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Donnerstag, 21. Februar 2013



wir verlassen die Stadt Ouarzazate

Heute wollen wir mal einen großen Sprung von 158km machen, bis zur Stadt Zagora am Rande der Wüste, umgeben von den Wüstenbergen Djabal Adafane (1.027m) und Djabal Zagora (974m). Solche Gewaltfahrten machen wir zwar sonst nicht an einem Tag, aber auf der Strecke lohnt ein Zwischenstop nicht; die Gegend ist kaum besiedelt bis auf die kleine Stadt Agdz bzw. Agdez. Gegen halb elf Uhr Ortszeit fahren wir los.



jetzt liegen 158km Strecke vor uns

Wir waren ja bisher fast immer in südlicher Richtung unterwegs, und so haben wir auch heute wieder das leidige Problem, dass uns die Sonne direkt ins Fahrerhaus scheint und sich alles in der Windschutzscheibe spiegelt. Wir räumen immer alles weg, Kartenmaterial, Bücher, Pullover, aber am Ende spiegeln wir uns selbst immer noch am meisten in der Scheibe. Was sehr schade ist, weil fast alle Fotos durch die Frontscheibe misslingen.



wieder sind wir die einzigen weit und breit

Die Landschaft, die gigantischen Berge, sind beeindruckend wie eh und je. Wir steigen schon wieder auf eine Passhöhe von 1.660m, auf den Tizi-n-Tinififft. Die Straße ist in gutem bzw. sehr gutem Zustand, was das Befahren der vielen Serpentinen sehr erleichtert. In manchen Kurven sind neben der Gegenfahrspur größere Parkflächen, von denen wir manche anfahren, um Fotos zu machen. Immer sind wir die einzigen, aber sobald wir stehen, kommt jemand wie aus dem Nichts und will uns Datteln in einer Pappschachtel oder in einem ganz kleinen geflochtenen Körbchen verkaufen. Derjenige muss sich irgendwo am Hang versteckt halten, denn vorher ist nie jemand zu sehen. Na, nach dem dritten Anhalten auf so einer Parkfläche wissen wir, wie der Hase läuft. Auch sind die Schachteln und Körbchen immer gleich und wer weiß, ob die Sachen nicht aus China sind? Heutzutage kommt doch alles aus China, mittlerweile sogar Obst und Gemüse.

Eine weitere Rast nutzen wir, um die Frontscheibe zu putzen, denn das hatten wir bei der Abfahrt vergessen. Und die paar Regentropfen, die in den letzten zwei Tagen herunterkamen, haben alles nur verschmiert. Auch nehmen wir eine Flasche Wasser mit ins Fahrerhaus, denn drinnen ist es doch recht heiß, während die Temperaturen draußen ziemlich kalt sind auf 1.660m Höhe. Der Anblick der Berge wird immer überwältigender und wir sind ganz berauscht davon. Alles ist hier Steinwüste, und wir fragen uns, wovon die Leute eigentlich leben, die in den Dörfern wohnen, durch die wir kommen. Hier kann man ja nicht mal einen Gemüsegarten anbauen. Auch wundern wir uns immer, dass die Schaf- und Ziegenherden so weit von jeder Zivilisation entfernt sind. Wie weit weg der Schäfer sie jeweils bringt.



schnell die Scheiben putzen . . .



so schlängelt sich die Straße am Felsen entlang


 



uns beeindrucken die Berge immer wieder aufs neue



so weit abgelegen wie in diesem Dorf da unten leben hier die Menschen



wir erreichen eine der Kasbahs an der Wegstrecke



Durchfahrt durch Agdez

Irgendwann erreichen wir die Ortschaft Agdz bzw. Agdez, die für hiesige Verhältnisse schon fast städtische Ausmaße hat. Es ist wieder einiger Betrieb in den Straßen, die Waren stehen draußen und stauben ein. Die Menschen, die hier im Süden leben, sehen schon sehr afrikanisch aus, also schwarzhäutig usw. Anders als in nördlicheren Gefilden, durch die wir bisher gekommen sind.



ein paar Eindrücke von Agdez



Agdez hat schon fast städtische Ausmaße



weiter geht es durchs Drâa-Tal mit herrlichen Panoramablicken

Nun durchfahren wir das Drâa-Tal, und den namengebenden Fluss sehen wir immer wieder auf unserer Weiterfahrt. Es ist eine hübsche Strecke, und man sieht wiedermal, dass, wo Wasser ist, auch Leben ist. Laut unserer Straßenkarte geht die Überlandstraße kurz hinter Adgez in eine untergeordnete Straße über, aber die Fahrbahndecke bleibt weiterhin in gutem Zustand, worüber wir froh sind. Es liegen noch weitere Dörfer auf unserer Route, die auf den ersten Blick immer so unbewohnt aussehen, aber überall sind auf den zweiten Blick Anzeichen von Leben. 

der Drâa begleitet uns auf langer Strecke

Sehen die Berge nicht aus wie schmelzendes Eis?

entlang dem Fluss wachsen dutzende Palmen

man macht sich ja keinen Begriff, wieviel Leute immer zu Fuß auf den Überlandstraßen unterwegs sind

ein weiteres Dorf liegt an unserer Wegstrecke . . .

. . . bevor wir die Stadt Zagora - früher wichtige Karawanenstation - erreichen

Dann erreichen wir die Stadt Zagora, wo wir uns das Camp Les Jardins de Zagora ausgesucht haben. Es soll neben dem Hotel Tinsuline liegen, aber auf Anhieb finden wir nicht dorthin. Stattdessen fahren wir einmal ganz durch die Stadt, die uns auf Anhieb gefällt. Wir fragen dann jemanden auf der Straße, und die Einheimischen helfen ja immer so gern. Auf dem Camp angekommen, ist schon wieder alles so voll; man zeigt uns drei noch freie Plätze, die uns aber nicht zusagen bzw. zu klein sind. Dann sehen wir selbst noch einen Platz, auf den wir dürfen und auch passen. Na bitte, nehmen wir doch den. Da haben wir sogar deutsche Nachbarn aus Coburg. (Die Nacht kostet 50 DH, 4,50 EUR, Strom 20 DH, 1,80 EUR) Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, laufen wir in die Stadt, denn neben der großen Moschee soll es eine Patisserie geben, die schöne kleine Törtchen verkauft. (Davon hatten die Coburger geschwärmt.) Die ist schnell gefunden, und wir nehmen vier Stücke für insgesamt 19 DH (1,71 EUR). Dann lassen wir es uns gutgehen auf unserem Platz, und abends kommt der bestellte Salade marocaine zu uns an Bord. Aber so kleine Portionen Salat haben wir ja noch nie gehabt. Na, morgen werden wir besser in der Stadt essen. Wir sind gespannt auf Zagora.

wir steuern das Camp Les Jardins de Zagora an

hach, wie schön es sich sitzt in der Nachmittagssonne

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