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Samstag, 30. Juni 2012


wir fahren an der Garonne entlang

Gern würden wir irgendwo am Ufer der Garonne stehen mit den Füßen im Wasser sozusagen. Und so fahren wir von Cadillac los in der guten Hoffnung, dass dies gelingen möge. Aber überall sind Höhenbegrenzungen aufgestellt, sodass wir nirgends hinkönnen. Hier in der Region war man wohl besonders aktiv, uns Wohnmobilisten fernzuhalten.



Blick auf Langon direkt am Fluss

Wir fahren über die Garonne und nach Langon; Herbert hat in der Ferne einen Parkplatz am Ufer gesehen. Aber wir nehmen die falsche Abbiegung, ach, und dann lassen wir es sein. Es sind auch nur Autos auf dem Parkplatz zu sehen, keine größeren Fahrzeuge. Weiter geht es also, bis wir das folgende Schild sehen, das Nomaden und Camper verbietet auf einem Parkplatz neben einem Motocross-Gelände.



verboten für Nomaden und Camper



wir erreichen La Réole



die Brücken, die über die Garonne gehen, sind grandios



die Garonne ist naturbelassen und unbegradigt

Und so kurven wir immer weiter und geben der Garonne noch eine letzte Chance. Hinter La Réole fahren wir noch einmal über eine der vielen Brücken und sehen dann ein Schild für eine Base de Loisir / Halte Nautique mit einem Pique-Nique- und Wohnmobilzeichen darauf, in 2500m. Das klingt doch gut, und so folgen wir der Beschilderung. Auf diese Weise biegen wir ab zum Dorf Fontet und finden uns vor einem großen abgeschlossenen Tor wieder.



wir durchfahren das Dorf Fontet auf dem Weg zur Aire de Camping-car



mittels Zahlencode öffnet sich das Tor für uns

Komisch, einerseits sehen wir das Schild Aire de Camping-car, und andererseits ist die Zufahrt verboten für alle Fahrzeuge - Accès interdit à tous véhicules motorisés. In der Ferne sehen wir schon die vielen Boote. Wir gehen also durch das kleine Törchen für Fußgänger und fragen am Pavillon, wo denn die Aire de Camping-car ist? Die Französin erklärt und zeigt uns alles. Wir bräuchten einen Zahlencode für das große Tor, die Nacht würde 8 EUR kosten mit Strom und allem. Also auf den ersten Blick gefällt es uns hier sehr gut, vor allem die Boote. Und auch die Stellplätze sind richtig schön und großzügig, es ist im Grunde wie auf einem Campingplatz. Und dann ist sogar noch der beste Platz mit Blick auf die Boote frei. Also fahren wir schnell auf das Gelände und richten uns häuslich ein. Auf einer Tafel lesen wir, dass wir hier am Canal de Garonne stehen



diesen hübschen Platz mit blick auf die Boote haben wir für uns



unsere Tagesroute ca. 32km

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Freitag, 29. Juni 2012


die Mohnblumen sind zur Zeit eine Pracht

Weiter geht es am frühen Morgen und unter bedecktem Himmel. Im kleinen Ort Mortagne-sur-Gironde biegen wir dann - eher zufällig- nicht nach links ab in Richtung Bordeaux, sondern fahren geradeaus, bis es an einer Wendeschleife nicht mehr weitergeht. Dafür sehen wir diesen Aussichtspunkt aus Holz, von dem man herunterschauen kann auf den Ort.



von diesem Aussichtspunkt können wir auf Mortagne-sur-Gironde schauen

Ach, wie gefällig alles ausschaut von hier oben. Neben dem Hafen gibt es sogar einen Stellplatz für Wohnmobile, der recht voll ist. Na, das wundert nicht bei dieser Lage. Wir wollen aber dennoch weiterfahren, zumal der Himmel noch immer nicht aufreißt. Wir halten uns dann immer in Richtung Bordeaux und befinden uns auf der Route du Vignoble - der Weinstraße.



Voilà, Mortagne liegt uns zu Füßen mit Hafen und Stellplatz für Wohnmobile (ganz links im Bild)



vor Bordeaux reichen die Weinfelder bis zum Horizont

Zu beiden Seiten der Straße und bis zum Horizont reichen die Weinfelder, deren Trauben zu den weltberühmten Bordeaux-Weinen verarbeitet werden. Dann erreichen wir das Département de la Gironde, obwohl wir doch schon die ganze Zeit an der Gironde waren. Kurz vor Bordeaux geht es über die Dordogne und dann geht es ein Stück über die Autobahn, die uns zügig durch die Stadt führt.



es geht über die Dordogne



über die Autobahn können wir Bordeaux ganz leicht umfahren



wir erreichen den Ort Cadillac

Unser heutiges Ziel ist die Stadt Cadillac, südlich der Region Entre-Deux-Mers - Zwischen Zwei Meeren, einer Gegend, die wir irgendwann auch einmal erkunden wollen. In Cadillac gibt es sogar einen Stellplatz, der ausgeschildert ist, mit Ver- und Entsorgung und allem. Nur der Strom kostet; alles andere ist gratuit.



Cadillac war einst Garnisonsstadt



wir laufen zum Château de Cadillac

Und wer bei dem Namen der Stadt an einen pinkfarbenen Cadillac denkt, der liegt gar nicht so verkehrt, denn der Name hat tatsächlich etwas mit der Automarke zu tun: Der Gründer der Autostadt Detroit, Antoine Lamothe-Cadillac, stammte aus der hiesigen Gegend.



im Schlosspark

Eigentlich ist es schon wieder viel zu heiß für einen Stadtbummel, aber wir gehen trotzdem mal los. Das Städtchen wird vom Château des Ducs d'Epernon dominiert. Aber wir haben schon hübschere Schlösser gesehen. Im Schlosspark schauen wir uns ein wenig um, aber allzu vieles gibt es nicht zu sehen bis auf diese Skulptur.



was liest er denn gerade, der Gute



für einen Spaziergang durch Cadillac ist es heute eigentlich viel zu heiß



Blick auf das Château von der Brücke aus

Wir laufen dann zur Garonne, wo eine leichte Brise geht. Die Eisenbrücke gefällt uns. Dann geht es zurück in die Stadt und recht bald wieder zurück zum Stellplatz. Geplant ist, dass wir noch ein Stückchen weiterfahren, denn so besonders gefällt uns die Lage des Stellplatzes nicht. Aber dann kommen wir mit Münchnern ins Gespräch, die mit ihrem Wohnmobil von hier aus auf dem Weg nach Portugal sind. Wir reden und reden, und dann haben wir keine Lust mehr zum fahren. Also bleiben wir doch da. Eilig haben wir es ja nicht.



die Garonne geht direkt an Cadillac vorbei









auf dem Stellplatz von Cadillac bleiben wir für die Nacht



unsere Tagesroute ca. 143km

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Mittwoch, 27. Juni 2012


die Schiffchen im Kreisverkehr sorgen für eine schöne Ferienstimmung

35°C - wie sollen wir die nur ertragen? Wir sind wieder früh unterwegs und fahren über die Seudre, über die Brücke, die wir gestern von weitem gesehen hatten. Unsere erste Abzweigung auf der Halbinsel Seudre ist der Ort La Tremblade, wo es einen Stellplatz geben soll. Wir folgen der Beschilderung, die uns auf den großen Parkplatz vom ehemaligen Bahnhof führt. Da steht man dann auf Asphalt, der heute im Laufe des Tages wohl kochen wird. Nein, schön ist es hier nicht, und doch stehen eine ganze Menge Wohnmobile hier. Das wundert uns sowieso immer wieder, wieso die Leute im Schnitt 60.000 EUR für ein Wohnmobil ausgeben und dann damit irgendwo auf der Müllkippe stehen, wie Herbert immer sagt. Wir fahren also weiter, über La Palmyre und St-Palais-sur-Mer nach Royan.



alle Kreisverkehre haben tolle Ferienmotive



in Royan sehen wir das Meer wieder

Vielleicht können wir uns ja in den Fährhafen von Royan stellen, wo die Fähren übersetzen zum Pointe de Grave auf der anderen Seite der Gironde. Wir können uns erinnern, dass damals, das muss so acht Jahre her sein, ein irrer Wind ging und die Gironde total aufgewühlt war, als wir die Fähre nahmen. Und vielleicht kann uns der Wind ja heute etwas abkühlen. Aber dann sehen wir, dass man mittlerweile gar nicht mehr in den Hafen kommt ohne Ticket; man kommt gar nicht durch den Schlagbaum. Na ja.



neben dem Riesenrad legt die Fähre ab zum Pointe de Grave auf der anderen Seite der Gironde



ab Meschers-sur-Gironde fahren an der Küste entlang - par la côte



am Hafen von Meschers-sur-Gironde gibt es einen Stellplatz direkt neben einem Campingplatz

Weiter geht es also in Richtung Meschers-sur-Gironde, von wo aus wir die Küstenstraße nehmen. Es ist eine hübsche Fahrt, aber man kommt nirgends zum Stehen. Ein Schild für einen weiteren Stellplatz kommt, und zwar im Hafen von Meschers. Der entpuppt sich als Platz direkt angeschlossen an einen Campingplatz. Ohne Sicht auf den Hafen oder so. Und weiter geht es für uns.



200 Meter vor Talmont-sur-Gironde kommen wir auf einem kleinen Parkplatz zum Stehen



wir haben Blick auf die Kirche von Talmont

Etwa 200 Meter vor dem Kreisverkehr nach Talmont sehen wir einen Rastplatz direkt am Meer und mit Blick auf den Ort. Drei Wohnmobile stehen schon hier und es ist noch Platz für uns. Was für eine Hitze, als wir aussteigen. Aber es geht ein hübsches Lüftchen, warm, aber besser als keines. Es sind 32°C an Bord, nicht auszuhalten. Schnell stellt Herbert die Stühle heraus und dann haben wir ein nettes Plätzchen an der Gironde, die hier Ausmaße wie das offene Meer hat. Zwischendurch geht Annette an Bord und schreibt am Reisebericht weiter, ob wohl es dafür viel zu heiß ist. Abends schauen wir das Halbfinale Portugal - Spanien. Überhaupt haben wir uns viele der Spiele angesehen. Endlich lässt auch die Hitze nach.



gottlob geht ein Wind



das Meer geht zurück, die Hitze auch



unsere Tagesroute ca. 54km

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Donnerstag, 28. Juni 2012

Talmont ist eines der schönsten Dörfer Frankreichs

Das Wetter ist bretonisch heute. Also bedeckter Himmel, kalter Wind und feuchte Luft, obwohl man nicht richtig nass wird dabei. Wie Nebelluft. Aber was für eine Erholung von der gestrigen Hitze. Wir wollen mal nach Talmont hinein, zumal wir ja nur 200 Meter vom Kreisverkehr entfernt sind. Dann noch mal 100 Meter und schon ist man da. Von unserem Platz aus können wir sogar das Schild "L'un des plus beaux villages de France" (eines der schönsten Dörfer Frankreichs) sehen, so nah am Ort sind wir. Auf geht es also, und der Ringelpullover tut heut seine Dienste.



wir erreichen das Dorf

Das kleine Talmont überrascht uns dann sehr mit seinen Steinfassaden und den vielen Blumen, die fast wie Unkraut überall sprießen. Es gibt hübsche Geschäfte und Einkehren. Wir laufen durch die schmalen Gassen und unser erster Weg führt zur Kirche Sainte-Radegonde aus dem 12. Jahrhundert, die an einer steil abfallenden Klippe Wahrzeichen des Ortes Talmont und Etappe auf dem Jakobsweg ist. Auch auf dem Friedhof wachsen die hohen Blumen überall.



uns gefallen die vielen Blumen, die üppig blühen



Blick in den kleinen Hafen von Talmont



das Austernfischen ist hier untersagt

Wir laufen dann zum kleinen Hafen und der Bucht, von der noch Überreste der Schutzwälle zu erkennen sind  sowie ein sich zum Fluss hin öffnendes Tor. Ein kleines Schild besagt, dass das Austernfischen hier untersagt ist, aber das ist mal eine tolle Vorstellung, sich seine eigenen Austern aus dem Meer zu holen. Wir laufen dann auch bald wieder nach Hause, wollen eigentlich noch ein Stück weiterfahren, bleiben dann aber doch noch hier stehen.



die Kirche aus dem 12. Jh. steht auf einem Felsvorsprung



die Liegestühle sind heute verwaist



hach, schön ist es im Ringelpullover



alles ist allerliebst hergerichtet



die Blumen stehen Spalier


 



wir gehen wieder heim; da hinten steht unser Wohnmobil

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Dienstag, 26. Juni 2012


über diese Brücke, den Viaduc de l'Estuaire de la Charente, müssen wir

Wir verlassen La Rochelle am frühen Vormittag und halten uns in Richtung Rochefort. Kurz hinter der Stadt geht es über die große Brücke, die über die Charente geht, die wenig später in den Atlantik mündet. Wir halten auf Marennes zu und wollen auf die Halbinsel von Royan. Als wir durch Marennes kommen, sehen wir Schilder, die zur Cité de l'Huître führen, zur Stadt der Austern. Das interessiert uns und wir folgen der Beschilderung.



wir erreichen den Ort Marennes



wir folgen der Beschilderung zur Cité de l'Huître, der Stadt der Austern

Auf diese Weise gelangen wir zum Port Ostréicole, der Austernzucht im Dorf La Cayenne. Schnurgerade geht die schmale Straße am Fluss vorbei auf etwa 3 Kilometern, bis wir am Ende der Landzunge auf die Seudre schauen können. Mehrere kleine Restaurants haben sich hier angesiedelt und bieten Austern und Muscheln ganz frisch an. Wir würden auch gern welche essen, können aber mit dem Wohnmobil nirgends stehenbleiben. Gerade für ein paar Minuten und ein paar Fotos können wir aussteigen



in der Ferne sehen wir die Brücke, die über die Seudre geht



überall kann man hier an der Mündung der Seudre Austern und Muscheln essen



das kleine Dorf La Cayenne ist ganz auf Austernzucht spezialisiert

Diese kleine Häuserzeile von La Cayenne gefällt uns mit den einfachen Häuschen. Die Schlaglöcher sind mit Austernschalen aufgefüllt, was total ulkig aussieht. Wir überlegen, mit dem Wohnmobil einfach wieder ganz zurückzufahren; gegenüber dem kleinen Hafen von Marennes hatten wir einen Parkplatz gesehen, der zu der Ausstellungshalle "La Cité de l'Huître" gehört. Dahin fahren wir also und sind die einzigen dort, denn die Ausstellung ist derzeit geschlossen.



auch wir bekommen Appetit auf Austern



das Wasser zieht ab aus der Seudre, die Ebbe ist im Anmarsch



bald liegen alle Boote auf dem Trocknen

Jetzt heißt es, die knapp 3 Kilometer zurückzutrippeln, was eigentlich gar nicht so schlimm wäre, wenn nur die Hitze nicht wäre. Wir laufen an den Bötchen vorbei, die langsam auf den Boden sinken, denn die Ebbe ist im Anmarsch. Auf der anderen Straßenseite sehen wir mehrere Wasserbecken, die wohl für die Salzgewinnung gedacht sind.



große Salzbecken am Wegesrand



Austern, Muscheln und Schnecken gibt es in allen Größen zu kaufen

An mehreren Buden werden Austern und Muscheln, auch ein paar Schnecken, verkauft. Mittlerweile haben wir uns überlegt, jetzt Muscheln essen zu gehen und auf dem Heimweg Austern mitzunehmen. Als wir dann in eines der kleinen Restaurants einkehren, gibt es nur noch eine einzige letzte Portion Muscheln, sodass Herbert für sich Austern bestellt. Sechs ziemlich große. (Für alles zusammen auf dem Tisch haben wir 22,70 EUR zu zahlen.)



Wieviel Jahre dieses Fahrrad wohl im Wasser gelegen haben mag?

Wieder draußen, schauen wir uns noch etwas um. Wie allerliebst die kleinen Restaurants zurechtgemacht sind. Das Fahrrad wird wohl einige Jahre unter Wasser verbracht haben. In den Körben, die überall zur Dekoration aufgestellt sind, sind hunderte Austernschalen, die von der Sonne ganz schneeweiß gebleicht sind. Das sieht alles toll aus (und stinkt auch nicht mehr). Wir machen uns dann wieder auf den Rückweg.



hier kehren wir ein auf Muscheln und Austern



Bon Appétit



es ist ein hübscher Weg am Fluss entlang



wir übernachten in unmittelbarer Nachbarschaft zum kleinen Hafen von Marennes

Es gibt ein paar Bäume neben dem Hafen, die Schatten spenden. Auch sind dort ein paar Bänke aufgestellt. Wir setzen uns also in den Schatten, denn bei uns an Bord sind es über 30°C. Dann rappeln wir uns sogar nochmal auf und tippeln nach Marennes hinein. Die Kirche ist recht hübsch so mitten im Ort, aber als wir dann wieder daheim sind, können wir keinen Schritt mehr tun. Es ist ja so heiß heute. Und auf dem Parkplatz, auf dem wir am frühen Nachmittag die einzigen waren, stehen wir jetzt zu zehnt.



am späten Nachmittag besuchen wir Marennes



es ist eine Langsamkeit im Ort bei der heutigen Hitze



so versteckt haben wir uns zwischen Marennes und dem Dorf La Cayenne



unsere Tagesroute ca. 53km

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