d04.jpgd07.jpgd13.jpgd11.jpgd06.jpgd21.jpgd19.jpgd18.jpgd08.jpgd14.jpgd02.jpgd10.jpgd01.jpg

Samstag, 17. August 2013



morgens liegt Le Colombier in Nebel

Ein dichter Nebel herrscht um halb sieben. Da sind wir ganz froh, dass wir heute eh abreisen wollen. Alles geht dann recht schnell und um zehn fahren wir los. Immer nach Süden, über La Rochelle, Rochefort, Royan wollen wir in die Nähe von Villeneuve-sur-Lot. Der Himmel ist bedeckt, als wir die Region Vendée verlassen und die Region Charente Maritime erreichen. Dann geraten wir in einen Stau, etwas, das uns im Ausland doch praktisch nie passiert. Ob da ein Unfall passiert ist? Es kommen auch nur ganz wenige Autos entgegen.



Durchfahrt durch Thiré



heute geht es über etliche Kanäle und Flüsse

Aber dann dämmert es Herbert, dass wir kurz vor Marans sind, einem Ort, dessen Verkehr mittels einer Ampel geregelt wird. Und diese Ampel führt zu solchen Rückstaus. Wir stehen also eine Ewigkeit und dann geht es im Schneckentempo voran. Der Ort Marans ist von etlichen Kanälen und Wasserarmen durchzogen, wie dem Canal de Vix, Contreboth de Vix, Canal Evacuateur, der Sèvre Niortaise, der Fragnée. Es ist ein hübscher Ort, hat sogar vier Punkte (die Höchstzahl) in Sachen Ville Fleurie - Blumenstadt, aber der Autoverkehr bringt ihn um. Kaum jemand wird hier anhalten und aus der endlosen Schlange ausscheren wollen. Und dann sehen wir auch schon ein großes Banner über der Geschäftsstraße. Urgence: Notre Déviation . . . Vite! (Dringend: Unsere Umleitung . . . Schnell!) Wer in Marans wohnt, kann einem leidtun.



Blick auf Marans rechts von der Brücke während unserer quälend langsamen Durchfahrt



Blick auf Marans links von derselben Brücke aus



der Verkehr geht nur zäh durch Marans (da hinten hängt das Banner über der Straße)

Nach etwas über einer Stunde sind wir durch Marans durch, halten am Ortsende beim Aldi an, aber noch mehrere Kilometer außerhalb stauen sich die Autos, die durch Marans wollen. Unsere Fahrt geht nun zügig voran. In La Rochelle halten wir noch bei einem Hyper U für dies und das. Dann geht es auf einer Schnellstraße weiter. Eigentlich wollen wir heute gar nicht so weit fahren, und so biegen wir mal nach Chatelaillon-Plage ab. Ein Wohnmobilschild führt uns zu einem Stellplatz am Hyppodrome, aber da gefällt es uns nicht. Ein Riesenparkplatz auf Schotter. Wir fahren weiter, kommen über eine große Brücke, die über die Mündung der Charente geht.



Marans liegt schon mehrere Kilometer hinter uns, als sich die Autos immer noch stauen, die durch die Stadt wollen



wir erreichen La Rochelle



über den Viaduc de l'Estuaire de la Charente - die Brücke über die Mündung der Charente geht es hier



hier bei Royan werden Austern gezüchtet



und hier kommen Urlaubsgefühle auf

Wir fahren und fahren und landen schließlich kurz vor Royan auf der Küstenstraße, die am Ufer der Gironde entlanggeht. Meschers-sur-Gironde par la Côte - Meschers an der Küste entlang, das ist genau die Route, die wir wollen. Das Meer sehen oder vielmehr die Gironde, die hier solche Ausmaße hat, dass sie einem wirklich wie ein Meer erscheint. Die Ortschaften, durch die wir kommen, haben jetzt natürlich noch Hochbetrieb, und außerdem ist ja Samstag, da sind auch viele Einheimische hier. Autos und Wohnmobile stehen zuhauf am Straßenrand, da brauchen wir gar nicht erst in einen der Orte abzubiegen. Unser Ziel ist der Parkplatz kurz vor Talmont, auf dem wir schon mal standen.



in den Orten entlang der Küstenstraße herrscht Hochsommerbetrieb



die Angler haben die Ruhe weg - im Hintergrund ist der schöne Ort Talmont

Dann die Überraschung - obwohl wir insgeheim damit gerechnet hatten: Der Parkplatz existiert nicht mehr. Feldsteine blockieren die frühere Einfahrt, ein neu gelegter Bordstein tut den Rest. Und auf den riesigen Parkplatz von Talmont wollen wir nicht; wir stehen nicht so gern in der Masse. Also geht unsere Fahrt weiter. Doch dann sieht Herbert, der Fuchs, im Nachbarort namens Barzan-Plage drei Wohnmobile direkt an der Gironde stehen. Wenn wir ihn nicht hätten, würden wir nie so abenteuerliche Plätze fast für uns allein haben



dieses lauschige Plätzchen an der Gironde haben wir für uns gefunden

Ach, es ist herrlich hier. Ein Radweg führt direkt vor unserer Haustüre vorbei; Bäume säumen den Weg. Der Blick auf die Gironde und die Steilküste rechts von uns ist grandios. Es geht ein stetiger Wind, wie man ihn an Flüssen und Meeren ja immer hat. Es ist kurz nach drei, die richtige Zeit für einen Kaffee. Den genehmigen wir uns jetzt und sitzen dann bis zum frühen Abend draußen. Der Tidenhub, als die Ebbe einsetzt, ist auch gewaltig: Das Wasser geht um etliche hundert Meter vom Ufer zurück. Abends legt sich ein wunderbares Licht auf den Fluss und die Klippen. Da muss der Fotograf nochmal ran. Bei Dunkelheit kommen noch zwei weitere Wohnmobile hierher. Da geht es schon auf 22 Uhr zu.  



die Steilküste zu unserer rechten ist beeindruckend



ein herrliches Abendlicht kommt



Abendidyll an der Gironde



unsere Tagesroute ca. 147km

back       |      next