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Dienstag, 31. März 2015



der Nachbar holt sein Windrad ein

Bis auf den wahnsinnigen Sturm, der heute geht, hat sich das Wetter jetzt einigermaßen berappelt. Wir bekommen kaum die Tür auf oder zu, als wir mal etwas aus der Garage holen wollen. Bei solchem Sturm sollten wir nicht losfahren, sondern lieber noch bis morgen warten. Morgen wollen wir aber definitiv weiter, sonst fällt uns die Decke noch auf den Kopf. Unser französischer Nachbar hier im Port des Minimes hat seine liebe Müh, sein Windrad einzuholen und festzumachen. Die Flügel drehen sich wie wild; wir können kaum hinschauen. Dann ist es geschafft und die Nachbarn verlassen den Platz. Uns ist der Sturm wie gesagt zu gefährlich - in Deutschland muss er heute auch extrem sein, wie wir abends im Fernsehen sehen - und es verbraucht auch Unmengen Sprit, gegen den Sturm anzufahren. Ansonsten bleibt es heute trocken und relativ mild. Morgen werden wir aufbrechen zu neuen Ufern.

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Montag, 30. März 2015



die Boote harren im Hafen von La Rochelle aus

Zwischen zwei Regengüssen zwingen wir uns heute mal nach draußen. Wir können ja nicht immer nur drinnen hocken. Es ist dann ganz schön ungemütlich und kalt draußen, aber es wird sogar etwas heller, während wir durch den menschenleeren Hafen laufen. Die Hafenrestaurants sind geschlossen, auch wenn Tische und Stühle auf den Terrassen stehen. Einzig die vielen Wohnmobile sind anwesend, und zwar so viele, dass nur noch zwei Plätze zu haben sind. Unsere vielen Nachbarn werden wohl genau wie wir hier das Mistwetter aussitzen. Das einzig gute heute ist, dass wir bei den Booten einen Wasserhahn sehen, sodass Annette später sechs Wassergallonen füllen und zu uns an Bord nehmen kann. Ansonsten können wir dem heutigen Regen- und Sturmtag nichts gutes abgewinnen.


 



die Restaurants im Hafen sind verwaist


 


 



einzig die Wohnmobilisten sind hier mehr als zahlreich vertreten



für die Segler ist es das richtige Wetter

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Samstag, 28. März 2015



ein Blick auf den Stellplatz im Port des Minimes, in La Rochelle

Bei Regen und Sturm hängen wir jetzt in La Rochelle fest. Und wenn wir schon nicht aus dem Haus gehen können, so haben wir hier zumindest schnelles und günstiges Internet. Für 1 Euro am Tag. Genau wie damals in 2012, nur konnte man damals noch per Paypal zahlen. Jetzt geht die Bezahlung nur per Kreditkarte. Aber unsere Kreditkarte ist ja seit Ende Februar abgelaufen. Also ruft Herbert daheim bei den Lieben an, wo die neue Karte liegt und lässt sich die erforderlichen Daten durchgeben. Dann kaufen wir uns den Internetzugang vom Port de Plaisance und wundern uns, warum der Zugang von heute, 9:10 Uhr, bis morgen, 10:10 Uhr geht? Schenkt man uns eine Stunde? Nein, es handelt sich um die leidige Zeitumstellung in der Nacht auf morgen. Wir vertreiben uns den Tag dann irgendwie, während es draußen stürmt und regnet. Der Sturm heult über uns hinweg und macht wüste Geräusche. An ein Nachdraußengehen ist nicht zu denken, und man kann es uns nicht verdenken. Manches Wohnmobil verlässt den Platz, manches andere rückt nach. Das schlimme ist, dass die Wettervorhersagen nichts gutes voraussagen. Ansonsten würden wir uns jetzt schon aufmachen nach Deutschland, aber da wären wir jetzt noch schlechter aufgehoben. Harren wir also besser hier aus.

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Sonntag, 29. März 2015



ein Blick auf die Boote im Port des Minimes, in La Rochelle, unter bedecktem Himmel

Das einzig gute an dem heutigen Regentag ist, dass er nur 23 Stunden hat. Dass wir den Regen und Sturm eine Stunde weniger ertragen müssen. Aus Langeweile schaut Herbert morgens sogar die Formel 1. Wieviel Jahre hat er das nicht mehr getan? Dass der Vettel im Ferrari dann auch noch gewinnt, ist das nächste gute an dem heutigen Regentag. Die Satellitenschüssel fahren wir anschließend gleich wieder ein. Ansonsten wissen wir bald nicht mehr, was wir an Bord tun sollen. Wir schauen auch wieder nach Immobilien im Internet, haben jetzt einige Objekte in engerer Auswahl, die wir auf unserer Deutschlandtour besichtigen wollen. Was können wir sonst noch sagen? Die Nudeln, die wir uns für eine Schinken-Nudel-Pfanne mit Ei kochen, brauchen ein offenes Küchenfenster, damit der Kochdunst abziehen kann. Gar nicht so einfach bei dem Regen und Sturm. Heute Abend gehen wir unweigerlich eine Stunde früher zu Bett wegen der Zeitumstellung. Dass man nach 35 Jahren immer noch an dieser Sommer- und Winterzeit festhält, wo sich die Lebensweise heutzutage doch völlig geändert hat. Damals in 1980 gab es im Fernsehen sogar noch einen Sendeschluss. Heute findet das Leben, oder was man dafür hält, volle 24 Stunden pro Tag statt. Außer heute.



unser Abendessen, Schinken-Nudelpfanne mit Ei

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Freitag, 27. März 2015



wir verlassen Marennes

Auf einen Tag Regen folgt ein Tag Sonne. Jedenfalls scheint die Sonne morgens um halb acht in unser Schlafzimmerfenster. Das Wetter wäre also ideal zum Weiterfahren, und wir überlegen uns, ob wir mal wieder nach La Rochelle fahren, uns in den Hafen stellen sollen. Und weil heute Freitag ist, sollten wir recht zeitig dort ankommen, denn wir kennen ja den Wochenendandrang. Also fahren wir gegen halb elf los. Auf der D733 kommen wir sehr gut voran, aber in Échillais halten wir mal beim Super U an. Das Einkaufen ist ja doch immer ein Vergnügen in Frankreich. Heute haben sie beim Super U Miesmuscheln im Angebot für 1,95 EUR das Kilo. Aber wir haben ja noch den Rest unserer Bohnensuppe.



diese Brücke geht über die Charente

Kurz vor Rochefort geht eine große Brücke über die Charente, den Fluss, der der Region den Namen gegeben hat: Charente Maritime. Autobahnähnlich geht es dann auf der D137 weiter, aber der Himmel ist schon wieder ganz zugezogen. Irgendwo müssen wir ja noch unsere Tanks leeren, denn eine Entsorgungsstation gibt es im Hafen von La Rochelle nicht. Also schaltet Annette mal das Navi ein: Es gibt einen Stellplatz am Surfstrand von Aytré, 3,1km von unserem Standort entfernt. Biegen wir also ab. Wir werden durch den Ort geführt und fahren schmale Straßen entlang. Dann können wir schon mal die Strandbucht sehen. Ganz am Ende gibt es dann einen Platz für Wohnmobile, die aber, so verstehen wir es, von 22:00 bis 9:00 Uhr nicht dort stehen dürfen. Eine Entsorgungsstation gibt es auch, etwas schmuddelig, aber besser als gar keine. Der Hahn für Frischwasser wurde abgebaut. Während wir die Tanks leeren, kommen schon die ersten Regentropfen herunter. So ein Mist.


 



weiter geht unsere Fahrt in Richtung Norden



hier in Aytré-Plage wollen wir zum Stellplatz zum Entsorgen



immer enger wird die Straße



hier, auf dem Stellplatz von Aytré, können wir entsorgen

Jetzt aber schnell nach La Rochelle und zum Stehen kommen. Auf der Schnellstraße biegen wir ab zum Port des Minimes und halten uns immer in diese Richtung. Der Port des Minimes ist sehr gut ausgeschildert. Zunächst fährt man im Hafengelände an riesigen Parkplätzen für Autos vorbei. Überall sind Parkverbotsschilder für Wohnmobile. Wer sich hier nicht auskennt, wird denken, dass Wohnmobile hier überall verboten sind. Aber ganz am Ende gibt es den Parkplatz Lazaret, wo Platz für 31 Wohnmobile ist. Es ist schon wieder ganz schön krass, wieviel Wohnmobile hier stehen. Von den 31 Plätzen sind nur 9 frei. Wir stellen uns dann ganz an den Rand, damit wir nur ein einziges Wohnmobil neben uns haben. Mit einem Franzosen, der gerade draußen steht und uns beim Rangieren zugeschaut hat, kommen wir ins Gespräch. In einem Mix aus französisch, englisch und deutsch erzählt er uns, dass er schon seit vier Jahren im Wohnmobil lebt. Er zeigt auf einen anderen Nachbarn und sagt, dass dieser schon seit 15 Jahren unterwegs sei. Er will auch wissen, ob wir zum erstenmal in La Rochelle seien? Nein, zum drittenmal. Wir fragen ihn, ob die Elektroboote jetzt gingen, wie damals im Juni 2012. Nein, sagt er, die gingen nur in den Ferien. Huch, jetzt müssen wir aber schnell an Bord gehen; jetzt kommt der Regen gleich ganz dicke. Wir machen es uns dann gemütlich und sitzen den Regen aus. Der Abend fällt heute deutlich milder aus als in Marennes. Trotz Regen ist es ein Kommen und Gehen im Hafen. Die Masten und Takelagen der Segelboote klappern im Wind, was wir immer sehr gern hören. Spät abends scheinen alle 31 Wohnmobilplätze belegt zu sein, denn zwei Wohnmobile stehen auf Autoplätzen, was mit 35 EUR Strafgeld geahndet werden kann. Aber vielleicht nur im Sommer.



wir halten uns in La Rochelle immer in Richtung Port des Minimes - alles ist gut ausgeschildert



im ersten Moment sieht man nur Parkverbotsschilder für Wohnmobile . . .



. . . aber hier, auf dem Parkplatz Lazaret, gibt es 31 offizielle Stellplätze für uns Wohnmobilisten



ein Blick ins Umland vom Freizeithafen



und so haben wir uns hingestellt, ganz an den Rand, wo wir nur einen Nachbarn haben



ein Blick aus dem Fenster



unsere Tagesroute ca. 55km

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