schon sitzen und das Menu lesen, findet Herbert, dass wir nicht bleiben sollten, dass das Essen bestimmt nicht frisch ist. Und so stehen wir wieder auf, sagen, dass uns das Wetter zu ungewiss ist und wir heimgehen wollen. Man schaut uns enttäuscht hinterher.



wir wandeln über den Place Mouahidine



neben dem Place Mouahidine gibt es diesen winzigen Souk, aber zu dieser Tageszeit ist schon alles geschlossen



noch ein Blick auf den großen Platz



die Früchte hängen dekorativ in Netzen

Es kommen die ersten Regentropfen herunter, auch wird es ein ungemütlicher Heimweg im starken Wind. Wir erinnern uns, dass es auf der breiten Avenue Mohamed V auch manche hübsche Restaurants gegeben hat. Vielleicht schaffen wir es ja bis dahin und können das umschlagende Wetter dort aussitzen. Aber als wir dort ankommen, sieht alles gar nicht mehr so nett aus. Wenn nicht die Tische selbst fehlen, dann doch zumindest die Tischdecken und aller Zierrat. Wir sehen dann ein ganz einfaches Restaurant, das eher an eine Kantine erinnert. Aber es riecht gut hier. Allerhand Personal wuselt um uns herum, bis wir schließlich dort einkehren. Man bedient uns sehr umsichtig und schnell, und das Essen, zwei Salate, eine Tajine de Kefta und eine Tajine de Boeuf schmecken wirklich gut. Gut ist auch, dass wir wie fast immer zwei verschiedene Gerichte genommen haben und sie nun vor dem ersten Bissen tauschen können, denn Herbert mag seine Tajine de Kefta nicht. Es sind kleine Hackbällchen darin. Die Tajines werden blubbernd heiß gebracht; also in Europa wird das Essen nie so kochend heiß serviert. Vorher bringt man uns noch einen Teller mit Oliven und zwischendurch je einen Teller mit Linsen und Erbsen. Das ist nix für Herbert, aber Annette mag sowas schon essen. Für alles sind 127 DH ( 11,40 EUR) zu zahlen. Über das Trinkgeld (8 DH) das wir geben, freut man sich immer sehr.  



Wer braucht sackweise Gewürze?

in dieses einfache Restaurant verschlägt es uns, nachdem das Wetter umgeschlagen hat

das Essen ist gut

Jetzt kaufen wir im winzig kleinen Laden nebenan noch 1,5kg Kartoffeln und 1kg der kleinen einheimischen Bananen für zusammen 25 Dirhams (2,25 EUR), die doch sehr touristisch anmuten. Aber egal. Jetzt ist es ein Katzensprung zum Camp, wo wir es uns an Bord gemütlich machen. Aber es dauert nicht lange, und Herbert tut der Magen so weh. Den ganzen Abend lang. Wir nehmen an, dass es der Salat war, der vielleicht nicht gut abgewaschen war bzw. wer weiß, welches Wasser man dafür hernimmt. Aber morgen ist ein neuer Tag, da sieht die Welt hoffentlich wieder besser aus. Der richtige Regen bleibt auch den ganzen Abend lang aus, schade, denn der hätte den Wüstensand vom Phoenix abwaschen können.

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