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Mittwoch, 31. Juli 2013



beim Netto in Trier kaufen wir noch ein paar allerletzte Dinge

Der Himmel ist bewölkt, aber vielleicht ist das ja gerade das richtige Reisewetter. Nicht so heiß. Wir brechen früh auf und alles geht dann ganz schnell. Wir leeren und füllen die Tanks hier auf dem Stellplatz vom Messegelände, kaufen beim Netto noch ein paar letzte Dinge zum Mitnehmen wie Silberzwiebeln, süßsaures buntes Gemüse und Spreewaldgurken. Dinge, die es so nicht gibt im Ausland oder die dort schrecklich sauer sind. Dann geht es über die Grenze nach Luxemburg. In Wasserbillig werden gerade die Mülltonnen geleert, was zu verstopften Straßen führt. Dann aber lässt der Verkehr auf den Straßen schlagartig nach.



wir erreichen Luxemburg

Wir tanken dann natürlich auch in Luxemburg, nur machen wir uns diesmal den Jux und nehmen den teuren V-Power Diesel für 1,32 EUR/L statt den normalen für 1,22 EUR/L. Mal schauen, ob das was bringt in Sachen Leistung. Dann noch die Gasflaschen füllen und dann sind wir reisefertig. Weiter geht es an der Mosel entlang, durch Grevenmacher - Gréivemaacher, und Remich - Réimech. Die Moselorte auf der deutschen Seite waren heimeliger, einladender. Hier sind sie mondäner. Wir frühstücken dann irgendwo auf einem Parkplatz direkt an der Mosel und sind nach weiteren wenigen Kilometern in Frankreich. Hach. Wobei Grenzgegenden ja meist nicht übermäßig sehenswert sind.



in Wasserbillig ist auch der Diesel billig - auf dieser Straße gibt es diverse Tankstellen



wir fahren an der Mosel entlang



erstmal frühstücken wir hier



über die Mosel geht es



Frankreich hat uns wieder



Durchfahrt durch Sierck-les-Bains



ein Kraftwerk im Niemandsland



wir bleiben auf der Autobahn bis Pont-a-Mousson

Über Sierck-les-Bains und Thionville geht es und dann finden wir uns auf der Autobahn in Richtung Metz wieder. Wir sind nun in Lothringen - Lorraine und erreichen das Département de Meurthe et Moselle. Es fährt sich gut auf der Autobahn, die hier ja kostenfrei ist. Wir bleiben auf der Autobahn bis Pont-a-Mousson, biegen dann ab in Richtung Toul, unserem heutigen Tagesziel. Ein kleiner Ort aus dem Michelin-Buch der "100 schönsten Umwege Frankreichs" - Les 100 plus beaux détours de France. Alle Orte, die wir bisher dank diesem Buch besucht haben, waren tatsächlich einen Umweg wert. Und praktisch alle Orte haben Stellplätze für Wohnmobile.  



Durchfahrt durch Pont-a-Mousson



Pont-a-Mousson hat den typisch französischen Charme

So, jetzt durchfahren wir aber erstmal Pont-a-Mousson, eine sehr schöne kleine Stadt mit dem typisch französischen Charme. Über die Mosel - jetzt ja La Moselle - geht es und dann sehen wir sogar ein SFR-Geschäft. Wir müssen doch wieder einen Internetzugang kaufen. Diesmal gibt es für 30 EUR nicht nur 2GB, sondern 2GB + 2GB offerts. Excellent. Das hätte uns der Verkäufer mal vorher sagen sollen, dann hätten wir das gleich zweimal gekauft, denn solange man den Zugang nicht aktiviert, ist er fast zwei Jahre gültig.



immer gerade aus geht die hügelige Straße

Wir kaufen dann noch zwei Packungen Eis für Herbert und fahren auf fast gerade aber hügeliger Strecke in Richtung Toul. Vorbei geht es an großen Sonnenblumenfeldern, und Annette liebt Sonnenblumen ja so. Dann ist Toul erreicht. Aire de Camping-cars gerade aus, guck, da ist schon ein Schild für uns, sagt die Beifahrerin. Der Stellplatz (7 EUR pro Nacht, mit Strom) liegt direkt am Meuse-Moselle-Kanal und ist recht schön. Ein betörender Duft von Lavendel empfängt uns, als wir aussteigen. Denn überall am Straßenrand, wo man sonst Blumenrabatten hat, hat man hier Lavendel gepflanzt und der steht jetzt in voller Pracht. Herrlich. Frankreich, wie es leibt und lebt. Herbert kümmert sich um den Internetzugang (jetzt sehen wir erst, dass wir 2GB dazubekommen haben), und dann sitzen wir draußen im Fahrzeugschatten. Die Temperaturen sind arg geklettert und morgen sollen sie ja wieder umwerfend sein. Da sollten wir uns früh aufmachen in den Ort. Unser grobes Ziel für die kommenden Tage soll der riesige Stausee Lac-du-Der sein, wo man auch baden kann. Lassen wir uns mal überraschen. Und bald ist die Hochsaison ja auch vorbei, dann gehört Frankreich wieder uns.



Ankunft auf dem Stellplatz von Toul



der Stellplatz liegt direkt am Meuse-Moselle-Kanal



unsere Tagesroute ca. 162km

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Dienstag, 30. Juli 2013



ein Blick auf die Pfarrkirche St. Matthias

Am Vormittag machen wir uns auf in die Altstadt von Trier. Der Himmel ist voller Wolken, aber wir kommen trockenen Fußes in die Stadt. Vorbei geht es an der Pfarrkirche St. Matthias, die für uns guter Orientierungspunkt ist auf dem Weg in die Stadt und zurück. Dann geht es in die Geschäfte, denn wir wollen auch noch ein paar Sachen zum Anziehen kaufen. Dieses für Frauen typische Shopping-Gen fehlt Annette ja völlig, und würde Herbert nicht dabeisein, so wäre sie ziemlich überfordert, was sie denn überhaupt mal anprobieren soll. Am Ende sind wir mit drei Taschen beladen. Als der Regen kommt, setzen wir uns kurz bei McDonald's am Marktplatz an einen der noch freien Tische. Wenig später wird es hier rappelvoll.



auf dem Weg in die Altstadt von Trier

Jetzt zum Mediamarkt, wo wir einen Tragegurt, eine Radioantenne und eine neue Maus kaufen wollen. Der Tragegurt ist dann richtig gut; den wollte Herbert schon seit langem. Er sieht dann externe Festplatten im Angebot. 1Terrabyte für 69 EUR. Nehmen wir mit. Die Maus ist auch schnell gefunden. So, da haben wir die drei Dinge zusammen, die wir kaufen wollten. Als wir schon fast wieder daheim sind, fällt uns ein, dass wir die Radioantenne ja vergessen haben. Mist. Aber jetzt laufen wir nicht nochmal in die Stadt. Herbert will dann noch dies und das im Internet erledigen, und so geht es auf 15 Uhr zu, bis er damit fertig wird. Jetzt haben wir keine Lust mehr loszufahren. Auch kommen ständig Regenschauer herunter. Bleiben wir also noch eine weitere Nacht. Und vormittags und in den Tag hinein fährt es sich sowieso am besten. Morgen geht es aber definitiv los.



vormittags ist noch wenig los



als es zu regnen anfängt, kehren wir bei McDonald's ein



überall in der Stadt sind verschiedenfarbige Elefanten ausgestellt

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Samstag, 28. Juli 2013

Morgens finden erstmal alle Dinge wieder ihren angestammten Platz. Der Spanngurt, die Stahlfeder, die Heringe - alles wurde ja gestern Nacht eiligst in die Garage verfrachtet. Auch finden sich unsere Gummischuhe wieder an, sie lagen unter dem Phoenix. Jetzt sieht der Himmel nicht vielversprechend aus, aber das war ja so angekündigt. Wir richten uns also auf einen Tag an Bord ein, während es immer wieder anfängt zu regnen. Aber solche Tage sind manchmal auch ganz schön, wenn man seiner Faulheit frönen kann. Das Radio spielt den ganzen Tag, und dann hört Herbert, dass schon wieder Formel-1-Wochenende ist. Er ist ja längst nicht mehr so erpicht auf die Formel 1, aber dann macht er doch den Fernseher an. Und Annette findet bei der ganzen Formel 1 nur immer den Niki Lauda gut. "Dein Niki redet nur noch pro Mercedes, der ist gar nicht mehr neutral", sagt Herbert ihr. Aber da kennt sie sich nicht mit aus; sie verfolgt das alles gar nicht. Der Tag geht dann so dahin, zwischendurch sehen wir auch mal die Sonne. Das Endspiel der Frauenfußball-EM schauen wir uns auch noch an. Abends wird der Himmel feuerrot und sieht toll aus. Aber vielleicht ziehen wir ja bald weiter, denn das Wetter soll die nächsten Tage durchwachsen bleiben.

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Montag, 29. Juli 2013



ein letzter Blick auf Schweich

Heiß wird es erst wieder am Donnerstag, so heißt es im Radio. Eigentlich ist es jetzt das richtige Wetter, um weiterzuziehen. Und das machen wir denn auch. Die Yamaha kommt ruckzuck in die Garage und dann fahren wir am frühen Nachmittag los. Nur nach Trier, wo wir uns wieder auf das Messegelände stellen, da, wo vor knapp zwei Monaten unsere kleine Deutschlandtour angefangen hatte. (Heute ist es auch auf den Tag ein halbes Jahr her, dass wir nach Marokko aufgebrochen waren.) Bevor wir nach Frankreich einreisen, will Herbert in der Stadt noch einen langen Tragegurt für die Kamera kaufen. Auch brauchen wir einen Ersatz für unsere abgebrochene Radioantenne. Und vielleicht noch dies und das. Der Platz auf dem Messegelände, direkt neben McDonald's, ist ja nicht besonders gut. Heute gehen wir aber nicht mehr in die Stadt. Stattdessen verbrauchen wir noch unser Internetguthaben; knapp 1GB haben wir noch. So geht der Tag dahin; die Temperaturen halten sich in Grenzen, Regen kommt gottlob  keiner. Morgen werden wir zumindest schon mal in Luxemburg sein.



wir erreichen Trier



unsere Tagesroute ca. 19km

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Freitag, 27. Juli 2013



Annette kommt vom Duschen

Heute steht einem Besuch im Freibad nichts mehr im Wege, und so landet zuerst die Yamaha draußen und wir wenig später im Freibad, das sich im Schweich direkt neben bzw. hinterm Edeka befindet. Der Eintritt beträgt 3 EUR p.P. Spottbillig im Gegensatz zu Hallenbädern. Das Schwimmbecken selbst hat dann verschiedene Bereiche zum Planschen, Rutschen und auch Schwimmen. Alles sieht flott aus, auch wenn alles eher zum Planschen gedacht ist. Der Trakt für die Schwimmer ist schmal, dafür aber 50m lang. (Annette braucht für die 50m jeweils 30 Schwimmzüge.)



ein Blick auf das Freibad von Schweich von einer oberen Terrasse aus

Zwischendurch kommt auch mal eine dicke Wolke und schüttet etwas Regen herunter. Alle Leute flüchten unter die Bäume, aber das ganze dauert nur wenige Minuten. Wir gehen dann noch mehrmals ins Wasser, bevor wir uns um halb drei, als der größte Ansturm kommt, auf den Heimweg machen. Jetzt stehen die Leute in Schlangen vor der Kasse, Beim Edeka kaufen wir uns etwas Grillfleisch für den Abend und wollen noch bei Norma in Longuich eine Packung Mineralwasser kaufen. Die Paletten sind leer; es gibt nur noch das teure Gerolsteiner. Kaufen wir eben das. Dann sind wir daheim und sehen, dass jemand unsere Markise eingerollt hat. Unser Nachbar erzählt uns, dass ein irrer Sturm aufkam und er unsere Markise gerade noch rechtzeitig retten konnte.



da ganz rechts außen ist der 50m lange Schwimmtrakt

Der Nachmittag ist ruhig, und so machen wir die Markise wieder auf, denn die Sonne brennt ja wie wild. Diesmal befestigen wir die Markise mit einem dicken Gurt und schlagen auf beiden Seiten Heringe in den Boden, die die Enden des Gurtes festhalten sollen. Das sollte einer nächsten Sturmböe standhalten, denken wir. Denn manchmal, und wenn auch nur für wenige Sekunden, kommt hier an der Mosel ein Sturm auf, ein Kamineffekt im Moseltal. Nach dem Abendessen lässt die Hitze endlich nach. Erste Blitze zucken am Himmel und dann, um halb zwölf, bäumt sich die Markise auf, als ein extremer Sturm einsetzt. Um Gottes willen. Schnell gehen wir nach draußen und halten die Markise fest, wollen die Sturmböe abwarten. Es sind ungeheure Kräfte am Werk und wir können gerade so den Gurt auf beiden Seiten festhalten. Dann ist plötzlich unser Nachbar da, stellt sich auf Herberts Seite, hält dort fest und sagt ihm, dass er nun versuchen soll, die Markise einzufahren. Wir müssen schreien, um gegen den Lärm anzukämpfen; der Sturm heult wie wild. Dann sind plötzlich zehn Holländer da und wollen helfen. Ohne die vielen Leute wäre es uns nie gelungen, die Markise einzufahren. Zuerst lassen wir die Stützen, die beiden Füße der Markise, draußen, dann aber holt Herbert die Leiter aus der Garage und einer der Holländer kann die Stützen an der richtigen Stelle einklemmen. Jetzt noch schnell Tisch und Stühle wegpacken, die Fußmatten und alles, was noch draußen ist. Wir sind übrigens die ganze Zeit barfuß auf dem Schotter, denn unsere Gummischuhe sind weggeflogen und die Tür lässt sich so schwer öffnen gegen den Sturm, als dass wir die Zeit hätten, uns andere Schuhe zu holen. Die Holländer ziehen dann von einem Platz zum anderen und fragen, ob sie helfen können, denn andere Leute kämpfen ja auch mit ihren Markisen und Habseligkeiten wie umgekippten Fahrrädern. Der Sturm hält dann noch lange an, die Blitze zucken, aber jetzt ist bei uns alles unter Dach und Fach bis auf die schwere Yamaha. Morgen soll es ja viel regnen, schauen wir mal.

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