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Mittwoch, 25. April 2012

das Gebäude ganz hinten mit den roten Dach ist das OLG München

Gestern Nachmittag erreichte uns ein Anruf unseres Anwalts: Der Richter am OLG hätte ihn angerufen und gebeten, dass Annette zum morgigen Termin erscheinen und noch einmal aussagen möge. (Sie wurde ja beim letzten Termin im September 2011 nicht mehr benötigt trotz Ladung.) Und nachdem wir gestern bis spät in die Nacht, bis ein Uhr, noch einmal bei Herberts Tochter waren und mit ihr und deren Mann, Herberts Exfrau und deren neuem Mann zusammengesessen und -gegessen und geredet haben und erst um 2 Uhr ins Bett kamen, auf dass es eine möglichst kurze Nacht würde, ist heute also unser großer Tag. Die Übernächtigtheit steht uns eigentlich ganz gut; wir sind weniger aufgeregt als sonst. Um 10:30 Uhr beginnt der Prozess, den Auftakt macht Annette mit ihrer Aussage, was total günstig ist, denn anschließend kann sie im Gerichtssaal verbleiben. Dann ist die Frau des Beklagten an der Reihe. Herbert malträtiert die gute Frau und hat tausend Fragen an sie. Widersprüchlichkeiten treten zutage. Dann redet einer der drei Richter (zwei Männer, eine Frau): Er hält das Pamphlet von 22 Seiten in der Hand und sagt dem Beklagten "das gehört sich nicht, 22 Seiten mit Behauptungen gegen die beiden Gutachter und dann die Gebühren von 1.200 EUR (600 pro Nase) nicht bezahlen, obwohl die Gutachter auf dieses Pamphlet hin geladen werden müssen für deren Richtigstellungen. Der heutige Prozesstag verläuft total gut für uns, sowohl Gutachter A als auch B, der immer so vage war, sagen "dass der Beklagte zu 100% vom Schaden gewusst hat". Der Beklagte, der in seinem Pamphlet schrieb, dass Gutachter A nun schon dreimal das Fahrzeug begutachtet hat und noch immer nicht erkannt hat, dass wir das Fahrzeug geflutet hätten, dass es später noch eine zweite Flutung seitens der Werkstatt gegeben hätte, wird irgendwann wieder ungehalten und sagt wörtlich "Ich habe ja wohl die meiste Sachkenntnis von allen im Raum Anwesenden". Worauf alle im Raum Anwesenden äußerst negativ reagieren. Auch wurde Gutachter B im Pamphlet nicht verschont in Sachen seiner Urteilsfähigkeit und seines Fachwissens. Na, wie dem auch sei, alles wird protokolliert, praktisch jedes Wort. Bis der Prozesstag um 13:30 Uhr beendet wird, fordert der Richter von uns, dass wir zu den vorgelegten Rechnungen auch Bankauszüge vorzulegen hätten, da die Gegenseite unsere Investitionen anzweifelt. Auch will der Richter, dass Gutachter A eine Summe nennt, die der Nutzung entspricht für den Zeitraum von den knapp 6 Monaten, die wir das Fahrzeug benutzt haben. In diesem Zeitraum haben wir das Fahrzeug 8.000km bewegt und die Gegenseite verlangt 2,50 EUR pro Kilometer, was einer Summe von 20.000 EUR entspräche. Eine Summe, die alle im Raum Anwesenden als abenteuerlich bezeichnen. Gutachter A fände 500 EUR angemessen. Jedenfalls sind alle drei Richter völlig auf unserer Seite und lassen dies den Beklagten spüren. Einmal mehr braust dieser auf und fragt "Sie wollen mich doch wohl nicht als Lügner bezeichnen, Herr Richter?" Und doch hat die Beklagtenseite wieder eine Möglichkeit gefunden, den Prozess weiterhin in die Länge zu ziehen, und zwar mit einem Zeugen, der auch schon damals vor dem Landgericht Traunstein ausgesagt hat. Es werden vom Richter drei Termine vorgeschlagen, der Anwalt der Gegenseite telefoniert mit diesem Zeugen, aber natürlich ist dieser Zeuge bei allen drei Terminen verhindert. Na ja, so war es ja immer. Aber heraus kommt der Beklagte jetzt nimmermehr, da sind wir nach dem heutigen Prozesstag überzeugt. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir von München wieder heim nach Bad Aibling, erzählen den Lieben vom derzeitigen Stand der Dinge und bringen abends den Polo wieder zurück zu Herberts Exfrau. Morgen müssen wir zum TÜV; der noch im April fällig ist

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