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Sonntag, 30. Juni 2013



wir stehen am Samerberg

Gestern hatte es ja nur gegossen, da konnten wir nichts unternehmen. Annette hat sich im Hausputz geübt, hat die Gardinen gewaschen und die Schranktüren abgeseift und dies und das. Eine gute Hausfrau ist sie ja nicht, aber das alles macht sich eben nicht von selbst. Der Regen hielt an, und abends war der Stellplatz rappelvoll. Bis spät nachts im dunkeln kamen immer noch mehr Wohnmobile, die sich nebeneinander quetschen mussten. Jetzt am Morgen sieht die Welt wieder besser aus, die Sonne lacht. Am späten Vormittag ruft Herberts Tochter an, ob wir nicht nachmittags wieder zu ihr kommen wollen? Und so fahren wir um 14 Uhr los. Es wird ein schöner Nachmittag; Herberts Exfrau ist auch da. Und der Kleine ist total aufgedreht. Wir bleiben bis zum späten Abend und stellen uns dann auf einen Parkplatz am Samerberg, von wo aus die Wanderer zu Touren starten. Denn morgen sind wir zum Grillen eingeladen; unser Schwager hat einen freien Tag. Ihn bekommt man ja fast nie zu sehen; er ist Koch und hat immer ziemlich blöde Arbeitszeiten. Nachts ist es stockdunkel am Samerberg, was wir gar nicht mehr gewöhnt sind. Morgen soll der Sommer ja so richtig anspringen.

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Freitag, 28. Juni 2013



am Wochenende ist Stadtfest in Rosenheim

Wir sind erstaunt, wieviel Autos um 7:15 Uhr schon auf der Loretowiese stehen. Schon zu fast 40% ist der riesige Parkplatz belegt. Wo kommen die nur alle her? Wir richten uns auf einen regnerischen Tag ein, aber als wir um halb zehn losgehen, hält sich das Wetter noch ganz gut. Dann klappern wir die vielen Punkte ab, die heute zu erledigen sind. Annette hat schon so lange nicht mehr ihre Unterschrift geschrieben; sie fällt jetzt richtig krakelig und ungelenk aus. Gegen Mittag haben wir alles erledigt; jetzt noch zum Notar, wo Herbert unterschreiben muss, damit die Zwangshypothek wieder gelöscht werden kann, die wir auf die Eigentumswohnung des Beklagten hatten eintragen lassen. Das Geld ist ja schon lange da, schmort aber auf dem Konto unseres Anwalts und keiner kommt dran, bevor nicht alle Punkte abgearbeitet sind. Die Zeit beim Notar beläuft sich auf eine einzige Minute, dann sind wir da wieder weg.



auf dem Max-Josefs-Platz

Jetzt wieder über den Max-Josefs-Platz, das Herz von Rosenheim, wo fleißig aufgebaut wird für das Stadtfest am Wochenende. Tischreihen und Bänke, Schankanlagen und alles mögliche werden von LKWs abgeladen. Dann fahren wir zu Herberts Tochter, die wir angerufen hatten. Mei, wie der Kleine gewachsen ist. Und wie er sprechen kann. Wir haben ein kleines Geschenk für ihn, das wir jetzt alle gemeinsam zusammenbauen. Herberts Tochter hat einen riesigen Bauch, ist aber total beweglich und gut auf den Beinen. Während wir da sind, kommen Sturzbäche vom Himmel, so regnet es. Bis 17 Uhr bleiben wir, müssen uns dann aber schicken (beeilen), weil doch Freitag ist und der Stellplatz bestimmt gut besucht ist. Auf der A9 Richtung Süden ist der Teufel los; Massen von Autos, die nicht vorwärtskommen. Gottlob sind wir in entgegengesetzter Richtung unterwegs. Der Stellplatz ist dann noch angenehm leer, füllt sich aber zum Abend sehr.



durch dieses Tor müssen wir . . .



. . . und  sind zurück auf der Loretowiese

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Mittwoch, 26. Juni 2013



immer weiter nach Süden geht es

Als sich Annette morgens um 5:50 Uhr zum Schreiben hinsetzt, ist im Radio andauernd die Rede davon, dass auf den Tag genau vor 50 Jahren John F. Kennedy seine Rede vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin gehalten hatte. Und dann kommt das Lied "Berlin-Berlin" von der Band John F. und die Gropiuslärchen. Dieses Lied ist total skurril (unbedingt mal anhören auf youtube); es ist schon von 1987, dem Jahr, als Berlin 750-Jahr-Feier hatte. Damals wurde es ständig rauf und runter gespielt (im Westradio, versteht sich), aber heute hört sie das Lied total flott an, als hätten sie es etwas aufgemöbelt. Annette muss jedenfalls total schmunzeln, als sie es nach so langer Zeit mal wieder im Radio hört.

Ansonsten wird der Tag heute ziemlich langweilig, weil er ja nur vom Fahren geprägt ist. Nach einigen Kilometern erreichen wir Bayern und blicken nochmal zurück auf die vergangenen Tage. Es hat uns total gut gefallen in Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und ThüringenSchön, wie sehr sich der Osten verändert hat. Alles so schön aufgeräumt und heil; die Leute so entspannt. Es war uns ein sehr angenehmer Aufenthalt. Jetzt wollen wir eigentlich gar nicht viel fahren, und so biegen wir nach Bad Steben ab, wollen uns da irgendwo hinstellen.



wir biegen ab nach Bad Steben

Die Durchfahrt durch Bad Steben ist nichts besonderes. Der Ort total altbacken im 70er-Jahre-Chic. Es gibt dann sogar einen Stellplatz auf dem Parkplatz an der Therme, der aber ziemlich eng ist. Man will 5 EUR für das Wohnmobil plus 2,50 EUR Kurtaxe pro Person. Warum müssen eigentlich immer nur wir Wohnmobilisten fürs Parken zahlen? Die Autos stellen sich doch auch umsonst hin. Heute früh in Bad Klosterlausnitz hatten wir gelesen, dass man an der Kristalltherme sogar 10 EUR fürs Wohnmobil und 1,30 EUR p.P. Kurtaxe zahlen soll. Na, jedenfalls wollen wir in Bad Stüben so oder so nicht bleiben, fahren in den Nachbarort Naila, wo es ähnlich altbacken aussieht. Dann wieder zurück auf die Autobahn bis Greding, wo wir uns im Ort auf einen großen Parkplatz stellen, der für Autos, Busse und Wohnmobile ausgeschildert ist. Abends sehen wir im Nordmagazin (Lokalnachrichten aus MV) auf NDR, dass man in Warnemünde einen Stellplatz bauen will. Am Weidenweg, am Arsch der Welt. Der liegt noch hinterm Neuen Friedhof und hat dann mit Warnemünde nicht mehr viel zu tun. Manchmal haben wir den Eindruck, dass man die Wohnmobilisten eigentlich gar nicht haben will, dass man sie immer auf ganz abgelegene Plätze verfrachtet. Uns gefällt unser Aufenthalt in Deutschland, aber mit dem Wohnmobil in Deutschland macht es uns keinen Spaß. Da sind wir doch lieber im Ausland.



unsere Tagesroute ca. 242km

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Donnerstag, 27. Juni 2013



Blick auf die Allianz-Arena in München

Zum heutigen Tag ist wieder nicht so viel zu sagen außer dass es immer wieder zu nieseln anfängt. Kalt ist es auch. Jetzt ist es ja nicht mehr weit bis in unsere alte Heimat. Als der Irschenberg kommt, sagt Herbert: Halte dich mit der Kamera bereit, gleich ist wieder dein obligatorisches Foto fällig. Damit ist die kleine Kapelle gemeint, die so friedlich in der Landschaft steht und von den Bergen umgeben ist. Als wir daran vorbeifahren, spielt auf Bayern 1 gerade "Wohin geht die Fahrt, wohin die Reise" von STS, einer tollen Band aus Österreich. Na, unsere österreichischen Leser werden das ja kennen. Wenn man solche Stücke hört, wird einem schmerzhaft bewusst, wie belanglos die Texte des heutigen sogenannten Deutschrocks sind. Nur blabla, aber Hauptsache, es reimt sich hier und da mal. Gottseidank bekommen wir das im Ausland nie zu hören



die kleine Kapelle hinterm Irschenberg ist immer ein Foto wert

Dann erreichen wir Bad Aibling, wo wir uns auf den Stellplatz stellen. Wir hatten es so geplant, dass wir am Abend nach Rosenheim fahren und uns auf die Loretowiese stellen, denn morgen haben wir in Rosenheim volles Programm. Optiker, Bank, Krankenkasse, Notar usw. Aber dann bedenken wir, dass die Loretowiese ja wieder mal gesperrt sein kann wegen irgendwelcher Veranstaltung, und dass wir dann gar nicht wissen wohin. Und so bleiben wir jetzt einfach in Bad Aibling und fahren morgen ganz früh nach Rosenheim. Sollte die Loretowiese gesperrt sein, können wir den dicken Phoenix so früh am Tag immer noch in irgendeine Straße stellen. Das Wetter soll morgen ja ziemlich übel sein. Hoffentlich nicht.



wir sind auf dem Stellplatz von Bad Aibling



unsere Tagesroute ca. 176km

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Dienstag, 25. Juni 2013



der Himmel zieht sich wieder zu

Was für ein Regen, was für ein Tag. Auf Radio Sachsen ist schon wieder von Unwetterwarnungen und Dauerregen die Rede. Genau, wie man sich den Juni vorstellt. Wobei wir ja bisher gut weggekommen sind in der letzten Woche. Jetzt sitzen wir also im Dauerregen, wollen eigentlich losfahren, Regen hin oder her, aber dann doktern wir noch eine Ewigkeit am o2 Internet. Die 5GB, die man für 25 EUR für 30 Tage haben konnte, sind aufgebraucht. Jetzt wollen wir das nächste Paket buchen, aber das geht nicht, weil das aktuelle Paket noch bis 4. Juli läuft. Mit extrem gedrosselter Geschwindigkeit, die einen wahnsinnig machen kann. Damit kann man nicht arbeiten. Dann ruft Herbert bei der o2 Hotline an, wo er erfährt, dass die SIM-Karte nicht auf seinen Namen, sondern auf einen Herrn Ante Kante - kann ein Mensch so heißen? - läuft. Aber wir haben doch den o2 Vertrag vor uns liegen. Spielt alles keine Rolle; man kann uns nicht helfen, wenn Herbert nicht das Geburtsdatum dieses Ante Kante nennen kann. Genervt gibt er auf, kann dann aber auf der o2 Website das aktuelle Paket doch selbst abbrechen und ein neues buchen. Ein Schmarrn, das ganze.



was für ein Reisewetter

Es ist nach 14 Uhr, als wir losfahren. Extrem, wie die Temperaturen gefallen sind. Eigentlich wollten wir von hier aus in den Spreewald und auch mal nach unserem Grundstück in Sachsen, nördlich von Dresden, gucken. Vielleicht können wir da ja auch einen Stellplatz bauen und dann Wucherpreise nehmen, wie es im Osten üblich ist. Immerhin soll die Region eines Tages geflutet werden, die alten Tagebauen sollen unter Wasser kommen. Aber die Wetteraussichten sind trübe, und was sollen wir da herumkurven? Fahren wir besser jetzt schon nach Rosenheim und sind bei unseren Lieben. Und dieses und jenes ist vor Ort ja auch noch zu erledigen, zum Beispiel Annettes Sonnenbrille.



Goethe und Schiller begrüßen uns in Thüringen

Kurz vor Leipzig kommt eine Umleitung, die einen riesigen Bogen macht. Hatten wir eigentlich einen einzigen Tag in Deutschland ohne Umleitung? Wir können uns nicht erinnern. Bis Hermsdorf wollen wir und uns auf den großen Parkplatz von Globus, dem Einkaufspark, stellen. Dort angekommen, sind mittlerweile überall Höhenbegrenzungen angebracht worden, 3,5m hoch. Wir aber sind ja 3,65m. Wir können dann weiter weg parken. Grr, es sind nur 13°C, die uns um halb fünf erwarten. Schrecklich, die Kälte. Im Globus essen wir uns eine Kleinigkeit, z.B. eine Soljanka für Annette. Drinnen kaufen wir die herrlichen Thüringer Bratwürste, aber die ungebrühten. Und sächsische Eierschecke. Mmh. -- Im Nachbarort Bad Klosterlausnitz hatten wir ja mal eine Wohnung (ersteigert), sodass wir uns hier recht gut auskennen. Und so wissen wir, dass wir uns außerhalb von Bad Klosterlausnitz auf einen Parkplatz stellen können, wo wir unbehelligt bleiben. Abends kommen natürlich viele LKWs von der Autobahn, aber es bleibt ruhig. Wir gehen früh zu Bett.



Durchfahrt durch Bad Klosterlausnitz



auf diesen Parkplatz im Wald bei Bad Klosterlausnitz stellen wir uns für die Nacht



unsere Tagesroute ca. 109km

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