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Freitag, 31. Oktober 2014



wir sind schon wieder in Vila Real de Santo António

Morgens um 7 Uhr fangen die Kirchglocken wieder an, zu jeder vollen Stunde zu schlagen. Es ist so ein heller Klang. Aber um 7 Uhr Ortszeit sind wir in Portugal immer längst auf den Beinen. Wären da nicht die vielen Fliegen, so könnten wir draußen frühstücken, denn die Sonne haben wir den ganzen Tag direkt vor der Haustür. Und es ist schon gleich am Morgen richtig heiß. Ob es auch ein milder Winter sein wird? Am späten Vormittag fahren wir nach Vila Real de Santo António. Total leichtbekleidet und ohne die Westen. Wir fahren bis fast auf den Hauptplatz der Stadt, dem Praça Marquês de Pombal und parken in der Rua 1 do Maio.



die Yamaha lassen wir auf der Rua 1 do Maio



ein Blick auf den Praça Marquês de Pombal



Kastanien schmecken auch im Hochsommer



wir bummeln am Wasser entlang

Es sind einige Leute in den Straßen unterwegs, und sie sind auch gekleidet wie im Hochsommer. Wir laufen dann erstmal ans Wasser und schauen auch mal, ob die Fähren rüber nach Ayamonte auf der spanischen Seite gehen. Aber es sieht nicht so aus; der Fahrkartenschalter ist unbesetzt. Eine Fahrt hätte 1,75 EUR gekostet, was nicht teuer ist. Wir schauen uns auch den Stellplatz an, der sich direkt im Hafengelände befindet. Aber wir sind in Castro Marim besser aufgehoben, finden wir. Dann stürzen wir uns ins Getümmel auf der Haupteinkaufsstraße von Vila Real de Santo António. Gern würden wir Bettwäsche kaufen, aber sie haben nur welche für übergroße Zudecken. Die können wir nicht gebrauchen. Einen Blick ins Casa do Natal - Weihnachtshaus - werfen wir auch. Alles in rot und gold und grün, und weihnachtliche Musik spielen sie da auch. Na, in ein paar Wochen werden sie hier regen Andrang haben.



dieser Musiker hier spielt tolle Musik



alle schleppen Einkaufstüten


 



wir biegen mal ab zum Casa do Natal - dem Weihnachtshaus



noch kauft hier niemand ein

Bei unserem Bummel gefällt uns Vila Real de Santo António gut, und wir hatten auch noch nie so ein Bombenwetter wie heute. Zum Schluss wollen wir uns natürlich auch noch in eines der Cafés auf dem Praça Marquês de Pombal setzen. Den ersten Delta-Kaffee mit Genuss trinken. Viele der Tische sind jetzt besetzt. Für einen Cappuccino und einen Galão haben wir nur 2,40 EUR zu zahlen. Als wir uns auf die Heimfahrt machen, halten wir noch beim Lidl und kaufen gleich drei Packungen Delta-Kaffee. Dann setzen wir uns zu unserer Nachbarin und reden wieder dies und das. Herbert lässt die beiden Frauen irgendwann allein und mag sich die vielen Frauengeschichten wohl nicht länger anhören. Am frühen Abend hören wir laute Musik im Ort. Da ist es erst halb sieben. Herbert geht mal mit der Kamera los, aber auf dem großen Kirchplatz ist nichts los. Dafür kommt er mit ein paar schönen Fotos zurück. Bis 22 Uhr Ortszeit hören wir noch den lichten Glockenschlag zu jeder vollen Stunde.



hach, jetzt einen Delta-Kaffee


 



wir machen uns auf die Heimfahrt



der Nachmittag geht dahin mit der Nachbarin



abends tut Herbert ein paar Schritte durch den Ort, aber die Musik kommt von woanders her



alle Plätze sind belegt auf dem Stellplatz von Castro Marim

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Donnerstag, 30. Oktober 2014



jetzt haben wir noch unsere gelbe Blume draußen stehen

Annette geht es gar nicht gut. Schon gestern Abend hatte sie solches Kopfweh, als würde ihr Kopf in einer Schraubzwinge stecken. Nachts liegt sie mehr oder weniger wach und steht dann um 3:45 Uhr auf. Herbert wird wach davon, und sie sagt ihm, dass sie ja um halb sechs oder so, wenn sie fertig ist mit dem Schreiben, wieder ins Bett kommen kann. Es ist dann punkt halb sechs, als sie sich wieder hinlegt. Um 8 Uhr stehen wir auf, suchen die Fotos aus, frühstücken, aber Annette geht es kein bisschen besser. Sie legt sich wieder hin, und zwar von 10 bis 15 Uhr. Dann geht es ihr besser, und wir können uns nach draußen in den Schatten setzen. Unsere Nachbarin, eine Alleinreisende aus Dorsten, sieht, wie wir mit unserer gelben Blume und der Kamera hantieren und fragt uns, ob sie uns ihr Azalee hinstellen soll für ein Foto. Die hätte sie zu ihrem 70. Geburtstag bekommen und jetzt mit auf Reisen genommen. Dann müssen Sie aber auch das Foto machen, sagt Herbert ihr. Das hab' ich mir schon gedacht, sagt die Frau. Sie sagt uns dann noch viel mehr Dinge. Dass ihr Mann vor einem Jahr verstorben sei und sie sich daraufhin ein kleineres Wohnmobil gekauft hätte, mit dem sie auch allein gut Rangieren kann. Dass sie in etwa zehn Tagen aufbrechen will nach Marokko, wie in den letzten zwanzig Jahren auch. Sie hat einen Zwergpudel von neun Monaten dabei, ein drolliges kleines Ding, der es sich auf Annettes Schoß gemütlich macht. Die Frau, Karin, erzählt uns, dass sie schon als Kind, seit 1954, mit ihren Eltern mit dem Wohnwagen immer nach Spanien gefahren sei und sie diesen Campingvirus seitdem nie wieder aus sich herausbekommen hätte. So geht der Nachmittag dahin und ruckzuck ist es Abend. Der heutige Abend kühlt schneller ab als der gestrige. Na, morgen können wir bestimmt mal nach Santo António fahren zum Bummeln.


 



unsere Nachbarin hat uns ihre schöne Azalee fürs Foto geliehen

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Dienstag, 28. Oktober 2014



wir waschen noch ein paar Wäschestücke

Dies soll heute unser letzter Tag hier in Olvera sein. Dann werden es insgesamt zehn Tage gewesen sein, die wir hier verbracht haben. Eine schöne Zeit, und wer weiß, ob wir nicht irgendwann noch für ein drittesmal hierherkommen werden? Heute erledigen wir noch diese und jene Arbeiten. Annette wäscht ein paar Wäschestücke und bügelt diese später. Herbert streicht den rechten Bügel der Außenspiegel. Dann wird noch der ganze Wohnraum auf den Kopf gestellt und mit dem Staubsauger durchgegangen. Auch unter den Matratzen und überall. Nach dem Nachmittagskaffee kommt auch die Yamaha in die Garage und Tisch und Stühle, sodass wir morgen früh weiterziehen können. Einen letzten Ort der Weißen Häuser Andalusiens wollen wir uns noch anschauen; der soll außerdem einer der schönsten Orte von ganz Spanien sein. Da sind wir mal gespannt. Ach, und aus Zwickau erfahren wir, dass unser neuer Mieter schon verschiedene Sachen und Möbel in die Wohnung gebracht hat. Der Mietvertrag ist also unbeschadet angekommen. Jetzt hoffen wir, dass alles gutgeht. Der Nachbar, der uns den neuen Mieter vermittelt hat, hat sich auch nochmal gemeldet.



ein ganzer Stellplatz für uns allein



ein letzter Panoramablick, bevor es morgen weitergeht

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Mittwoch, 29. Oktober 2014



wir verlassen das schöne Gelände, das den Stellplatz von Olvera umgibt

Als wir beim Frühstück sitzen, fragen wir uns, ob wir wirklich noch zu dem einen Ort fahren sollen oder nicht doch noch heute bis nach Portugal. Den anderen Ort - Arcos de la Frontera - können wir ja bei unserem nächsten Besuch von Olvera in Angriff nehmen. Denn dass wir irgendwann auch noch ein drittesmal nach Olvera kommen werden, davon sind wir überzeugt. Und jetzt sind wir bereit für Portugal und freuen uns natürlich längst auf unser Lieblingsland. Wir nehmen jetzt auch eine andere Route als im letzten November. Wir fahren über Pruna und Morón de la Frontera.



wir durchfahren und verlassen Olvera

Die Landschaft ist ja wirklich wie gemalt. Wieder geht es an den vielen Eukalyptusbäumen vorbei. Man erkennt diese Bäume an ihrer Rinde, die in langen dünnen Streifen oder Fetzen am Baumstamm hängt. Und man kann Eukalyptusbäume natürlich auch riechen. Nach gut 40km erreichen wir Morón de la Frontera und sehen, dass es hier sogar einen Lidl gibt. Das ist gut, dann können wir jetzt noch weißen Balsamico-Essig kaufen. Weiter geht es dann in Richtung A92, der Autobahn, die uns nach Sevilla bringt.



wir erreichen Morón de la Frontera



lange vor Sevilla erstrecken sich große Industrie- und Gewerbegebiete zu beiden Seiten der Autobahn

Lange vor Sevilla kommen riesige Gewerbegebiete, die sich parallel zur Autobahn erstrecken. Auch jede Menge Verkaufshallen. Dann geht es über die große Brücke, die über den Río Guadalquivir führt. Unser Navi ist an, aber wir müssen uns nur nach der Beschilderung für die A49 in Richtung Huelva richten. Der Autoverkehr ist recht stark, aber wir kommen gut durch, bis wir uns auf der A49, der Autovía del V Centenario wiederfinden. Dieses Stück Autobahn gehört uns nun fast allein. Wir sehen die ersten Storchennester, und viele davon sind bewohnt. Kurz vor der Grenze, bei Ayamonte, tanken wir noch für 1,23 EUR/L. Diese Saras-Tankstelle ist immer besonders günstig.



hier geht es über den Rio Guadalquivir


 



hinter Sevilla, auf der A49, ist nur noch wenig Autoverkehr



kurz vor der Grenze tanken wir noch günstig



über den Grenzfluss, den Rio Guadiana, geht es und hinein nach Portugal

Dann geht es über den Grenzfluss, den Río Guadiana und dann hat Portugal uns wieder. Es ist immer wie eine Heimkehr; hier fühlen wir uns wohl und schon irgendwie heimisch. Wir biegen dann auch gleich auf die Nationalstraße ab und nach Castro Marim. In Castro Marim werden wir auf dem Stellplatz wohl nicht unterkommen, denken wir uns. Aber nix da, es sind noch zwei Plätze frei. Da sind wir froh, hier erstmal zum Stehen zu kommen. Und das Wohnmobil aus Leer, das uns auf der Autobahn vorhin in einem Affenzahn überholt hat, ist jetzt hier unser übernächster Nachbar. Wir haben sogar noch einigen Platz vor unserer Haustür. Herbert will gleich die Yamaha herausholen und nach Vila Real de Santo António zu Vodafone fahren. Annette würde die 4km auch zu Fuß gehen, aber es ist irre heiß, fast noch schlimmer als in Andalusien, wer hätte das erwartet? Und so holen wir die Yamaha heraus und fahren los.



ganz schön voll ist es auf dem Stellplatz von Castro Marim



wir fahren erstmal nach Vila Real de Santo António

Es ist halb drei Ortszeit (in Portugal ist man ja eine Stunde zurück). Der Vodafone-Laden ist durchgehend geöffnet, aber es hängt ein Schild an der Tür: Fechado (geschlossen). Na, das ist bestimmt nur mal kurz für die Angestellte. Und tatsächlich. Nach fünf Minuten geht die Tür wieder auf. Vodafone hat die Tarife geändert. Der Zugang geht nun für 3 oder 7 oder 30 Tage. Wir nehmen dann einen 7-Tage-Zugang mit 4GB Volumen. Wir können aber jederzeit zwischen den Tarifen wechseln. Wie gut, dass in Portugal jeder die englische Sprache beherrscht und wir das alles erfragen können. In Spanien geht das nicht. Wir fahren dann auch gleich wieder heim und erholen uns erstmal ein wenig von der Fahrt. Abends stellen sich drei Wohnmobile auf die Flächen, die eigentlich zum Rangieren und Durchfahren gedacht sind. Ein goldenes Licht legt sich aufs Land, das es wohl nur in Portugal gibt. Aber es wird auch ruckzuck dunkel. Es ist ein unwahrscheinlich warmer Abend; die Temperaturen wollen einfach nicht heruntergehen. Ach, wir freuen uns auf eine schöne Zeit in Portugal.



durch die Straßen von Santo António geht es und zu Vodafone



es geht zurück nach Castro Marim



Abend wird es in der Algarve



unsere Tagesroute ca. 265km

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Montag, 27. Oktober 2014



heute fahren wir mal nach Pruna

Heute wollen wir mal einen Ausflug machen zu dem Ort mit der Burg (das Castillo del Hierro) hoch oben auf einem Berg, die wir von unserem Stellplatz aus immer sehen. Aber erstmal müssen wir in Olvera tanken. Dann fahren wir los, und es sind im ganzen nur 7km bis nach Pruna. Auf der kurzen Fahrt dorthin verlassen wir die Provincia de Cádiz und kommen in die Provincia de Sevilla. Die Straße geht in vielen Kurven und durch schöne Landschaft. Aber die Landschaft ist hier ja sowieso richtig gefällig. Auf der ganzen Fahrt haben wir diese alte Burg auf dem Berg vor der Nase - ein guter Orientierungspunkt. Dan erreichen wir das Dorf Pruna, dessen Häuser wie ein großer weißer Klecks sind.



die Häuser von Pruna sind wie ein weißer Klecks in der Landschaft

Wir nehmen dann irgendeine der Abbiegungen ins Dorf und merken, dass Pruna gar nicht so klein ist. Zufällig landen wir dann direkt auf dem Hauptplatz, dem Plaza de España. Hier sind laute Baugeräusche zu hören, und der Platz ist zur Hälfte eingezäunt und wird neu gepflastert. Das, was schon fertig ist, sieht sehr hübsch aus. Wie immer sitzen hier die alten Männer auf Bänken und reden miteinander. Nachdem wir die Yamaha geparkt haben und losgehen, kommt erstmal ein weißer Maulesel des Wegs. Ansonsten ist Pruna gar nicht so dörflich mit den vielen kleinen Geschäften. Man ist überall im Ort am Fegen und Zaunstreichen und Werkeln. Wir schauen auch mal in die Kirche. Es ist recht dunkel darin und erst auf den Fotos, die Herbert macht, können wir den Altar und das Wandbild mit den 11 Jüngern beim Abendmal richtig sehen.



auf dem Hauptplatz, dem Plaza de España



ein Maulesel kommt des Wegs



überall ist man fleißig am Werkeln



ein Blick in die Panaderia David



wir sind auf dem Kirchplatz

Wir kommen dann auch an der Markthalle auf dem Plaza de Abastos vorbei. Die Markthalle ist von 1943 und winzig klein im Innern. Mehr als drei Markstände haben da keinen Platz. Nach einer Weile stoßen wir auf eine schmale Straße namens Escalones, auf der viele Stufen und Treppen nach oben führen. Hinaufgehen mögen wir aber nicht, denn es ist heiß und am Ende ähneln sich die weißen Dörfer doch sehr. Auf dem Plaza de España setzen wir uns noch auf eine der Bänke im Schatten und schauen den Arbeiten zu. Es sieht fast so aus, als würden die Dorfbewohner selbst den Platz neu pflastern, denn es sind auch viele Frauen als Arbeiterinnen zu sehen. Dann machen wir uns auf die Heimfahrt, kaufen beim Dia in Olvera wieder ein und sind wieder daheim.



steil geht es hier die Stufen hinauf



wir sind zurück auf dem Plaza de España



es geht heimwärts


 

Wir haben neue Nachbarn bekommen, Holländer mit deutschem Kennzeichen am Wohnmobil. Wir staunen dann nicht schlecht, als die beiden anfangen, ihr Wohnmobil auf dem Stellplatz zu waschen. Zuerst nur das Dach; da denken wir uns noch nicht allzu viel. Mit einer langen Waschbürste mit Wasseranschluss und einem Eimer und allem. Der Schaum und das Wasser schwappen jeweils in großen Schüben herunter. Als die Arbeiten am Dach fertig sind, schüttet der Mann vom Dach aus das restliche Wasser aus dem Eimer auf den Boden. Batsch - als wäre der Boden noch nicht genug überschwemmt. Dann geht es munter weiter mit den Seitenwänden. Oh ja, Wohnmobilisten denken sich nichts dabei, einen Stellplatz zum Waschplatz umzufunktionieren. Wenn man bedenkt, dass man in Holland mit dem Wohnmobil keine einzige Nacht außerhalb von Campingplätzen verbringen darf, und die Polizei jeden aufspürt und wegjagt, sollten vielleicht gerade die Holländer besonders dankbar sein dafür, dass die Situation für Wohnmobilisten im Ausland wesentlich freundlicher ist. Dann wird es Abend und wir haben einige Mühe, uns an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Dass es jetzt, von heute auf morgen, zu viel früherer Stunde stockdunkel ist. Dass man nun schon seit 34 Jahren an dieser Erfindung festhält, die nichts gebracht hat und nichts bringt.

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