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Freitag, 30. Juni 2017

Was für ein Tag - was für eine Hitze. Wobei es anfangs noch geht, während wir am Strand sind. Als wir von dort so gegen halb drei weggehen und uns an unserem Platz in den Fahrzeugschatten setzen, kommt wenig später ein Wind auf. Der ist kochendheiß und tut richt weh auf der Haut. An Bord haben wir 45°C, was wir in all den Jahren nicht hatten. Der Kühlschrank kühlt bei solchen Temperaturen natürlich nicht mehr richtig. An eine solche Hitze können wir uns nur erinnern, als wir in 2014 (Ende Mai) über Pfingsten in Frankreich waren, an einem See. Gegen den heutigen Tag war der gesamte letzte Sommer auf Kreta ein Spaziergang. Also entweder war der letzte Sommer extrem mild oder der heutige Tag ist extrem heiß. Aber wenn wir auf die Wetterkarte schauen, so erwarten uns für morgen sogar 37°C. Und für den Nachmittag winkt uns eine Windfahne auf der Wetterkarte. Oh Gott, oh Gott. Wie sollen wir das überstehen? Zu Abend essen wir nur einen bunten Salat mit ein paar gekochten Eiern. Und selbst über Nacht gehen die Temperaturen an Bord nicht unter 35°C. Der Wind ist jetzt aber angenehm und recht stark.

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Donnerstag, 29. Juni 2017



in Paleóchora

35°C sind für heute angesagt. Wo wir diese Hitze am besten aushalten können, kann sich bestimmt ein jeder denken. Blau ist Annettes Finger nicht geworden, und es ist auch nur ein kleiner blauer Fleck an ihrer rechten Seite, an der Flanke. Wenn sie total zerschunden wäre, würde sie heute nicht an den Strand gehen, aber sie kam bei dem gestrigen Sturz noch richtig gut weg. Wir sind also schon um 9 Uhr am Strand, und es ist so windstill, dass unsere Markise nicht herumspringt und wir sie bis zum Nachmittag ausgerollt lassen können. Ständig sind wir im Wasser, das derzeit so um die 24°C hat. Gegen halb eins gehen wir mal hoch zu unserem Platz, kleine Verschnaufpause im richtigen Schatten. Annette läuft auch mal zum INKA, der übrigens jetzt SYNKA heißt. Unsere Bonuskarte vom INKA gilt aber immer noch, und so kosten uns die Kirschen derzeit nur 3 EUR/kg. Eine mörderische Hitze über Mittag. Gegen 14 Uhr gehen wir wieder runter an den Strand, aber die Hitze bekommt uns jetzt nicht mehr so gut, egal, wie oft wir ins Wasser gehen. Anderthalb Stunden später gehen wir wieder heim, denn Annette hat die Befürchtung, es später nicht mehr den kleinen Anstieg hinauf zu schaffen. Dann hängen wir in unseren Stühlen und warten, dass der Abend kommt und wir im Ort essen gehen können. Wir gehen wieder in die selbe Taverne wir vorgestern - Taverna To Kyma (Die Welle). Man sitzt da sehr schön, das Essen schmeckt und ist gar nicht teuer. Heute zahlen wir für einen griechischen Salat, zwei Gerichte und zwei Liter Wasser nur 14 EUR. Der Bummel durch Paleóchora im Halbdunkel ist dann wieder richtig nett. Es ist ein toller Ort mit Individualtouristen. Hier sind keine Massen und keine Hotelburgen, nur viele kleine Pensionen. Als wir wieder daheim sind, hat es auf der Anzeige immer noch 32°C. Uff. Alle Fenster wieder auf und auf eine windige Nacht hoffen. Wind geht ja, nur dass der lauwarm ist.



die Berge als schöne Kulisse



diesen Ausblick haben wir von der Taverne aus


 



abends ist immer was los im Ort


 



diesen Blick auf Paleóchora haben wir von unserem Platz aus

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Dienstag, 27. Juni 2017



wir verlassen Stavrós

Fast wären wir gestern Nacht ja noch weggefahren, weil wir dachten, die doofe Musik würde nie aufhören, aber dann hatten wir ja doch noch Glück mit einem relativ frühen Ende. Heute sind wir wieder Frühaufsteher vom feinsten, um halb sechs. Wir schütten noch ein paar Gießkannen Wasser in den Tank, springen ein letztesmal ins Wasser und fahren dann los. Ein mittelgroßer Einkauf und dann ab auf die Nationalstraße bis zur Abbiegung Paleóchora. Von der Abbiegung aus sind es 51km bis Paleóchora. Tausend Kurven auf 51 Kilometer - das muss man erstmal nachmachen in Sachen Straßenbau. Die Straße ist aber in recht gutem Zustand, das wissen wir noch vom letzten Jahr. Es geht durch ein paar Ortschaften wie Kakópetro und Flória, durch Kandanos und schon sehen wir das Meer wieder, das Libysche. Ist es heute besonders heiß oder meinen wir das nur, aber es herrscht eine unglaubliche Hitze, obwohl ein schönes Lüftchen geht. Am FKK-Strand sind alle Liegen belegt, sodass wir heute nur immer runtergehen an den Strand, den wir ja direkt vor unserer Haustür haben, ins Wasser und wieder zurück an unseren Platz. Unglaublich, was das für ein Unterschied ist, ob man nackert oder in Badesachen ins Wasser geht. Wir sitzen dann jeweils unter der Markise. Wir erkennen am Strand auch fünf Leute oder Paare, die auch im letzten Sommer hier waren. Die wissen eben auch, wo es schön ist. Als der Abend kommt, machen wir uns stadtfein und gehen mal wieder essen in einer der vielen Tavernen an der Promenade. Und wenn wir uns nicht verguckt haben, ist morgen für uns Weihnachten. So schnell kann's gehen.


 



hier müssen wir ab - nach Paleóchora



die Straße kurvt dahin


 



Orangen, kauft Orangen



wir erreichen Paleóchora



ein erster Blick auf den schönen Ort



wir bleiben schön unter der Markise



so stehen wir hier, nachdem wir uns umgedreht haben



abends in der Taverne



der Abend kommt - die Hitze geht

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Mittwoch, 28. Juni 2017



der Strandtag beginnt

Ta-taa, heute ist Weihnachten. Jedenfalls, wenn wir auf unser Konto schauen, wo heute die Dividende der Telekom gelandet ist. Ist immer ein hübsches Sümmchen jedes Jahr. Heute früh schlafen wir sogar mal bis 7 Uhr, weil ja die letzte Nacht so kurz war. Als Annette die Mülltüte wegbringt, sammelt sie noch allen möglichen Müll auf, der hier herumliegt. Hauptsächlich Plastikflaschen. Das haben wir uns heuer ein wenig angewöhnt, dass wir Griechenland aufräumen, vor allem, wenn wir irgendwo länger stehen wollen. Und welch Wunder: Die Mülltonnen, die gestern noch überall übergequollen waren in ganz Paleóchora, sind heute früh geleert. Haben sie ihren Streik also beendet. So, jetzt steht einem Strandtag nichts mehr im Wege; wir gehen schon gegen 10 Uhr an den Strand. Herrlich so ohne Badesachen. Wir schmieren uns heute dick ein, denn wir müssen ja nicht um die Bikinis und Badehosen herumkurven mit der Sonnencreme. Andauernd gehen wir heute ins Wasser, wir zählen auch nicht mehr mit. Es ist ein wunderbarer Tag. Über Mittag holt Annette die restlichen Kirschen von gestern an den Strand. Heute früh, als sie die Handtücher schon mal zu den Liegen gebracht hat, weil nämlich heuer viel weniger Strandliegen aufgebaut sind, ist Annette übrigens gestürzt auf den losen Steinchen. Peng - da lag sie. Na ja, eigentlich p-ä---ä----n--g, denn alles schien wie in Zeitlupe zu passieren. Ihr kleiner rechter Finger wird morgen wohl ganz blau sein. Jetzt ist er dick und pocht. Wir bleiben am Strand bis halb vier, und der Herbert ist mittlerweile sogar so vernünftig, dass er immer mit Sonnenhut ins Wasser geht. Dann können wir bei uns am Platz schön im Schatten sitzen, hatten wir doch gestern noch das Fahrzeug umgedreht, sodass wir ab dem frühen Nachmittag die Schiebetür und vor allem den Kühlschrank auf der Schattenseite haben. Wir bleiben bis zum späten Abend draußen sitzen und essen auch draußen zu Abend. Nur einen Salat mit Fetakäse.


 



ein Selbstschuss bei 30°C

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Montag, 26. Juni 2017



beim INKA kaufen wir wieder unser Frühstücksbrot

Das soll heute unser letzter Tag hier an der kreisrunden Badebucht von Stavrós sein. Wobei wir im Laufe des Sommers bestimmt noch einmal wiederkommen werden, gefällt uns dieser Platz doch so ausnehmend gut. Morgens gehen wir wieder zum Minimarkt, um Brot, Pfirsiche und Süßkirschen zu kaufen, gehen anschließend schweißnass ins Wasser und wieder an Land, frühstücken usw. Annette beendet heute das Buch "Eleni". Als sie liest, wie die Dörfler aus den umkämpften Bergregionen zur Flucht gezwungen wurden und nach Nordalbanien verschleppt wurden und anschließend nach Ungarn und hier und dahin im Ostblock, erinnert sie das alles an die Vertreibung ihrer Großeltern aus Sudetendeutschland. Annettes Großeltern mütterlicherseits, Jahrgang 1913 und '21, wurden in 1945 aus ihrer alten Heimat vertrieben, mussten alles zurücklassen, was sie besaßen, ihr Haus usw. Mit zwei kleinen Kindern, einer Tochter, Jahrgang '41 (Annettes Mutter) und einem Sohn, der nur wenige Wochen alt war, begann die Odyssee per Eisenbahn. Mit dabei waren vier Schwestern der Großmutter, alle jünger als sie, die als einzige schon eine eigene Familie hatte. In den Wirren wurde die Großmutter von ihren Schwestern getrennt, die alle da landeten, was wenige Jahre später Westdeutschland werden sollte. Der kleine Sohn der Großeltern wäre ihnen fast verhungert, weil die Großmutter in dem ganzen Stress keine Milch hatte; sie hatten sich schon damit abgefunden, dass sie ihn wohl verlieren würden, aber wie durch ein Wunder bekam die Großmutter auf einem der vielen Bahnhöfe vom Roten Kreuz Milchpulver, sodass ihnen der Säugling nicht verhungerte. Schließlich hatte es die Familie ganz nach Norden verschlagen, in das winzig kleine Kaff namens Saal bei Ribnitz-Damgarten. In der neuen Heimat wurden dann noch drei Töchter geboren, von denen das vorletzte (Jahrgang '52) eine Fehlbildung an der Hüfte hatte und beim Gehen immer zur Seite umgekippt war. Die Sache war operabel, aber die Ärzte sagten der Großmutter, dass es eine langwierige Sache werden würde und dass es am besten sei, die gesamte Familie würde nach Rostock umziehen; man würde ihr ein Attest ausstellen, damit sie kurzfristig eine Wohnung bekämen. Und so kam es, dass die gesamte Bagage in 1955 nach Rostock umzog und das die neue Heimat wurde. Wobei die Großeltern ihrer alten Heimat immer nachgetrauert haben und die Tschechei noch oftmals besucht haben, wo es noch einige Cousinen gab, die mit Tschechen verheiratet und deswegen geduldet wurden. Als die Großeltern das Rentenalter erreicht hatten, fuhren sie jedes Jahr in den Westen, um die anderen Verwandten zu besuchen. Die kamen auch zu Besuch in den Osten. Für die Kinder und Enkel war die Küste die Heimat, wir kannten es ja nicht anders, und wir mussten immer schmunzeln, wenn die Großmutter immer "die Scheißkommunisten" sagte, wo doch alte Leute nie fluchen. -- Annettes Vater ist übrigens auch von auswärts, aus dem Großraum  Stettin. Die mussten da auch weg. Aber diese Geschichte war nicht ganz so dramatisch.



unser schöner Platz - mit Süßkirschen

Gegen Mittag tut sich hier bei uns am Platz etwas. Man bringt alle möglichen Dekoartikel und Klappstühle her. Zuerst denken wir, man will ein paar Werbefotos machen, aber dann entpuppt sich das ganze als Hochzeitsvorbereitung. Am frühen Abend kommt die Hochzeitsgesellschaft, die untereinander englisch spricht, wobei jeder einen anderen Akzent hat. Das müssen alle möglichen Nationalitäten sein. Nach dem Ja-Wort vor grandioser Kulisse geht man zur Terrasse bei der Mühlentaverne, und später spielen sie so laute und doofe Musik, dass man glauben könnte, es sei eine reine Musikveranstaltung, keine Hochzeit. Gar nicht feierlich. Gegen 1 Uhr geben sie endlich Ruhe und dann haben wir die ganze Bucht wieder für uns allein. Kalinichta - gute Nacht.



alles fertig für den Hochzeitsempfang



die Hochzeitsgesellschaft ist da

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