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Mittwoch, 01. Februar 2012



die maurische Kleinstadt Mértola steigt vom Ufer des Rio Guadiana auf

Gegen Mittag sind wir bereit für einen Besuch in Mértola, das sich malerisch gestaffelt am rechten Uferabgang des Guadiana aufbaut. Die Stadt birgt heute noch die Spuren, die zahlreiche Zivilisationen im Laufe von Jahrtausenden hinterlassen haben. Phönizier, Griechen, Karthager, Römer und Araber lösten einander ab und gaben Ort und Bewohnern ihre Prägung.



in den Straßen von Mértola



verwinkelt ist alles

Vom Hauptplatz, dem Largo Vasco da Gama biegen wir ab auf die Rua Alonso Gomes und kommen dabei an der Cooperativa Oficina de Tecelagem - einer alten Webereiwerkstatt vorbei. Zwei Frauen sitzen an Webstühlen und wir fragen, ob wir mal einen Blick hineinwerfen dürfen? Das dürfen wir und sehen viele Stoffe mit islamischen j25iven hängen. Auch sehen wir in einem Regal die kleinen Puppen aus Jute, von denen in einem Film in Alcoutim die Rede war.



wir werfen einen Blick in die alte Weberei

Die Frauen haben jeweils einen Heizkörper neben sich stehen, denn es ist nicht besonders warm hier drinnen. Aber die Räumlichkeit selbst gefällt uns sehr. Wir gehen dann weiter zur Rua da Igreja. Natürlich geht es wieder steil bergan.



zwei Frauen sind verantwortlich, dass die alte Tradition erhalten bleibt



ein Leben lang muss man hier immerzu bergauf-, bergabsteigen



die gotische Pfarrkirche - Igreja Matriz - mit Zinnenkranz entstand aus einer Moschee

Von hier oben hat man den besten Blick auf die Igreja Matriz, die wehrhaft befestigte gotische Pfarrkirche mit Zinnenkranz und schönem Renaissanceportal. Wir lesen, dass sie im 16. Jh. aus einer Moschee entstand und dass der quadratische Grundriss, die Anordnung der Bündelpfeiler, der Mirhab (islamische Gebetsnische) hinter dem Hochaltar sowie der Hufeisenbogen über der Sakristeitür erinnern an den islamischen Ursprung. Uns gefallen die einfachen weißen Wände, die relative Schlichtheit im Innern.



der quadratische Grundriss erinnert an den islamischen Ursprung



wir treten ein auf das Burggelände

Jetzt sind es nur noch wenige Schritte hinauf zur ehemaligen Maurenburg - Castelo dos Mouros. Sie wurde im ausgehenden 13. Jh. stark erweitert und hat einen prächtigen Burgfried. Der Einzeleintritt beträgt 2 EUR, das kombinierte Ticket 5 EUR und gestattet den Besuch aller 10 Museen, die es in Mértola gibt. Das Kassenhäuschen ist geschlossen und es sind ein paar Arbeiten im Gange. Wir lesen, dass auch die Weberei als kleines Museum gilt. Unter anderen das Museu Romano, Basílica Paleocristã, Arte Islâmica und die Forja do Ferreiro (die Schmiedewerkstatt). Die Stadt wirbt mit dem Titel "Mértola - Vila Museu".



Annette steigt hinauf für ein Foto von oben



über diese Brücke (über den Rio Oeiras) kamen wir gestern

Der Blick von oben in alle Richtungen ist jedenfalls großartig. Beim Blick auf den Guadiana - den Großen Fluss des Südens - stecken wir nochmal die Nase in den Prospekt und lesen, dass das unter den Geographen der Antike berühmte Mértola von vorrömischer Zeit bis zur christlichen Wiedereroberung als nördlichster Hafen des Guadiana, ein bedeutender Handelsplatz war. Auf dem Landweg kamen Brot und Olivenöl von Beja, oder die Erträge aus den Minen von São Domingos, um hier verschifft zu werden. Nach der Eroberung durch die Christen war Mértola etwa hundert Jahre lang Sitz des Ritterordens von Santiago. Ab dieser Zeit beginnt der Guadiana als Verkehrsader zunehmend an Bedeutung zu verlieren, was wesentlich zum Niedergang des Ortes beitrug.



Blick über die Dächer von Mértola und auf den Rio Guadiana



Blick auf den Burgfried der Burg



wir laufen die Rua Prof. Baptista da Graça hinunter, neben uns den Großen Fluss des Südens

Nun steigen wir hinab und laufen parallel zum Guadiana auf der Rua Prof. Baptista da Graça und kommen am Uhrenturm vorbei, der hier einen formidablen Platz hat. Also uns gefällt Mértola ausnehmend gut und wir sind froh, es nicht den anderen Wohnmobilisten nachgemacht zu haben, nämlich kurz auf den großen Parkplatz gefahren und ganz kurz darauf weitergezogen zu sein. Wir laufen dann einmal ganz um die Stadt und die Burg herum auf der Estrada de Circunvalação.



Blick auf den Torre de Relógio - den Uhrenturm



Wer möchte nicht auch gern am 1. Februar draußen in der Sonne sitzen?



wie bucklig es ist auf der Rua Nossa Senhora da Conçeição



die Landschaft ist hier grandios



Herbert blättert im Prospekt "Alentejo - Zeit zum Glücklichsein" - welch passender Titel



ein letzter Blick auf Mértola

Vor unserer Weiterfahrt schießen wir noch ein letztes Foto von Mértola, hach, wie idyllisch die Lage ist. Nun soll es weitergehen nach Serpa. Als wir aber in Mina de São Domingos an einem hübschen Stausee vorbeikommen und dort eine handvoll Wohnmobile sehen, biegen wir ab zum praia fluvial - dem Flussbadestrand. Ist das alles nett angelegt hier; wie das wohl erst während der Badesaison aussehen mag? Wir können noch eine Weile draußen in der Sonne sitzen und uns des Lebens freuen.



Störche sind uns ja mittlerweile eine Selbstverständlichkeit



wir finden dieses lauschige Plätzchen am Stausee von Mina de São Domingos
N37°40.332    W7°30.245



unsere Tagesroute ca. 17,5km

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