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Sonntag, 30. November 2014



wir sind wieder unterwegs in Praia da Rocha

Heute ist der 1. Advent, und zur Feier des Tages wollen wir irgendwo schön essen gehen. Fragt sich nur: Wo? Wo doch im Ort alles so ausgestorben ist. Annette ist zwar noch nicht richtig gesund, aber den Appetit hat sie nicht verloren. Gegen halb eins Ortszeit (da ist es für uns ja schon halb zwei) gehen wir los und schauen mal beim Japaner rein. Da ist kein einziger Gast, und wir wollen dann auch nicht die einzigen sein. (Wenn in der Küche so wenig Durchlauf ist, muss man die Befürchtung haben, dass die Lebensmittel alt sind.) Laufen wir also die gesamte Promenade entlang bis zur Dolce Vita Pizzeria. Aber auch da sind wir skeptisch und trauen dem Braten nicht, als wir uns deren Buffet anschauen. Auf dem Weg hierher hatten wir ein Chinarestaurant namens Bamboo Garden gesehen, wo Leute gesessen haben. Gehen wir also jetzt dahin. Zwei Tische sind besetzt, als wir ankommen. Das Essen - Pekingente und Ente mit Bambussprossen und chinesischen Pilzen - ist dann gut, und die Bedienung so eine nette Person, dass wir am Ende mit einem strahlenden Lächeln das Restaurant verlassen. Und mit einem chinesischen Wandkalender, den man uns geschenkt hat. Auf dem Heimweg sehen wir noch einen Papagei draußen auf einer Bank hocken. Er sagt immerzu nur Olá, Olá; der arme Kerl ist wohl schon ganz verwirrt. Sein Besitzer ist aber in der Nähe und trägt ihn später auf einem Stock weg. Der Nachmittag bleibt strahlend sonnig und warm, und abends zünden wir die dicke Kerze vom Adventgesteck an. Es ist dann so heimelig bei uns an Bord, dass wir es uns nur schwer vorstellen können, Weihnachten hier irgendwo in einem Hotel verbringen zu wollen. Das wollen die beiden Schweden, die in Santa Luzia für lange Zeit unsere Nachbarn waren, tun. Sie haben sich für die Weihnachtstage bei Lagoa in einem 5-Sterne-Hotel eingemietet. Aber wir können uns vorstellen, dass uns gerade über Weihnachten die Zimmer zu kalt und zu nüchtern wären. Na, wir werden die beiden Schweden ja sicherlich noch einmal wiedersehen hier in der Algarve. Der Winter ist ja noch lang.



im Bamboo Garden an der Promenade



der Papagei hockt auf der Bank und sagt andauernd Olá Olà



nirgendwo ist was los


 



am Nachmittag noch bei voller Sonne und offenem Dachfenster



abends machen wir es uns gemütlich

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Samstag, 29. November 2014



wir sind an der Küste von Praia da Rocha

Nachdem es Annette gestern ziemlich schlecht ging und wir das Haus nicht verlassen konnten, wollen wir heute mal wieder ein paar Schritte tun. Zumal das Wetter auch wieder richtig schön ist. War es gestern auch schon. Wir wollen nur ein bisschen an der Promenade entlanglaufen, denn Annette ist es noch etwas schwindelig, aber heute ist es schon viel besser als gestern. Wir steigen dann auch eine der neuen Treppen hinunter zur Holzpromenade, aber es ist erstaunlich, wie wenig überall los ist. Kaum sehen wir mal eine Menschenseele, ganz zu schweigen, dass die Restaurants alle so leer sind. Es wird von Jahr zu Jahr weniger hier. Wir laufen bis zur Marina vor, wo wir auch mal in eines der Geschäfte der Marke Matador gehen. Sie haben da richtige Fantasiepreise für ihre Klamotten und geben dann 70% Rabatt auf alles. Auf diese Weise kostet eine Jacke dann nicht mehr 300, sondern 90 Euros. Nach einer Runde durch die Marina machen wir uns auch schon auf den Heimweg und treffen dabei noch Leute aus Kleve, die wir von früheren Überwinterungen her kennen. Daheim überlegt Annette, ob sie nachher gleich noch anfangen soll, alles an Bord auf den 1. Advent vorzubereiten oder erst morgen früh? Aber der Herbert sitzt gerade so schön draußen in der Sonne, und wer weiß, wie es morgen ist? Wie es ihr morgen ergeht? Heute tränen ihr wenigstens die Augen nicht mehr und muss sie auch nicht mehr andauernd aufs Klo rennen (und noch vieles andere mehr). Also holt sie den ganzen Adventschmuck heraus, oder na ja, noch nicht alles davon. Wie immer ist der Abend dann wieder sehr milde. Mal von den blöden letzten Regentagen abgesehen, hatten wir wohl noch keinen so milden November wie heuer.  


 



ein paar Leute laufen sogar barfuß durch den Sand



wir nehmen die neue Treppe, die hinunter zur Holzpromenade und zum Strand führt



heute ist erschreckend wenig los überall



ein Blick in die Waterfront-Kneipe in der Marina von Praia da Rocha



in der Marina von Praia da Rocha



ein Blick auf die Mole



auf dem Gelände der Festung Santa Catarina



es ist wieder mal so warm, dass selbst der Nikolaus seine Hosen lüften muss

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Mittwoch, 26. November 2014



ein Blick aus dem Fenster auf den anderen Parkplatz in Praia da Rocha

Eine Regennacht liegt hinter uns, und nach dem Schreiben geht Annette wieder zu Bett. Herbert ist dann längst auf den Beinen, aber sie steht erst um - man halte sich fest - halb elf auf. Was soll man auch anderes tun bei dem Wetter? Und so ist der Tag nicht mehr so lang. Annette fühlt sich auch ein wenig krank und als hätte sie sich was eingefangen. Immer wieder kommen neue Regenschauer vom Himmel, so alle zwanzig Minuten ist es ein Höllenlärm, wenn der Regen aufs Dach prasselt. Deswegen können wir auch nicht zum Supermarkt gehen und alles für eine Bohnensuppe einkaufen, die heute das richtige wäre. Und so muss es eben eine Tütensuppe tun, in die wir noch zwei rohe Eier schlagen, damit sie nicht so wässrig ist. Wer in der letzten Woche noch neidisch war auf Herbert in kurzen Hosen im November, kann jetzt sagen: Hä hä, jetzt haben die da das olle Mistwetter und ich hab' hier meine schönen Weihnachtsmärkte. (Die gehen uns in jedem Winter ab, und das schon zum sechstenmal.) Abends erreicht uns noch eine Schreiben von der Gebühreneinzugszentrale bzw. heißen die jetzt "ARD ZDF Deutschlandradio". Auf Annettes Namen und Adresse würden ja seit Januar 2013 gar keine Rundfunkgebühren errichtet. Wir hatten denen damals, im März 2009, geschrieben, dass wir unseren Wohnsitz aufgeben und uns auf eine mehrjährige Reise begeben würden. Allerdings war dieses Schreiben nur auf Herberts Namen ausgestellt (und wir haben ja verschiedene Nachnamen). Aber so gläsern, wie man heute ist, schnüffeln sie jeden aus. Wir werden morgen ein entsprechendes Schreiben fertigmachen und ihnen zuschicken. Denn in deren Antwortformularen gibt es die Option, dass man gar keinen Wohnsitz hat, nicht.

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Donnerstag, 27. November 2014



wir gehen zum Continente-Komplex, um Gemüse zu kaufen

Heute lacht die Sonne wieder, entgegen den Wettervorhersagen. Da wollen wir auch gern wieder nach draußen gehen und etwas Gemüse kaufen für eine Suppe am Abend. Wir sind viel zu warm angezogen in Bluse und Weste; kein Wunder, wenn man sich da erkältet. Wir gehen dann auch mal in den Continente-Komplex und sind immer wieder angetan, was für tolle Mode es in den Geschäften gibt. Schade nur, dass die Sachen immer so klein ausfallen und uns kaum etwas davon passt. Gegen halb zwei sind wir wieder daheim und ob man es uns glaubt oder nicht, wir sind kaum zur Tür herein, fängt der Regen wieder an. Da haben wir aber Glück. Schnell hört der Regenguss wieder auf, und dann können wir noch für eine halbe Stunde draußen sitzen. Anschließend machen wir das Schreiben für die Gebührenzentrale fertig und wollen es im Cyber Café ausdrucken lassen. Das klappt auch alles gut. Jetzt noch zur Post für eine Briefmarke, denn in den Tabakläden verkaufen sie keine Briefmarken mehr. Auch das erledigen wir und ab geht der Brief. Gegen 17 Uhr sind wir daheim und kochen uns jetzt die Bohnensuppe. Diesmal tun wir viel mehr Porree hinein als sonst, und das sollten wir ab jetzt immer tun. Am Abend haben wir wieder das Vergnügen mit dem Regen. Man kann sein eigenes Wort nicht verstehen, so laut ist es. Es ist auch ein ziemlicher Sturm dabei.



der Himmel wird schon wieder so dunkel



im Continente-Komplex von Portimão



ein Blick auf das Bela Vista Hotel an der Promenade von Praia da Rocha



im Cyber Café an der Promenade von Praia da Rocha lassen wir das Schreiben ausdrucken



bei der Post kaufen wir noch eine Briefmarke und fertig

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Dienstag, 25. November 2014



ein Blick auf den Strand von Praia da Rocha

Nach 19 Nächten in Santa Luzia wachen wir heute in neuer Umgebung auf. Aber zumindest ist der Himmel morgens noch ganz blau. Wir wollen heute auch nur zur Apotheke und für Herbert eine neue Packung Velmetia kaufen, für seine Diabetes. Annette glaubt, sich an eine Apotheke direkt auf der Promenade von Praia da Rocha erinnern zu können, aber da ist dann gar keine. Laufen wir also weiter, bis wir an eine Parafarmácia kommen. Dort sagt man uns, wo wir eine richtige Farmácia finden. Aber wenn wir nun schon fast am Ende der Promenade angelangt sind, können wir ja mal schauen, wie voll es auf dem richtigen Stellplatz an der Marina ist. Wir machen auch ein Foto von oben aus. Dann laufen wir zur Apotheke.



da unten stehen die Wohnmobile auf dem offiziellen Stellplatz

Wir zeigen die leere Packung Velmetia her. Der Apotheker holt eine neue, die genau wie unsere aussieht, aber nur halb so groß. Was kostet die? Fourty-seven Euros. Was? 47 EUR? Was ist das denn? Der Apotheker sagt, dass die Packung mit Verschreibung nur 4 EUR kosten würde. Wir hatten schon gelesen, dass der hauptsächliche Inhaltsstoff Metformin ist, und Metformin hat Herbert bis Juli, als er umgestellt wurde auf Velmetia, immer genommen. Das kaufen wir jetzt, und da kostet die Schachtel nur 3,84 EUR. Da sieht man mal wieder, wie die Pharmafirmen die Ärzte schmieren und sie ermuntern, die Patienten auf die teuren Medikamente zu setzen, damit viel verdient wird. Aber wir können ja mal bei der Krankenkasse anfragen, ob sie die Kosten für Velmetia übernehmen. Jetzt machen wir uns erstmal auf den Heimweg und kehren noch in die Miradouro-Bar ein. Der Himmel zieht auch schon wieder zu. Aber später können wir dann doch noch eine Weile draußen sitzen und lesen. Wir essen auch die restlichen Mandarinen aus dem ersten Säckchen, denn die sind ja ungespritzt und nicht so richtig lagerfähig. Für die kommenden Tage ist kein so gutes Wetter angekündigt, aber wenn erstmal die Adventzeit da ist, können wir es uns ja an Bord gemütlich machen.



wir sind in der Miradouro-Bar



diesen Ausblick haben wir vom kleinen Sofa aus (Miradouro heißt Aussichtspunkt)


 



und so haben wir uns hingestellt auf dem Parkplatz



Sagen Sie Bescheid, wenn das Essen fertig ist. Wir kommen dann.

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