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Dienstag, 31. Januar 2017



Adeus Portugal, bis zum nächstenmal

Es heult ein ziemlicher Wind, der uns weckt und der uns mit eisiger Luft überrascht. Der Himmel ist grau und es ist sehr ungemütlich, wenn wir einen Schritt vor die Tür tun. Bei so einem Wetter fällt uns der Abschied bestimmt leichter, denn immerhin haben wir mehrere Tage Anlauf gebraucht bis zu unserem Abschied. Heute soll es also losgehen in Richtung Heimat. Beim Lidl halten wir noch an und kaufen ein paar Kleinigkeiten für die kommenden Tage. An der Kasse sprechen uns die beiden Leute an, die direkt hinter uns stehen. Seid ihr nicht Annette und Herbert? Doch, ja, sind wir. Die beiden erzählen uns, dass sie nur aufgrund unserer Reiseberichte jetzt das erstemal in Portugal sind. Sie sagen, dass sie auf dem Camp in Monte Gordo stehen, da die Stellplätze alle so überfüllt sind und da sie Probleme mit ihren Bordbatterien haben. Wir empfehlen ihnen den Batteriefritzen in Santa Luzia, aber alles geht so schnell an der Kasse. Hier ist auch immer der Teufel los, so viele Touristen von Santo António und Castro Marim. Sie sagen uns noch, dass ihnen unsere Reiseberichte total gut gefallen, und dass wir nie damit aufhören sollen. Das bekommen wir recht häufig zu hören, und wir hören es immer wieder gern. Gerade heute früh schrieb unser Leser Siegfried: ". . . außerdem annette sind deine reiseberichte die besten". Nach dem Lidl fahren wir nach Castro Marim, um beim Corvo & Corvo wieder Kuchen zu kaufen. Die Toilettenkassette wollen wir auf dem Stellplatz auch noch leeren, aber da stehen drei Wohnmobile sternförmig - aus drei Himmelsrichtungen - und blockieren die gesamte Einfahrt. Uns fällt ein, dass an der allerersten Tankstelle auf der spanischen Seite, direkt an der Autobahn, auch eine Entsorgungsstelle ist. Letzten Winter war die noch im Bau, aber als wir da jetzt hinkommen, ist die immer noch nicht fertig. Mist. Dafür tanken wir günstig für 1,13 EUR/L Diesel.



es geht über den Rio Guadiana, den Grenzfluss



gleich an der ersten Tankstelle an der Autobahn tanken wir günstig

Dann rollen wir geschmeidig dahin auf glattem Asphalt und lassen Revue passieren. Drei Monate in Portugal. Es war wieder richtig herrlich, und noch nie hat uns ein Januar so gut gefallen wie heuer. Wir denken daran, wie alles angefangen hat Anfang November, oben in Viana do Castelo. Weißt du noch, sagt Annette, wie wir durch Viana gelaufen sind und ich immerzu gesagt habe, hach, das ist mein Land, das ist mein Land? Jeder einzelne Tag war wieder schön, und das Wetter so gut wie seit 2011 auf '12 nicht mehr. Jetzt sind wir also in Spanien, und wir können kilometerweit schauen. So ein riesiges Land, und so ein Unterschied zum kleinen Portugal, wo alle Wege kurz sind. Die Landschaft ist jetzt schön, alles so grün und endlos weit. Das Hinterland von Spanien gefällt uns ja immer, und besonders Andalusien, wo dieser maurische Stil noch überall existiert. Wir mögen nur die plapperige und laute Art der Spanier nicht. Die Portugiesen haben ja nicht diese quirlige südländische Art, die sind eher mitteleuropäisch.



wir erreichen Sevilla

Es geht dahin auf der A49, der Autopista del V Centenário bis Sevilla. Jetzt müssen wir auf die A4 in Richtung Córdoba. Es geht nicht nahtlos auf die A4, sondern über einen Zubringer mit mehreren Kreisverkehren. Alles ist gut ausgeschildert, und wir haben das Navi auch nicht an, denn das würde uns eh nur auf den nächsten Feldweg schicken. Wir fahren in Richtung Flughafen und stoßen dann auf die A4. Diese Strecke sind wir noch nie gefahren, und die Landschaft tut dem Auge wirklich gut. Im Sommer ist bestimmt alles vertrocknet hier. Unterwegs sehen wir zweimal den Stier, aber nur von hinten, und einmal Tío Pepe (Onkel Pepe) mit seiner Gitarre. Das sind ja meterhohe Figuren, die uns immer gefallen. Gegen 15 Uhr halten wir auf einem Rastplatz 10km vor Écija. Das Restaurantgebäude ist auch so schön maurisch, mit mehreren Arkaden. Alles aus rotem Backstein. Wir stehen hier nicht so gut, und so fahren wir nach einer Rast weiter und vorbei an Córdoba. Immer schön auf der A4, der Autovía del Sur, bleiben. Herbert, der Fuchs, sieht dann irgendwann in einem Ort entlang der Autobahn einen größeren Parkplatz mit einem Wohnmobilzeichen. Und so kehren wir an der nächsten Ausfahrt um und biegen dann ab nach Pedro Abad. Es ist eine Art Park mit eigener Ver- und Entsorgungsstation. Das Wasser läuft, als wir es ausprobieren. Es ist ganz nett hier, zwar parallel zur Autobahn, aber zumindest können wir hier nicht von Kühllastern überrascht werden, die dann die ganze Nacht Krach machen. Am frühen Abend ist das Licht ganz herrlich. Und kalt ist es auch nicht.



hier machen wir mal eine Rast


 


 



wir erreichen Córdoba



Hóla, Tío Pepe



Hóla, Esel Pedro



so haben wir uns hingestellt auf dem Stellplatz von Pedro Abad



unsere Tagesroute ca. 328km

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Montag, 30. Januar 2017



die Sonne kommt

Eigentlich wollten wir mittlerweile längst aufgebrochen sein und uns auf den Heimweg gemacht haben, aber jetzt kleben wir immer noch hier. Das Wetter ist auch wieder deutlich besser als auf der Wetterkarte, und so bleiben wir heute auch immer noch hier. Abreisen können wir, wenn der Winter kommt. Nur gut, dass wir genug Proviant an Bord haben und nie deshalb die guten Plätze allzu bald verlassen müssen. Heute ist ja bloß Wochentag, da kommen nicht so viele Leute auf die Mole gefahren wie gestern. Wir schneiden einander die Haare und sitzen dann lange Zeit draußen. Es ist ein hübscher Platz und wir schauen zu, wie erst das Wasser aus dem Guadiana abfließt ins Meer und am Nachmittag langsam wieder hineindrückt. So richtig heiß ist es zwar draußen nicht, aber zumindest geht kein Wind. Was sollen wir berichten? Es ist ein schöner Tag und wir schieben unseren Abschied von Portugal vor uns her. Da ist uns jede Ausrede recht. Aber die Wetterfotos beweisen, dass wir hier in der Algarve noch am allerbesten aufgehoben sind.



bald schon können wir draußen sitzen



diesen Blick haben wir auf die spanische Seite

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Samstag, 28. Januar 2017



wir verlassen den Club Almada d'Ouro

Kalt sind die Nächte. Feucht sind die Fensterscheiben. An ist die Heizung. Heute wollen wir ja mal weiterziehen, und am Himmel sieht es gar nicht so übel aus. Kalt ist es aber draußen. Wir gehen zum Bezahlen und sagen ihnen, dass wir aber erst am frühen Nachmittag abreisen werden. Der Herbert hat noch an unserer Webseite zu arbeiten. Derweil bekommen wir neue Nachbarn, Leute aus Speyer. Die beiden bzw. deren Wohnmobil haben wir schon öfter gesehen, weil es so auffällig unauffällig ist so ganz ohne Foliendekor oder Beschriftung. Die beiden waren auch am Strand, wo die vielen Anker in den Dünen stehen. Da im Café waren die beiden auch schon so redselig mit anderen Leuten, und jetzt mit uns sind sie es auch. Sie erzählen uns, dass sie schon seit 40 Jahren immer wieder nach Portugal kommen. Soviel zum Thema Suchtgefahr: Wer einmal nach Portugal kommt, kommt nie wieder los von diesem schönen Land. Wir kommen erst seit 2002 hierher. Und seit 2009 regelmäßig. Nach einer Ewigkeit rappeln wir uns auf und fahren los, während die Speyrer sich auf eine Wanderung begeben wollen.



ein Blick auf den Ribeira de Odeleite, der wenig später in den Rio Guadiana fließt



da hinten ist Ayamonte auf der spanischen Seite

Wir fahren zurück nach Castro Marim, wo auf den Parkplätzen jetzt noch mehr Wohnmobile stehen als am Mittwoch. Wir kehren auch zurück nach Vila Real de Santo António, wo wir beim Lidl Halsbonbons kaufen für Herbert, der seinen trockenen Husten einfach nicht wegbekommt. Wobei die kleine Wärmflasche hilft und die Bronchien entspannt mit der gleichmäßigen Hitze. Vorher hatten wir unsere große Wärmflasche genommen, aber die ist reichlich schwer auf der Brust. Dies sollen jetzt auch unsere letzten Tage in Portugal sein, aber gottlob verlassen wir das Land heute noch nicht. Wir fahren jetzt auf die Mole am Ende des Ortes, wo wir früher auch mal mit dem Motorroller waren. Ein einziges Wohnmobil steht da. Die Mole ist in schrecklichem Zustand, es ist eine leidige kurze Fahrt. Herbert geht dann gleich mal los mit der Kamera, während Annette Tee und Kuchen auf den Tisch bringt. Ein paar Angler sind hier, und die GNR (Guarda Nacional Republicana) kontrolliert, ob sie alle einen Angelschein haben. Wir freuen uns auf den Abend, wenn die Lichter drüben in Ayamonte brennen. Was für ein hübsches Plätzchen so als Abschluss unseres wunderbaren Aufenthaltes in Portugal. Der Abend wird erstaunlich mild.


 



es ist eine etwas abenteuerliche Anfahrt zur Mole



so haben wir uns hingestellt - an der Mündung des Rio Guadiana



die Angler versuchen ihr Glück, und einer fängt später sogar einen Fisch



ein Blick auf den Strand - im Hintergrund Monte Gordo



Abend wird es an der Mole



Annette ist kurzärmelig, als um 18:20 Uhr dieses Foto entsteht



unsere Tagesroute ca. 25km

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Sonntag, 29. Januar 2017



wir spazieren mal nach Vila Real de Santo António hinein

Eine milde Nacht liegt hinter uns. Und morgens lacht schon gleich die Sonne. Das Wetter wird besser als auf der Wetterkarte vorhergesagt, uns so beschließen wir, heute noch hierzubleiben. Wir schalten das Radio ein und beginnen den Tag mit einem guten Frühstück. Am späten Vormittag fährt der kleine VW-Bus ab. Es waren Spanier, die zum Angeln herkamen und den allerbesten Platz hier an der Mole hatten. Den nehmen wir jetzt ein und sind begeistert von der tollen Aussicht sowohl durch die Frontscheibe als auch aus der offenen Schiebetür. Ja ja, wir können an der offenen Tür sitzen. Mit den anderen Nachbarn, Deutschen, kommen wir auch noch ins Gespräch. Sie erzählen uns, dass es am Donnerstag, als es diesen Regen und Sturm und Gewitter gab, hier total gewaltig war. So arg, dass sie nachts die Mole verlassen und nach Santo António hineinfuhren, wo sie geschützter standen. Das hatten uns die beiden Leute aus Speyer auch erzählt, dass es in Tavira total krass war mit dem Unwetter. Da waren wir da oben in Almada d'Ouro ja noch ganz gut aufgehoben bis auf den Stromausfall.



seinen Lichtkegel hatten wir heute früh um 4 Uhr gesehen

Wir gehen dann auch nach Santo António hinein, obwohl es nicht gerade ein Katzensprung ist. Immer mal kommt ein Segelboot an uns vorbeigetuckert. In der Innenstadt von Santo António sind einige Geschäfte heute geöffnet, und wir bummeln mal durch dieses und jenes. Auf dem Praça Marquês de Pombal gefällt es uns so gut wie immer. Auf der Sonnenseite des Platzes suchen wir uns die Real Cafetaria aus und genießen den Tag. Dann laufen wir noch zum Guadiana und bis hin zum Stellplatz, wo es wimmelt von Wohnmobilen. Fast ausschließlich Franzosen. Früher waren es immer die Holländer  und Skandinavier, die man winters in der Algarve gesehen hat, und jetzt sind es Franzosen, Franzosen. Im Dutzend und noch größeren Mengen. Zurück laufen wir am Guadiana entlang. Jetzt kommt uns der Wind von vorn und es ist deutlich kälter. Daheim am Platz erfreuen wir uns an der wunderbaren Aussicht. Unsere Nachbarn fahren jetzt mit den Fahrrad in den Ort, aber das wäre uns jetzt zu spät. Bis die mal zurück sind, ist es richtig kalt. Der Abend wird wieder spektakulär.



das ist so typisch portugiesisch



in den Straßen von Santo António - im Hintergrund das ehemalige Badehaus



auf dem Praça Marquês de Pombal, dem Hauptplatz der Stadt



man findet uns bei einem Galão und einem Café Americano


 



noch ein Blick auf den Praça Marquês de Pombal



wir bummeln an der Marina entlang



am Rio Guadiana dümpeln die Schiffe



da hinten stehen die Wohnmobile in mehreren Reihen auf dem Stellplatz


 


 



man kommt mit fünf Angeln, weil die Ausbeute dann größer ist

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Freitag, 27. Januar 2017



heute sehen wir zumindest die Sonne wieder

Es kamen noch ganz schöne Regenmassen herunter. Morgens um 7 Uhr schaut Annette mal, ob es vielleicht an unserer Kabeltrommel liegt, dass kein Strom da ist. Aber der Herbert glaubt, dass es am ganzen Platz so ist, denn die Laterne brennt auch nicht, und überhaupt war es stockfinster in der Nacht. Als Annette am Stromkasten nachschaut - Sicherung ist nicht rausgesprungen - kommt ein Franzose und sagt ihr, dass auf dem ganzen Platz der Strom ausgefallen sei. Gestern Abend um 20 Uhr. Während wir beim Frühstück sitzen, kommt jemand und kümmert sich um den Strom. Der Strom ist dann ganz kurz da und gleich wieder weg. Nur gut, dass wir unseren Kühlschrank nicht mehr über Strom laufen lassen. Man kann sich bei Stromschwankungen die Platine kaputtmachen, und das Gas ist mittlerweile so spottbillig und überall zu haben, da muss man nicht unbedingt ans Stromnetz. Auf der Fähre nach Griechenland, da hing der Kühlschrank am Strom, weil die Gashähne ausgeschaltet bleiben mussten. So, wenig später ist der Strom wieder da. Der Regen auch, aber der kommt und geht immer wieder. Wir sehen heute auch ganz oft die Sonne, aber ständig kommen Regengüsse herunter, sodass man nicht draußen sitzen kann. Von der kalten Luft ganz zu schweigen. Jetzt kommt anscheinend auch hier der Winter; die sonnigen Zeiten sind wohl erstmal vorbei. Am Nachmittag sind unsere Bordbatterien auf 100%, sehr schön. Abends essen wir Nudeln mit Meeresfrüchten, dazu einen Muscadet aus Frankreich. Die Nacht wird kalt im Gegensatz zu gestern.



auf dem Almada d'Ouro Stellplatz



unser Abendessen

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