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Freitag, 30. November 2012



wir sind auf dem Weg zum Kartoffelfest

So, heute wollen wir ja auf das Süßkartoffelfest gehen, das um 12 Uhr beginnt. Allzu früh wollen wir aber nicht da sein, weil sonst noch gar nicht alles richtig aufgebaut ist. Und außerdem hält uns der Regen davon ab, der heute immer wieder in sehr starken Schüben herunterkommt, das Haus zu verlassen. Der Kölner hatte uns gesagt, dass ganze Busladungen von Leuten zu dem Fest kommen, aus Nordportugal und von überall her. Mittlerweile hatten wir auch gelesen, dass speziell Aljezur die Region für den Süßkartoffelanbau ist. Um halb drei können wir dann losgehen, zwischen zwei Regengüssen schaffen wir es, trockenen Fußes zum Fest zu gehen, das sich in einer größeren Halle befindet.



an der Kirche im neuen Teil von Aljezur vorbei gehen wir



in dieser Halle und im Vorzelt findet das Fest statt

Wir zahlen einen Eintritt von 1 Euro pro Person, und man sagt uns, dass um 19 Uhr eine Ansage ertönen und eine Nummer verkündet würde. Und ist es die Nummer, die auf der eigenen Eintrittskarte steht, so würde man ein Abendessen zu zweit hier auf dem Festival gewinnen. Aber ob wir so lange warten wollen? Na, mal schauen. Wir kommen dann in eine Art Vorzelt. Überall wird Kuchen aus Süßkartoffel angeboten, aber den kennen wir schon von den Konditoreien überall im Land. Wir hatten uns nur immer gewundert, aus welcher Masse der Kuchen besteht. Das sah alles immer irgendwie nach Marzipan oder Persipan aus. Jetzt wissen wir also, dass es Süßkartoffel ist.



die meisten Stände verkaufen Süßigkeiten aus Süßkartoffeln

Bei unserem Gang durch die Halle kommen wir dann an den verschiedensten Ständen vorbei. Es werden Kerzen, Holzschnitzarbeiten, Filzsachen, Filzschuhe, Filzdecken, kleine Lederwaren usw. angeboten, es gibt Stände, die die Region Aljezur und den Alentejo präsentieren, es gibt Unmengen Kuchen und Rauchwürste zu probieren und zu kaufen, es gibt also alles mögliche, und es gibt einen größeren Saal, in dem sich mehrere Restaurants befinden. In diesem Saal gibt es auch eine Showküche, wo gerade gekocht wird. Ein Chefkoch und zwei Lehrlinge von der Hotelschule in Portimão - Escolha Hotelaria de Portimão zeigen verschiedene raffinierte und doch einfach nachzumachende Gerichte. Der Chefkoch redet und redet, und auch den zwei Lehrlingen hält man das Mikrofon vor die Nase. Wir setzen uns eine Weile hin, ruhen die Beine aus und schauen zu.



Kuchen aus Süßkartoffeln bzw. . . .



. . . Delicias de Batata Doce


 



ein Korbmacher ist am Werk



und noch mehr Süßes



eine alte Weinpresse zur Dekoration



die Kartoffeln werden säckeweise hereingeschleppt

Beim Weiterlaufen kommen wir an einem Stand vorbei, an dem gerade kiloweise Kartoffeln abgeladen werden; junge Männer schleppen 5-kg Säcke von einem LKW herunter und bringen diese zum Verkaufsstand. Diese Säcke kosten dann 5 Euros. Aber hier werden auch frittierte Süßkartoffeln verkauft. Eine Tüte (200g) für einen Euro. Wir lassen uns mal eine Tüte geben und sind überrascht, wie gut die Süßkartoffeln schmecken. Sie haben einen winzigen Hauch von Süße, schmecken wie Weihnachten und sind quittegelb. Die Farbe finden wir total klasse. Man hat die ganzen Kartoffeln in dünne Scheiben von 1mm geschnitten und dann geröstet. Frittiert kommen sie uns gar nicht vor, eher wie auf einem Blech im Backofen gebraten oder geröstet.



wir probieren gebratene Süßkartoffeln in Scheiben



die schmecken wirklich gut und sind sehr knusprig



im Restauranttrakt ist noch nicht viel los



Herbert reicht dem Kameramann, der auf einem Podest steht, die Kamera für ein Foto, dieses Foto



wir setzen uns eine Weile hin und schauen dem Chefkoch zu

Plötzlich kommt eine Gruppe von Musikanten mit Ziehharmonika, Trommel und Gitarre in die Halle, zieht durch die Gänge und spielt flotte Musik. Ach, das gefällt uns. Auch ist ständig ein Kameramann unterwegs, und dessen Aufnahmen sieht man auf großen Bildschirmen an den Wänden. Aber weil das Festival nun auch nicht allzu groß ist, machen wir uns irgendwann bereit für den Rückweg. Ein Regenguss ist noch abzuwarten, aber dann gehen wir los. Das Fazit vom Festival ist, dass es eher eine Messe ist, auf der regionale Aussteller vertreten sind. Wir hatten uns alles etwas uriger und bäuerlicher vorgestellt. Aber da wir nun sowieso in der Westalgarve waren, haben wir das Festival eben mal kennengelernt. Extra für das Fest anzureisen, finden wir, lohnt sich nicht. Wir sind dann gerade daheim angekommen, als ein extremer Starkregen einsetzt. Der hätte uns aber wirklich zu schaffen machen können, wären wir jetzt noch draußen unterwegs. Jetzt machen wir es uns an Bord gemütlich.



die Musikanten spielen auf und sorgen für gute Musik und Stimmung



die Kirche sieht im Abendlicht sehr heimelig aus

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Donnerstag, 29. November 2012



diese Brücke führt über den Ribeira de Aljezur

Es kamen wieder Massen von Regen herunter, die liebe lange Nacht lang. Auch ist es heute kein bisschen milder, was die Temperaturen angeht. Das heißt, es sind 14°C, aber der Wind beißt noch genauso wie gestern und die Tage. Müssen wir uns also warm anziehen, aber das dumme ist, dass wir kaum richtige Wintersachen an Bord haben, ein jeder hat nur eine ganz dicke Skijacke, und wer hätte gedacht, dass wir die je brauchen werden? Na egal, wir laufen dann mal los in den Ort. Über die Brücke geht es und dann nach rechts in die Altstadt bzw. das Centro Histórico.



die Altstadt von Aljezur steigt sehr steil an

Auf der Rua João Dias Mendes laufen wir, aber sie macht keinen erfreulichen Eindruck, viele Häuser sind verfallen und es gibt so gut wie keine Geschäfte mehr, alles steht leer. Dann kommt ein kleiner Platz, der schon gefälliger wirkt. Auch hier sehen wir wieder Skulpturen, wie wir auch schon welche vor der Markthalle gesehen hatten. Kurz verschnaufen wir, bevor wir uns aufmachen zur Burg, die über der Stadt thront. Das heißt, es sind eigentlich nur noch Reste der Burg zu sehen, nachdem sie nach dem Erdbeben von 1755 nicht mehr wieder aufgebaut wurde.



überall in der Stadt sind Skulpturen aufgestellt



an der Igreja Matriz, der Pfarrkirche, vorbei geht es immer weiter hinauf zu den Ruinen der Burg



alles erstrahlt in schneeweiß

Puh, so steil hinauf wie hier in Aljezur mussten wir ja noch nie kraxeln. Wir sind dann froh, als wir oben ankommen. Und es gibt dann tatsächlich nicht mehr allzu viel zu sehen von der Burg selbst, nur Teile der Mauer, zwei Türme, einer davon ein Rundturm, und eine würfelförmige Zisterne mit einem Gewölbe. Die Burg, so lesen wir, entstand während der arabischen Herrschaft (10. Jh.) und diente zum Schutz der Bevölkerung vor feindlichen Angriffen und zur Kontrolle des am Fluss gelegenen Hafens. Über den Hafen wurde die Verbindung zum Meer sichergestellt; allerdings versandete er bereits vor langer Zeit.  



von den Resten der Burg ist nicht mehr allzu viel erhalten



nach dem Erdbeben von 1755 wurde die Burg nicht mehr wieder aufgebaut



die Blicke auf das Umland sind wie immer prächtig - in der Ferne ist das Meer

Ein tolles Panorama haben wir von hier oben in alle Richtungen, was ja bei Burgen und Festungen fast immer der Fall ist und auch für uns der Grund, zu fast jeder Burg hochzusteigen. Wir sind die einzigen hier oben; und der kalte Wind hat uns voll im Griff. Deswegen hat sich wohl auch niemand sonst hergetraut. Wir schauen zum neueren Teil von Aljezur, der nach dem Erdbeben von 1755 gegenüber dem alten und zu stark beschädigten Kern angelegt wurde, um so das Abwandern der Bevölkerung zu verhindern.



Aljezur verstreut sich auf mehrere Ortsteile - hier der neuere Teil



wir kraxeln wieder hinunter zur Altstadt

Dann kraxeln wir wieder hinunter, müssen aufpassen, dass wir nicht ausrutschen, so steil ist alles. Auf halber Höhe sehen wir dann einen Parkplatz, auf dem mehrere Wohnmobile stehen. Herbert findet, dass man da viel mehr Platz hat und vor allem, dass es da viel sonniger ist. Und recht hat er, denn da, wo wir derzeit stehen, ist nur Schatten und die Solarzellen können nichts laden. Irgendwann sind wir dann wieder unten und wollen noch irgendwo im Café sitzen. 



diesen Parkplatz sehen wir von oben, der Platz ist direkt hinter der Markthalle



so steil wie in Ajlezur haben wir es bisher noch nirgends erlebt



schöne Ausblicke hat man von diesen Häusern aus



wir sind wieder unten in der Altstadt angelangt



in das Café Esplanada Palmeira kehren wir ein, es liegt so hübsch am Fluss

Wir landen dann im Café Esplanada Palmeira, weil es so hübsch gelegen ist direkt am Fluss und in der Sonne. Wir lesen das Wort Glühwein und sehen ein paar Wimpel von deutschen Biersorten im Fenster, aber sonst ist alles auf portugiesisch. Und doch fragen wir den Wirt, ob er deutsch ist? Das ist er, und wir kommen mit ihm ins Gespräch. Erfahren, dass er seit 1979 (da war er 27 Jahre alt) hier lebt, dass seine Kinder hier geboren wurden usw. Wir reden über die heutige Zeit und wie schwierig das Leben in Portugal geworden ist. Er sagt, dass der letzte Winter noch recht ordentlich für ihn lief - wenn so die Krise ist, dann ist es gut, hatte er sich da noch gedacht - aber jetzt hat die Stadt ihm das Café, das er von der Stadt gepachtet hat, gekündigt. Man wolle den Park erweitern, der sich neben dem Fluss befindet, also hinter dem Café. Das Café würde deswegen abgerissen. Er hat es 29 Jahre lang betrieben, und nun kam das Schreiben der Stadt, dass in 60 Tagen alles vorbei sein soll. er hatte der Stadt daraufhin geschrieben und seine Umstände geschildert, was er in den letzten paar Jahren alles investiert hat usw. Die Hygienebestimmungen haben immer mehr verlangt. Er wurde dann auch angehört und man ging seine einzelnen Punkte mit ihm durch. "Wir haben Verständnis für Ihre Situation", hatte es geheißen und das Ergebnis dessen war, dass man die Frist zur Räumung verlängert hat, vom 17. Dezember auf den 31. Dezember. Eine Verarschung, das ganze. Er glaubt auch, dass entweder gar nichts abgerissen wird, oder erst Jahre später, oder dass irgendein Verwandter der Stadtverwaltung das Café eines Tages weiter betreiben wird. Er zählt uns mehrere Fälle von Willkür auf, die völlig unerhört sind. Der Mann ist Kölner, aber allzu viel Rheinische Fröhlichkeit ist nicht mehr in ihm. Seine zwei erwachsenen Kinder, die längst daheim ausgezogen waren, wohnen seit einiger Zeit wieder bei ihm und seiner Frau. weil das Geld, der Lohn, einfach nicht mehr reicht. Wir reden dann auch über Immobilien und er sagt, dass man getrost 40% weniger bieten kann auf Immobilien. Er weiß vom Verkauf eines Objektes, das mit 380.000 EUR auf dem Markt war und für 220.000 EUR verkauft wurde. Wir reden und reden, während er bei uns am Tisch sitzt. Am besten, so sagt er, halten seine Frau und er sich wieder Ziegen, Schafe, Hühner und Enten, machen Käse usw., wie sie es in ihren Anfangsjahren in Portugal getan hatten. Denn auf den wöchentlichen Bauernmärkten könne man noch ohne weiteres seine Produkte verkaufen, da sind die Bestimmungen noch nicht so krass. Na, wir können nur das Beste hoffen und ihm alles Gute wünschen. Wir glauben, dass man ihm das Café wegnehmen will, weil die Lage total gut ist. Alle kommen mit ihren Autos über die Brücke gefahren, fahren auf den Parkplatz direkt dahinter und landen nach den ersten Schritten direkt in diesem Café. Wir verabschieden uns von ihm und stellen den Phoenix dann auch auf den Parkplatz hinter der Markthalle. Hier sind wir besser aufgehoben. Nachts regnet es wieder sehr stark.



während wir sitzen, werden die Kühe durch das Flussbett geschickt; lautes Gebimmel von den Glocken um ihren Hals



nachdem wir auf dem neuen Parkplatz stehen, können die Solarzellen noch schön laden

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Dienstag, 27. November 2012



in Sagres wird mit Kanonen auf die Badenden geschossen, haha

Nach einer wahrlich heftigen Regennacht hört der Regen auch jetzt am Vormittag noch nicht so bald auf. Da müssen wir uns die Zeit halt an Bord vertreiben. Zum Beispiel mit dem Lesen der Portugal News. Unter anderem ist da zu lesen, dass über 40.000 Autos eingezogen werden aufgrund nichtbezahlter Mautgebühren auf Autobahnen, die vor dem 8. Dezember 2011 mautfrei waren. Viele Portugiesen haben Interessengruppen gebildet und protestieren gegen die eingeführte Maut. - Übrigens sind auch wir seitdem schon mehrmals auf den neuerlichen Mautautobahnen gefahren, im März und im August dieses Jahres, weil es die einzigen Straßen waren, die von A nach B führen. Man hatte uns sogar mal in einer Touristinformation gesagt, dass wir Ausländer uns gar keine Gedanken machen müssten, da das System ausländische Kennzeichen noch gar nicht lesen bzw. verarbeiten könne. Weiterhin lesen wir in der Zeitung, dass immer mehr Portugiesen ihre Staatsbürgerschaft aufgeben; dass z.B. fast 5.000 Portugiesen in 2010 die französische Staatsbürgerschaft beantragt haben, fast 2.200 die schweizerische, 1.345 Portugiesen in Luxemburg die doppelte Staatsbürgerschaft. Dass praktisch immer mehr Portugiesen ihre Emigration dauerhaft machen und dem Land für immer den Rücken kehren. Was ja ein entsprechendes Licht wirft auf das Vaterland. Auf der anderen Seite lesen wir, dass für die Briten Portugal unter den Top 10 steht in Sachen Ruhestand und Wohnsitz im Ausland. 23 Länder und diverse Kriterien wurden unter die Lupe genommen, wie Regen, Sonnenscheinstunden, Temperaturen, Preise für Immobilien, Benzinkosten, Kriminalitätsrate, Gesundheitsfürsorge und Preise für Lebensmittel, und anderes. Portugal kommt für die Briten gleich nach Malta auf Platz Nr. 2. Dann folgen die Länder Spanien, Barbados, USA, Australien, Thailand, Jamaika, Marokko und Griechenland.




hier am Praia da Mareta stehen die Wohnmobile sowohl auf der oberen Fläche . . .

So, der Regen hat aufgehört, Lese- und Plauderstunde sind beendet und wir können losmarschieren in den Ort. Das Licht ist schon wieder so schön, dass man nicht meinen will, dass es gerade noch geregnet hat. Es ist auch sagenhaft, wieviel Wohnmobile unten am Praia da Mareta stehen, sowohl auf der oberen Fläche als auch direkt unten auf dem Parkplatz. Die Schilder unten, die darauf hinweisen, dass man von 20 Uhr bis 8 Uhr nicht parken darf, werden jetzt im Winter geflissentlich ignoriert. Aber wirklich: So viele Wohnmobile haben wir hier um diese Jahreszeit noch nie gezählt. Das nimmt alles von Jahr zu Jahr immer mehr überhand.



. . . als auch direkt unten auf dem Parkplatz



im November ist nicht viel los in den Hotels



wir sitzen im Café vom Hotel Mareta Beach

Weil der Wind heute doch sehr kalt ist, wollen wir unbedingt irgendwo drinnen sitzen, draußen ist es entschieden zu kalt. Und wo könnte man hübscher sitzen als im Hotel Mareta Beach? (Die Übernachtung kostet derzeit 14,75 EUR pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück.) Der Tisch ganz in der Ecke ist sogar frei, obwohl manche Gäste im Café sitzen. Da lassen wir uns also nieder und lesen uns durch die ausliegenden Magazine und Zeitungen. In der Daily Mail von heute - die nicht viel anders ist im Niveau als die Blödzeitung - steht ein langer Bericht vom Stones-Konzert am letzten Sonntag in London. Mit Fotos und allem. Ach, nix geht doch über die Rolling Stones.



es ist gemütlich, vor allem wenn es draußen zu windig ist

Wieder daheim wollen wir uns später das Frikassee aufwärmen, das am zweiten Tag ja noch besser schmeckt als am ersten. Aber dann fällt uns ein, dass wir ja zuwenig Reis im Haus haben. Mist, den wollten wir doch unterwegs gekauft haben. Also zieht sich Annette nochmal an und läuft zum Alisuper auf der Hauptstraße. Ach, wie schön Sagres im Abendlicht ist. Überall sind die Lampen an, im Hotel Mareta Beach ist das Weihnachtsbäumchen beleuchtet und alles so heimelig, und jemand hat sogar einen Vollmond in den Himmel gehängt. Auf dem Rückweg kommen aber schon wieder die ersten Regentropfen, und Annette nimmt eine Abkürzung über das Feld und schafft es gerade noch, vor dem einsetzenden Starkregen daheim zu sein. Der Regen bleibt uns dann wieder die ganze Nacht erhalten.



auf der Rua da Fortaleza gehen wir wieder heim

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Mittwoch, 28. November 2012

Wie das Wetter wohl wird?

Mittlerweile ist es so, dass jede Nacht eine Regennacht ist. Was immer mit einem ziemlichen Krach verbunden ist, denn der Regen kommt mit gewaltiger Macht herunter und lässt uns kaum schlafen. Aber alles ist besser als Regen am Tag. Jetzt am Morgen ist der Himmel rötlich und man kann nicht recht abschätzen, wie der Tag wohl wird? Es ist auch wieder Mittwoch, mittlerweile die fünfte Woche, seitdem das Urteil beim OLG verkündet wurde. Auf unsere Anfrage hin erhält unser Anwalt auf ein Telefonat mit dem OLG die Auskunft, dass das Urteil noch nicht einmal geschrieben worden sei. Das muss man sich mal vorstellen: Im Februar 2011 wurde unsere Berufung beim OLG München angenommen, dann kamen mehrere Gerichtstermine, zu denen jedermanns Anwesenheit angeordnet wurde, dann wurde am 2. Mai mündlich verkündet, dass das OLG zu einem anderen Urteil als das LG Traunstein kommt und das Fahrzeug an den Beklagten zurückgeht, seit Mai wurde ewig an den Rechnungen der investierten Kosten und der Nutzungsentschädigung herumgedoktert, und jetzt warten wir schon wieder seit Wochen auf das schriftliche Urteil. Wir haben auch schon mehrfach überlegt, Beschwerde einzulegen wegen Verschleppung. Am Ende sind wir nur die Deppen, die den Gerichten die schönen Gerichtskosten eingebracht haben. Und der Beklagte hat alle Zeit der Welt, sein Geld wegzuschaffen. Was dieser Prozess uns Lebensfreude gekostet hat, bisher.



wir verlassen Sagres



Vila do Bispo ist in Sicht



alles wirkt immer so ländlich und beschaulich an der Westalgarve

Gegen Mittag verlassen wir Sagres und wollen uns langsam aufmachen nach Aljezur, wo ja am Freitag das Kartoffelfest beginnt. Wir fahren nach Vila do Bispo hinein, weil wir tanken müssen. Und weil die Spritpreise immer so schwanken, tanken wir jeweils nur ein paar Liter, so vierzig oder fünfzig Liter. Aber weil wir ja nie viel fahren, müssen wir auch nicht so oft tanken. Na, wie auch immer. Herbert schaut dann noch, ob er in der Tankstelle schon die Dezemberausgabe des Tomorrow Magazins (tomorrownews.org) bekommt? Es ist ein kleines Monatsmagazin, das sehr informativ und speziell für die Region der Westalgarve gemacht ist. Aber Herbert kommt dann mit leeren Händen aus der Tür.



wir müssen wieder ein paar Liter tanken



keinen Gegenverkehr gibt es auf der Fahrt nach Aljezur

Wir sind dann die einzigen weit und breit, als wir auf der N268 in Richtung Norden unterwegs sind. Und das kleine Carrapateira gefällt uns auf der Durchfahrt wie immer sehr gut. Hierhin sind wir ja oft gewandert vom Praia da Amado aus. Es geht dann immer weiter nördlich für uns, und auch wenn es auf diesem Fotos nicht so aussieht, aber die Straße windet sich in tausend Kurven dahin; es gibt kaum ein paar Abschnitte, die geradeaus gehen.



Durchfahrt durch Carrapateira



Carrapateira ist immer wieder charmant



Blick auf eines der wenigen Ortschaften auf der Fahrt nach Aljezur



Ankunft und Durchfahrt durch Aljezur



Eindrücke von Aljezur



jetzt geht es nach rechts und über die Brücke über den Ribeira de Aljezur

Zuerst hatten wir überlegt, ob wir uns nicht am Praia da Arrifana hinstellen und generell von dort aus mit der Yamaha nach Aljezur hinein und zum Kartoffelfest. Aber es geht schon seit Tagen ein klirrend kalter Wind, sodass wir eigentlich keine Lust haben, die Yamaha überhaupt nur aus der Garage zu holen. und so stellen wir uns einfach auf den Parkplatz, der gleich nach der Brücke über den Ribeira de Aljezur auf der rechten Seite kommt. Es stehen auch schon ein paar Wohnmobile da, und wir können uns vorstellen, dass zum Kartoffelfest noch so manche Wohnmobilisten eintrudeln werden. Ein Verbotsschild für Wohnmobile gibt es hier nicht, und überhaupt wird man ja als Wohnmobilist in Portugal überall geduldet. So, heute tun wir keinen Schritt mehr; es ist uns entschieden zu kalt. Außerdem hat Annette die Touristinformation gar nicht gesehen, die früher direkt neben der Markthalle war, sonst hätte sie noch den Veranstaltungsplan für Dezember geholt. Abends hören wie die Kirchglocken von Aljezur.



hier auf dem Parkplatz gegenüber der Markthalle bleiben wir



unsere Tagesroute ca. 44km

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Montag, 26. November 2012



diese kleine Häusersiedlung liegt ganz in der Nähe von Praia da Ingrina

Was haben wir in den letzten paar Tagen doch viel Regen gehabt. Vor allem nachts, und auch tags kam mancher kurzer Schauer herunter. Das ist auch heute morgen der Fall, aber wir wollen trotzdem weiterziehen. Bis 11 Uhr warten wir noch das schlimmste ab und wollen dann los. Von den beiden Karlsruhern verabschieden wir uns, sagen ihnen, wo es von hier aus für uns hingeht und los geht es. Die Wolken am Himmel sehen klasse aus, es sind tolle Stimmungsfotos, die Annette während der Fahrt machen kann. Das Dorf Raposeira sieht dann auch nett aus, vor allem, als die Sonne endlich alles anstrahlt.



wir verlassen die Bucht



Ankunft und Durchfahrt durch Raposeira



der Kirchplatz von Raposeira sieht doch richtig beschaulich aus

wir sind beim Lidl in Vila do Bispo

Unser erstes Ziel ist der Lidl in Vila do Bispo, und als wir an der Kasse stehen, sehen wir den nächsten Regenguss herunterkommen. Der dauert aber nicht lange, sodass wir mit unseren Einkäufen halbwegs trockenen Fußes zum Phoenix eilen und alles verstauen können. Immerzu haben wir hin und her überlegt, wohin wir von hier aus fahren sollen: Nach Sagres oder zum Praia da Bordeira? Der Grund, warum wir hier an der Westalgarve ausharren wollen, ist, dass vom 30. November bis 2. Dezember das berühmte Süßkartoffelfest - Festival da Batata Doce de Aljezur - also in Aljezur stattfindet. Und weil wir bisher nur Gutes von diesem Fest gehört haben, wollen wir heuer dabei sein. 

schon wieder kommt ein Regenguss, da müssen wir rennen

schnell alles verstauen



Annette holt sich eine Portugal News beim Intermarché in Sagres

Wir entschließen uns dann doch spontan, nach Sagres zu fahren, auch weil wir morgen noch dies und das beim intermarché kaufen wollen. Und um einen Tag durch Sagres zu flanieren ist der Ort allemal schön. Der Wind, der heute geht, wird immer kälter, da war es eine kluge Idee, wieder ein dickes Huhn mitgenommen zu haben. Während es im Topf köchelt, haben wir ein sehr spätes Frühstück und lesen in der Portugal News Zeitung. Jetzt ist ja sehr viel von der Adventszeit die Rede; auch wird es hier und da einen kleinen Weihnachtsmarkt geben, zum Beispiel in Lagoa oder in Ferragudo. Am späten Nachmittag bereitet Herbert das Hühnerfrikassee zu, das wie immer guttut an einem kalten Tag.

 am Huhn sind wie immer Kopf und Füße noch dran

jetzt geht's dem Huhn an den Kragen

aus dem Fenster können wir den Leuchtturm vom Cabo de São Vicente sehen



unsere Tagesroute ca. 16km

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