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Samstag, 31. August 2013



heute ist Markt in Castelnau-Magnoac

Weil immer samstags in Castelnau-Magnoac Markt ist, wollen wir mal wieder mit der Yamaha rausfahren. Dort angekommen, ist die Stadt und insbesondere der Marktplatz viel belebter als sonst. Die meisten Stände bieten Pfirsiche und Nektarinen an, die fast schon überreif sind. Dann kommen wir an einen Stand, wo Rotwein aus größeren Kanistern in Flaschen abgefüllt wird. Die Franzosen machen ihre Späßchen, als sie merken, dass Herbert ein Foto machen will. Comme ça (so) sagt der Standbetreiber und setzt eine Weinflasche wie zum Trinken an. Alle müssen lachen. Wir laufen dann am Hotel du Pont vorbei, vielleicht bietet das Hotel an der Brücke, wie der Name ja immerhin ist, eine  in tolle Aussicht aufs Umland. Der Blick ist dann wirklich schön



wir können ja immer überall parken



auf dem Marktplatz



die Franzosen treiben ein paar Späßchen




diesen Blick hat man vom Hotel du Pont aus



wie idyllisch

Auf dem Rückweg sehen wir dann noch einen grasgrünen Grashüpfer auf einem Auto sitzen. Schnell ein Foto machen, denn Grashüpfer haben wir lange nicht mehr gesehen. Wie auch den alten weißen Peugeot, der aber schon in die Jahre gekommen ist. Aber hier im Süden rosten die Autos nicht so arg. Er hat sogar ein Schiebedach. Als wir zurück an der Yamaha sind, sehen wir eine Gruppe Leute in der Ferne, die wie eine Prozession unterwegs ist. Wir fahren ihnen hinterher und sehen, wie sie ein großes Holzkreuz tragen. Alle sind bunt und irgendwie bäuerlich gekleidet. Wir fahren dann zum Intermarché und kaufen ein paar Brote zum Einfrieren. Dann heimwärts und mit einer Schüssel gleich wieder retour zu den Brombeersträuchern. Die wollen wir abends mit Vanillepudding essen, den Annette kocht. Während der Pudding abkühlt, gehen wir wieder an den Pool, wo wir viele neue Gesichter sehen. Sind denn so viele am Vormittag angereist? Denn ab heute beginnt die Nebensaison, auch werden jetzt Camping-cheques angenommen, wovon viele - auch wir - Gebrauch machen. Bei uns am Platz haben wir jetzt Franzosen und Spanier als Nachbarn, aber ansonsten wenig Veränderung. Und so geht der August zu Ende, mit viel Sonne und wohliger Wärme.



der Grashüpfer ist doch ein Prachtexemplar



der alte Peugeot 203 steht auf dem Marktplatz



alles so schön altmodisch und großräumig



diese Gruppe prozessiert durchs Land



sie tragen ein großes Holzkreuz



wir brauchen ein paar Brombeeren für den Vanillepudding

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Freitag, 30. August 2013

Heute haben wir mal wieder keine Fotos, weil wir stundenlang vom Mainzer unterhalten werden. Wir fragen ihn dann auch mal, wo er eigentlich ursprünglich herkommt. (Vom Dialekt her wir hatten so auf Osteuropa getippt.) Er kann seine Verblüffung kaum verbergen. Das haben Sie gehört?, fragt er Herbert. Ich auch, sagt Annette. Er ist gebürtig aus Oberschlesien und übersiedelte in 1982, da war er 16, mit der Familie nach Westdeutschland. Vom Kulturschock hat er sich nur langsam erholt. Er erzählt uns seine ganze Lebensgeschichte, hat mehrere Schicksalsschläge erlitten, ist aber ziemlich humorig. Und redselig, aber das sind Alleinreisende bzw. Alleinstehende eigentlich immer. Nach zwei Stunden oder so sollen wir mal raten, was denn sein Beruf sei. Bankkaufmann? Nee. Schreiner? Nee. Irgendwas studiert? Ja, zwei Sachen. Philosophie? Ja. Und Naturwissenschaften? Aber wenn Sie 7 Sprachen sprechen, dann vielleicht eher was mit Sprachen. Er sagt daraufhin, dass er in Augsburg studiert hätte. Theologie? Ja. In 1986 hat er das begonnen und durchgezogen, ist in 1997 aus der Kirche ausgetreten. Zur Selbstfindung hat er dann den Naturismus (FKK) für sich entdeckt, wobei er Jahre dafür brauchte. Er sagt, dass das Katholische ganz tief in ihm drin steckte, die Einstellung zur Nacktheit usw. Und dass man im Osten viel gelassener damit umgeht. Das findet Annette auch, für die es immer bezeichnend ist, wie man selbst nach 23 Jahren die alten FKK-Fernsehaufnahmen aus Ostzeiten so lächerlich  moderiert und darstellt. Die Leute im Westen haben den FKK-Sinn eben nie verstanden, da ist es leichter, sich darüber lustig zu machen. Sind ja eh nur die Ossis. -- Er ist ein interessanter Mensch, wobei manches, was er erzählt, auch irgendwie abstrus klingt. Er hat ein bewegtes Leben hinter sich und ist dabei nur 2 Jahre älter als Annette. Morgen will er zum FKK-Camp Montalivet (bei Bordeaux), mit dem Zug, versteht sich. Nach drei Stunden hören wir mit dem Erzählen auf, bleiben dann aber nicht länger am Pool; müssen auch mal einen Schluck Wasser trinken.

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Mittwoch, 28. August 2013



Herbert macht die Yamaha startklar

Unser Internetzugang läuft nur noch bis 30. August, da wird es Zeit, dass wir Nachschub kaufen, wenn wir nicht jeden Morgen und Nachmittag zum Restaurant rennen wollen, dem einzigen Ort auf L'Eglantière, wo man ins Internet gehen kann. In Frankreich benutzen wir ja immer SFR, die mit Vodafone zusammengehen. Und man soll außer in den SFR-Shops bzw. Espaces SFR auch in jedem Tabac-Laden den Internetzugang kaufen können. Das wollen wir heute mal ausprobieren, und in Castelnau-Magnoac gibt es bestimmt einen Tabac-Laden. Es geht auf Mittag zu, da werden die Läden in so einem kleinen Ort geschlossen sein, und so warten wir bis zum frühen Nachmittag, verbringen die Zeit damit, Herbert die Haare zu schneiden.



auf dem Weg zur Hauptstraße



wir fahren hinauf nach Castelnau-Magnoac



steil geht es bergan



Ankunft auf dem Marktplatz von Castelnau-Magnoac



dies ist der Tabac-Laden

Es ist dann genau halb drei, als wir im beschaulichen Castelnau ankommen. Der Tabac-Laden ist schnell gefunden; er hat auch schon geöffnet. Aber schade, dass man hier nur Tages- und Wochenzugänge verkauft, nicht welche für einen ganzen Monat. Nehmen wir also erstmal eine Woche für 9 EUR statt 30 Tage für 30 EUR. Wir tun dann noch ein paar Schritte durch den Ort und knattern dann hinunter zum Intermarché. Der macht um 15 Uhr auf; es ist 14:50 Uhr. In der Wartezeit schauen wir uns mal den Bon für den Internetzugang an und sehen, dass man noch immer das Volumen verdoppelt hat. Also hat man für eine Woche nicht 500MB, sondern 500MB + 500MB offerte - gratis. Sehr schön. So schön, dass wir schnell noch mal zum Tabac-Laden fahren und eine weitere Woche kaufen. Denn laut SFR-Website lief dieses Angebot nur noch bis 26. August. 



es gibt ein angeschlossenes Café im Tabac-Laden



jetzt tun wir noch ein paar Schritte durch den Ort



alles ist schon ein wenig baskisch hier

Dann sind wir zurück beim Intermarché und kaufen dies und jenes für die kommenden Tage. Die Lebensmittelpreise sind wirklich ganz schön gestiegen. Zurück auf L'Eglantière ist es herrlich, oben am Pool vorbeizufahren und den Blick aufs blaue Wasser zu haben. Heute gehen wir aber nicht mehr schwimmen. Als Herbert abends ins Internet geht, findet er den Panzer, das Expeditionsfahrzeug, um das wir vier Jahre vor Gericht gekämpft hatten, auf mobile.de. Nunmehr für 45.000 EUR statt damals 35.000 EUR, als wir es kauften. Na, wir hatten schon die ganze Zeit immer damit gerechnet, dass das Fahrzeug irgendwann im Internet auftauchen wird und auf den nächsten Käufer wartet, der darauf hereinfällt. Die Beschreibung auf mobile.de ist reichlich übertrieben, oder glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass der Verbrauch bei verhaltener Fahrweise bei 16 Liter liegt? Vielleicht, wenn man 40 fährt. Kriecht. Bei uns verbrauchte das Fahrzeug zwischen 25 - 30 Liter.



hier rechts ab zum Camp



alles muss in den Kühlschrank

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Donnerstag, 29. August 2013



wir haben den Pool wieder nur für uns

Die Tage auf einem Camp ähneln sich natürlich immer sehrein Tag ist wie der andere. Aber uns gefällt es, und vor allem gefällt es uns hier auf L'Eglantière. Am späten Vormittag sind wir wieder am Pool, und kurze Zeit später läuft jemand an unseren Liegen vorbei, liest den Titel vom Schwedenkrimi und sagt "Aber das ist ja deutsch". (Wahrscheinlich hat er Annette an den anderen Tagen das Buch von Jed Rubenfeld: The Interpretation of Murder lesen gesehen. Das war ein tolles Buch!) - Ich bin ja auch deutsch - sagt Annette und so kommen wir mit ihm ins Gespräch. Er ist Mainzer, Alleinreisender und Zugfahrer. Das erstemal auf L'Eglantière, in einem Mietzelt für 209 EUR für eine Woche. Ein Angebot von France 4 Naturisme, der gleiche Grund, warum wir schon seit 20. August für nur 15 EUR hier sind, und nicht für 25,85 EUR. Wir erzählen alles mögliche, vor allem von anderen FKK-Camps und Stränden. Er hat nicht viel Geld und muss immer mit wenig Reisegeld auskommen, aber im letzten Jahr hat er eine 5-tägige Reise nach Lissabon gewonnen, die er um 2 Tage verlängert hat. Lissabon hat ihm sehr gefallen, so wie auch jetzt L'Eglantière. Wir reden und reden, aber gegen 14 Uhr zerstreut sich plötzlich alles und wir sind mal wieder die allereinzigen am Pool. Wo hat man schon das Vergnügen, einen Pool für sich ganz allein zu haben? Doch in keinem Hotel. Auch bestimmt auf keinem anderen Camp, und deswegen werden wir von hier aus gar nicht noch auf La Grande Cosse gehen, einem Camp am Mittelmeer bei Beziers, sondern irgendwann von hier aus direkt über die Pyrenäen und Andorra nach Süden aufbrechen. Aber solange das Wetter hält, und das sieht ganz gut aus, wollen wir noch hierbleiben.


 


 



das ist unser Abendessen

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Dienstag, 27. August 2013


Morgens kann man nie abschätzen, wie das Wetter wird. Der Himmel ist dann immer ganz zugezogen, es ist kalt und das Gras total nass. Wir richten uns jeden Morgen auf einen Tag an Bord ein, auf einen Tag, den wir irgendwie aussitzen müssen. So auch heute wieder. Das mit deiner Wäsche wird heute nichts, sagt Herbert zu Annette. Die wird ja nie trocken. Dennoch kaufen wir schon mal die Münze für die Waschmaschine. Laut Wetterkarte soll es am Nachmittag sonniger werden. Und so fangen wir um 11 Uhr doch mit der Wäsche an. Gut so, denn der Himmel reißt am frühen Nachmittag tatsächlich auf, als die Wäsche auf der Leine hängt. So ist eigentlich jeder Tag, anfangs so lala, dann sonnig. So muss es sein für uns, denn allzu früh wollen wir auf keinen Fall in den Süden zum Überwintern aufbrechen. Die Winter sind immer lang genug, wie sie sind. Am Nachmittag sitzen wir  - draußen und sind von der Wäsche umgeben, sodass wir unsere neuen Nachbarn - Holländer - kaum sehen können. Ja, wir bekommen ständig neue Nachbarn, aber keiner von ihnen ist bisher lange geblieben. Nur jeweils ein oder zwei Nächte; vielleicht haben sie sich immer vom morgendlichen Wetter täuschen lassen.




als alles auf der Leine hängt . . .

Am späteren Nachmittag bekommen wir Antwort von der Hausverwaltung unserer Zwickauer Wohnung. Die Stadtverwaltung Zwickau, Umweltbüro, hatte uns eine schriftliche Verwarnung mit Verwarnungsgeld geschickt zu folgender Sache: Uns wird als Eigentümer des Grundstückes blabla vorgeworfen, den Gehweg an unserem Grundstück nicht satzungsgemäß einmal wöchentlich gereinigt zu haben. Die Kontrollen einer Mitarbeiterin des Umweltbüros am 11.07. und 25.07. hätten ergeben, dass Grünwuchs, Schnittgerinne und Schmutz nicht ordnungsgemäß beseitigt, aufgenommen und entsorgt wurde. Die versäumte Reinigung stelle einen Verstoß gegen irgendwelche Paragraphen der Satzung über die Straßenreinigung dar und kann laut irgendwelchen anderen Paragraphen mit einer Geldbuße bis zu 500 EUR geahndet werden. Als Beweismittel geben sie Akte Umweltbüro mit Fotos an. Das Schreiben geht dann ähnlich streng weiter, und wegen der bezeichneten Ordnungswidrigkeit werden wir unter Erhebung eines Verwarnungsgeldes in Höhe von 10 EUR verwarnt. Diverse Paragraphen werden auch hier wieder angeführt. Wir sind beide Eigentümer der Wohnung, also gingen zwei solcher Schreiben an uns. Aber mal ehrlich. sind im Juli die Straßen überhaupt von Grünwuchs, Schnittgerinne und Schmutz betroffen? Wenn es trocken und heiß ist. Wenn kein Laub fällt usw. Das ist doch nur eine neue Masche, um die Stadtkassen aufzubessern. Im übrigen zahlen wir für Straßenreinigung und Hauswart jahrein jahraus. Sie könnten jetzt jede Woche kommen und Strafgelder erheben. Jedenfalls hatten wir die Sache unserer Hausverwaltung übermittelt und diese schreibt uns jetzt, dass alle anderen Eigentümer das gleiche Schreiben erhalten hätten und die Verwaltung im Namen aller Widerspruch eingelegt hätte. Außerdem hat die Verwaltung um Zusendung der Beweisfotos gebeten. Sind wir doch mal gespannt, was das für ein Korks wird.    



. . . beginnt bei uns die gemütliche Zeit

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