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Montag, 16. Dezember 2013



auf geht es zur Fortaleza de Sagres

Es ist ziemlich windig heute. Und Sonnenschein sehen wir heute auch keinen. Nur gut, dass wir schon gestern zum Leuchtturm gewandert sind. Heute wollen wir uns die Fortaleza de Sagres vornehmen, die ja als das Zentrum der portugiesischen Entdeckungs- und Eroberungsgeschichte im 15. und 16. Jh. gilt. Hier soll Heinrich der Seefahrer seine vielgerühmte Seefahrerschule gehabt haben, in der er jungen Kapitänen den aktuellen Forschungsstand ab dem frühen 15. Jahrhundert weitergegeben hat. Aber so genau weiß man das alles nicht; möglicherweise ist all dies ein portugiesisches Fantasiegebilde? Die Wissenschaftler sind sich nicht einig. Um 11 Uhr Ortszeit gehen wir los zur Fortalzeza; der Eintritt beträgt 3 EUR bzw. ermäßigt 1,50 EUR. 



alle warten darauf, dass Annette endlich angeknattert kommt



der Wind ist kalt heute



durch dieses Tor müssen wir



wir sind auf dem Festungsgelände

Als erstes sieht man im Innern die riesige Windrose - rosa dos ventos - die einen Durchmesser von 50m hat und aus Steinen zusammengesetzt ist. Man hat diesen Steinkreis zufällig bei Ausgrabungsarbeiten in 1919 entdeckt, als er über und über mit Gras überwuchert war. Man nimmt an, dass er aus dem 15. Jh. stammt, aber es ist unklar, warum er aus mehr als 40 Feldern besteht, wenn ansonsten nur Windrosen mit höchstens 32 Feldern bekannt sind. Von oben sieht die Windrose jedenfalls sehr gut aus. 



als erstes sehen wir diese riesige Windrose von 50m Durchmesser

Unser Blick fällt als nächstes auf die kleine Kirche, die Igreja de Nossa Senhora da Graça. Ein Nachbau von 1570, die die originale Kirche von 1459 ersetzt hat. Beim großen Erdbeben von 1755 wurde diese zerstört und auf Geheiß von Heinrich dem Seefahrer wieder aufgebaut. Wir sehen dann noch eine Gedenktafel der United States Power Squadrons (Geschwader) aus dem Jahre 1965 zu Ehren von Prince Henry, the Navigator (bzw. Heinrich dem Seefahrer bzw. Dom Henrique O Navegador) dessen Seefahrerschule den Weg zur weltweiten Erforschung in der großen Zeit der Entdeckungen bereitet hat.



Blick auf die Igreja de Nossa Senhora da Graça



wir werfen mal einen Blick hinein


 



die Wege sind gut angelegt

So, jetzt lassen wir das viele geschichtsträchtige hinter uns und laufen über das weitläufige Gelände der gesamten Anlage. Man hat ja so herrliche Ausblicke auf die Klippen und das Meer. An besonders markanten Stellen stehen alte Kanonen. Ansonsten gibt es hier auch wieder viele todesmutige Angler, die dem Abgrund so nah sind, dass sich uns alles zusammenzieht. Und dabei stehen die Männer auch noch so, dass sie gebannt nach unten auf die Angel schauen und ob endlich mal was anbeißt. Und tatsächlich beißt wohl mancher Fisch an; einer der Männer holt gerade einen Fisch heraus und zeigt Herbert dabei einen ganzen Sack voll Fischen, wohl an die zwei oder drei Kilo. Trotzdem schlimm, wie sie hier stehen, zumal der Wind heute von hinten kommt und die Männer anschiebt zum Abgrund hin.



die Angler stehen todesmutig auf den Klippen


 



es lohnt sich, das Festungsgelände zu besuchen



überall sind Angler zu sehen



sie schauen gebannt, was sich unten tut



das ist doch ein guter Fang; der Mann hat schon einen Sack voll Fisch gefangen


 



von diesem Podest aus kann man in eine Erdhöhle schauen


 


 



hier gibt es nochmal so ein Loch

Das Gelände besteht hauptsächlich aus Kalkstein, der über die Jahrhunderte ganz abgerundet ist vom immer wieder überspülenden Meer. Die Vegetation ist karg. man hat ein paar Tafeln aufgestellt, die die verschiedenen Pflanzenarten und auch Vögel zeigen und erklären. Als wir in 2009 hier waren, gab es noch Infotafeln, die sich mehr auf Energiegewinnung bezogen hatten. Das war interessanter als heute. Aber einen Besuch ist die Fortaleza de Sagres allemal wert, allein schon wegen der herrlichen Lage. Zum Schluss gehen wir noch in die kleine Ausstellung im Obergeschoss eines modernen Gebäudes, das sich auf dem Gelände befindet. Es läuft gerade ein Film über Portugal - man kann die entsprechende DVD auch kaufen - und so setzen wir uns kurz mal hin und ruhen uns auch etwas aus. Gerade werden die Azoren - Açores - vorgestellt.




immerzu ist Herbert im Einsatz



jetzt haben wir noch einen letzten Blick auf die Gesamtanlage


 

Nach zweieinhalb Stunden verlassen wir die Fortaleza de Sagres und sind sage und schreibe 4,7km umhergelaufen. Das hätte niemand von uns gedacht. Jetzt noch schnell die 1.000m zum Intermarché, wo wir Fleisch für eine Soljanka kaufen wollen. Rosi findet dort auch endlich einen Frisörladen, in den sie sich traut. Mit Manfred warten wir bei Galão und Kuchen in der Cafetaria darauf, dass sie fertig wird. Dabei kommen wir mit einem Portugiesen ins Gespräch, der gut deutsch spricht und einige Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hat. Jetzt ist er zurück und lebt in Sagres. Besonders glücklich ist er nicht; auch sehr unzufrieden und unglücklich mit seinen Landsleuten und selbst mit seiner Verwandtschaft. Er lässt an niemandem ein gutes Haar. Dann ist Rosi wieder da und wir können heimgehen. Sitzen noch für eine Weile draußen, aber dann stellt sich Herbert an den Kochtopf. Rosi und Manfred kommen dann zum Essen zu uns und schon wieder wird eine Flasche Wein geköpft. Bis kurz vor 21 Uhr unserer Zeit bleiben sie. Morgen wollen wir ja weiterfahren, zu einer Bucht bei Vila do Bispo, wo es keinen Internet- und Telefonempfang gibt. Aber nur für eine Nacht.



Força Portugal

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