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Donnerstag, 13. April 2017



wir sind früh unterwegs

Radarska Kontrola - die Schilder nehmen wir uns immer zu Herzen, haben wir doch schon etliche Male gesehen, dass Autos von der Polizei angehalten werden. Und das ist ja auch die beste Einnahmequelle, zumal man hier in Montenegro den Euro hat. Der Diesel kostet übrigens 1,12 EUR/L. Am späten Morgen verlassen wir die Bucht und fahren in Richtung Budva. Auf der Fahrt sehen wir dutzende Industrie- und Gewerbegebiete. Auch wird Baumaterial direkt von den Ladeflächen der LKWs herunter verkauft. Nach einer ziemlichen Kurverei sehen wir Budva von oben aus, aber den Ort hatten wir uns ganz anders vorgestellt. Wieviel Hochhäuser und Hochhäuser im Rohbau überall herumstehen in der Bucht. Nein, hier wollen wir uns nicht weiter umschauen; wir fahren weiter in Richtung Petrovac. Dort das gleiche Bild, überall wird gebaut. Man zersiedelt die Ortschaften, indem man überall Betonklötze hinsetzt.



ein Blick auf Budva



überall wurde gebaut und gebaut



ein Blick auf Sveti Stefan

Weiter geht es nach Bar, und laut unserer Landkarte soll es nur eine untergeordnete Straße sein, die dorthin führt. Aber die Straße ist ganz normal und sehr gut zu befahren. Hätte ja auch eine Schotterpiste sein können. Bar ist dann auch nix und ebenso wenig spricht uns der Ort Ulcinj an. Von Ulcinj aus ist die Route nach Shkodër ausgeschildert, und jetzt hat sie uns, die untergeordnete Straße. Wir rumpeln dahin auf vielleicht 10km, bis wir auf eine bessere Straße stoßen. Kurz vor dem Ort Vladimir gibt es einen größeren Supermarktkomplex, in dem es auch ein Café-Restaurant gibt und das WIFI hat. Seit gestern in Montenegro haben wir ja keinen Internetzugang gefunden. Wir setzen uns jetzt ins Café auf zwei Cappuccini und haben auch den Apple mit, den wir hier ans Stromnetz hängen können. Hier drinnen im Café ist die Musik irre laut; selbst auf dem Klo hat man nicht seine Ruhe. "Paris Latino" von Bandolero, gefolgt von "Voyage, Voyage", und alles mörderisch laut. Wir müssen grinsen und einmal mehr sagt Annette: Das ist so richtig der Ostblock, die Mentalität und alles. Wir übertragen den Reisebericht, und eigentlich will Annette schon seit Tagen eine Email schreiben, aber bei dem Lärm hier ist sie total bedröhnt.. Lässt sie das also sein. Am Ende bestellen wir uns noch eine Pizza, damit wir uns hier einige Zeit aufhalten können. Eine richtige Oase hier so kurz vor der Grenze zu Albanien. Herbert sieht sogar noch eine Wasserstelle, wo wir unseren Tank auffüllen können.



wir erreichen die Stadt Bar



jetzt fängt die Nebenstraße in Richtung Grenze an



eine tolle Landschaft



in Vladimir gibt es den Supermarkt Lamiga mit Cafébetrieb



wir essen uns eine Pizza, denn eilig haben wir es ja nicht



alles kann man im Lamiga, bestimmt hätte man auch noch seine Wäsche bügeln und die Haare föhnen können

Wenige Kilometer trennen uns jetzt noch von Albanien. Dann kommt die Grenze. Wir wundern uns, dass man jeden so ausführlich kontrolliert. Manche müssen ihren Kofferraum öffnen. Und das alles bei der Ausreise aus Montenegro? Am Ende merken wir, dass es nur den Grenzposten gibt, der nach Albanien hineinführt. Where are you going? To Greece. Geht die doch eigentlich gar nichts an. Dann sind wir in Albanien. Kein Stempel im Pass, gar nichts. Der allererste Eindruck vom Land ist gar nicht so übel, alles natürlich sehr einfach. Wir sehen das erste Minarett, einen See und in Zusi eine Festung. Nirgendwo können wir stehen, die paar Brachflächen, die es gibt, sind zugemüllt oder nicht einladend. Recht bald erreichen wir die Stadt Shkodër und wundern uns, dass es so übertrieben viele Tankstellen gibt. Alle tausend Tankstellen, die wir sehen, akzeptieren alle gängigen Kreditkarten. Und überall gibt es Autogas. Und Autowäschen - Lavazh - wobei man da auch seine Wohnzimmerteppiche waschen kann. (Im Islam waschen sie ihre Teppiche ja alle paar Wochen.) Irgendwann stoßen wir auf die Autobahn, die nach Tiranë geht. Alles ist irgendwie so chaotisch, es herrscht der totale Bauboom, alles ist so unaufgeräumt, keine Linie drin.



wir erreichen die Grenze



man kontrolliert recht streng, sammelt die Pässe ein und schaut auch hier und da mal in den Kofferraum



das allererste Minarett im allerersten Dorf auf albanischer Seite



Durchfahrt durch Zusi



Hauptsache, es fährt



ein Gewusel wie im Orient


 



die Straßen sind eigentlich ganz gut außer dieser katastrophalen Brücke

Wir fahren bis hinter Tiranë und nach Durrës. Wir fahren und fahren bis zur Kotzgrenze und darüber hinaus. Nirgends kommen wir unter, und im Dreck stehen wollen wir auch nicht. Irgendwann vor Durrës halten wir an einer Tankstelle an der Autobahn. Der Platz ist doof, aber was hilft es? Sofort kommt jemand an und will 5 Euros von uns. Nee, danke. Wir fahren weiter. In Durrës geht es durch die Stadt. Wir folgen mal dem Schild Plazh, was wohl Strand heißen müsste. Alles sieht armselig aus, wie bei den Zigeunern. Die Straße geht endlos lang neben der Schnellstraße her, bis wir nach gefühlten 20km wieder auf die Schnellstraße in Richtung Vlorë stoßen. Wir halten an einem Rastplatz - Zona Sherbimi - an. Man lässt uns in Ruhe. Wir sind ganz schön kaputt und irgendwie auch froh, wenn wir in Griechenland sind. Wir hatten keine großen Erwartungen an Albanien, und alle, mit denen wir so gesprochen hatten, hatten uns gesagt, dass uns Albanien bestimmt gefallen würde. Die Landschaft wäre großartig. Was wir daheim so im geliehenen Reisebuch Albanien gelesen hatten, war eigentlich auch ganz gut. Das einzige, was wir bzw. Annette von Albanien wusste, was, dass es in der Landessprache nicht Albania oder so heißt, sondern sowas wie Shkiperi - Adler. Der Adler (mit zwei Köpfen), den sie auf ihrer roten Landesfahne haben. Na ja, wenn wir wieder am Meer sind, vielleicht gefällt uns das Land dann ja doch noch.



Durchfahrt durch Durrës



hier an der Schnellstraße in Richtung Vlorë kommen wir endlich zum Stehen

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