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Donnerstag, 31. Dezember 2015



wir sind wieder in Sanlúcar de Barrameda unterwegs

Jetzt, da der Himmel immer so grau ist am Morgen, kommen wir nie so schnell aus dem Bett. Man kann gar nicht abschätzen, ob es überhaupt schon Morgen ist. Der Himmel ist heute also auch wieder grau. Aber zumindest ist es warm. Am Vormittag macht Herbert wieder eine Schüssel Nudelsalat für heute Abend. Gegen Mittag rappeln wir uns auf, um mal zum Castillo de Santiago zu gehen. Da oben soll man auch gut und günstig essen können. Nicht, dass wir das heute tun wollen, aber zumindest mal schauen. Der Himmel ist immer noch ganz zugezogen, und jede Minute könnte es regnen. Der Weg durch die Stadt ist schön, aber da, wo nicht dieser Massentourismus herrscht, finden wir Spanien immer richtig gut. So edel und feudal, die Pracht aus alter Zeit.




unser Weg führt hinauf zum Castillo



alles ist immer so prächtig und feudal



Ankunft am Castillo de Santiago

Oben am Castillo ist alles wie ausgestorben, aber das Restaurant, die Cantina de la Guardia, ist offen, und es riecht so gut nach Essen. Das Castillo, so lesen wir auf einer kleinen Tafel auf englisch (!) wurde in 1478 in gotischem Stil erbaut, auf einem Winkel der alten Stadtmauer. Um die Stadt und die Flussmündung des Río Guadalquivir zu verteidigen. Königin Isabella die Katholische hätte hier von der Festung aus zum erstenmal das Meer gesehen. Wir laufen dann noch zu einem Aussichtspunkt, dem Mirador de la Memoria, und von dort aus geht es durch die Calle Comedia. Links neben uns befindet sich die Barbadillo-Kellerei, und das riecht man auch. Und die Wände sind schwarzgeschimmelt vom Alkohol. Wieder unten in der Stadt kaufen wir uns in der Konditorei Granier fünf kleine Küchlein für 1 Euro. Und was sollen wir sagen? Die Bedienung versteht uns auf Anhieb. Jetzt haben wir allerdings den Namen vergessen. Als wir wieder daheim sind und Kaffee zu den kleinen Küchlein kochen, fängt der Regen an. Da haben wir aber Glück gehabt. Zuerst nieselt es stundenlang, aber dann kommt der Regen ganz dicke. Abends gibt es den Nudelsalat, und gegen 22 Uhr gehen wir zu Bett. Es wird um Mitternacht und auch davor ziemlich viel geknallt, aber es steigen keine Feuerwerke oder Raketen oder so auf. Alles macht nur Krach, kein buntes Licht. Es ist eine unglaublich warme Nacht. Wir wünschen all unseren Lesern alles Gute für das neue Jahr.



auf dem Gelände gibt es die Cantina de la Guardia, wo man gut essen können soll



ein Blick hinein



hier, vom Aussichtspunkt, können auch wir das Meer sehen



jetzt geht es durch die Calle Comedia, uns ein Duft von Alkohol steigt uns in die Nasen



links befindet sich die Barbadillo-Kellerei, und die Wände sind schwarz vom Alkoholschimmel



so feudal wohnt man in Spanien, da hinten hängt Wäsche auf dem Ständer, der normale Alltag



wir steigen wieder hinunter zur Altstadt


 



in der Konditorei Granier kaufen wir fünf kleine Kuchen für 1 Euro



es ist wirklich hübsch in Sanlúcar de Barrameda



kaum sind wir wieder daheim, fängt der Regen auch schon an



es regnet sich ein auf dem Stellplatz von Sanlúcar de Barrameda

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Mittwoch, 30. Dezember 2015



abends gehen wir noch schnell zum Supermarkt in Sanlúcar de Barrameda

Heute wird es mit dem Wetter aber wirklich nichts. Gegen halb eins wollen wir mal zum Día gehen und Reis kaufen. Wir gehen an dem dicken Phoenix aus Nordhorn vorbei, von dem der Mann gestern zu uns kam und fragte, ob wir nicht Herbert und Annette seien? Ja, das sind wir. Und ob nicht zufällig Annettes Geburtstag sei? Auch das stimmte. Er sagte uns gestern, dass vor allem seine Frau eifrige Leserin unserer Webseite wäre. Jetzt gehen wir also an deren Phoenix vorbei und bums geht die Tür auf und fängt die Frau uns ab. Sie eilt nach draußen und auf Annette zu. Ach, das ist ja schön, dass ich euch auch mal persönlich kennenlerne. Wir lesen schon seit Jahren bei euch, usw. Die Frau kann ganz schön reden, und dann fragt sie, ob wir nicht mal bei ihnen reinschauen wollen? Und ob wir nicht wieder Appetit auf einen Phoenix bekämen? Nee, das nicht, aber reinschauen können wir ja. Gell, wir wollen doch jetzt bestimmt einen Cappuccino mittrinken, jetzt, wo wir mal da sind? Man will uns gar nicht wieder gehen lassen. Die beiden heißen dann Ingrid und Horst. Mei, was die beiden uns alles zu erzählen haben. Von ihren Reisen nach Kroatien und Ungarn und hierhin und dahin. Von uns weiß man ja immer schon alles, wir brauchen dann immer nur zuzuhören. Was, schon halb vier? Horst holt einen Penninger Blutwurz (Kräuterschnaps) aus dem Kühlschrank. Für sich und Annette. Um halb fünf sagt Herbert, so, Annette, jetzt wollen wir mal aufbrechen. Um halb sechs versucht er es wieder, aber um sechs trennen wir uns wirklich von den beiden. Ingrid hatte uns den Weg zu Mercadona beschrieben, und da gehen wir jetzt noch hin und kaufen uns wieder eine Tortilla für den Abend. Jetzt, als die Laternen angehen, sieht der Ort richtig hübsch aus.



wenn die Laternen leuchten, sieht alles richtig heimelig aus

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Montag, 28. Dezember 2015



ein letzter Blick auf Olvera beim Verlassen

Der Vollmond stand genau über unserem Dachfenster. Wir hatten mit einer bitterkalten Nacht gerechnet, hatten uns die Wolldecken schon bereitgelegt, aber dann sind es 13°C, die wir morgens an Bord haben. Und eine Luftfeuchtigkeit von nur 55%. Sonst waren es oft so 75% bis 80%. Die Frontscheibe, als wir die Rollos öffnen, ist ganz trocken. Sonst musste Annette immer ganz viel wischen und den Lappen drei- oder viermal auswringen. Aber es geht ein ziemlicher Wind. Nach dem Frühstück fahren wir los nach Arcos de la Frontera. Die Landschaft ist wirklich schön, aber ab Villamartín wird sie recht kahl. Als wir Arcos de la Frontera erreichen, stellen wir uns auf einen Parkplatz unterhalb der Altstadt.



es geht durch herrliche Landschaft


 


 



wir erreichen unser Ziel - Arcos de la Frontera



hoch hinauf geht es zur Altstadt

Die Stadt klebt an einem Felsrücken, das heißt, wir müssen hinaufkraxeln in die Altstadt. Als der Altstadtkern erreicht ist, geht es durch enge und steile Gassen und an weißgetünchten Häusern vorbei. Und doch fahren Autos durch die Straßen hier oben, was sehr schade und störend ist. Wir können gar nicht entspannt hier herumwandeln. Es gibt zwei Aussichtspunkte hier oben, und der auf dem Plaza del Cabildo bietet den schöneren Ausblick. Auf eine Flussschleife, die sich durchs Tal windet. Es gibt viele kleine Tavernen hier oben, und viele der alten Häuser haben diesen typisch maurischen Charakter mit ihren bunten Kacheln und prächtigen Eingängen. Wir halten uns eine ganze Zeit hier oben auf und kehren dann zur Unterstadt zurück. Da wir nicht auf dem Parkplatz übernachten und auch nicht gern morgen auf der Piste sein wollen, fahren wir gleich noch weiter nach Sanlúcar de Barrameda, wo es einen tollen Platz für die Wohnmobilisten geben soll. Es ist auch erst halb drei. Also rauf auf die Autobahn und los.



da unten auf dem Parkplatz steht unser La Strada



alle Straßen sind hier steil



durch das Tor hindurch und dann beginnt die Altstadt



überall die alte maurische Pracht



es gibt diverse Tavernen hier oben



ein Blick auf die Kirche San Pedro



die meisten Wege sind schmal



ein Blick vom Balcón de Arcos hinunter



gefangengehaltene Eulen und Papageien und so weiter am Aussichtspunkt



so sieht das Umland aus



ein Blick auf die Basilika Santa Maria hoch oben über der Stadt


 


 



wir wandeln überall entlang



hier ein weiterer Aussichtspunkt bzw. Mirador


 


 



so zwischen den Jahren ist immer wenig los


 



wir steigen hinunter zur Neustadt



weiter geht unsere Fahrt nach Sanlúcar de Barrameda

Das Wetter wird schlechter, als wir Sanlúcar erreichen. Wir halten noch bei Maxi Día, wo wir uns eine Tortilla kaufen. Später wollen wir uns nur noch an Bord einigeln. Der Platz ist dann ein großer Parkplatz direkt an der Promenade am Meer, und es stehen bestimmt 50 Wohnmobile hier. Die Lage ist toll. Später schauen wir uns auch etwas hier um und gehen abends im Dunkeln über die Promenade. Der Wind ist jetzt sehr milde und warm. Ach ja, hier haben wir es ganz gut angetroffen; hier werden wir wohl über Silvester bleiben. Und sogar Internet haben wir hier: eine Woche für 5 Euros. Und sogar eine Ver- und Entsorgungsstelle gibt es hier, was wollen wir also mehr? In der Nacht hören wir das Meer rauschen.



der Parkplatz in Sanlúcar liegt direkt an der Strandpromenade - wo die Fahnen wehen, ist schon der Atlantik



unsere Tagesroute ca. 126km

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Dienstag, 29. Dezember 2015



am Morgen ist das Wasser ganz weg mit der Ebbe

In der Nacht regnet es ziemlich stark, und morgens ist wieder alles grau. Jetzt ist es nicht mehr so, dass wir jeden Morgen bei strahlendem Sonnenschein aufwachen. Heute ist ja Annettes Geburtstag, und es trudeln ein paar Glückwünsche ein. Wir sitzen dann erstmal da und warten auf Schönwetter, was eine Weile dauert. An der Strandpromenade ist das Wasser ganz zurückgegangen; die totale Ebbe, wobei wir hier ja nur an der Flussmündung des Río Guadalquivir stehen. Gegen Mittag können wir losgehen, etwas weiter rechts von unserem Parkplatz befinden sich die Tavernen und Restaurants. Heute müssen wir ja nicht essen gehen im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren, wo man das von uns erwartet hat. Auf dem Bajo de Guía, wo sich die Restaurants befinden, ist noch wenig los. Übrigens hat Magellan hier in Sanlúcar de Barrameda in1519 seine Weltumseglung gestartet; eine schöne Skulptur erinnert daran.



wir wandeln die Promenade entlang und finden uns im Kneipenviertel wieder



hier in Sanlúcar wird der Manzanilla hergestellt, eine Art Sherry


 



die Promenade ist endlos lang



jetzt sind wir auf der Einkaufsstraße von Sanlúcar

Dann laufen wir in Richtung der Altstadt, oder was man sich so darunter vorstellt. Wir glauben nicht, dass Sanlúcar eine besondere Altstadt haben wird, aber dann sind wir doch positiv überrascht. Wir stoßen auch auf eine hübsche Einkaufsstraße und auf diesen und jenen Plaza, wo es von Leuten wimmelt. Wir haben sowieso das Gefühl, heute wäre Samstag. Mittlerweile brennt die Sonne auf uns und wir können uns der Hitze kaum noch erwehren. Irgendwann sind wir zurück und wollen uns jetzt noch in das Café setzen, das sich direkt gegenüber dem Parkplatz befindet. Sanlúcar ist berühmt für den Manzanilla, eine Art Sherry, der nur hier im Ort hergestellt wird. Den will sich Annette mal bestellen. Also sagt sie: Un café con leche, un café solo y una manzanilla, por favor. (Ist doch gar nicht so schwer zu kapieren, oder?) Und was wird uns gebracht? Ein Milchkaffee, ein Espresso und ein Tee! Annette will es schon dabei bewenden lassen, aber die Bedienung merkt, dass da wohl irgendwas nicht stimmt. Na, jedenfalls wird der Tee wieder mitgenommen und ein Glas Manzanilla gebracht. Der Manzanilla riecht ein wenig nach Sherry, ist aber viel heller als Sherry und schmeckt überhaupt nicht wie Sherry. Er ist sauer oder bitter oder herb und hat viel mehr mit Weißwein zu tun. Überhaupt nicht Annettes Fall. Aber wir können hier schön sitzen mit Blick aufs Wasser und die Palmen. Jetzt ist ja Flut und alles sieht wieder viel besser aus. Heute Abend ist der Parkplatz voller als gestern. Alle werden wohl über Silvester hierbleiben.  



es gibt manchen Plaza in der Stadt


 


 



in Sanlúcar de Barrameda



im Palastgarten



welche Pracht aus maurischer Zeit


 



es gibt manch schönes kleines Geschäft und Sanlucár ist liebenswert altmodisch



da hinten stehen die Wohnmobile auf dem Parkplatz



das Glas Manzanilla ist aber nicht süffig



vom Café aus haben wir einen schönen Blick auf die Promenade, die von Palmen gesäumt ist



diesen Ausblick haben wir von unserem Platz aus

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Sonntag, 27. Dezember 2015



ein letzter Blick auf Castro Marim - sie haben da oben eine Szene aus dem Morgenland (rechts vor der weißen Wand)

Das Abschiedsgeschenk der Algarve an uns ist, dass gleich am Morgen wieder so ein schönes helles Licht kommt. Die letzten beiden Tage waren nicht so gut, da hatte die Sonne immer etwas auf sich warten lassen. Bevor wir letzt endgültig losfahren, leeren wir noch die Kassette und fahren kurz noch einmal nach Vila Real de Santo António, um beim Lidl ein Brot zu kaufen. Dann geht es in Richtung Espanha über die schöne Brücke, die über den Río Guadiana geht und sofort wird die Straße deutlich besser. Auf spanischer Seite tanken wir dann für 0,96 EUR / Liter Diesel. In Portugal lagen die Dieselpreise so um 1 EUR bis 1,09 EUR. Zuletzt hatten wir für 1,04 EUR/L getankt, aber das ist schon lange her. Wir rollen dann schön dahin auf der A49 in Richtung Sevilla. Es geht an Olivenhainen und Korkeichen und Pinien vorbei; die Landschaft ist immer schön in Spanien.



Adeus Algarve - Adeus Portugal



ein letzter Blick auf den Río Guadiana, den Grenzfluss



das sind die Spritpreise in Spanien



erst noch die Scheibe putzen



das Großstadtgetriebe von Sevilla wartet auf uns



Durchfahrt durch Sevilla - es geht am Goldenen Turm vorbei

Dann kommt das Großstadtgetriebe von Sevilla. Wir fahren mitten durch die Stadt, immer geradeaus. Es ist erstaunlich, wieviel Leute in der Stadt unterwegs sind. Aber es ist Sonntag und dann noch das tolle Wetter dazu. In Sevilla waren wir schon zwei- oder dreimal, eine wunderbare Stadt, aber heute fahren wir nur durch. Irgendwann stoßen wir auf die A92 in Richtung Granada und rollen immer weiter in Richtung Osten. Die Ausfahrt Arahal ist unsere, und dann geht es 16 Kilometer lang auf Waschbrettpiste. Oh Gott, das ist ja schlimmer als drüben in Portugal. Es wird bald wieder besser, und die Landschaft wird immer hübscher hier an den Ausläufern der Sierra de Grazalema. Unser Ziel ist Olvera, wo Annette gern ihren Geburtstag verbringen würde. Aber dann sehen wir schon von oben, von der Landstraße her, dass der Stellplatz wohl irgendwie gesperrt sein muss. Es steht nur ein einziges Wohnmobil da unten, aber nicht auf dem Stellplatz, sondern davor. Als wir unten ankommen, hängt eine Kette vor der Einfahrt. Wasser und Strom sind abgestellt. Na gut, damit hatten wir gerechnet, dass alles abgestellt ist, aber dass man nicht mal mehr hier stehen kann? Die Nacht würde jetzt übrigens 7 EUR kosten, nicht mehr 5 EUR. Wir stellen uns also auch vor den Stellplatz und überlegen, was wir tun sollen? Weiterfahren wollen wir jetzt nicht mehr, und an den Geburtstag ist auch nicht mehr zu denken. Dafür stehen wir hier zu schlecht. Es ist auch ganz schön kalt hier oben auf gut 500m. Werden wir also morgen weiterziehen zu einem anderen der "Weißen Dörfer Andalusiens". Jetzt igeln wir uns an Bord ein, während draußen ein ziemlicher Wind geht. Schade, aber seit ein paar Tagen ist da irgendwie der Wurm drin bei uns; nirgends kommen wir zu Ruhe. Wie froh wir sind, dass wir die Wohnung im Rücken haben und nicht wieder den Januar und Februar und März irgendwo ausharren müssen.



Sevilla ist eine feine Stadt


 



immer geradeaus geht es für uns durch Sevilla



jetzt haben wir 16km Waschbrettpiste vor uns



die Landschaft ist herrlich hier in der Sierra de Grazalema



Ankunft in Olvera - jetzt geht es steil bergab zum Stellplatz



der Stellplatz von Olvera ist mit einer Kette verhängt



so schön ist es hier am Stellplatz


 



wir müssen vor dem neuen Holzzaun stehen und übernachten



unsere Tagesroute ca. 266km

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