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Donnerstag, 31. Juli 2014



beim Edeka kaufen wir einen kleinen Süßstoffspender für den Rucksack

Stell' dir vor, das Ergebnis wäre gestern ganz anders ausgefallen. Mit diesen Worten wachen wir morgens auf. Wir lassen dann auch mal Revue passieren, was das für ein blöder Monat war. Termine über Termine, erst Hitze und dann viele Regentage. Außer dass wir die Familie wiedergesehen haben und auch Rosi und Manfred, sind wir froh, dass der Juli jetzt endlich vorüber ist. Auch finanzielle haben wir uns mehr als verausgabt. Wir haben sage und schreibe 10.975,82 EUR ausgegeben. Und was haben wir davon gehabt? Eigentlich nichts - außer ein paar Kleidungsstücken für 685 EUR und zwei Brillen für 400 EUR. Schon 7.200 EUR gingen allein in den Phoenix. (Und die neue Tür für 1,765 EUR im Juni.) Na ja. Sobald wir Deutschland verlassen haben, hört das Geldausgeben auch wieder auf, das hoffen wir zumindest. Heute können wir nicht viel tun. Gern würden wir noch den Phoenix polieren, wie wir es jedes Jahr tun. Wenn wir schon so viel Geld reingesteckt haben. Morgen soll es trocken bleiben, das wäre der ideale Tag zum Arbeiten. Und am Wochenende wollen wir weg sein.



am Ende gehen wir mit Erdbeeren und Weintrauben heim

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Mittwoch, 30. Juli 2014



in der Lesehalle auf der ersten Etage des Rathauses von Bad Aibling

Das Wetter gibt heute nicht viel her; da können wir nicht viel tun. Herbert spielt am Vormittag ein Navigationsprogramm aufs Tablet, aber weil das so viele MBs sind, trennen wir unsere Internetverbindung und gehen rasch zum Rathaus, wo wir in der Lesehalle online gehen können. Diesmal klappt die Anmeldung dort auf Anhieb und nach einer Stunde sind wir fertig mit allem. Auf dem Rückweg nieselt es schon sehr, und kaum, dass wir daheim ankommen, fängt der Regen so richtig an. Da haben wir aber Glück gehabt. Jetzt heißt es warten auf den Anruf des Arztes. Am Nachmittag ruft Herberts Tochter an, ob es schon ein Ergebnis gibt? Nein, noch nicht. Annette fragt sich, ob sie in der Arztpraxis überhaupt unsere aktuelle Telefonnummer haben? Herbert soll mal anrufen und nachfragen. Das macht er und tatsächlich haben sie nur eine alte Nummer. Man sagt ihm, dass der Arzt am Abend anrufen würde, Tendenz: nach 18 Uhr. Herbert hat den ganzen Tag ein ungutes Gefühl; er grübelt über die Symptome, die bei Darmkrebs aufgelistet sind/auftreten und von denen er einige hat. Um halb sieben klingelt das Telefon: Nach einer Sekunde mit dem Ohr an Telefon hat Herbert ein breites Grinsen auf dem Gesicht, aber das muss bei ihm noch nichts heißen. Er sagt andauernd ja, ja, mmh, oi, ja. Dann platzt er in ein lautes Lachen und dann schaut er zu Annette und zeigt seinen Daumen hoch. Uff. Der Arzt sagt ihm, dass er trotz allem viele Jahre früher hätte kommen sollen, dass er Risikokandidat sei und dass er ab jetzt alle zwei Jahre zur Koloskopie kommen soll. Man hatte ja am Montag mehrere Polypen entfernt, von denen einige schon richtig groß waren. Deren Größe und Alter kann das Gewebe bösartig machen. So. Niemand kann sich vorstellen, wie erleichtert wir beide heute Abend sind. Erstmal fallen wir uns in die Arme, dann ruft Herbert sofort seine Tochter an und gibt grünes Licht. Morgen soll er sich noch beim andern Arzt (es ist eine Gemeinschaftspraxis) wegen der Lunge erkundigen, die doch geröntgt wurde. Von jetzt an wollen wir beide auch bewusster und vernünftiger leben. Seit letztem Donnerstag ist Herbert schon auf recht gutem Wege. Das alles hat ihm doch einen ziemlichen Schreck, wenn nicht Schock, verpasst.

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Montag, 28. Juli 2014



kurz vor Bernau hat man immer so einen schönen Blick auf den Chiemsee

Um 5:20 Uhr stehen wir auf und dann rührt Annette das Abführmittel an, das Herbert heute früh einnehmen muss. Zuerst einen Liter und nach ein paar Stunden noch einen weiteren Liter. Herbert quält sich ganz schön damit, obwohl das Zeug Zitronengeschmack hat. Dann muss er auch schon ganz bald aufs Klo rennen. Er geht heute zur Darmspiegelung. Die wurde ihm nicht verschrieben; die macht er von sich aus. (Als er Anfang Juni für einen Termin angerufen hatte, wollte man ihm einen Termin für irgendwann im August geben.) Jedenfalls haut das Mittel jetzt ganz schön durch. Kurz vor halb zehn rührt ihm Annette die nächste Fuhre an und muss dann ja selbst los. Zur Mammographie. Sie nimmt das Smartphone mit und es sind dann knapp 3km. Sie läuft mit einer Geschwindigkeit von 5,25km/h. Als sie an der Schön-Klinik ankommt, wimmelt es überall von Arabern in ihren weißen Gewändern und diesen rot-weiß karierten Tüchern als Kopfbedeckungen. Wo man hinschaut, laufen und sitzen sie in der Klinik und auf dem Gelände. Deren Frauen und Kinder auch. Diese Region hier hat wohl einen guten Ruf, denn damals in Vogtareut, wo Herbert seine Hüft-OP hatte, waren auch überall die Araber. Und Bad Aibling hat etliche Kliniken, allein auf der Kolbermoorer Straße gibt es wohl sechs oder sieben.



so sieht der neue Stellplatz von Bernau am Chiemsee aus

Annette kommt dann auch ganz schnell dran. Es tut verdammt weh, als ihr Busen fürs Röntgen eingeklemmt wird. Es werden vier Aufnahmen gemacht und anschließend noch Ultraschall. Man will ihr auch gleich die Ergebnisse mitteilen. Das Ergebnis: Alles tipi-topi bis auf ein paar Zysten, die aber normal wären und die viele Frauen hätten. (Man gibt ihr eine CD mit den vier Aufnahmen mit und würde die Aufnahmen in der Praxis zehn Jahre lang speichern.) Annette tut in letzter Zeit ihr linker Busen immer so weh, als würde frontal ein Messer darin stecken. Die Schmerzen strahlen bis in die Achsel, als wäre da ein Ei drin. Vor allem, wenn sie sich ärgert oder aufgeregt ist, kommen die Schmerzen. So, wie Sie das beschreiben, scheint das vom Herzen herzurühren, sagte ihr Arzt ihr vor zwei Wochen. So, um kurz nach elf ist sie wieder daheim. Herbert hat seine Rosskur mittlerweile auch überstanden. Im Radio hören wir, dass der Mediamarkt einem heute und morgen die Mehrwertsteuer schenkt. 19% weniger, da will Herbert sich schnell noch eine Halterung fürs Tablet kaufen. Für vorne im Fahrerhaus. Es ist rappelvoll beim Mediamarkt, An den Kassen geht es zu, als wäre morgen Weihnachten.



das sind die Preise



wir fahren die Chiemseestraße hinunter

Dann fahren wir los nach Bernau zum Ärztehaus. Wir sind viel zu früh dran. Aber egal. Wir schauen uns mal den neuen Stellplatz an, den man bei der Tennishalle gebaut hat. Schlecht ist der nicht, vor allem der Blick auf die Berge ist toll. Man steht praktisch ganz am äußersten Rand von Bernau mit freier Sicht aufs Land. Der Platz kostet 12 EUR plus 1 EUR Kurtaxe p.P. Die Kurtaxe finden wir albern. Wir setzen uns dann auf einen Kaffee und ein stilles Wasser ins Mamma Mia, dem Café - Bistro direkt im Ärztehaus und warten bis 15 Uhr, wenn die Praxis wieder öffnet. Dann geht es los für Herbert. Es dauert und dauert bis 17 Uhr, bis Annette ihren Herbert wieder hat. Er ist schon wieder ganz klar im Kopf. Weil es doch geheißen hatte, dass man etwas benebelt sein könnte vom Beruhigungsmittel. Man will ihn am Mittwoch anrufen und die Laborergebnisse mitteilen. Wenn die negativ sind (negativ ist positiv und positiv ist negativ, ha ha) wollen wir am Donnerstag endlich losfahren in unseren Sommerurlaub. Jetzt tut Annette wieder etwas, das sie schon 5 Jahre nicht mehr getan hat. Sie setzt sich ans Steuer. Herbert findet, dass sie viel zu schnell fährt (er hat mehrmals seinen Fuß auf einer imaginären Bremse), aber sie hält sich immer streng an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. An ihr könnte der Staat nix verdienen. Na, jedenfalls kommen wir gut und heil wieder heim. Jetzt kann Herbert ja wieder richtig essen. Später, es ist schon nach sieben, geht Annette nochmal los zum Netto für etwas Obst. Auf dem Rückweg vom Netto sammelt sie sechs Pfandflaschen ein, die vor allem am Bahnsteig liegen. Der Zug muss wohl gerade abgefahren sein, denn jetzt ist hier keine Menschenseele mehr zu sehen. Den Abend verbringen wir vor dem Fernseher und sind irgendwie so leer im Kopf. Endlich ist dieser leidige Tag überstanden. Morgen wieder zur Diabetespraxis und zum Augenarzt.



im Mamma Mia warten wir, bis es 15 Uhr ist

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Dienstag, 29. Juli 2014



bei Peek & Cloppenburg probieren wir noch dies und das an; Herbert kauft drei Teile

Im Morgenradio von Bayern3 - das nennt sich Bayern3 Frühaufdreher - sagen sie, dass heute der letzte Schultag in Bayern ist und dass morgen die 1,5 Millionen bayrische Schüler in die Sommerferien gehen. Sieben Wochen lang. Bei uns ist von Sommerferien noch nix zu spüren; wir haben Termine, Termine. Wir sind schon wieder früh unterwegs nach Rosenheim zur Diabetespraxis. Mit Herberts Werten ist man recht zufrieden und er soll sich jetzt nur noch morgens in den Finger stechen und einmal in der Woche das volle Programm, fünfmal in den Finger. Es sieht schon wieder nach Regen aus, als wir die Praxis verlassen. Wir gehen jetzt noch zu Peek & Cloppenburg, wo Herbert noch drei Oberteile findet. Annette probiert auch was an, aber am Ende kauft sie nichts. Dann noch einen roten Pullover bei Bonita Men und dann sind wir wieder am Auto.



das Auto ist in der Waschstraße

Wir fahren jetzt ein letztesmal zum Real, um da Hähnchenfleisch in Aspik zu kaufen. Dann geht das Auto in die Waschanlage und wird auch staubgesaugt und aufgetankt. Jetzt können wir es jederzeit zurückgeben; jetzt brauchen wir es nicht mehr. Das glauben wir zumindest. Um 14 Uhr sind wir wieder daheim, essen eine Kleinigkeit und gehen um 15 Uhr schon wieder los. Zur Apotheke und zum Augenarzt. Beim Augenarzt sagt man Herbert, dass man ihn ohne Termin nicht drannehmen könne, frühestens in zwei Wochen. Darauf hat er keine Lust; die vielen Arzttermine gehen ihm auch so langsam auf den Geist. Wir gehen also erstmal wieder heim und warten nur darauf, dass der Regen endlich einsetzt und Ruhe gibt. Der Regen kommt am frühen Abend, erst zögerlich und dann etwas kräftiger. So richtig gut geht es uns beiden nicht. Herbert tut der Bauch weh wie beim Muskelkater, und Annette tut der Busen weh.


 



jetzt noch staubsaugen und volltanken

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Sonntag, 27. Juli 2014



wir sind mal wieder unterwegs in Bad Aibling und Umgebung

Heute darf Herbert nichts essen. Nichts als Brühe und Tee und Wasser. Es sind blöde Tage, die jetzt noch vor uns liegen. Eigentlich sollte es heute viel regnen, aber der bleibt aus und es ist sonnig und schön. Da könnten wir doch wieder eine Runde durch Bad Aibling gehen. Diesmal nehmen wir das neue Smartphone als Navigator mit, damit wir am Ende wissen, wieviel Kilometer wir marschiert sind. Zuerst geht es am Fluss, der oder dem Glonn entlang, der direkt am Stellplatz vorbeifließt. Dann biegen wir ab zur Stadt. Ach ja, Bad Aibling gefällt uns jedesmal besser. Und fast hätte Herberts Tochter und deren Mann hier in Bad Aibling gebaut. Aber das Grundstück hatte keine so gute Lage. Der Quadratmeter hätte hier schlappe 300 EUR gekostet. Da, wo sie jetzt ihr Haus stehen haben, lag der Quadratmeterpreis bei 150 EUR. Bayern ist irre teuer, und schon deshalb werden wir uns hier nicht wieder ansiedeln (können). Wir laufen also durch den Ort und Herbert will noch diesen und jenen Umweg machen. Er ist gut in Form, und vielleicht liegt es sogar daran, dass er so leer ist im Magen. Am Ende kommen wir auf 5,4km, laufen an der Therme vorbei, wo uns Aromen von Saunaaufgüssen entgegenwehen. Den Abend kriegen wir auch noch rum und wir machen drei Kreuze, wenn der morgige Tag hinter uns liegt.



Eindrücke von Bad Aibling


 

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