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Freitag, 31. Dezember 2010



hier stehen wir in Bovo Marina

Weil uns so von San Leone vorgeschwärmt wurde, packen wir in der Früh alles zusammen und fahren die 20km zurück nach San Leone. Aber dann werden unsere Gesichter immer länger, als wir durch den Ort fahren. Hier soll es eine schicke Promenade und ein paar edle Geschäfte geben, man soll hier toll flanieren können. Aber alles, was wir vorfinden, sind die üblichen heruntergekommenden Häuser. Der Ort scheint zwar ganzjährig bewohnt, aber alles erscheint uns allzu trist, als dass wir hier ins neue Jahr kommen wollen.



ein Traumstrand erwartet uns


 

Also setzen wir unsere Route im Uhrzeigersinn um die Insel herum fort. Gar nicht lange, und es kommt eine Abzweigung nach Bovo Marina, ein braunes Schild mit einem Piktogramm für einen Strand. Die Straße führt dann in vielen Kurven bis an einen Strand. Die Beschilderungen lauten Bovo Marina und Torre Salsa. Die Straße endet an einem wunderbaren Strand. Hier gibt es außer vier oder fünf Strandcafés nichts weiter. Aber besser gar nichts als verfallene Häuser, sagen wir uns. Zwei deutsche Wohnmobile stehen schon hier.



es gibt vier oder fünf Strandcafés am gesamten Strandabschnitt


 

Also auf den ersten Blick gefällt uns dieser Strandabschnitt sehr gut, von hier haben wir auch einen Blick auf das Capo Bianco, die Kreidefelsen. Allerdings stellen wir fest, dass wir hier in einem Funkloch sind. Weder Telefonie noch Internet funktionieren. Am frühen Nachmittag machen wir eine Strandwanderung, laufen fast bis an das Ende der Bucht und kehren in das einzige geöffnete Strandcafé ein. Wir lesen den Menüplan für die Silvesternacht. Einige Tische sind reserviert, man feiert also den San Silvestro.



Blick auf das Capo Bianco



endlich hat mal wieder ein Café geöffnet

Zurück am Platz haben sich noch zwei weitere Wohnmobile hinzugesellt, alles deutsche. Wir erzählen ein wenig, aber wie jedes Jahr gehen wir auch heuer zeitig zu Bett und verschlafen die Silvesternacht. Zumal hier auf Sizilien nicht mit Silvesterknallern hantiert wird.



das 2015. Foto des Jahres



unsere Tagesroute ca. 18km

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Donnerstag, 30. Dezember 2010



wir gehen los auf einen Abendspaziergang

Am Vormittag kommen die Kölner uns in Siculiana Marina besuchen. Bleiben wollen sie aber nicht; sie finden den Ort allzu verlassen. Egal, wie sehr wir davon schwärmen, wie der Ort sich am Abend verändert, wenn die Laternen brennen. Wir reden lange miteinander und erzählen uns von den Plätzen, auf denen wir jeweils gestanden haben. In den letzten Tagen waren sie in San Leone, was etwa 20km von hier entfernt und ganz nah bei Agrigento liegt.



der Ort ist an den Felsen gebaut


 

Als die beiden nach Caltabellotta, einem Bergdorf auf 800m Höhe weiterfahren, sind wir wieder allein. Ihnen dorthin zu folgen haben wir wiederum keine Lust; wir könnten uns vorstellen, dass es dort droben auch viel kälter ist. Jetzt warten wir auf das Einsetzen der Dämmerung, damit Herbert schöne Fotos davon machen kann, wie charmant das kleine Siculiana Marina dann herauskommt.


 



jetzt wirkt Siculiana Marina geheimnisvoll

Treppauf, treppab geht es und die Laternen sind wirklich ganz zauberhaft. Es ist richtig schade, dass der Ort jetzt im Winter so ausgestorben ist. Wir können uns gut vorstellen, wie es hier wohl im Sommer sein wird, wenn der Abend kommt und die Hitze nachlässt, alle Restaurants geöffnet sind und man durch die wenigen Straßen flaniert. Und immer den Blick aufs Meer hat.



eine schöne Stimmung legt sich über den Ort

Morgen wollen wir aber auch weiterziehen, wenn wir auch noch nicht recht wissen wohin. Das Gute an Sizilien ist, dass man praktisch überall stehen kann, ohne weggejagt zu werden. Man bleibt völlig unbehelligt. Unsere Nachbarn, die beiden älteren Leute aus Bayern, haben heute übrigens den ganzen Tag lang Orangenmarmelade gekocht.

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Dienstag, 28. Dezember 2010



abgekippte Bierflaschen, so weit das Auge reicht

Auf den zweiten Blick stören uns die vielen Bierflaschen und überhaupt der viele Dreck denn doch. Auch ist im Ort so rein gar nichts los. Da beschließen wir weiterzufahren und halten uns immer weiter westwärts. Die Küstenstraße windet sich nun in endlosen Kurven um die Treibhäuser herum, sodass wir ganz bald auf die Hauptstraße abbiegen. Die ist aber ähnlich kurvenreich und außerdem viel stärker befahren. Na egal, irgendwann erreichen wir die Stadt Gela, durch die wir stracks hindurchfahren. Ein Unfall ist gerade passiert, aber wen wundert es bei dem Fahrverhalten?



wir durchfahren Gela



ein motorradunfall ist geschehen



wir fahren an Palma di Montechiaro vorbei

Besonders sehenswert ist die Südküste der Insel nicht; es geht an endlosen Treibhäusern vorbei. Eine Möglichkeit, irgendwo am Meer zu stehen findet sich nicht. Wir fahren an Palma di Montechiaro vorbei und erreichen dann Agrigento. Die Tempel sind schon von weitem zu sehen. Unser heutiges Ziel ist Siculiana Marina, und vielleicht wollen wir von dort aus das Valle dei Templi, das Tal der Tempel besichtigen.



Agrigento erwartet uns mit seinen Tempeln



im Tal der Tempel gibt es mehrere Tempel zu besichtigen


 

In Siculiana Marina angekommen, gefällt uns der Ort auf den ersten Blick überhaupt nicht. Er liegt wie ausgestorben da und eine Windböe muss den Müll überallhin geweht haben. Aber Annette will partout heute nicht mehr weiterzufahren. Es würde immer dunkler und das Fahren dann zu anstrengend und nicht ungefährlich. Und morgen am Geburtstag hat sie auch keine Lust, auf der Straße zu sein. Also bleiben wir auf dem großen Parkplatz stehen und als dann die vielen Laternen angehen, erstrahlt der Ort wie ein großer Christbaum. Es sieht jetzt richtig hübsch aus, auch wie die Häuser an den Felsen geklebt sind. Abends schauen wir dann auch noch den zweiten Teil der Buddenbrooks im Fernsehen.



Ankunft und Übernachtung in Siculiana Marina



unsere Tagesroute ca. 120km

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Mittwoch, 29. Dezember 2010



es wird Tag in Siculiana

Die Kölner machen den Auftakt in Sachen Geburtstagsglückwünsche. Am Telefon singen sie ein Geburtstagslied, was wirklich lustig ist. "Ihr seid verrückt, alle beide", sagt Annette ihnen. Dann stellt sich heraus, dass die beiden ganz in der Nähe sind. In San Leone, keine 20km von hier. Sie wollen morgen zu uns nach Siculiana kommen und vielleicht bleiben wir dann Silvester zusammen. Dann kommen noch mehr Anrufe, sogar Herberts Exfrau, mit der Annette immer wie mit einer guten Freundin redet.



auf den zweiten Blick ist es doch recht hübsch hier


 

Das Frühstück lassen wir heute ausfallen, weil Herbert einen großen Topf Soljanka kocht. Die hat Annette sich gewünscht, die kann man abends jetzt so gut essen, denn sobald die Sonne untergeht, wird es doch kalt. Über Mittag machen wir uns auf in den Ort, das heißt, es sind ja bloß paar Straßen und Häuser. Der Ort ist dann doch recht hübsch angelegt. Wir zählen vier oder fünf Restaurants, die aber jetzt alle geschlossen sind. In der Oasi-Bar sieht es richtig gemütlich aus.


 



wir gehen auf die Mole

Nachdem wir einmal bis an das Ende der Strandbucht gelaufen sind, gehen wir auch noch auf die Mole. Ein paar Einheimische stehen mit Angeln dort. Beißen tut natürlich nichts. Wieder zurück am Platz kommt noch ein anderes Wohnmobil angerollt. Es sind Bayern, und wie es der Zufall will oder wie klein die Welt doch ist, so kennen wir die beiden vom letzten Jahr in Portugal. Wir hatten mal direkt neben ihnen im Hafen von Vila Real de Santo António gestanden. Sie erkennen uns auch wieder und geben uns als Begrüßungsgeschenk zwei der riesigen Orangen, die sie gerade bei einem Bauern vom Baum gepflückt hatten.



am Nachmittag können wir in der Sonne sitzen

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Montag, 27. Dezember 2010



wir sind bei der Kläranlage in Pozzallo

So, wir ziehen heute weiter. Als wir den motor starten, kommt ein belgischer Nachbar und fragt, ob wir nicht mehr zurückkehren werden. Er wird sich wohl von seinem Platz direkt am Meer auf unseren stellen wollen, damit er nicht mehr das laute Getose vom Meer und die Salzluft am Fahrzeug hat. Unsere Fahrt geht nun zum Klärwerk im Gewerbegebiet von Pozzallo. Zum Entleeren der Tanks benötigt man eigentlich eine Bescheinigung vom Rathaus in Módica, die man dort beantragen muss und anderntags abholen kann. Man muss dafür seinen Ausweis und Fahrzeugschein vorlegen. Der Bürgermeister hat diesen dann zu unterschreiben. Weil der Bürgermeister aber ein vielbeschäftigter Mann ist, kann die Bescheinigung niemals gleichen Tags unterschrieben und ausgehändigt werden, sondern man hat ein zweitesmal nach Módica zu fahren. Nun, um es kurz zu machen: Wir haben auf diese unglaubliche Bürokratie verzichtet und fahren also jetzt einfach zur Kläranlage. Die erste Frage dort lautet "Permesso"? Wir sagen, dass das Rathaus in Módica heute geschlossen hat und wir die Bescheinigung morgen beantragen werden. Nach einigem Hin und Her, fast will man uns gar nicht entsorgen lassen, kommt ein zweiter Mitarbeiter hinzu und man lässt uns schließlich gewähren. Dann nehmen wir die Küstenstraße in Richtung Marina di Ragusa.



Blick auf Cava d'Aliga



in Marina di Ragusa parken wir und bummeln über den Porto Turistico

Wir kommen durch ein paar hübsche Orte und die Küstenstraße ist auch gut zu befahren. Unser erster Eindruck von Marina di Ragusa ist wirklich gut; Herbert biegt kurzerhand zum Porto Turistico ab. So richtig parken kann man da aber nicht; wir stellen uns dann erst einmal auf eine kleine Parkfläche und schauen uns um. Der Porto Turistico ist fast fertiggestellt und wird mal richtig schick. Aber wir finden nicht, dass wir auf diesem Parkplatz übernachten können; es würde viel zu laut. Also setzen wir unsere Fahrt fort.



der Porto Turistico ist noch nicht ganz fertig, wird mal richtig schick



Blick auf die Bucht von Marina di Ragusa



unsere Fahrt geht mitten durch riesige Treibhausfelder

Wir fahren durch endlose Felder, die mit Treibhäusern zugebaut sind. Heute ist ja Schönwetter, aber wie trist das alles wohl bei Regen aussehen mag? Na, wenigstens lässt sich die Küstenstraße weiterhin gut befahren. Irgendwann erreichen wir dann Scoglitti, die Straße geht direkt am Meer entlang. Doch immer wieder sind wir erstaunt, in welch traurigem Zustand die Immobilien hier sind. Für einen solch schönen Blick aufs Meer muss man anderswo in Europa richtig viel Geld hinlegen, und hier sind die Häuser ganz trist, man glaubt, hier wohne seit Jahren niemand mehr. 



Ankunft in Scoglitti



dieses hübsche Plätzchen haben wir für die Nacht

Aber ein hübsches Plätzchen finden wir direkt an den Klippen. Mei, wie das Meer hier tost, ein Geräuschpegel wie an der Autobahn. Kurz nach unserem Eintreffen findet sich noch ein weiteres Wohnmobil ein, das aber kurz darauf wieder wegfährt. Sie stehen wohl allzu sehr in den Scherben der tausend hier abgekippten Bierflaschen. Wir holen die Stühle heraus und können noch eine Zeit in der Sonne sitzen. Abends kühlt es sich dann wieder rapide ab.



es wird Abend in Scoglitti



unsere Tagesroute ca. 47km

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