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Dienstag, 12. August 2014



wir biegen ab nach Digoin

Als unsere belgischen Nachbarn morgens losfahren und den Blick neben uns freigeben, sehen wir, dass die Parkfläche, die für Autos reserviert ist, auch voller Wohnmobile ist. Es stehen bestimmt nochmal zehn oder zwölf Fahrzeuge dort. Was für ein Andrang jetzt im August. Dann sehen wir, dass es auf unserem Telefon gestern einen Anruf in unserer Abwesenheit gegeben hat. Eine Rosenheimer Nummer. Herbert hört sich die Sprachnachricht mal an: Es ist MAN, und sie sagen, dass sich die Komplettpreise, die noch bis Ende August gelten (z.B. Bremsscheiben Hinterachse für 799 EUR netto statt unserer 1.299 EUR netto) auf andere Fahrzeugtypen bezieht. Man könne uns da nicht entgegenkommen, mit keinem Pfennig. Na, dann eben nicht. Dann hätte man gar nicht erst von einem Rabatt reden sollen in der Werkstatt, findet Annette. Gegen 10 Uhr fahren wir los und sehen jetzt auch noch das alte Bahnhofsgebäude von Givry.



in Digoin waren wir gerade erst vor Pfingsten, und da hatte uns der Ort schon so gut gefallen

Der heutige Tag besteht nur aus Fahren, Fahren, Fahren. Zuerst in Richtung Digoin, wo wir auf dem Stellplatz an der Loire Wasser tanken wollen. Aber das geht nur mittels Jetons, die man per Carte Bleue kaufen muss. Unsere Bankkarte geht nicht. Müssen wir also so weiterfahren. Wir legen heute viel Strecke auf Schnellstraßen zurück, jetzt geht es auf er N79 weiter, später auf der N145. In Richtung Montluçon geht es durch Dörfer wie Montmarault und Doyet. Die Bauern bringen das Stroh ein, und es stehen viele Kühe auf den Weiden. Auch Muttertiere mit ihren Kälbern. Die Kühe sind hier entweder weiß oder hellbraun. Auf jeden Fall einfarbig. Dann ist Montluçon erreicht. Eine Blumenpracht erwartet uns hier. Beim Intermarché kaufen wir ein paar Lebensmittel und tanken Diesel. Nicht, dass unser Tank schon wieder leer wäre, aber wir tanken lieber immer rechtzeitig (und bei 1,28 EUR/L können wir ja nicht meckern). Jetzt sind es 120 Liter, die in unseren 200-Liter Tank gehen. Auf der Ausfallstraße in Richtung Guéret und Limoges sehen wir einen Stellplatz direkt an einem kleinen Badesee. Wir biegen ab, aber alle Plätze sind belegt. Schade, denn es wäre ein hübsches Plätzchen gewesen. Weiter geht unsere Fahrt.



auf dem Weg zum Stellplatz an der Loire



wir legen heute viele Kilometer auf Schnellstraßen zurück



Durchfahrt durch eines der wenigen Dörfer auf unserer heutigen Strecke



wir durchfahren Montluçon



Montluçon liegt am Cher

Als Ziel für heute haben wir uns Oradour-sur-Glane ausgesucht, in der Nähe von Limoges. Dreißig Kilometer vor Limoges geht es auf die A20, die hier kostenfrei ist. Die Autobahn ist stark befahren, aber wir kommen gut voran. Es ist mittlerweile auch schon 16:13 Uhr. Eigentlich eine blöde Zeit, um noch irgendwo auf einem Stellplatz unterkommen zu wollen. Kurz vor der Ausfahrt nach Oradour-sur-Glane sehen wir ein großes braunes Schild mit "Oradour-sur-Glane - 10 Juin 1944" darauf. Das Datum liegt jetzt genau 70 Jahre zurück. Und da dämmert es uns, dass wir davon im Fernsehen gehört hatten, dass unser Bundespräsident kürzlich in Oradour war. Ist Oradour nicht der Ort, der von den Nazis komplett ausgelöscht wurde? Kurz bevor wir Oradour erreichen, sehen wir noch ein Schild mit einer Abbildung völlig zerstörter Häuser darauf. Diese zerstörten Häuser sehen wir dann im Original, als wir durch Oradour fahren. Auf der anderen Straßenseite ein riesiges Areal - Centre de la Mémoire. Viele Leute besuchen es gerade. Wir halten dann erstmal auf den Stellplatz zu. Es gibt zwei Parkflächen für Wohnmobile. Die erste ist voll, die zweite etwas weiter abgelegen, aber sehr hübsch angelegt. Und rap-pel-voll. Wohin jetzt? Es ist 17 Uhr. Wir fahren ein paar Meter, bis wir ein Schild zum Complexe Sportif sehen. Am Sportkomplex gibt es bestimmt einen Parkplatz. Der ist dann riesengroß und nagelneu angelegt. Hier stellen wir uns hin für die Nacht und stehen auf nagelneuem Asphalt. Puh, wir sind ganz schön kaputt vom vielen Fahren, aber froh, dass wir so eine große Strecke hinter uns gebracht haben. Die hat uns ein gutes Stück näher zu unserem Ziel gebracht. Abends fängt es wieder an zu regnen, wie eigentlich an jedem der vergangenen Abende außer einem.



Oradour-sur-Glane hat dieses große Areal, das an die Greeltaten vom Juni 1944 erinnert



der Stellplatz von Oradour-sur-Glane ist rappelvoll



unsere Tagesroute ca. 382km

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