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Mittwoch, 03. April 2013



diese Fläche sehen wir zu spät, aber die Wohnmobile stehen hier recht hübsch

Der Himmel ist zugezogen, als wir aufstehen, und dann kommen doch tatsächlich ein paar Regentropfen herunter? Ist das die Möglichkeit? Na, wenn es ein Regentag wird, bleiben wir halt stehen, ansonsten machen wir uns auf in Richtung Essaouira. Und erstmal müssen wir eh auf den Gasmann warten. Der kommt dann schon um 10:30 Uhr Ortszeit (da ist es auf unseren Uhren allerdings schon 12:30 Uhr; wir sind dem Land durch die Zeitumstellung jetzt ja 2 Stunden voraus). Er fragt, ob er jetzt auch die andere Gasflasche mitnehmen und füllen soll? Nee, nicht zum Wucherpreis, und außerdem hält die Flasche ja mindestens bis 28. April, wenn wir Marokko spätestens verlassen müssen. Der Lackierer kommt auch wieder und fragt, ob er das Fahrrad für 600 DH haben kann. Nee, nix da. Wir behalten es lieber. Der Regen, der ja nur ein Nieseln war, hat längst wieder aufgehört, sodass wir losfahren können. 170km sind es bis Essaouria, aber wenn wir unterwegs irgendwo ein nettes Plätzchen finden werden, bleiben wir auch gern da stehen.



Durchfahrt durch Taghazoute

Etwa 5km von unserem Platz entfernt sehen wir einen Platz am Meer, wo auch viele Wohnmobile, vielleicht dreißig, stehen. Dieser Platz ist hübscher als unser; man ist hier von Bäumen umgeben. Allerdings steht man nicht direkt am Strand, sondern an Steilküste. Vielleicht ist das ja die sogenannte Platte, von der es früher immer geheißen hat, dass die Wohnmobile hier zu tausenden gestanden und überwintert haben. Diese Platte soll jedenfalls nahe Agadir gewesen sein. Na, wie auch immer, wir fahren weiter und haben schöne Blicke aufs Meer. Es sind extrem lange Wellen, die ungebremst gegen den Kontinent schlagen, was wirklich toll aussieht. Wir kommen durch Ortschaften wie Taghazoute und Amesnaz, aber besonders sehenswert sind sie nicht. Die Häuser armselig und simpel; es scheint keine Bedeutung zu haben, ob man am Meer wohnt oder nicht. Vielleicht eher noch nachteilig, weil der Boden zu salzig ist für Ackerbau.



es geht am Meer entlang



die Wellen schlagen gegen den Kontinent




an diesem Leuchtturm kommen wir vorbei

Wir rumpeln und schaukeln so dahin auf der N1, die doch recht heil aussieht. Dann erreichen wir Tamri, und die N1 verlässt das Meer und windet sich durch Gebirge. Nein, nicht schon wieder in die Berge, sagt Annette, aber da muss sie wohl durch. Die Straße wird nun etwas besser, aber geht natürlich in tausend Kurven. Es ist eine ziemlich langweilige und langwierige Fahrt; man glaubt ja nicht, wie sich 170 Kilometer ziehen können. Dann ist der Ort Smimou erreicht, wo anscheinend Markt ist, aber andererseits sieht es in jedem Ort immer aus, als wäre Markttag, weil immer so viele Menschen auf der Straße wuseln. Stell dir vor, es würde ein Gesetz erlassen und wir könnten nicht mehr zurück nach Europa, sagt Annette. Oh Gott, sagt Herbert und drückt ihre Hand.



es wuselt immer vor Menschen und Waren auf der Straße



wir erreichen Tamri



wieder geht es in die Berge

Hinter Smimou gibt es entang der N1 mehrere Verkaufsstände und -räume für Arganöl. Hier müssen also auch Arganienbäume wachsen. Und dann sieht Herbert plötzlich ein paar Ziegen auf und in den Bäumen. Wovon ja so oft die Rede ist in Büchern, dass die Ziegen auf Arganienbäume klettern und die begehrten Argannüsse fressen. Wir halten an, kommen aber bestimmt erst in 100 bis 150 Metern zum Stehen. Dann läuft Herbert mit der Kamera zurück zu den Ziegen.



endlich sehen wir mal Ziegen in den Arganienbäumen

Aber was er dann erzählt, als er zurückkommt, ist ja wohl wirklich bekloppt: Der Ziegenhirte, der die Ziegen hütet, wollte ihn partout kein Foto machen lassen, ohne dass Herbert dafür hätte zahlen müssen. Immer wieder hält der Mann seine Hand vor die Kameralinse und sagt "money for picture". Ich hab' kein Geld, sagt Herbert andauernd. Da zeigt der Mann auf Herberts Hosentasche. Das ist nur mein Schlüsselbund, sagt Herbert und zeigt die Schlüssel her. Zeigt auch die leeren Hosentaschen, aber davon abgesehen hätte Herbert auch nicht für Fotos gezahlt. So weit kommt es noch. Man muss so schon immer für alles bezahlen im Land, bekommt nix umsonst. Na, ein paar Fotos sind es dann ja doch geworden.



den Ziegen scheinen die Argannüsse wohl sehr zu schmecken



bis hoch hinauf steigen sie auf die Bäume

Jetzt ist es nicht mehr weit bis Essaouira, vielleicht 30 Kilometer. Als wir die Stadt erreichen und an der Strandpromenade entlangfahren, ist Annette ganz stark an Peñiscola in Spanien erinnert. Der erste Eindruck ist wirklich hübsch, und auch im Buch heißt es, dass kein Tourist es versäumen sollte, Essaouira zu besuchen. Wenn nur nicht der plötzliche Platzregen wäre, der wie aus dem Nichts einsetzt. Wir halten uns in Richtung Hafen, wo Wohnmobile für 40 DH (3,60 EUR) stehen können. Dort angekommen sehen wir, dass die Wohnmobile dicht an dicht gequetscht stehen. Auch hängt eine Eisenkette in der Einfahrt. Hier ist also kein Platz mehr für uns. Fahren wir doch ans Ende der Strandpromenade, wo es einen großen Parkplatz gibt. Von dort sind es dann zwar 2km bis in die Stadt, aber wenigstens sind wir erstmal untergekommen. 30 DH sind hier zu bezahlen. Der Regen hat längst wieder aufgehört, setzt aber am frühen Abend wieder ein. Begleitet von Blitz und Donner. Wir machen es uns an Bord gemütlich und wollen Essaouria morgen besuchen. Sind gespannt, denn schließlich war Essaouira einstmals portugiesisch.



wir erreichen Essaouira im Platzregen



alles glänzt von Nässe



am Ende der Strandpromenade stellen wir uns auf diesen Parkplatz

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