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Dienstag, 21. Februar 2012



Durchfahrt durch Reguengos de Monsaraz

Heute verlassen wir den Stausee also und eigentlich dachte die Beifahrerin, dass sie die Kamera nun während der Fahrt wieder öfter aus der Hand legen kann. Aber auf der Fahrt nach Évora sehen wir so viele Störche, die mitten auf den Bäumen wohnen, ihre Nester oben auf die Baumkrone gebaut haben. Also das haben wir noch nirgends gesehen, aber Herbert mag keine Storchenfotos mehr sehen. Hinter Reguengos befinden wir uns auf der Weinroute, haben auch zwei Flaschen Weißwein aus dem Alentejo an Bord.



wir sind auf der Rota dos Vinhos do Alentejo



über den Rio Degebe geht es

Über den Rio Degebe geht es und dann schalten wir, was wir nur selten tun, unser Navi ein, um uns in Évora auf einen größeren Parkplatz bringen zu lassen. Man fährt dann immer so blind und bedingungslos, findet Annette und steckt ihre Nase viel lieber ins Kartenmaterial. Aber für Innerstädtisches ist das Navi manchmal doch hilfreich.



wir erreichen Évora..



und parken auf dem Rossio de São Brás

Den Parque Miranda hatten wir ausgewählt und finden uns nach zwei oder drei Kreisverkehren immer geradeaus auf dem Rossio de São Brás, einem riesigen Parkplatz, der wohl tausend Autos aufnehmen kann, wieder. Wir sind ganz nah zur Altstadt, die nördlich von uns liegt. Der allererste Eindruck von Évora ist der Klang der Kirchglocken von überall her. Ein satter dunkler Klang, der alle Viertelstunden ertönt.



diese Kirche steht auf dem Largo da Graça

Es ist 13 Uhr, als wir uns in die Stadt aufmachen. Einen groben Stadtplan von Évora hatten wir schon, sodass wir zielsicher auf dem Hauptplatz von Évora, dem Praça de Giraldo, ankommen, wo wir uns einen besseren Stadtplan geben lassen. Ach, ist es hübsch auf dem Platz, überall Cafés, die eine Leichtigkeit ausstrahlen bei den heutigen Frühlingstemperaturen. Für heute suchen wir uns, das heißt Herbert sucht, den Spaziergang zum Aquädukt, dem Aqueduto da Água da Prata (Silberwasseraquädukt) heraus, der am nördlichen Ende der Altstadt beginnt und sich auf 17km Länge hinzieht.



Blick auf den Hauptplatz im Herzen von Évora: den Praça de Giraldo

Auf den ersten Blick gefällt uns Évora richtig gut. Es ist eine Großstadt, die aber nicht riesig wirkt, Seit 1986 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO, das war auch das Jahr, als Portugal in die EU aufgenommen wurde. Wir lesen, dass Évora auch die weiße oder Museumsstadt - Cidade Museu - genannt wird, ein architektonisches und kunsthistorisches Juwel ist mit seinen eindrucksvollen Kirchen, geschichtsträchtigen Plätzen, einem weißen Häuserbestand und engen, mittelalterlichen Gassen. Ein Symbol für den Schmelztiegel von Kulturen, die sich hier angesiedelt, ihre unauslöschlichen Spuren hinterlassen und die Identität Portugals entscheidend geprägt haben; römische, arabische, jüdische und christliche Einflüsse und Traditionen sind bis heute sichtbar. Aber museal wirkt Évora gar nicht auf uns; alles wirkt so mondän und leicht.



durch diese Gasse laufen wir zum Aquädukt



in die Bögen des Aquädukts hat man die Wohnhäuser eingefügt

Am Aquädukt angekommen, sehen wir, wie die alten Wohnhäuser in die Bögen eingefügt sind. Durch eines der Stadttore - Porta da Lagoa - zieht sich der monumentale Aquädukt aus dem 16. Jahrhundert auf 17 Kilometern Länge bis nach Alto de São Bente. Von hier aus laufen wir an der Stadtmauer entlang wieder südwärts. Die Stadtmauer liegt wie ein Gürtel ganz um die Altstadt herum und schließt das alte Évora komplett ein. Alles ist sehr gut erhalten und erinnert uns an Avignon, wo wir im März waren und wo das Stadtbild mit Stadtmauer ganz ähnlich war.



der Aquädukt von Évora ist 17km lang



die Stadtmauer umschließt die gesamte Altstadt von Évora wie einen Gürtel



durch den Jardim Público spazieren wir heimwärts

Nun biegen wir noch ab zum Jardim Público, dem Stadtpark, der in 1866 angelegt wurde und in dem sich mehrere Uraltgebäude und auch der Palácio de Dom Manuel befindet. Oder vielmehr ein Rest des im 15. und 16. Jh. errichteten Königspalastes, und zwar die Galeria das Damas, ein Bau, den gezackte maurische Bögen zieren und der heute als Ausstellungshalle genutzt wird. Heute sind einige Leute im Park, eigentlich ist ja heute Feiertag in Portugal. Carnaval. Aber es geht gesittet zu; die jungen Leute sitzen und spielen Gitarre, manche machen ein Picknick. Ganz besonders gefallen uns die Pfauen, die stolz durch die Parkanlagen spazieren. Es sind mindestens drei Paare, die hier wohnen.



Blick auf den Palácio de Dom Manuel, der im Park steht



es gibt mehrere Uraltgebäude im Park



wir sehen mindestens drei Pfauenpaare, die im Park wohnen



was er für kräftige Beine und Füße hat



die jungen Leute sitzen im Park und machen Musik


 



die alte Pracht der früheren Kolonialmacht Portugal findet man noch überall (es ist der Ein- bzw. Ausgang vom Park)

Durch dieses schöne Eingangs- bzw. Ausgangstor verlassen wir den Park, gehen heim und sind dann froh, als die laute Musik der Kinderkarussells, die direkt neben dem Parkplatz aufgebaut sind, um 19 Uhr aufhört. Drei Fahrten auf einem der Karussells und die Kinder sind alle taub, glaubt Annette. Aber abends bleibt es erstaunlich ruhig auf dem Platz, es sind nurmehr die Kirchglocken, die regelmäßig ertönen. Wir bleiben natürlich noch einen weiteren Tag in Évora, haben ja gerade erst angefangen, die Stadt zu erkunden.      (Jetzt können wir auch wieder unser eigenes Routenprogramm verwenden, denn es ist so alt, dass der Stausee Alqueva noch gar nicht darin verzeichnet ist.)



unsere Tagesroute ca. 55km

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