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Dienstag, 12. Februar 2013



weiter geht es in südlicher Richtung, nachdem die Stadt Midelt hinter uns liegt

Südlich, immer weiter südlich soll es für uns gehen. Bevor wir Midelt verlassen, tanken wir zur Vorsicht noch in der Stadt. Herbert sagt zwar, dass wir bestimmt noch 300km fahren könnten mit dem Diesel, den wir noch im Tank haben. Aber wer weiß, wie kurvig und steil die Strecke wird. Es gibt dann sogar eine Shell-Tankstelle in Midelt, wo der Diesel derzeit 8,33 DH (0,75 EUR) kostet, und wo wir sogar mit Kreditkarte bezahlen können. Auf diese Weise schmilzt unser Bargeld nicht so schnell weg, denn die Summe beläuft sich auf immerhin 950 DH. Dann setzen wir unsere Fahrt fort. Die ersten paar Kilometer gehen noch durch Flachland, aber dann kommen die Berge wieder mit Urgewalt. Wie gut, dass die Straßen in so gutem Zustand sind, denn das hatten wir gar nicht erwartet.



die Landschaft ist einfach bezaubernd



es geht auf 1.907m hinauf



hier und da sind kleine bewohnte Siedlungen



noch mehr Zeichen von Leben, in Nzala

Unterwegs kommen wir durch mehrere kleine Ortschaften, die alle bewohnt sind. Wir fragen uns, wie das Leben wohl sein wird, so abgelegen und fern jeder Stadt. Heute ist es auch das erstemal, dass wir drei- oder viermal am Straßenrand anhalten, um den Kindern ein paar Süßigkeiten zu schenken. Auf gerader Strecke sehen wir sie ja immer rechtzeitig, setzen dann den Blinker, damit sie sehen, dass wir anhalten wollen. Wir haben dann zwar immer noch einen ziemlichen Bremsweg, aber die Kinder kommen dann schon mit wehenden Röcken auf uns zugelaufen, denn es sind meist Mädchen. Sie sind ganz bunt gekleidet, und so süß mit ihren schwarzen Haaren und schwarzen Augen. Sie sind ganz still und scheu und schauen uns mit großen Augen an. Wir haben kleine Tafeln Schokolade und andere Süßigkeiten für sie. Die Kinder betteln überhaupt nicht; es hat noch kein einziges Kind auf unserer bisherigen Reise gebettelt. Im Reisebuch Marokko hatte es geheißen, dass man den Kindern nichts ohne Gegenleistung schenken soll, aber was sollen wir von so kleinen Kindern von vielleicht 5 bis 8 Jahren schon für eine Gegenleistung erwarten? Wir wollen ihnen nur eine ganz kleine Freude machen. Aber vielleicht hätten wir besser kleine Plüschtiere oder so mitgebracht, an denen sie längere Freude gehabt hätten.



die Straße lässt sich ja so gut befahren



und hier sehen wir die ersten Kamele unserer Reise

Auf unserer Weiterfahrt sehen wir auch die ersten Kamele, die ganz allein ohne Menschen auf den kargen Flächen stehen. Da wird uns so richtig bewusst, wie südlich wir eigentlich schon sind und dass es gar nicht mehr weit ist bis in die Wüste. Heute sind auch viele Autos unterwegs, die jeweils mehrere Schafe auf ihrer Ladefläche transportieren. Manchmal ist dann eben kein Platz mehr für die mitreisenden Leute, die sich dann selbst mit der Ladefläche begnügen müssen.



alles sieht schon wie Wüste aus



heute sind viele Fahrzeuge unterwegs, die Schafe transportieren

wie klein der Mensch doch ist bei dieser Kulisse

wieder kommen ein paar Besiedelungen

wir erreichen und überqueren den Ziz-Fluss

Dann erreichen wir den Ziz-Fluss, den wir auch überqueren über eine hübsche Brücke. Hier sieht man dann auch, dass Wasser Leben bedeutet. Denn plötzlich sind die Straßen palmengesäumt, und überhaupt blüht und grünt es da, wo sich der Ziz entlang windet. Obgleich er nur wenig Wasser führt. Wir erreichen die Ausläufer der Ziz-Schlucht, und recht bald durchfahren wir einen kurzen Tunnel, der den prächtigen Namen Tunnel du Légionnaire trägt. Jetzt sind es nur noch wenige Kilometer bis zu unserem heutigen Tagesziel, der Kasbah Jurassique.

wo Wasser ist, ist Leben

wer am Fluss lebt, hat ein etwas leichteres Leben

uns wird langsam bewusst, wie südlich wir eigentlich schon sind

der Ziz windet sich durchs Gebirge . . .

. . . und gibt der Ziz-Schlucht seinen Namen

wir erreichen uns heutiges Ziel, die Kasbah Jurassique, wo Wohnmobile willkommen sind

So, und nach dieser Fahrt soll noch einer sagen, Annette wäre keine gute Fotografin. Alle Fotos wurden aus dem fahrenden Wohnmobil geschossen. Durch die Frontscheibe bzw. aus dem offenen Seitenfenster. Und jetzt sind wir froh, dass wir zum Stehen kommen. Die Kasbah Jurassique hat eine extra Fläche für Wohnmobile angelegt, etwas weg von der Straße. (50 DH, 4,50 EUR die Nacht.) Und was für eine Kulisse uns hier umgibt. Gewaltige Bergketten. Die einzelnen Plätze für Wohnmobile sind mit Steinen abgesteckt, und Stromanschlüsse gibt es auch mehrere. Heute sind wir aber die einzigen hier

hier geht es zur Rezeption

Als wir an der Rezeption sind, kommt der Betreiber der Kasbah und fragt, ob wir französisch sprechen? Non, sagen wir mit Bedauern. Feel at home, sagt er daraufhin und zieht mit seinem rechten Arm einen Halbkreis durch den ganzen Raum. Na, wie Zuhause kann man sich hier wirklich fühlen, alles ist wieder so heimelig mit den vielen Stoffen, Kissen und Teppichen. Aber es ist auch etwas klamm hier drinnen bei nur 12,9°C. Darum werden wir hier heute Abend wohl auch nicht essen gehen. Später laufen wir dann auch mal mit der Kamera durch die Räumlichkeiten und machen ein paar Fotos. Die Türen zu allen Zimmern stehen offen, damit zumindest tags die Wärme hinein kann. Von der Dachterrasse haben wir einen spektakulären Blick auf die Berge. Einen Swimmingpool gibt es auch, und es muss toll sein, beim Schwimmen von diesen gewaltigen Bergen umgeben zu sein. Abends leuchten tausend Sterne auf uns. Es ist ein zauberhaftes Fleckchen Erde hier.

die Räumlichkeiten sind heimelig wie immer

überall können sich die Gäste aufhalten

Blick auf die Dachterrasse, wo sich weitere Zimmer befinden

die Zimmer sind einfach eingerichtet, haben aber ihr eigenes Bad

Blick in den Innenhof

und so stehen wir an der Kasbah Jurassique, auf einer eigens für Wohnmobile angelegten Fläche

welch grandiose Gebirgskette die Kasbah umgibt

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