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Mittwoch, 13. Februar 2013



die Fensterscheiben sind ständig verstaubt und müssen immer wieder geputzt werden

Am späten Vormittag setzen wir unsere Reise fort. Da sind die Temperaturen schon wieder richtig schön warm, aber auch die Nächte sind hier im Süden nicht mehr kalt. Nach ein paar Kilometern müssen wir aber doch erstmal anhalten, denn unsere Fensterscheiben sind ständig versandet und eingestaubt, da lassen sich keine guten Fotos machen.



welche tolle Perspektive



die Landschaft wird nur immer noch schöner



zwei Radfahrer kommen am Stausee, dem Barrage Hassan Addakhi, vorbei

Nach etwa zwanzig Kilometern erreichen wir den Barrage Hassan Addakhil, einen Stausee, der so türkisfarbenes Wasser hat, dass man meinen möchte, das Wasser wäre eingefärbt. Die Straße ist auf diesem Abschnitt wieder besonders gut, und es kommen uns zwei Radfahrer mit Sack und Pack entgegen, die Marokko wohl mit dem Fahrrad bereisen. Bald nach dem Stausee erreichen wir die Stadt Errachidia, bzw. Er-Rachidia, Al-Rachidia, oder mag jemand doch lieber Ar-Rachidia? Es gibt so viele verschiedene Schreibweisen, aber unter welcher soll man die Stadt im Reisebuch finden? Dort finden wir sie unter Errachidia und lesen, dass die Stadt früher Stützpunkt der Fremdenlegion war, dass sie heute 200.000 Einwohner hat und wichtiger Standort der marokkanischen Truppen ist. Auch ist Errachidia wegen ihrer Lage am Rande der Sahara ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Wüste und Oasen. Die Stadt selbst soll nicht besonders sehenswert sein, so lesen wir. Aber die Durchfahrt ist dennoch wieder interessant, es gibt manche hübschen orientalischen Gebäude und Tore zu sehen. Wir kommen sehr gut durch die Stadt, was bei den extrem breiten Straßen auch kein Wunder ist. Alles ist immer so großzügig angelegt.



wir erreichen die Stadt Errachidia



wir halten an diesem Berberzelt und setzen uns ins Café Vallée de Ziz

Nach weiteren Kilometern sehen wir einen großen Parkplatz und auf den zweiten Blick dieses Berberzelt. Halten wir also mal an und schauen uns um. Von hier aus haben wir einen prächtigen Blick auf das Ziz-Tal, und auch die paar aufgestellten Tischen und Stühle nennen sich Café Vallée de Ziz. Zwei Männer, die das Zelt und Café betreiben, begrüßen uns freundlich. Und schon bestellen wir uns einen Minzetee und einen Tee, den wir gar nicht kennen, dazu einen marokkanischen Salat. Ach ja, dann sitzen wir und lassen es uns gutgehen.



wir trinken uns einen Thé à la Menthe und einen à la Marjolaine . . .

Wie wir so dasitzen und reden und die letzten zwei Wochen Revue passieren lassen, kommen wir beide immer mehr zu der Überzeugung, dass unsere erste Fahrt nach Marokko nicht die letzte für uns sein wird. Land und Leute gefallen uns so gut, und bisher fühlen wir uns einfach nur gut. Weißt du, sagt Herbert, jetzt, da wir die Hürde Marokko genommen haben und alles so gut klappt, könnte ich auch mal in den Iran fahren. -- Könnte ich auch, aber nur wir beide allein, nicht als geführte Reise, sagt Annette, und mit einem kleineren und einfacheren Fahrzeug. Der Iran ist für uns ein Land, das uns beide, unabhängig voneinander, sehr fasziniert. Mal schauen, wie alles kommt in der weiteren Zukunft. Jetzt sitzen wir jedenfalls hier und erinnern uns an die Worte anderer Marokkofahrer: Entweder würde man Marokko hassen oder lieben. Also unser Auftakt war doch ein richtig guter, und vielleicht auch, weil wir nicht die Touristenroute genommen haben. Jedenfalls gefällt uns der Aufenthalt im Land sehr.  



. . . dazu einen Salade Marocaine



wir durchfahren den Ort Aoufous



jetzt wird die Landschaft immer karger; die Berge haben wir längst hinter uns gelassen

über Land laden mehrere Kasbahs zum Verweilen oder Übernachten ein

Durchfahrt durch Erfoud

Wir fahren dann immer weiter südlich, durchfahren den Ort Aoufous und erreichen die Stadt Erfoud. Von hier biegen wir ab in Richtung Merzouga bzw. Taouz. Wir wollen auf den Camp Ocean des Dunes, der im Dörfchen Hassi Labiad liegt und freien Blick auf die etwa 150m entfernten Wüstendünen bietet. Zunächst bleibt die Straße asphaltiert, auf etwa zehn Kilometern kommen wir gut voran. Dann aber geht die Straße in üble Waschbrettpiste über. So ein Mist, sagen wir uns. Davon steht kein Wort im Campingbuch Marokko, das hätte man doch mal erwähnen können, dass man gar nicht mit jedem Fahrzeug hier weiterkommt. Denn kurze Zeit später geht die Waschbrettpiste über in Sandstraße. Feinster Wüstensand überall.

hinter Erfoud geht es in Richtung der Wüste Erg Chebbi

die Straße wechselt von Asphalt zu Waschbrettpiste . . .

. . . um schließlich in Sandpiste überzugehen

Ob das alles so richtig ist?

mehrere Straßen führen durch den Sand, man kann sie kaum unterscheiden

Als sich die Sandstraße gabelt, sehen wir plötzlich einen jungen Mann mit seinem Motorrad des Wegs kommen. Wir fragen ihn, wie weit es denn noch wäre bis Merzouga? Na, so 30km. Davon 10km Sandstraße und dann nochmal 20km schlechter Straße. Wir verstehen die Worte quatre quatre, difficile, sable. (4x4, schwierig, Sand). Er bietet uns an, dass Herbert mitfahren soll auf seinem Motorrad, um sich die Strecke mal anzuschauen. Aber das wollen wir nicht. So weiterfahren wollen wir auch nicht, sondern umkehren, ein anderes Camp suchen. Das machen wir also, wir kehren um und fahren zurück nach Erfoud, wo wir vorhin abgebogen sind.

wir kehren zurück nach Erfoud

auf der Fahrt nach Rissani sind so viele Radfahrer unterwegs - ihnen gehört die Straße

Jetzt suchen wir uns erstmal eine Möglichkeit, wo wir über Nacht stehen können. Die findet sich 2km vor der Stadt Rissani. An der Kasbah Ennasra, an der Hauptstraße. Dort angekommen, sieht das Umfeld der Kasbah wie eine Mondlandschaft aus. Wo soll hier der Platz für Wohnmobile sein, fragen wir uns. Dann aber kommt man schon auf uns zu und sagt, dass der Platz für Wohnmobile hinter der Anlage ist. Die wollen wir uns erstmal anschauen, denn die Zufahrt ist noch gar nicht zu erkennen, so ist der gesamte Boden aufgewühlt. Besonders hübsch steht man hier zwar nicht, aber dafür ist die Anlage der Kasbah ganz zauberhaft. Wie man sich den Orient vorstellt. Im Pool ist sogar Wasser. Uns würde die gesamte Anlage zur freien Verfügung stehen, sagt man uns. Auch haben wir vom Wohnmobilplatz einen eigenen Durchgang zu den eigenen Duschen und Toiletten. Alles ist hier sehr hübsch und gepflegt. (Die Nacht kostet 50 DH (4,50 EUR.) Die einzigen Gäste außer uns sind ein holländisches Paar, das mit dem Fahrrad durch Marokko fährt. Sie fragen uns, ob die Ziz-Schlucht schön ist? Oh ja, sagen wir ihnen, und dass sie da ganz schön in die Pedale werden treten müssen. Abends schauen wir uns nochmal eine andere Karte von Marokko an und sehen, dass noch eine andere Straße nach Merzouga  und in die Wüste führt, und zwar von Rissani aus. Wir fragen jemanden an der Rezeption, ob sich diese Straße gut befahren lässt? Oh ja, heißt es, es sei eine reguläre Asphaltstraße. Wie schön. Ist unser Ziel auf dem Camp Ocean des Dunes doch noch nicht ins Wasser gefallen. Da wollen wir morgen hin. Heute sind wir fatigue - kaputt vom Fahren.

Ankunft an der Kasbah Ennasra, unserem Ziel für die Nacht

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