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Sonntag, 09. August 2015



ein Blick auf die Mosel vom Rastplatz "Aussichtspunkt Moseltal" - wir halten extra mal an

Um 6 Uhr früh, als Annette sich zum Schreiben hinsetzt, ist der Himmel ganz zugezogen. Endlich nicht mehr so heiß. Als sie gegen 7 Uhr mit der deutschen Version fertig ist, kommt Herbert und will mal kurz an den Laptop. Er zeigt Annette einen La Strada. "Schau mal, der ist seit gestern Nachmittag im Netz. Den find' ich richtig gut. Was hältst du davon, wenn wir uns den heute anschauen? Der steht in Kerpen." (290km von hier) Annette findet ihn auch gut und kann sich jetzt gar nicht mehr aufs Schreiben konzentrieren. Um halb neun fragt Herbert sie: "Was meinst du, kann ich die Leute jetzt schon anrufen, um halb neun?" "Ach, mach's einfach. Die werden heute eh bombardiert mit Anrufen", sagt Annette. Herbert erreicht die Verkäuferin dann sofort und sagt ihr, dass wir aus 290km Entfernung anreisen werden und dass sie unbedingt auf uns warten soll. Wir würden jetzt losfahren und könnten in drei Stunden da sein. Die Frau sichert dem Herbert zu, dass wir die ersten für eine Besichtigung sein werden. Das Fahrzeug wäre aber noch nicht ganz ausgeräumt. Um 9 Uhr fahren wir los und sind kurz vor halb eins da.



die Moseltalbrücke ist 935m lang und 136m über der Mosel



Ankunft am La Strada Avanti L

Dann der Schreck: Das Fahrzeug ist auf der Fahrerseite über und über mit kleinen Kratzern übersät, etwa 3cm lang und kreuz und quer über die komplette Seite. Gott, sind die mit dem Fahrzeug in 'ne Hecke gefahren? Dann kommt der Mann der Verkäuferin und sagt, dass das alles nur Schmutz ist und führt uns mit nassen Fingern vor, wie all diese Kratzer verschwinden. Er sagt, dass seine Frau und er erst gestern aus dem Norwegenurlaub zurück seien und seine Frau den La Strada gestern noch zum Verkauf ins Internet gestellt hätte. Dass sie den La Strada noch gar nicht richtig ausgeräumt hätten. Wir erfahren dann, dass der La Strada dem Vater der Verkäuferin gehört hätte, der vor kurzem gestorben sei. (Mittlerweile läuft das Fahrzeug aber auf den Namen der Frau.) Sie und ihr Mann seien schon seit Jahren Bootsleute und wollen den La Strada daher nicht behalten. Die Fahrt nach Norwegen sollte sie nur in ihrem Entschluss bestärken. Dann beginnt die Besichtigung. Der Grundriss und der gesamte Aufbau ist ganz genauso wie der gestrige La Strada aus 2014, nur dass hier das Holz Kirschholz ist. Das Kirschholz (Sonderausstattung) fanden wir auf früheren Fotos immer doof, aber jetzt in natura wirkt es warm und heimelig, gar nicht mehr kitschig. Die Frau sagt, dass ihr Vater den La Strada immer gehegt und gepflegt hätte, immer alles abgedeckt mit Decken und Extrateppich usw., und das sieht man dem Fahrzeug auch an. Im letzten Jahr, als er schon so krank war, hat er unter anderem noch eine vollautomatische Satellitenschüssel aufs Dach bauen lassen. Überhaupt hat das Fahrzeug viel Sonderausstattung, und sei es die Luxus-Badausstattung und das Extrafenster im Bad. Die Liste ist lang und unsere Begeisterung wächst. Dann geht es auf Probefahrt.



ein erster Eindruck vom Fahrzeug



alles ist gehegt und gepflegt - innen wie außen



wir gehen auf Probefahrt

Der La Strada fährt sich fast wie ein PKW, und Automatik hat er ja auch. In einem stillen Moment fragt Herbert Annette: "Was meinst du, nehmen wir ihn?" Ja, absolut. Zumal noch diverse Dinge an Ausrüstung, die der Vater gekauft hatte, mitgegeben werden. Und wie es bei Erbsachen häufig der Fall ist, ist der Preis mehr als günstig. Leute, die aus Erbschaften an Fahrzeuge oder Immobilien o.ä. kommen, treiben den Preis gewöhnlich nicht so hoch, sondern wollen die Sachen einfach nur weghaben. Wir sind total glücklich, als von der angegebenen Preisvorstellung der Preis noch etwas weiter runtergeht. Mitnehmen können wir das Fahrzeug jetzt nicht, der Fahrzeugbrief läge in einem Schließfach, aber wir wollen eh nur mit den richtigen Nummernschildern fahren, nicht mit roten Überführungskennzeichen. Jetzt nehmen wir nur die aktuellen Nummernschilder mit, die wir für die Abmeldung brauchen. Der Mann will das alte Kennzeichen auch gern behalten. Sobald das Geld auf deren Konto eingeht, wird die Frau den Fahrzeugbrief per Einschreiben an uns schicken. Wir nehmen jetzt schon mal die Mappe mit allen Bedienungsanleitungen mit, dann können wir uns schon mal einlesen. Dann machen wir uns auf die Heimfahrt und kommen gegen halb sechs daheim an. Jetzt können wir sagen: WIR HABEN EINEN LA  STRADA  AVANTI  L, yipeeh. 



am Ende baut der Mann die Schilder ab, die wir mitnehmen für die Ummeldung



wir machen uns auf die Heimfahrt, der Himmel bleibt bewölkt

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