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Dienstag, 30. August 2016



unser Platz am Wasser

Die ganzen letzten Wochen und Monate hatten wir uns oft vorgestellt, wie es wohl wäre, wenn wir wie die anderen nur 10 oder 14 Tage Urlaub hätten und schon ganz bald wieder zurückmüssten. Stell' dir vor, morgen ginge unser Flieger, morgen wäre die ganze Herrlichkeit schon wieder vorbei. - Eine schreckliche Vorstellung. Nein, für 14 Tage würden wir gar nicht erst losfahren; für uns müssen es schon mindestens 14 Wochen sein. Und doch ist es jetzt bald so weit. Am Anfang hatten wir 4 Monate, und jetzt nur noch 4 Tage. Schade, schade. Man sagt zwar, aller guten Dinge sind drei, und es war nun unser dritter Aufenthalt auf Kreta, aber wir werden auch ein viertesmal wiederkommen. Heute machen wir uns wieder einen schönen Badetag. Ganz entspannt. So gegen 17 Uhr kommt eine unserer Wohnmobilnachbarn auf uns zu. Ein hübsche junge Italienerin. Zuerst spricht sie etwas deutsch, dann englisch. Sie erklärt uns, dass an ihrem Wohnmobil bzw. an ihrem Fiat nichts mehr geht. Keine Benzinzufuhr, keine Reaktion, kein Start. Nur die Warnblinkleuchten sind an. Sie hätten seit Tagen eine Maus bei sich an Bord, sie hätten Mäuseköttel gefunden, und die hat wohl irgendwas an Bord lahmgelegt. Sie hätten auch schon einen Mechaniker daheim angerufen und nicht erreicht. Die Italienerin hat ein Fiat-Handbuch dabei, aber das ist nur auf deutsch (das Wohnmobil hatte früher Schweizern gehört), aber vielleicht können wir ja mal darin lesen und ihr übersetzen, wo der Fehler liegt? Herbert schaut erstmal, ob wir nicht ein Handbuch auf italienisch haben. Haben wir nicht, aber er blättert dann in unserem Buch und findet etwas auf Seite 84. Bei der Italienerin steht auf Seite 84 etwas ganz anderes. Jedenfalls geht Herbert dann mit ihr mit und mit zwei Handgriffen, vorn an der Armatur und an der Batterie, ist die Entsperrung aufgehoben und alles funktioniert wieder. Herbert ist dann wieder zurück, und eine Minute später kommt die Italienerin mit einer Flasche Bier. Sie ist total erleichtert und glücklich und sagt uns, dass in drei Tagen ihre Fähre ginge. Jetzt am Abend fahren sie noch weg, mit zwei Wohnmobilen. Italiener fahren ja gern in Kolonne mit anderen. Ganz im Dunkeln fährt auch noch das dritte Wohnmobil von gestern Abend weg, sodass wir jetzt nur noch ein weiteres Wohnmobil (Italiener) als Nachbarn haben. Der Abend ist wieder richtig schön und mild.

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