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Dienstag, 30. September 2014



beim Frühstück

Heute arbeitet die Walze weiter und macht einigen Lärm. Unsere Nachbarn und auch andere reisen ab. Es ist ein Kommen und Gehen in diesen Tagen. Viele Neuankömmlinge reden jetzt schon davon, dass sie bis April nächsten Jahres hierbleiben wollen. Eine schreckliche Vorstellung für uns, hier im Meer aus Beton und dicht an dicht zusammenzustehen. In der deutschsprachigen Costa Blanca Zeitung hatten wir von so vielen Langzeitvermietungen von Apartments in der Winterzeit gelesen. Die Kosten lagen da so bei 350 bis 400 EUR für den Monat. Ob das nicht besser ist als auf Schotter zu stehen? Auf dem Stellplatz kostet der Tag 9 EUR ab einem Aufenthalt von 30 Tagen, also 270 EUR. Dann kommt noch das Duschen, Internet und solche Dinge dazu. Na, egal. Wir wollen heute mal wieder ein paar Schritte durch Calpe tun. Diesmal nehmen wir eine andere Route, halten uns nördlich und landen am äußersten Ende der Promenade, wo es kaum Kneipen und Cafés gibt. Dafür jede Menge schöner Küste und Palmen. Hier sieht es richtig hübsch aus. An manchen der Balkons vom hohen Apartmenthaus Santa Clara hängen auch Schilder mit Se Alquila (zu vermieten). Hier könnten wir uns die Überwinterung schon besser vorstellen als monatelang im Wohnmobil am selben Platz zu hocken.



wir sind an der äußerten nördlichen Promenade



es gibt die ungewöhnlichsten Bauten



wir wandeln über die Promenade



noch immer gibt es viele Leute am Strand


 



Kneipen und Geschäfte reihen sich auf der Promenade



die Engländer spielen Dienstag, Freitag und Sonntag am Vormittag Boule

Wir laufen dann noch ein wenig die Promenade entlang und wundern uns, dass in keiner der Bars oder Cafés Musik gespielt wird. Dürfen die das nicht mehr? Wir wollen uns jedenfalls nirgends hinsetzen. Die Engländer spielen ihr Boulespiel mit den unrunden Kugeln. Diese werden sanft auf den Boden gelassen und nicht geworfen wie im französischen Boule. Die englischen Kugeln sind auch viel größer und lederbezogen. Es sieht immer elegant aus, wenn die weißgekleideten Engländer auf grünem Feld spielen. Wir schauen ihnen eine Weile zu. Auf dem Heimweg nehmen wir von der deutschen Bäckerei noch drei Stück Kuchen mit - Pflaumenkuchen, Apfelkuchen und Mohnkuchen. Für 5,40 EUR. Ganz schön happig, oder? Dann harren wir in der Hitze den Nachmittag aus. Unser Telefon geht los: Es ist der Anwalt aus der Türkei. Nun geht es um die Räumungsklage. Der Notar braucht eine neue, notariell beglaubigte Vollmacht von Annette, da ihr türkischer Agent, der sie in Alanya bisher vertreten hat, vor etwa zwei Jahren verstorben ist. Na, in einem Touristenort wie Calpe wird es nicht schwierig sein, einen deutschsprachigen bzw. deutschen Notar aufzutreiben. Später erreicht uns noch eine Nachricht von Herberts Schwester: Das Landgericht Traunstein lädt uns schon wieder als Zeugen. Für den 23. Oktober. Das nervt langsam. Kann man nicht nach Aktenlage entscheiden? Sollen wir alle halbe Jahr irgendwelche Zeugenaussagen machen? Zuerst lesen wir nur, dass Annette als Zeugin geladen ist. Herberts Ladung geht im ersten Moment unter vor lauter Belehrungen und Paragraphen und Hinweisen und beigefügten Formularen wie Bescheinigung über Verdienstausfall. Wir schreiben dem Gericht, dass wir erst frühestens Mitte nächsten Jahres wieder in Deutschland sein werden. Na ja. Jedenfalls ist die Sonne irgendwann untergegangen, sodass es draußen erträglich wird. Ein blöder Tag geht zu Ende.



zwischendrin gibt es Swimmingpools


 



bei der deutschen Bäckerei kaufen wir Kuchen



aua, das ging ins Auge bzw. in den Stein

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Montag, 29. September 2014



morgens kommt die Walze angewalzt

Gleich morgens um 9 Uhr kommen sie mit einer Walze angefahren und knatter knatter gehen die Arbeiten los. Im Nieselregen, aber man muss es nehmen, wie es kommt, denn das Gerät ist ja nur geliehen. Es ist natürlich ein entsprechender Lärm, den die Walze macht. Später werden auch diejenigen Wohnmobile, die gestern hier und da auf dem Platz steckengeblieben waren, von der Walze abgeschleppt. Wegen des ollen Wetters richten wir uns auf einen weiteren Tag am Platz ein, und als es später deutlich besser und richtig heiß wird, können wir uns nicht mehr so recht aufraffen. Wir gehen nur wieder zu Mercadona, wo wir Weintrauben kaufen. Mit unseren Nachbarn, den Wismaranern, klucken wir auch wieder viel zusammen. Abends packen sie schon mal alles zusammen, wollen sie doch morgen weiterziehen. Es ist dann ein herrlicher Abend; viele sitzen draußen bei Kerzenlicht. Wir auch. Und die Kerze geht nicht mal aus, weil nicht der geringste Luftzug geht. Es ist dann schon dunkel, als Gerhard, der Wismaraner, sich noch mit einem Bier zu uns setzt. Zu Ostzeiten fuhr er zur See und erzählt uns jetzt allerhand Geschichten aus dieser Zeit. Um 22 Uhr sagen wir einander Gute Nacht und sind wie immer erstaunt, wie ruhig es hier spät abends ist.



wir kaufen mal wieder Weintrauben bei Mercadona



bergeweise Weintrauben gibt es am Nachmittag



es ist ein lauschiger Abend bei Kerzenlicht

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Samstag, 27. September 2014



mit der Yamaha geht es durch die Avenida Ejércitos Españoles

Jetzt ist es genau zehn Tage her, seit wir das FKK-Camp L'Eglantière verlassen haben, aber es kommt uns schon viel länger vor, dass wir wieder unterwegs sind. Heute ist Markt in Calpe, sowohl Gemüsemarkt auf einer kleinen Fläche an der Hauptdurchgangsstraße, als auch der normale Wochenmarkt in den Straßen der Altstadt, wenn man in so einem künstlichen Ort wie Calpe überhaupt von einer Altstadt sprechen kann. Was die Wettervorhersagen angeht, so wird für heute nur eine einzige Stunde Sonnenschein angekündigt. Die Sonne ist dann aber gleich am Morgen da und es sieht alles gut aus am Himmel. Und so kommt es, dass wir heute mal die Yamaha herausholen und damit zum Markt fahren wollen. Aber vor allem wollen wir endlich mal einen Wäscheständer kaufen. Und vielleicht bekommen wir hier ja irgendwo auch eine neue elektrische Bratpfanne. Die andere ist uns ja bei der dritten Benutzung verreckt.



vorbei geht es am Paraje Natural - Las Salinas

Wir fahren dann erstmal die Hauptstraße von Calpe ab auf der Suche nach einem Baumarkt für beide Teile. Hilfe, ist das ein Autoverkehr heute. und überall wuseln Leute umher. Wir finden dann einen Baumarkt; man kann sich ja vor lauter Betonmeer gar nicht gescheit orientieren. Im Obergeschoss haben sie Wäscheständer, und sogar einen von Leifheit. Das ist gut, denn wir haben keine Lust mehr auf diesen ganzen China-Schrott, auch wenn man sich fast nicht mehr dagegen wehren kann. Der Wäscheständer kostet 50 Euros, hält aber bestimmt länger als die für 15 Euros. Schade, dass wir vergessen, mal ein Foto im Geschäft zu machen. Aber jetzt heißt es, ihn nach Hause zu bringen. Annette hält ihn neben sich an der Yamaha fest, und Herbert fährt dann auf Nebenstraßen zurück.



Blick auf einen der vielen Kreisverkehre



der Wochenmarkt von Calpe zieht sich durch mehrere Straßen

Dann fahren wir nochmal los und fahren zum Wochenmarkt. Dort gibt es das übliche, was es überall in Europa gibt. Dinge, die kein Mensch braucht, aber dennoch kauft. Der Markt zieht sich über mehrere Straßen und diese gehen stetig bergauf. Irgendwann biegen wir in eine Seitenstraße ab und lassen den Markt Markt sein. Hier oben in der Casco Antiguo ist es dann überraschend angenehm. Oder zumindest einige Gassen sind es. Peu à peu geht es wieder bergab mit uns. Zurück an der Yamaha wollen wir jetzt noch einen anderen Baumarkt suchen. In einem Ort wie Calpe gibt es ja alles im Übermaß, und so landen wir im Plaza Central, einem anderen Baumarkt. Dort gibt es diese Pfannen. Mit ihr ist die Heimfahrt dann wesentlich leichter als mit dem Wäscheständer. Gegen 13 Uhr sind wir daheim und wollen eigentlich um 15 Uhr nochmal los. Und zwar ist heute (laut Internet) von 15 bis 18 Uhr Bücherflohmarkt am Speakeasy Jazzcafé im Stadtteil Carreó Alto. Aber dann können wir uns doch nicht mehr dazu aufrappeln, sondern bleiben einfach unter der Markise sitzen. Man wird ja auch immer gleich so faul unter südlicher Sonne. Abends probieren wir die neue Pfanne aus, hatten uns extra zwei Pizzas gekauft. Und bums, alles funktioniert gut. Die je zwei Glas Roséwein (das Abschiedsgeschenk von L'Eglantière), die wir dazu trinken, hauen Annette dann richtig um. In der Nacht kommt wieder Starkregen.



es ist kein Buch dabei für uns



es geht stetig bergan



durch stille Gassen geht es für uns wieder bergab



hier sieht es ja mal richtig beschaulich aus


 


 



ein Blick in die Avenida Gabriel Miró



abends gibt es Pizza und Wein - und die neue Pfanne hält

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Sonntag, 28. September 2014



mit vereinten Kräften wird das Wohnmobil angeschoben

Was da für Regenmengen herunterkamen in der Nacht. Es hat sogar einen Stromausfall gegeben. Jetzt am Morgen kommen die Leute bzw. ihre Wohnmobile nicht mehr raus aus dem nassen Boden. Die Räder drehen durch und wühlen sich bis tief in den roten Lehm. Einem Belgier, der hoffnungslos feststeckt, wird mit sechs oder sieben Leuten geholfen, die das Fahrzeug anschieben. Irgendwann kommt der Belgier frei und hinterlässt eine Spur der Verwüstung, im wahrsten Sinne des Wortes. Manch andere, die heute hier anreisen, müssen so stehenbleiben, wie sie eingesunken sind. Und so stehen welche direkt neben dem Duschhäuschen, ein anderer steht vor der schmalen Ausfahrt. Morgen soll hier schweres Gerät auffahren und den Boden plattwalzen. Es regnet den ganzen Vormittag munter weiter, und die Kirchglocken der kleinen Kirche - der Iglesia La Merced - die sich in unserer unmittelbaren Umgebung befindet, läuten heute besonders ausdauernd. Auch wochentags hören wir sie zu jeder vollen Stunde. Um 12 Uhr wollen die Kirchglocken heute am Sonntag wohl gar nicht mehr aufhören. Aber es ist ein schöner Klang, und man vergisst für einen Moment, dass man sich in einem Meer aus Beton befindet und nicht irgendwo auf dem Land. Na, jedenfalls hört der Regen um 12 Uhr schlagartig auf. Die Sonne kommt, und die Luft ist nun sehr dampfig. Später muss Herbert dann doch noch die Markise ausfahren, weil es sonst viel zu heiß ist. Um noch irgendwo hinzugehen oder zu fahren sind wir jetzt zu faul. Wir haben schon wieder so einen Punkt erreicht, wo uns alles zuviel ist. Abends gibt es heute bei uns mal wieder Spaghetti mit Meeresfrüchten. Wir können draußen essen und noch bis 20 Uhr draußen sitzen. Dann wird es schlagartig klamm und kalt.  



jetzt ist der Boden erstmal verwüstet



man glaubt ja nicht, wie schnell sich das Wetter hier ändern kann



am Nachmittag sitzen wir schon wieder im herrlichsten Sonnenschein



Herbert am Kochtopf

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Freitag, 26. September 2014



durchs Häusermeer geht es auf dem Weg in die Stadt

Heute ist ein ganz blöder Tag; es regnet fast ununterbrochen. Nach dem morgendlichen Schreiben geht Annette wieder ins Bett, und dann stehen wir erst um 9 Uhr auf. Es gießt aus Eimern und donnert immerzu wie wild. Es reisen auch einige neue Wohnmobilisten an, und weil der Boden - weiße Schottersteine auf rotem Lehmboden - schon ganz aufgeweicht ist, machen die Räder alles kaputt, sodass es jetzt hier auf dem Platz recht wüst aussieht. An unseren Sohlen klebt der rote Lehm. Die Räder der Neuankömmlinge drehen auf dem Schotter durch und graben sich sehr schnell ein. Nur gut, dass wir bei solchem Wetter nicht rausmüssen. Andere reisen bei Starkregen ab; das würden wir extra nicht machen. Gottlob hört der Regen am späten Nachmittag mal auf, denn wir wollen uns heute ein Hähnchen am Grillstand beim Consum kaufen. Gegen halb sechs gehen wir mal los, aber der Grill macht erst um 18 Uhr wieder auf. Wir tun derweil ein paar Schritte die Promenade entlang, aber es läuft sich schlecht, weil überall Pfützen sind. Im Süden sind die Fußwege doch immer so unregelmäßig, die Bordsteinkanten unterschiedlich hoch usw. Das Hähnchen essen wir dann daheim und wir müssen sagen, dass es recht gut ist. Es hat so eine kräuterige Note. Als wir dann Wasser zapfen wollen für den abendlichen Abwasch, kommen wir wieder mit unseren Nachbarn ins Gespräch, die wir ja den ganzen Tag nicht gesehen hatten. Hat sich ja niemand draußen im Regen hingesetzt. Wir holen unsere Stühle und sitzen wieder lange Zeit beisammen. Den Abwasch kann Annette ja morgen früh machen. Bis zum Schlafengehen kommt kein neuer Regen herunter. 



nach dem Regen steht überall das Wasser



am Hähnchenstand kaufen wir uns ein Hähnchen



bei Mercadona noch schnell ein Baguette

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