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Samstag, 09. August 2014



über die kleine Fußgängerbrücke geht es in die Altstadt von Dôle

Heute früh ist es besonders dunkel um 6 Uhr morgens. Kein Wunder, weil schon wieder der nächste Regenguss im Anmarsch ist. Auf Radio Nostalgie haben sie das "Week-end spécial de Dalida" und spielen ein Lied nach dem anderen von Dalida. Zum Beispiel "Laissez-moi danser" oder "il venait d'avoir 18 ans" oder "Paroles, Paroles". Dalida haben wir noch gut in Erinnerung aus unseren Flohmarktzeiten; die verkaufte sich immer sehr gut. Um 7 Uhr wird es heller, hört der Regen auf und können wir uns auf den Tag in Dôle freuen, denn heute wollen wir so oder so nicht weiterfahren. Jeden Tag fahren, das ist nix für Annette, da kommt sie sich vor wie auf der Flucht. Am späten Vormittag gehen wir mal los in die Stadt. Dafür müssen wir nur über die kleine Fußgängerbrücke, die Passerelle du Prélot, gehen. Von der Brücke aus sehen die Hausboote und der Hafen richtig gut aus.



von hier aus ist der Blick auf den Hafen besonders hübsch



im Hintergrund die Kathedrale

Auf einer dreisprachigen Tafel (franz., engl, deutsch) lesen wir, dass sich die Stadt seit dem 12. Jh. nach und nach auf dem kleinen Kalkfelsen, der den Doubs überragt, entwickelt hat. Dôle war mal die Hauptstadt Burgunds (1386 - 1678) und aus dieser Zeit gibt es noch viele Bauwerke, die unter Denkmalschutz stehen. Um die Qualität dieses Kulturerbes zu schützen, hat man in 1967 einen denkmalgeschützten Bereich von 116 Hektar eingerichtet. Innerhalb dieses Teils der Stadt sind Arbeiten an den Gebäuden gesetzlich geregelt, um ihren Charakter zu bewahren. -- Überhaupt ist es so, dass man in Frankreich nicht mehr ausschließlich auf französisch weiterkommt. Weil sich dieses Vorurteil doch so hartnäckig hält. Aber diese Zeiten sind längst vorbei; viele Franzosen können englisch, manche sogar deutsch, und richtig gut. Und ein bisschen französisch können wir ja auch. Wir können von jeder Sprache ein bisschen - de todo un poco.



wir wandeln durch die alten Gassen von Dôle



in der Markthalle

Die vielen Blumen überall sind ein Traum. Wir wandeln durch die Stadt. Auf dem Platz an der Kathedrale ist Markt, draußen wie auch drinnen in der Markthalle. Ein kleines Messingschild mit einer Katze darauf führt als Wegweiser durch die Altstadt. Überall sind diese kleinen Schilder im Boden eingelassen. Es ist gerade 12 Uhr, als wir an der Kathedrale sind. Die Kirchglocken ertönen und haben so einen herrlich satten Klang. Es ist auch gerade Gottesdienst, sodass wir uns nur wenige Sekunden in der Kathedrale aufhalten. Auf der Geschäftsstraße finden wir einen SFR-Laden. Dort fragen wir, woran es liegt, dass wir unser Smartphone nicht als Route benutzen können. Sie sagen uns, dass wir am besten mal den Laptop mitbringen sollen, und dann würden sie sich die Sache mal anschauen. Bis 19 Uhr wäre heute geöffnet.



heute ist Markt an der Kathedrale



diese kleinen Messingschilder führen den Besucher durch die Stadt


 



ein Brunnen mit der Weltkugel als Motiv

Es ist schon wieder so eine Affenhitze, als wir unten am Fluss vorbeikommen. Dort lesen wir ein Schild mit "Maison natale de Louis Pasteur" darauf. Das Geburtshaus von Louis Pasteur, auf der Rue Louis Pasteur. Das wollen wir uns noch anschauen, und überhaupt ist es hier unten am Fluss so schön. Das Pasteur-Haus, das heute als Museum geführt wird, ist die Nr. 43, ein bescheidenes Haus. Wieder ist die Tafel dreisprachig. Und so lesen wir, dass Louis Pasteur, der Entdecker des Impfstoffs gegen die Tollwut, hier seine ersten drei Lebensjahre verbracht hat, dass sich sein Vater hier in 1816 in dem damals heruntergekommenen Viertel, in dem Leder hergestellt wurde, als Gerberarbeiter niedergelassen hat. -- Eine Büste von Louis Pasteur ist neben dem Haus aufgestellt.



dies ist das Geburtshaus von Louis Pasteur



eine Büste von Louis Pasteur gibt es auch



wir sind im ehemaligen Gerberviertel



heutzutage geht es hier lauschig zu


 



noch ein Blick auf die Kathedrale

Dann sind wir wieder daheim, schnappen uns den Laptop und auch das Tablet und gehen zurück zum SFR-Laden. Huch, die Tür ist ja geschlossen. Jetzt lesen wir, dass sie von 12 bis 14 Uhr Mittagspause haben. Es ist 13:20 Uhr. Setzen wir uns also direkt gegenüber ins Café namens La Cave d'Enfer. Im Innern sieht es auch wirklich wie eine Höhle aus. Aber gemütlich. Der Witz ist, dass kurze Zeit später ein Gast kommt und sich direkt in Herberts Rücken eine Zigarette ansteckt. Das verfolgt ihn wohl so langsam. Hier sitzen wir also bis 14 Uhr und sind dann bei SFR. Man doktert am Laptop und kann sich das Problem nur so erklären, dass der Empfang zu schlecht ist. Aber das ist Quatsch, wir sind doch mitten in der Stadt, nicht im Hinterland. Jedenfalls sagen sie nicht, dass das Tethering generell gesperrt wäre. Unverrichteter Dinge gehen wir wieder heim und nehmen auf dem Weg noch ein Baguette und eine Packung Eier mit. Den Rest des Tages verbringen wir mit dem Warten auf kühlere Temperaturen. Die kommen mit einem gewaltigen Hitzegewitter ab 20 Uhr. Ein paarmal werden wir so geblendet, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Auch erzittert und vibriert unser Sofa bei manchem Donnergrollen. Es regnet auch sehr stark.



im Café warten wir, bis es 14 Uhr wird



auf dem Heimweg haben wir ein Baguette und eine Packung Eier dabei



da hinten rechts steht unser Phoenix

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