d18.jpgd04.jpgd02.jpgd11.jpgd21.jpgd08.jpgd19.jpgd01.jpgd07.jpgd06.jpgd14.jpgd10.jpgd13.jpg

Samstag, 31. Januar 2015



weiter geht unsere Fahrt

Gleich am Morgen kommt die Sonne, reißt der Himmel auf und wird ganz blau. Der Wind wird bei diesen Temperaturunterschieden natürlich gleich wieder zu einem Sturm. Wir können draußen kaum einen Schritt tun, ohne gleich umgehauen zu werden. Das merkt Annette, als sie zur Mülltonne geht. Nein, wir wollen nicht, dass es so weitergeht mit dem Wetter. Und die Aussichten sind so, dass noch mehr Schlechtwetter mit viel Regen und Kälte angekündigt ist. Da macht es keinen Sinn, jetzt schon weiter nach Norden aufzubrechen, wo es noch kälter und unbeständiger ist. Und so beschließen wir, unseren Platz hier an der Westküste zu verlassen, aber noch mindestens bis Mitte Februar unten in der Algarve zu bleiben. Gegen halb elf fahren wir von hier los. Unser Ziel: Silves, der Parkplatz am Castelo.



wir sind wieder auf der N125

Zumindest scheint wieder so ein schönes warmes Licht, als wir durch Vila do Bispo fahren. Wir versuchen ja immer, nicht auf der Straße zu sein, wenn das Wetter schlecht ist und alles so trist aussieht. Das tun wir uns so gut wie nie an. Jetzt ist der Blick auf Raposeira und Budens recht hübsch. Wie sich die Palmen biegen im Starkwind. Herbert muss auch ganz schön gegenhalten bei dem krassen Seitenwind. Als wir Lagos erreichen, entscheiden wir spontan, mal auf die andere Seite des Flusses zu fahren. Dahin, wo wir vor zwei Wochen bei unserem Besuch von Lagos ein paar Wohnmobile stehen gesehen hatten. Vorbei geht es am neuen Bahnhof und dem Hafen, aber schon hier sehen wir die ersten Verbotsschilder für Wohnmobile.



Ankunft im Hafen von Lagos, auf der anderen Seite des Rio Bensafrim

Wie hübsch der Blick auf Lagos von der anderen Seite des Rio Bensafrim doch ist. Das Wasser ist ganz blau, die Boote leuchten schneeweiß, aber der Wind ist hier natürlich auch ganz arg. Zwei oder drei Wohnmobile stehen hier, aber wir wollen nicht so frech sein und uns, den Verbotsschildern zum Trotz, hier hinstellen für die Nacht. Wir schießen nur ein paar Fotos und fahren dann weiter. Jetzt sehen wir auch noch das alte Bahnhofsgebäude von Lagos, das verkauft werden soll. Davon hatten wir im Internet gelesen.



von hier aus sieht Lagos auch richtig hübsch aus



wir fahren weiter



gleich geht es wieder über den Boina und den Arade

Es geht wieder durch Odiáxere und dann, kurz vor Portimão, über den Ribeira do Boina und den Rio Arade. Wenig später biegen wir ab nach Silves (Silvesch). Wir wundern uns, dass noch so viele Orangen an den Bäumen hängen. Die Plantagen gehen hier bei Silves ja bis zum Horizont. Dann haben wir einen ersten Blick auf Silves von der Hauptstraße aus. Silves sieht immer richtig gut aus. Es geht über die Brücke und den Rio Arade, der hier in Silves noch ganz schmal ist, und dann biegen wir ab zum Castelo. Hilfe, wieviel Wohnmobile stehen denn da? Es ist wirklich eine Plage mit den Wohnmobilen, die in jedem Jahr mehr werden. Auf den ersten Blick glauben wir, dass wir auf dem großen Parkplatz gar nicht unterkommen werden, aber dann gibt es hier und da doch noch eine Lücke. Es sind fast alles Franzosen, die hier stehen. Desto mehr freut es uns, als wir das Fahrzeug von Gerlinde und Walter sehen, den beiden, die wir im Waschsalon in der Marina von Praia da Rocha zuletzt getroffen hatten. Irgendwann im Dezember. Wir gehen kurz mal hin und sagen Hallo.


 



von der Straße aus können wir Silves schon sehen



Ankunft in Silves - Silves war ja mal die Hauptstadt der Algarve



verdammt voll ist es auf dem Parkplatz am Castelo



überall haben die Störche ihre Nester

Wir wollen das schöne Wetter nutzen und gleich mal nach Silves gehen. Und wer weiß, was morgen ist? Herbert könnte auch essen gehen. Wir erinnern uns an das kleine Tasca do Béné auf der Rua Policarpo Dias. Da wollen wir jetzt mal hingehen. Es ist schön, dass wir auf dem kurzen Weg so viele Störche zu Gesicht bekommen. Überall haben sie ihre Nester in der Stadt. Und sie klappern und klappern. Das Tasca do Béné ist dann urgemütlich. Wir nehmen das Tagesgericht, das aus Fisch (Annette) und Hähnchenspieß (Herbert) besteht. Für jeweils 7,50 EUR. Der Rotwein ist richtig süffig hier. Und welch schöne Dekorationen man hier überall hat. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Den anschließenden Kaffee wollen wir unten an der Uferpromenade vom Rio Arade nehmen, im Art'aska. Wo sie immer so tolle Musik spielen, und wo auch oft Musikveranstaltungen stattfinden. Die Sonne kommt und geht, es schieben sich immer mehr dunkle Wolken am Himmel; vielleicht sollten wir uns langsam auf den Heimweg begeben. Auf dem Weg kommen die ersten Regentropfen, sodass wir noch schnell in der Biblioteca municipal Unterschlupf suchen müssen. Das Bibliotheksgebäude ist modern und hell. Und hat samstags sogar geöffnet. Dann können wir heimgehen. Abends merken wir, dass es hier kälter ist als an den vergangenen Tagen da hinten im Westen. Morgen früh werden wir wohl heizen müssen. Es ist erstaunlich ruhig hier auf dem Parkplatz; kein einziger Generator läuft. Keine städtischen Geräusche, keine Autos sind zu hören. Ein Käuzchen ruft in die Dunkelheit. Hu huh huu... hu hu huu.



in den Straßen von Silves



wir wollen ins Tasca Béné gehen



wie gemütlich es hier drinnen ist



den Rotwein, den sie hier haben, ist total süffig



wir müssen gleich erstmal die Teller tauschen



hier in Silves ist der Rio Arade noch jungfräulich



wir sitzen im Art'aska unten an der Uferpromenade



Silves ist wirklich schön, aber jetzt müssen wir schnell heimgehen, bevor der Regen kommt



in der Biblioteca municipal warten wir einen Regenschauer ab - sie haben hier gerade eine Fotoausstellung



unsere Tagesroute ca. 61km

back       |      next

Freitag, 30. Januar 2015

Der Tag ist ähnlich wie gestern. Die Windböen jagen in Salven über uns hinweg und hören sich schlimmer an als sie sind. Wir überlegen auch, ob wir woanders hinfahren sollen, aber da wird es nicht anders aussehen, was die Sonne angeht. Und so sitzen wir an Bord und harren der Dinge. Herbert findet das Kindle mittlerweile ganz gut, aber wehe, er kommt mal zufällig an irgendeine der Tasten. Dann ist die aktuelle Seite weg und muss mühsam wiedergefunden werden. Heute lassen wir den Generator fast den ganzen Tag laufen, denn den hört man in den allgemeinen Tagesgeräuschen so gut wie nicht. Ansonsten ist es ein langweiliger Tag. Am frühen Abend gibt es bei uns Spinat. Nur gut, dass wir hier überhaupt Radioempfang haben. Und Internet auch.

back       |      next

Mittwoch, 28. Januar 2015



die Sonne kommt um halb acht

Dem Herbert geht es heute wieder ganz gut; er hatte schon gestern Abend gemerkt, dass es wieder aufwärts geht mit ihm. So können wir heute weiterfahren, aber unser neues Ziel hat sich noch einmal geändert. Statt zum Stausee bei Odiáxere wollen wir zu einer der Strandbuchten bei Vila do Bispo. Wir bleiben oben auf dem Hügel, du weißt schon, da waren wir schon mal vor ein paar Jahren, sagt Herbert, aber Annette weiß beim besten Willen nicht, wo das sein soll? Wir fahren jetzt erstmal zur Entsorgungsstelle beim Intermarché in Sagres, wo wir anstehen müssen, bis wir dran sind. Hilfe, hier sind ja überall Franzosen! Das Frischwasser wollen wir gegenüber, bei der Tankstelle Cipol nehmen, wo man für 2 Euros Wasser tanken kann. Wir merken dann, dass die Tankstelle gar nicht mehr geöffnet ist, das Frischwasser aber nicht abgestellt ist. Schade, wir hätten schon dafür bezahlen wollen. Dann geht es weiter zum Lidl in Vila do Bispo.



einer der Surfer hat eine Panne



beim Intermarché leeren wir unsere Tanks



jetzt noch Wasser tanken



auf der Fahrt nach Vila do Bispo



wir erreichen Vila do Bispo

Wir kleben bestimmt nicht mehr am Lidl, kaufen zum Beispiel schon seit zwei oder drei Jahren kein Fleisch mehr dort, und hier in Portugal achten wir darauf, dass es möglichst portugiesische Waren sind, die wir beim Lidl kaufen. Wie Milch der Marke Vigor von 1951, oder Mayonnaise von Calvé, von 1898; oder Olivenöl von Gallo (mit dem Hahn darauf), portugiesischen Wein und natürlich das beste: Kaffee der Marke Delta. Hach, wie gut der ist. Ja ja, wir lieben alles an Portugal, und wir sind hoffnungslos lusophil, das wissen wir alles, aber wir können halt nichts dagegen tun. So, jetzt durchfahren wir Vila do Bispo, fahren an der Markthalle vorbei und biegen zu den Stränden ab. Es geht an völlig windschiefen Bäumen - Windflüchtern - vorbei, und so langsam dämmert es Annette, wohin die Reise gehen soll. Hier oben am Hügel waren wir mal, als wir unten an der Strandbucht von Praia da Cordoama keinen Internetempfang hatten, eine tolle Zeitungsanzeige für ein Haus bei Lagos gelesen hatten, und uns hier oben - mit Internetempfang - die entsprechende Webseite für das Haus angeschaut und dann bei den Leuten angerufen hatten. Es ist ein hübscher Picknickplatz und Ausgangspunkt für schöne Wanderungen.



Durchfahrt durch Vila do Bispo



an der Markthalle geht es vorbei



hier sind alle Bäume windschief und krumm



so stehen wir hier, grün zu beiden Seiten, wenn wir aus dem Fenster schauen

Zwei Wohnmobile aus Schweden stehen hier, ansonsten ist hier niemand. Puh, ist der Wind stark, als wir aussteigen. Kalt ist er aber nicht. Und weil das Wetter für morgen nicht so gut vorhergesagt ist, machen wir uns jetzt gleich auf zu einer Wanderung. Alles ist so nett angelegt mit Holztafeln für diese und jene Wanderung, zum Beispiel für einen Trilho Ambiental (trilho = trail = Wanderweg). Jetzt aber gehen wir in Richtung Meer, wollen aber oberhalb bleiben. Ein Holzschild und ein Stein zeigen nach links: Miradouro (Aussichtspunkt). Dort gehen wir jetzt hin und kommen an eine schöne Plattform, die von Holzplanken eingerahmt ist. Was für einen tollen Blick aufs Meer wir von hier oben haben. Die Westküste zeigt sich mal wieder von ihrer besten Seite. Der Wind hat es natürlich in sich, aber ohne ihn wären die Wellen längst nicht so gewaltig. Was sind wir froh, dass wir nicht in Richtung Osten weitergezogen sind, wo die vielen Überwinterer in ihren Wohnmobilen sind. Auf dem Rückweg kommt uns immer mal ein Auto entgegen; die Einheimischen scheinen immer in ihren Autos spazieren zu fahren. Jetzt machen wir es uns daheim gemütlich, essen uns zu Abend eine Kartoffel-Gemüsepfanne mit gebratener Bockwurst. Der Wind wächst sich zu einem Sturm aus, sodass wir heute nicht fernsehen können. Wir hören den ganzen Abend Radio M80 (M Oitenta), weil wir hoffnungslos lusophil sind und weil sie stundenlang tolle Musik spielen. Bis zum Schlafengehen ist aus dem Sturm ein Orkan geworden und heult um unseren Phoenix. Nur gut, dass der Phoenix mit der Nase (mit dem Fahrerhaus) im Wind steht und nicht mit der Breitseite. Sonst hätten wir umparken müssen.



was für eine Landschaft



überall sind Tafeln angebracht



wir wollen das Meer sehen



ein Blick auf den Trilho Ambiental, der ausgeschildert ist



hier beginnt der Trilho Ambiental, der Wanderweg



links ab zum Miradouro, dem Aussichtspunkt



auch auf dem Stein ist MIRADOURO eingemeißelt, und ein Fernglas ganz links



jetzt haben wir schon einen ersten Blick aufs Meer



da hinten ist die von Holzplanken eingerahmte Plattform



man sollte die Westküste in Bestküste umbenennen



huh, ist der Wind stark



Herbert muss auch mal innehalten und den Blick genießen



ein Blick zur anderen Richtung


 


 



diese Tafel steht bei uns am Platz



Kartoffeln und Porree und Paprika und Tomaten und Zwiebeln und gebratene Bockwurst - für zwei Tage



unsere Tagesroute ca. 11km

back       |      next

Donnerstag, 29. Januar 2015



eine Herde Ziegen und Schafe kommt des Wegs

Heute bekommen wir die Sonne nicht zu sehen. Dafür aber eine Herde Ziegen und Schafe. Zuerst hören wir nur das Scheppern der Glocken um deren Hälse, aber dann kommen sie direkt vor unsere Haustür. Es ist eine große Herde von bestimmt 60 bis 80 Tieren. Ein paar der Ziegen sind richtig groß; sie haben fast die Größe von Eseln. Solche Ziegen haben wir noch nirgends gesehen. Ein paar Schafe sind auch dabei, auch zwei oder drei Lämmer. Der Schäfer ist mit drei Hunden unterwegs, die richtig auf Zack sind. Bei dem Mistwetter, es nieselt ganz fein, ist das bestimmt kein Vergnügen. Na, wenigstens hat der Sturm aufgehört; vielleicht weil der Temperaturunterschied nicht so arg ist ohne die Sonne. Was passiert sonst noch heute? Das Radio spielt den ganzen Tag, am Vormittag kommt "True Faith" von New Order, und dann geht es munter weiter mit "Sanctify Yourself" von den Simple Minds. Die Simple Minds geben am 7. Februar ein Konzert in Lissabon, und es wird schon seit Dezember kräftig Werbung gemacht dafür. Es werden auch die Temperaturen für die Städte im ganzen Land angesagt, die meist um die 13°C liegen. Am Nachmittag nimmt Herbert sich mal das Kindle vor und überspielt einige der e-Bücher, die wir vom Dieter bekommen hatten. Na ja, die Bücher von Charlotte Link und John Grisham und John Irving werden ja vielleicht gar nicht so schlecht sein. Am Abend wird es dann wieder windig, sodass sich Annette von der "Michael Jackson - The Immortal World Tour" auf ZDFkultur nur etwa die Hälfte anschauen kann. Danach wird die Antenne vernünftigerweise eingefahren. Es wird wieder orkanartig draußen; dazu der fiese Nieselregen. Und doch gefällt es uns hier sehr gut. Das Mistwetter müssen wir halt aussitzen.


 



die großen Ziegen reichen an die Zweige heran


 



am Nachmittag wird es immer nebliger . . .



. . . bis man fast nichts mehr sieht



um halb sechs am Abend sieht es dann so aus

back       |      next

Dienstag, 27. Januar 2015



mal wieder ein Blick auf unseren Platz

Heute wollen wir weiterfahren, und endlich wissen wir auch, in welche Richtung es gehen soll. Wir wollen mal den Stausee nördlich von Odiáxere besuchen. Vorher müssen wir aber noch hier in Sagres zur Post, wo wir neues Guthaben für unser Vodafone fürs Internet kaufen wollen. Und zur Apotheke müssen wir auch, neue Medikamente für Herbert kaufen. Als wir losgehen, merkt Herbert, dass er irgendwie krank wird. Es kommt ganz plötzlich über ihn. Geh' doch wieder heim, und ich gehe allein in den Ort, sagt ihm Annette, aber er mag lieber mitgehen. Bei der Post sind zwei Kundinnen vor uns dran, und das dauert und dauert. Gehen wir also nach schräg gegenüber zur Apotheke, wo wir die einzigen Kunden sind. Alles klappt toll, auch weil man mit den Portugiesen immer so schön auf englisch reden kann. Wir bekommen eine Rechnung mit Herberts Namen darauf, die wir dann bei der Krankenversicherung einreichen können. Es handelt sich um 40 Euros. Die Medikamente kosten im Ausland ja viel weniger als in Deutschland. So, jetzt gehen wir zur Post, wo wir nun auch die einzigen sind. Dem Herbert geht es jetzt immer schlechter, und er hätte gern eine Coke Light für daheim. Also läuft Annette noch geschwind zum Intermarché, während Herbert schon heimgeht. Als sie zurück ist, liegt er auf dem Sofa, geht aber gleich richtig zu Bett, wo er den ganzen Nachmittag verbringt. Ab dem späten Nachmittag wird es hier sehr windig. Abends steht Herbert auf und setzt bzw. legt sich zum Fernsehen hin. Er hat ganz glasige Augen. Gut, dass wir noch Paracetamol im Haus haben. Hier auf dem Platz sind wir umzingelt von Franzosen und Engländern. Deutsche findet man hier kaum, und es sind auch nicht mehr so viele Wohnmobile da wie am Samstag, als wir hier ankamen.



auf der alten Rua da Fortaleza



zuerst gehen wir zur Post (Correios)



hier müssten wir jetzt wohl eine Ewigkeit warten . . .



. . . und so gehen wir erstmal zur Apotheke



eine tolle Wandmalerei

back       |      next