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Mittwoch, 12. Dezember 2012

noch kann der Weihnachtsmann rasten und ruhen

So richtig gut ist das Wetter heute nicht, und auch nicht recht sonnig. Es lohnt sich also nicht, nach Tavira zu gehen. Stattdessen rechnen wir mit niedrigen Temperaturen, und so legen wir gleich morgens ein Stück Rindfleisch aus dem Eisfach, für einen Gulasch. Dafür bräuchten wir dann aber noch ein paar Gurken für einen Gurkensalat. Aber einen kleinen Mercado werden wir im Ort sicherlich finden, denken wir uns und laufen mal los.

wir laufen durch Santa Luzia auf der Suche nach einem Lebensmittelladen

Im ersten kleinen und immer wie zu einem Geschäft umgebauten ehemaligen Wohnhaus ist das Gemüsesortiment zwar groß, aber Gurken hat er trotzdem keine. Also marschieren wir weiter, kommen über den Praça Manuel do Nascimento Menau, wo viele Reihenhäuser stehen. Es sind kleine alteingesessene Häuschen mit wenig Wohnraum, aber im Süden spielt sich das Leben ja eh draußen ab. Dann finden wir den nächsten kleinen Mercado namens Luzia Mar, und da werden wir fündig. Auch hier ist es total eng und die Regale sind bis unter die Decke mit Waren vollgestopft. Schade, dass es solche Tante-Emma-Läden bei uns nicht mehr gibt, aber bei uns muss ja immer alles billig sein. Die Preise hier in diesem kleinen Laden sind jedenfalls nicht höher als anderswo, und auch an der Fleischtheke sieht alles frisch und gut aus.

hier wurden wir fündig



wir gehen wieder zur Uferpromenade



über Mittag ist noch wenig los im Ort

 verschiedene Unterwassermotive sind in den Boden gepflastert

Nachdem wir den Einkauf nach Hause gebracht haben, tun wir noch ein paar mehr Schritte durch Santa Luzia. Heute ist auch Markt auf dem Platz neben dem Hafen. Lebensmittel gibt es da aber keine, nur Haushaltswaren und Kleidung. Wir bummeln nochmal die Promenade entlang und Annette besteht darauf, dass Herbert doch bitteschön die eingepflasterten Krebse und Muscheln fotografieren möge. Das macht er also, obwohl er immer findet, dass es nicht aussieht.

ein Taschenkrebs glotzt uns an

wir sitzen wieder im Ria Café (der Name bezieht sich wohl auf Ria Formosa, das Lagunengebiet)

Zum Schluss landen wir - wie könnte es anders sein - wieder im Ria Café. Heute ist das Café fast leer, aber wer kann auch schon über die Mittagszeit im Café sitzen? Diesmal bestellen wir einen Bica (Espresso), einen Café Duplo (einen großen Kaffee) und ein Guardanapo, ein Stück Kuchen, das wie eine Serviette aussieht und auch genauso heißt, wenn man seine Nase ins Wörterbuch steckt.  Alles kostet 2,80 EUR. Gestern übrigens, als uns der Galão (ein Milchkaffee im Glas) und Cappuccino in schicken Gläsern serviert wurde, und auch der Guardanapo nicht gefehlt hat, waren 3,60 EUR zu zahlen.

 da ganz am Ende ist schon die Wiese, auf der wir stehen

Daheim setzen wir uns noch eine Weile nach draußen, aber es wird dann doch bald kalt. Es sollten heute ja auch nur 14°C sein. Herbert macht sich dann an den Gulasch und kurze Zeit später klopft es an unsere Tür. Es ist eine deutsche Nachbarin mit einem Stern-Magazin in der Hand. Sie hatte gesehen, dass sie nicht die einzigen deutschen Wohnmobilisten hier auf der Wiese sind und würde uns gern den Stern zum Lesen geben als ihn in den Müll zu werfen. Er wäre aber schon zwei Wochen alt. Ach, das finden wir aber nett und nehmen den Stern gern an. Und weil ihr an der Tür eine Wolke von Kochdünsten entgegenkommt, fragt sie, ob wir einen Sauerbraten machen? Nein nein, einen Gulasch. Der schmeckt dann auch wieder sehr gut.
Übrigens haben wir seit dem letzten Jahr, als die Affäre um den Bundespräsidenten Wulff so perverse Ausmaße angenommen hatte, ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu den deutschen Medien Und ausgerechnet der Stern hatte uns im Dezember letzten Jahres angesprochen: Sie würden gern über das Thema "Tausche vier Wände gegen vier Räder" schreiben, wären dabei über unsere Website gestolpert und fänden uns geradezu perfekt für dieses Thema. Wir haben dankend abgelehnt, hätten das für unsere Eitelkeit nicht gebraucht und wollten mit solchen Schmierenblättern auch nichts zu tun haben. Denn da war die Affäre Wulff ja schon in vollem Gange. Und mittlerweile, ein Jahr später, sieht man ja, was aus der Affäre Wulff geworden ist. Wie da mit  Kanonen auf Spatzen geschossen wurde, wieviel Staatsanwälte usw. sich damit befassen mussten, dass alle Vorwürfe und der ganze Firlefanz unbegründet geblieben sind. Der - mit Verlaub - Neid und Kleingeist der Deutschen. Wir jedenfalls fanden die Medienkampagne beschämend und ekelhaft.

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