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Samstag, 04. April 2015



über Nacht sind viele weitere Wohnmobile angekommen

Es ist, als hätte es über Nacht geschneit - alles ist weiß von Wohnmobilen. Oh Gott, was ist nur passiert? Als wir um halb neun am Tisch sitzen, hören wir, wie unser Ladeautomat immer tick-tack macht. Schnell rennt Annette nach draußen und zieht das Stromkabel ab. Kein Wunder, dass hier Stromschwankungen sind bei dieser Überbelegung. Wenn mehrere Wohnmobile sich einen Stromanschluss teilen. Und morgens halb neun ist bestimmt die Zeit, wenn jeder Wohnmobilist seine Kaffeemaschine, seinen Toaster usw. einschaltet. Es geht natürlich auch jeder mit seinem Fifi Gassi, und zwar hier bei uns auf dem Stück Rasen, auf dem wir stehen. Denn fast jeder Wohnmobilist hat einen Hund - ein Wohnmobilist ohne Hund ist so selten wie eine Frau, die kein Bier trinkt. Bis halb zwölf bleiben wir vom Stromnetz getrennt, dann läuft er wieder normal.



überall haben sie ihre Fahrzeuge hingestellt

Am Vormittag, im Nieselregen, geht Annette mal nach draußen und macht sich den Spaß, die Wohnmobile zu zählen. Nach einer Weile ist sie zurück. Herbert soll jetzt mal raten. Achtundachtzig? Nee, hundert stehen ja schon auf unserer Seite bis zur Entsorgungsstation. 148? Andersrum. 184? Noch drei mehr. 187. Und während der Zählung kommen immer noch mehr Wohnmobile hier an, die sich in alle möglichen Lücken quetschen und dabei die anderen zuparken, sodass diese nicht mehr herauskommen. Am Ende des Tages werden hier wohl 230 Fahrzeuge stehen, kreuz und quer. Der Platz ist offiziell für 100 Fahrzeuge ausgewiesen. Zwischen zwei Regenschauern können wir Herberts Haare schneiden. Jetzt kann Ostern kommen. Was aber jetzt gleich kommt, ist ein Wohnmobil, das sich vor unser Fenster stellt und uns die Sicht auf die Pont de Normandie nimmt, die schöne Brücke über die Seine.



ein Blick aus unserem Fenster - noch haben wir eine schöne Aussicht



diesen Blick haben wir aus dem Fenster - bis sich ein Wohnmobil vor unsere Nase stellt



als wir zum Lidl gehen, ist der Platz noch voller geworden

Nach dem Haareschneiden gehen wir mal zum Lidl. Wir brauchen zwar nichts, aber wir wollen ein paar Schritte tun. Es ist ganz schön kalt draußen. Von weitem ist der Anblick der vielen Wohnmobile noch schlimmer. Wir waren aber auch dumm, uns solch riesigen und gutgelegenen Stellplatz für die Ostertage ausgesucht zu haben. Dann sind wir wieder zurück und wenig später klopft es an unsere Tür: Will sich etwa jemand an unsere Stromtrommel hängen? Nein, es sind zwei belgische Männer, die uns bitten, einen Meter zurückzufahren, damit sie ihr Wohnmobil in die Lücke vor unserer Haustür zu quetschen. Wir sind total genervt und sagen ihnen, dass wir nicht wollen, dass wir so eng beieinander stehen. Wir kommen hier jetzt auch nicht mehr heraus. Am Ende fährt Herbert aber doch zurück, schon weil deren Wohnmobil gleich unseren Spiegel rammt. Die Belgier quetschen sich also in die enge Lücke und stehen dann fast auf unserer Fußmatte. Ist nicht übertrieben. Der heutige Tag überzeugt uns endgültig davon, dass das Wohnmobilreisen keine Zukunft für uns hat. Dass wir uns nach Alternativen umschauen müssen. Als allererstes wollen wir uns wieder sesshaft machen und mit dem dauerhaften Unterwegssein aufhören. Wir hätten schon ein Jahr früher damit anfangen sollen. 6 Jahre sind eine lange Zeit; die kann keiner nachempfinden, der nicht selbst so lange unterwegs war. Heute Abend schauen wir den Klassiker "Die Brücken am Fluss", von 1995. So ein schöner Film. Um halb neun fängt das Ladegerät wieder an zu klackern. Wir ziehen wieder das Stromkabel ab.


 



am Fluss entlang gehen wir nur mal zum Lidl



von hier aus sehen die vielen Wohnmobile auch nicht besser aus



am späten Nachmittag quetscht sich noch ein Belgier in die Lücke neben uns

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