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Sonntag, 04. Dezember  2011



die Fähre läuft gerade ein

Portimão - Portus Magnus - großer Hafen. Daran denken wir, als wir am Fährhafen von Portimão vorbeigehen und gerade eine Fähre einläuft. (Man will den Fährhafen in den nächsten Jahren noch weiter ausbauen, um mehr Kreuzfahrtschiffe aufnehmen zu können. So hatten wir in einer früheren Ausgabe der Portugalzeitung gelesen.) Wir schauen auch mal ins Terminal hinein und lesen auf dem Fahrplan, dass die Linie Armas zwischen Portimão, Madeira, Teneriffa und Gran Canaria pendelt und jeweils sonntags hier einläuft. Eine lange Schlange, auch ein paar Wohnmobile sind darunter, wartet auf die Einschiffung. Wir wollen heute ins Museum von  Portimão, an dem wir gestern vorbeigelaufen sind.



sie macht im Fährhafen fest



das Museu de Portimão mit seinem modernen Anbau

An die ehemalige Fischfabrik, worin sich das Museum befindet, ist ein moderner Anbau gebaut worden. Für 5 EUR Eintritt finden wir uns zuerst im modernen Anbau und gehen von dort direkt in die ehemalige Fabrikhalle. Vorbei geht es an der Stechuhr. Zum besseren Vorstellungsvermögen hat man Menschen aus Gips hier und da aufgestellt. Alles sieht sehr echt aus.



hier geht es ins Auditório



an der Stechuhr vorbei geht es..



..in die alte Fabrikhalle hinein



es sind die Originalanlagen und Einrichtungen zu sehen

Es sind die alten Maschinen und Anlagen von damals. Auf diversen Monitoren laufen Originalaufnahmen der Menschen und der Arbeit. Mei, was haben die Arbeiter damals tonnenweise Fisch - Sardinen - verarbeitet; so viele fleißige Hände und immer alles schnell schnell schnell. Es war hauptsächlich Arbeit, die von Frauen geleistet wurde. Man hört im Hintergrund das Geräusch von fließendem Wasser. Auch ertönt in gewissen Abständen die Fabriksirene, die die Arbeitspausen einläutet. Alles ist unheimlich gut gemacht; wir lesen, dass das Museum in 2010 den Museumspreis des Europarats erhalten hat. Schade nur, dass die Beschreibungen nicht wie sonst überall im Land zweisprachig sind.



die Fische in den Becken sehen - bis auf die Farbe - täuschend echt aus

Großplakatige Fotos an den Wänden zeigen das Arbeitsleben und die Entbehrungen. Die Kinder - Babies noch - der Arbeiterinnen wurden morgens in die fabrikeigene Krippe gegeben. Auf riesigen Fotos sieht man die Babies in kleinen Badewannen und später in den Bettchen. Deren unglückliche kleine Gesichter. In den Arbeitspausen wurden sie von den Müttern gestillt, die wie auf einer Hühnerstange nebeneinander sitzen. Auf den Monitoren sehen wir alte Leute im Interview. Bestimmt haben sie früher selbst hier gearbeitet, denn allzu lange liegt die Zeit ja noch gar nicht zurück, etwa 40 Jahre.



man bekommt einen Eindruck, wie die Arbeitsweise damals war



hier sind wir im Konserventrakt der Fabrik

Wir gehen dann in die Halle, wo sich damals die Konservenfabrik befand. Die alten Maschinen sind auch hier vorhanden. Alles ist sehr gut dargestellt; und auch hier kann man alles auf Monitoren sehen. Wie das Blech für die Dosen bedruckt, gestanzt, geformt, befüllt wurde. Eine Heidenarbeit, zumal die Sardinen von Hand in die Dosen kamen.



Blick über die Ausstellungshalle des Museums

Die Ausstellung ist in drei Trakte geteilt: Ursprung und Schicksal einer Gemeinschaft, industrielles Leben und die Herausforderungen des Meeres, unter Wasser. Zum Schluss steigen wir also noch herunter zur früheren Zisterne der Fabrik, in der ursprünglich Regenwasser aufgefangen und verwertet wurde. Heute sind auch hier unten große Monitore aufgestellt, auf denen man bewegte Bilder der Flora und Fauna der Unterwasserwelt des Arade-Flusses und des Atlantiks sehen kann.



in der früheren Zisterne der Fabrik, in der ursprünglich Regenwasser aufgefangen und verwertet wurde



wir verlassen das Museum

Als wir das Museum verlassen, denken wir daran, dass die Fischfabriken, und es gab bis Mitte der 1970er Jahre die ungeheuerliche Zahl von 61 Fabriken, den Fang von mehr als 70 Trawlern, die regelmäßig zum Fischfang ausliefen, bewältigt haben. Wir lesen, dass nach dem Ende der Salazar-Diktatur die Subventionen erheblich heruntergeschraubt wurden und dass es heute in Portimão nur noch eine Fischkonservenfabrik gibt. Dass das Flussufer stillgelegte Sardinenfabriken säumen. Dass dann der große Wechsel zur Tourismusindustrie kam. Wir sehen den Nachbau dieses Landungsstegs (auf dem Foto), an dem der Fisch in Körben von den Schiffen direkt in die Fabrik transportiert wurde. Das hatten wir auf einem der Monitore im Original gesehen, vor lauter Fisch wurden wir beim Zuschauen ganz blind.



dieser Landungssteg steht originalgetreu an alter Stelle vor der Fabrik

Wir setzen uns dann in das Café im Hafen (auf dem Foto) und müssen erstmal alle Eindrücke verdauen. Was für ein hartes Leben die Menschen damals hatten, denn die Algarve war damals ja eine bettelarme Gegend. Und auch heute hat die Algarve die höchste Arbeitslosenquote im ganzen Land. Wir sehen dann noch die Fähre auslaufen und gehen anschließend heim. Die Entfernung zwischen Portimão und dem Stellplatz ist ja nicht so groß. Wir wollen später noch einmal extra nach Portimão gehen, die Stadt kennenlernen.



wir sitzen und schauen der Fähre nach, die gerade ablegt

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