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Mittwoch, 11. Dezember 2013



morgens in der Bucht von Boca do Rio

Stockfinster war die Nacht. Und stürmisch. So stürmisch, dass wir die ganze Nacht durchgerüttelt wurden wie auf der Eisenbahn. Und so laut. Der Wind heult und macht Krach wie auf der Autobahn. Das wollen wir nicht noch tagelang so haben; das ist selbst uns, die wir den Atlantik lieben, zuviel. Als Herbert mal vor die Tür geht, sieht er, dass der Phoenix über und über mit feinem roten Sand bestäubt ist. Jetzt muss eine Autowäsche her, aber woher nehmen an der Westalgarve? Die meisten Anlagen sind nur für Autos. Da fällt Annette ein, dass wir mal vor mehreren Jahren auf dem Camp in Sagres unser Wohnmobil waschen konnten. Fahren wir also dahin. Wir wollen sowieso nicht länger in Boca do Rio bleiben, sondern die Sturm- und Regenzeit lieber in Sagres ausharren. Da haben wir mehr Möglichkeiten und stehen auf dem gepflasterten Parkplatz der Fortaleza auch besser. Um halb elf fahren wir los.



wir waschen den gröbsten Dreck ab



Blick auf Raposeira während unserer Weiterfahrt



Ankunft in Sagres

Das Wetter ist so scheußlich, und alles sieht trist aus, wenn die Sonne nicht da ist. Da schlägt bei uns immer ganz schnell die Stimmung um und wir fragen uns, wie lange wir das Leben im Wohnmobil noch leben wollen. Wir glauben dann immer, dass dies der letzte Winter im Wohnmobil sein wird. Jetzt, da Rosi und Manfred, die uns die bisherige Winterzeit so leichtgemacht haben, nicht da sind, geht unsere Laune gegen null. Dann erreichen wir Sagres und an der ersten Tankstelle auf der rechten Seite sieht Annette neben der Autowaschstraße ein hohes Dach, das aussieht wie von einer LKW-Waschanlage. Wir fahren nochmal zurück und tatsächlich, Jet Wash steht am Dach geschrieben. Wir sehen auch die Bügel der Hochdrucklanzen. Aber ach, die Anlage ist längst nicht mehr in Betrieb, etliche alte Autos stehen unter dem Dach. Jetzt also zum Campingplatz, aber dort sagt man uns, dass der Kärcher kaputt ist. Vielleicht will man uns auch nicht haben, wenn wir nur fürs Waschen kommen.  

Wir fahren dann zum Parkplatz der Fortaleza und parken so, dass wir den Leuchtturm vom Cabo de São Vicente genau vor unserem Fenster haben. Die Sicht ist zwar nicht so gut, es ist sehr diesig, aber abends, wenn er zu leuchten anfängt, werden wir ihn schon sehen. Jetzt berappelt sich unsere Stimmung schon etwas. Und gottlob ist es ja nicht kalt draußen, nur extrem windig. Heute früh um 6 Uhr hatten wir 19°C an Bord, ohne Heizung. Für heute wurden ja 80% Regenwahrscheinlichkeit angekündigt, aber die lassen auf sich warten. Der Regen könnte ja den roten Sand abwaschen.



wir stehen auf dem Parkplatz der Fortaleza



diesen Blick haben wir von unserem Platz aus



nur gut, dass der Sturm uns von den Klippen wegdrückt

Am frühen Nachmittag ziehen wir uns winddicht an und laufen mal los. An den Klippen entlang, wo der Blick aufs Meer immer so schön ist. Der Sturm drückt uns zum Glück von den Klippen weg, sonst wären wir hier wohl nicht entlanggelaufen. Ach ja, der Blick aufs Meer tut gut. In einem großen Bogen laufen wir zum Alisuper, dem Supermarkt auf der Hauptstraße von Sagres, weil wir rote Paprika fürs Abendessen brauchen. Dann kehren wir ins Café vom Mareta Beach Hotel ein, wo es so warm ist, dass wir es nicht lange aushalten. Aber es ist ja immer so gemütlich dort. Dann gehen wir zum Praia de Tonel, einem der vielen Strände bzw. Strandbuchten. Die Wellen tosen noch immer ununterbrochen; Herbert macht viele Fotos. Dann gehen wir heim und schreiben Rosi und Manfred, dass wir jetzt in Sagres sind und uns auch nicht mehr von dort fortbewegen werden bis zum Wiedersehen. Wir warten auf Regen und der kommt um 15:50 Uhr Ortszeit. Zuerst nur ganz zaghaft, aber dann doch etwas kräftiger. Später fängt auch der Leuchtturm an zu leuchten, was ein erhebendes Gefühl ist. Der Sturm bleibt uns wieder die ganze Nacht erhalten, macht aber nicht so einen Lärm.



kalt ist der Wind nicht



der Atlantik ist heute ganz aufgewühlt



Blick auf den Mareta Beach von Sagres


 



wir sitzen im Café vom Hotel Mareta Beach


 



mittwochs ist alles geschlossen auf dem Praça da República



wir sind am Praia do Tonel



Herbert macht viele Fotos



die Wellen brechen sich an den Felsen



unsere Tagesroute ca. 18km

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