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Sonntag, 15. Dezember 2013



die Sonne geht auf

Eigentlich hatten wir vor, heute in die Fortaleza de Sagres zu gehen, aber das Wetter soll in den kommenden Tagen schlechter werden. Und da ist es vielleicht das beste, wenn wir stattdessen heute zum Cabo de São Vicente gehen. Wir alle verabreden uns für 11 Uhr Ortszeit und ziehen dann los. Manfred hat sein GPS Gerät dabei und wir sind mal gespannt, wie lange wir brauchen bis ans "Ende der Welt" und wie weit der Weg zum südwestlichsten Punkt des europäischen Festlands tatsächlich ist. Wir haben bisher immer sechseinhalb Kilometer im Kopf.



vier Leute - vier Kameras



wenn die Teller nur keine Löcher hätten

Sobald wir auf der Straße sind, die zum Kap führt, hört die Besiedelung auf und auch landschaftlich fühlt man sich schon am Ende der Welt. Kein Baum, kein Strauch ist mehr zu sehen, nur flache Büsche, die an Heidekraut erinnern. Robust muss die Flora hier sein, denn hier gehen ganz oft starke Winde. Heute aber ist das Wetter schön. Als erstes kommen wir an den Praia de Beliche, eine der vielen schönen Strandbuchten von Sagres. Es ist immer wieder so, als sähe man den Strand, das blaue Meer und die Wellen zum erstenmal. Man kann sich einfach nicht sattsehen daran. Und jede Welle ist ja anders.



Blick auf den Praia de Beliche



die Straße geht fast immer schnurgerade



hier gibt es noch eine weiter Töpferei mit angeschlossenem Restaurant



wir erreichen die Fortaleza de Beliche

Nach etwa 4km erreichen wir die Fortaleza de Beliche, eine kleine Festung, deren Ursprungsjahr unbekannt ist. Man weiß lediglich, dass sie bei einem Angriff unter Sir Francis Drake wohl vollständig zerstört und die heutige Anlage einer Inschrift zufolge 1632 wieder aufgebaut wurde. Sie wurde wohl kürzlich erst wieder restauriert, denn in so gutem Zustand und frisch gestrichen haben wir sie von unserem letzten Besuch vor ein paar Jahren nicht in Erinnerung. Der Blick auf die Festung und die schroffen Felsen ist spektakulär aus ein paar Schritten Entfernung. Und immerzu schlagen die Wellen gegen die Felsen mit einem ungeheuerlichen Getöse. 



die Felsen sind ganz bizarr



von der Fortaleza de Beliche bieten sich herrliche Blicke aufs Meer



Rosi und Manfred kaufen sich je eine Strickjacke

Jetzt können wir auch längst schon den Leuchtturm vom Cabo de São Vicente sehen, aber es sind immer noch mehr als 2km zu gehen. Dann sind wir an unserem heutigen Ziel angelangt. Viel los ist heute nicht am Kap, aber der Stand mit den Strickjacken, den es schon seit Jahren gibt, hat geöffnet. Rosi und Manfred kaufen sich je eine Jacke. Und dann sehen wir, dass das Leuchtturmgelände geöffnet ist; damit hätten wir nicht gerechnet. Also schnell aufs Gelände. Auf einem gegenüberliegenden Felsen steht ein Angler in so schwindelerregender Höhe, dass wir einerseits immerzu hinschauen müssen und andererseits nicht mitansehen können, was ihm nicht alles zustoßen könnte. Er klettert dann noch etwas tiefer den Felsen hinunter. Das kann Herbert jetzt aber wirklich nicht mehr mit anschauen. Unten tost das Meer und sieht eigentlich aus, als würde sich das Wasser wie in Zeitlupe senken und heben.



wir sind auf dem Leuchtturmgelände



der eine Felsen sieht doch wie eine Holzpantine (ein Holzschuh) aus



unablässig tost der Atlantik



wir sind im kleinen Café

Wir setzen uns dann auch in das winzig kleine Café, wobei es gar kein richtiges Café ist, denn der Kaffee kommt aus einem Automaten. Na egal, dafür ist der Blick aus dem Bogenfenster umso hübscher. Rings umher stehen viele Likörflaschen mit Feigenlikör und ähnlichem, aber davon lassen wir schön die Finger. Das kleine Rundfenster mit den alten Kacheln ist besonders hübsch. Annette fragt eine Angestellte, ob diese ein Foto von uns allen machen könnte. Und weil die Kamera direkt gegen das Bogenfenster schaut, glauben wir, dass das Foto misslingt. Alles fast schwarz auf dem Display, aber dann ist es ja doch noch gut gelungen.



Voilà, das Foto gegen das Fenster ist ja doch noch etwas geworden



diesen Ausblick haben wir



eines der Kunstwerke im Eingangsbereich zum Café


 


 



an den unmöglichsten Stellen stehen die Angler

Dann gehen wir noch auf die Klippen, um den Leuchtturm aus der Ferne sehen zu können. Sehen die Grabplatte eines in 2001 hier verunglückten Deutschen. Jedes Jahr stürzen hier Leute von den Felsen, weil sie einfach zu nah an den Abgrund treten. So wie jetzt. Überall sehen wir Angler, die gefährlich nah am Abgrund stehen. Kann man nur hoffen, dass kein Fisch anbeißt. Aber wie heißt es immer so schön: Es ist nicht der Fisch, den man nach einem Angeltag nach Hause bringt, sondern der Seelenfrieden.



diese Grabplatte ist eine Mahnung an alle, die sich hier nicht auskennen - so ist es wörtlich eingraviert



von hier aus haben wir einen schönen Blick auf den Leuchtturm vom Cabo de São Vicente

So, nachdem das perfekte Foto vom Leuchtturm, der mit seinen 3.000 Watt Lampen als das stärkste Leuchtfeuer Europas gilt, im Kasten ist, machen wir uns auf den Heimweg. Jetzt, da wir wissen, dass wir für den Hinweg 6,91km zurückgelegt haben, allerdings inklusive dem kleinen Abstecher zur Fortaleza de Beliche, wissen wir ja nun, was auf uns zukommt. Nur gut, dass wir auf dem gesamten Rückweg unser Ziel vor Augen haben, denn die Fortaleza de Sagres ist ja ein sehr markanter Punkt. Daheim angekommen, gehen wir gleich weiter zum Café Finisterra, um dort Hamburger und Tosta zu essen. Heute bleibt die Bordküche also kalt. Es ist wieder so ein herrlich goldenes Licht kurz vor dem Sonnenuntergang. Aber dann wird es wieder schlagartig kalt. 


 



wir sind auf dem Heimweg



jetzt setzen wir uns noch ins Café Finisterra auf Hamburger und Toast

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