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Samstag, 28. Februar 2015



heute wird es nix mit dem Wetter

Jetzt sind es schon wieder vier Monate, die wir im Land sind. Und rückblickend war es doch eine leichte Überwinterung; die Zeit ist recht schnell vergangen. Genervt hatte es uns immer nur dann, wenn wir von tausend anderen Wohnmobilen umgeben waren. Von diesen und jenen, mit denen wir ins Gespräch gekommen waren, hatten wir gehört, dass sie nicht mehr in die Algarve fahren wollen, eben wegen all dieser Massen von Wohnmobilen. Annette findet, dass sie sich in diesem Winter richtig gut gehalten hat. Wenn sie da an den letzten Winter denkt; der ist ihr deutlich schwerer gefallen. Herbert ist jetzt und hier, an der Westküste Portugals, auch wieder guter Dinge. Da macht uns nicht mal der heutige feine Dauerniesel etwas aus. Herbert steht sogar mit dem Nachbarn im Nieselregen draußen und redet ein wenig mit ihm. Annette genehmigt sich heute ein Glas Portwein - Tawny Port. Es ist die zweite Flasche, die heute geköpft wird. Die andere hatte vier Monate gehalten - zu zweit, Rosi und Annette. Seit heute funktioniert auch das Internet vom Stellplatz, wenn auch nur schleppend. Aber der Herbert ist eh nicht mehr so viel im Internet; er liest lieber ein Buch nach dem anderen auf seinem Kindle. Annette ist ja noch immer dran am Roman "Escudo" von Thomas Gifford. Und seitdem sie weiß, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt, verschlingt sie das Buch noch umso mehr. Heute Abend gibt es mal wieder Muscheln mit Spaghetti. Dann schauen wir auch noch den zweiten Teil des Films "Die Himmelsleiter". Der Nieselregen bleibt uns erhalten, aber zumindest stürmt es nicht.



ein Blick aus dem Fenster

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Freitag, 27. Februar 2015



so leer ist es auf dem Stellplatz von Foz do Arelho geworden

Für heute ist Schlechtwetter angekündigt und Wind mit Windgeschwindigkeiten bis zu 70km/h. Na, das kann ja was werden, und gleich am Morgen spüren wir, wie der Wind an unserem Phoenix rüttelt. Dann aber reißt der Himmel auf und wird ganz blau. Man kann sich auf die Wettervorhersagen eben nicht immer verlassen. Das Wetter wird viel besser als auf der Wetterkarte dargestellt. Und so wollen wir heute mal eine Wanderung machen, und sei es nur um des Laufens willen. Den Holzweg an der Steilküste entlang, der im letzten Jahr noch nicht ganz fertiggestellt und noch abgesperrt war. Wir fangen im Ort an, wo wir eine steile Straße in Angriff nehmen. Hier stehen ein paar hübsche Sommerhäuser, wie überhaupt Foz do Arelho ein netter Küstenort ist. Dann sind wir oben angekommen, wo der alte Küstenweg und auch der neue Holzweg beginnen. Aber der Holzweg ist noch genauso unfertig wie im letzten Jahr. Da ist bestimmt das Geld ausgegangen oder wurde gekürzt. Na ja. Der Blick aufs Meer ist trotzdem grandios. Der Wind ist arg, die Wellen toben, aber es ist wohl gerade Ebbe. In einem weiten Bogen laufen wir heimwärts, wo wir noch schön lange draußen sitzen können. Mit unserem Nachbarn aus dem Havelland kommen wir ins Gespräch, der uns, nachdem er Herbert mit dem Fernglas sitzen sieht, sein eigenes Fernglas zeigt. Von Carl Zeiss Jena. Auf dem Flohmarkt erstanden für 25 EUR mit kaputten Prismen. Annette sagt dem Mann, dass sie so ein gleiches Fernglas auch hätte, von ihrem Vater. Dass es das gleiche sein müsste. Hol' es mal her, sagt Herbert ihr. Also holt Annette es her, und da guckt der Nachbar nicht schlecht, als Annette ihm das gleiche Fernglas herzeigt. In der original Lederhülle. Auch 7x50. Der Nachbar schaut mal durch und hat nichts zu beanstanden, außer dass es mal gereinigt werden müsste. Er hatte seines ja reparieren lassen, bei sich in Rathenow im Havelland, wo diese Ferngläser früher - zu Ostzeiten - produziert wurden. Er sagt, dass sie mittlerweile richtig wertvoll seien und dass wir unseres unbedingt behalten sollten. Das machen wir ja sowieso, weil es ein Erbstück ist. Er gibt uns die Adresse von dem Optiker in Rathenow. So geht der Nachmittag dahin und ruckzuck ist es Abend. Heute ist ja Freitag, und am Abend kommen noch einige Wohnmobile auf den Platz. Hauptsächlich Portugiesen, die hier das Wochenende verbringen wollen. Bis nachts um elf kommen noch welche an.



hier parken im Sommer die Autos - jetzt haben sie auch überall Höhenbegrenzungen angebracht



wir laufen nach Foz do Arelho hinein



hier gibt es manches schöne Feriendomizil



immer höher hieven wir uns die Straße hinauf - ein Blick zurück



wir mögen die Dünenlandschaft immer so sehr



am neuen Holzweg fehlen die Handläufe noch immer, und deshalb ist er noch nicht freigegeben



aufs Meer schauen könnten wir den ganzen Tag lang



wir bleiben auf dem alten Küstenwanderweg


 



Ferienhäuser gibt es zuhauf, und viele sind zu mieten



unser Rundgang ist fast beendet


 



im Ala Norte hatten wir ja gestern gesessen



alles ist immer so hübsch angelegt



ein Blick auf die Lagune von Foz do Arelho



diesen Blick haben wir von unserem Platz aus (hinter der niedrigen weißen Mauer ganz links stehen wir)



jetzt einen Kaffee

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Mittwoch, 25. Februar 2015



wir verlassen Coruche

Heute wollen wir unsere Reise fortsetzen. Als Ziel haben wir uns den kleinen Ort Valada ausgesucht, wo man mit dem Wohnmobil direkt am Ufer des Rio Tejo stehen können soll. Der Ort ist auf der anderen Uferseite von hier aus gesehen, aber es gibt eine Brücke, die ohne große Umwege hinüberführt. Bevor wir losfahren, entleeren und füllen wir noch unsere Tanks. Am späten Vormittag kann es dann losgehen, zunächst noch ein Stück am Rio Sorraia entlang, dann durch Eukalyptus- und Korkeichenwald. Wir durchfahren die Orte Fajada und Glória do Ribatejo. Ribatejo - das heißt Ufer des Tejo, und in dieser Region befinden wir uns jetzt; nicht mehr im Alentejo - was Jenseits des Tejo heißt. Alles bezieht sich auf den Rio Tejo, den Fluss, der in Spanien entspringt (an dessen Quelle waren wir mal) und der in Lissabon als riesig breiter Strom in den Atlantik mündet.



so sehen Korkeichen aus, wenn sie frisch geschält sind

Die Gegend sieht schon wieder aus wie eine Wanderdüne, überall Sandboden. Manche Korkeiche steht ohne Borke da, mit blutrotem Stamm und der Zahl der letzten Schälung aufgemalt, wie eine 4 für 2014. Dann erreichen wir auch schon die Stadt Muge, die recht nett aussieht. Die Sonne kann gerade durch ein Wolkenloch schauen und die Kirche von Muge anstrahlen. Wir biegen ab in Richtung Valada, aber dann sehen wir ein Schild mit einer Höhenbegrenzung von 3m, für eine Brücke namens Ponte Rainha (Königin) Dona Amélia. Nanu? Wir fahren trotzdem erstmal weiter. Es kommt eine winzig kleine Brücke, die nur 2,4m breit ist. Die schafft unser Phoenix aber locker. Dann kommt das Schild für die andere Brücke, die wir aus der Ferne auch sehen können. 3m Höhe und 2,2m Breite. Hier geht es nicht weiter für uns. Wir schauen mal auf dem Navi, wie und wo wir über den Tejo kommen, aber der Umweg ist uns zu groß. Und so werfen wir unser Tagesziel über den Haufen und planen um. Jetzt soll es direkt an die Westküste gehen.



Durchfahrt durch Muge



über die erste der Brücken schaffen wir es noch spielend



auf der Fahrt zur Autobahn, der A15



überall ist Wasser

Wir kehren um nach Muge, halten uns in Richtung Santarém und gehen auf die Autobahn, die A15 in Richtung Caldas da Rainha (die Quellen der Königin). Für die 44km auf der Autobahn zahlen wir 6,75 EUR, kommen aber sehr gut voran auf der Autoestrada do Atlântico. Die Wolken werden immer dichter. Das letzte Stück fahren wir auf der A8 bis Ausfahrt 18 - Foz do Arelho. Wir wollen uns an die Lagune stellen, wo wir schon öfter mal waren. Von der Autobahnausfahrt bis nach Foz do Arelho (Foz heißt Flussmündung) kommen wir an herrlich altem Baumbestand vorbei. Jetzt noch durch den Ort und hin zum offiziellen Stellplatz an der Lagune. Die Nacht kostet jetzt 3 EUR und wir haben Platz in der ersten Reihe zum Wasser. Hach, wie schön es hier ist. Und was haben wir, als wir hier ankommen? Strahlenden Sonnenschein und einen blauen Himmel. Und fünf Minuten später? Herbert in kurzen Hosen. Hier sind auch zwei Paar Wohnmobilisten, die wir schon in der Algarve kennengelernt hatten. Portugal ist eben klein und man sieht sich immer wieder. Dann sitzen wir draußen in der Sonne und freuen uns auf eine tolle Zeit hier. Es ist ein schönes Fleckchen Erde mit einem guten Umfeld wie Óbidos, São Martinho do Porto und Nazaré. Hach, jetzt sind wir richtig zufrieden.



es geht auf die Autobahn



auf der A15 kommen wir gut voran



auf der Fahrt nach Foz do Arelho kommen wir an herrlichem Baumbestand vorbei



wir erreichen Foz do Arelho



hier können wir die Lagune schon sehen



durch dieses Baumspalier geht es zum Stellplatz von Foz do Arelho



so stehen wir hier - in erster Reihe zur Lagune



Herbert in kurzen Hosen



am Abend zieht der Himmel wieder zu



unsere Tagesroute ca. 117km

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Donnerstag, 26. Februar 2015



wir tun ein paar Schritte an der Lagune entlang

In der Nacht hatten wir das Meeresrauschen hören können. Auch macht der Wind immer so wilde Geräusche. Und jetzt, noch vor dem Frühstück, kommt ein Regenguss herunter. Der Himmel ist zu und fast glauben wir, dass das heute nix mehr wird mit dem Wetter. Aber an der Küste kann sich das Wetter ja immer sehr schnell ändern. Na ja, es bleibt heute aber eigentlich schlecht. Es regnet zwar nicht mehr, aber die Sonne bekommen wir heute nicht mehr zu sehen. Am frühen Nachmittag gehen wir trotzdem mal raus, und sei es nur zu diesem Piratencafé da ganz hinten am Strand. Puh, wie der Wind geht. Den Sand hat es überall übergeweht. Es ist auch immer erstaunlich, wie viele der Cafés und Restaurants geöffnet sind. Wir gehen ins Ala Norte, das so toll dekoriert ist, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Dort trinken wir uns einen Cappuccino und einen Galão. Nach uns kommen noch zwei weitere Gäste. Wir fragen auch, ob wir unser Samsung Tablet zum Laden ans Stromnetz hängen dürfen? Ja, natürlich dürfen wir. Dann spielen sie hier schöne Lounge Music, und nach dem Kaffee bestellen wir uns ein Fläschchen (0,375L) Rotwein aus dem Alentejo. Einen "Adega de Borba", und es ist klar, dass der schmeckt. Wir bleiben wohl anderthalb Stunden hier, schauen aufs Meer, sitzen in Stühlen mit Sitzflächen und Rückenlehnen aus weißem Segeltuch und hören tolle Musik. Am Meer ist es ja eigentlich immer schön, auch wenn das Wetter nicht so mitspielt. Auf dem Heimweg zerrt der Wind wieder an uns, aber kalt ist es gar nicht. Auf dem Platz stehen heute weniger Wohnmobile als gestern.


 



überall ist der Sand hingeweht



wir wollen ins Ala Norte einkehren



so verpackt sind wir gegen den Wind



das Ala Norte ist toll dekoriert



erstmal einen Kaffee



wir können schön aufs Meer schauen



jetzt einen Rotwein aus dem Alentejo



an der Westküste sind die Strände besonders schön



für die Surfer ist es heute das richtige Wetter - windig und scheußlich



an der Lagune von Foz do Arelho

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Dienstag, 24. Februar 2015



ein Blick auf die alte Stierkampfarena von Coruche

Am Morgen lacht die Sonne noch und es scheint ein grandioses Wetter zu werden. Dann aber verschwindet sie hinter einer dichten Wolkendecke. Wir lassen uns davon nicht beirren und gehen gegen Mittag los. Schon gestern, als wir hier ankamen, hatte uns die Stadt Coruche ganz stark an Alcaçer do Sal, erinnert, die auch an einem Fluss und im Alentejo liegt und die als Salzstadt bekannt ist. Coruche ist ja die Stadt des Korks, und nach ein paar Schritten durch die Stadt lesen wir es auch: Coruche - Capital Mundial da Cortiça. Schau, sagt Annette, da steht es: Hauptstadt des Korks . . . na, Moment mal . . . sogar Weltstadt des Korks, Mundo ist doch die Welt. Unser Weg führt uns zunächst mal zur alten Stierkampfarena, und dann sind wir auch schon am Ufer des Rio Sorraia. Hier am Ufer haben sie alles toll angelegt mit Sand, zum Sonnenbaden im Sommer.



der Himmel bewölkt sich immer mehr



am Rio Sorraia haben sie alles schön angelegt - im Sommer kann man im Sand liegen



wir überqueren die Eisenbrücke



Coruche erinnert uns stark an Alcaçer do Sal, die Salzstadt

Wir steigen dann über die Eisenbrücke und gehen in die Altstadt. Alles sieht beschaulich aus; es gibt viele kleine Geschäfte, darunter bestimmt drei Uhrengeschäfte. Aber nichts erinnert hier an Coruche als die Korkstadt. Das sah in Évora ganz anders aus. Wir laufen an der großen Kirche vorbei und finden uns auf dem Praça da Liberdade wieder. Von hier führt eine Treppe hinauf zu einer weiteren Kirche, aber so, wie wir das verstehen, nennen sie die Castelo. Na egal, wir steigen jedenfalls hinauf und können der Stadt dann aufs Dach schauen. Oben angekommen, wird es plötzlich viel zu warm für uns. Auch hier oben ist alles schön restauriert, und der Blick auf Coruche und den Rio Sorraia ist natürlich grandios. Um 12 Uhr ertönen die Kirchglocken. Wir steigen dann wieder hinunter und setzen uns in das schicke Café Esplanada Del Rio. Wenn jetzt noch die Sonne lachte, würde Coruche noch viel charmanter daherkommen. Am Fluss ist es richtig schön, und zwei Wanderwege führen am Ufer entlang: der Storchenweg und der Pferde- und Eulenweg. Wir gehen dann heimwärts, und Annette will auch noch ein paar Kleidungsstücke von Hand waschen. Die trocknen im Wind wie der Wind. Es wird eine sehr kalte Nacht, wie seit langem nicht mehr.



in den Gassen von Coruche



die Säule ist aus Keramik und auf allen vier Seiten dekoriert



ein Blick in eines der kleinen Geschäfte



wir kommen an der Kirche vorbei


 


 



alles ist schön restauriert hier



nun heißt es, treppauf zu steigen



wir steigen der Stadt aufs Dach



hier oben gibt es eine schöne Aussichtsplattform



Ankunft an der oberen Kirche



ein Blick über die Dächer von Coruche


 



auch hier oben ist alles prächtig restauriert



wir sind wieder unten am Fluss, dem Rio Sorraia


 



in der Bar / Esplanada Del Rio



ein paar Wäschestücke kommen auf die Leine

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